Die Ablenkung – 6. Lunet 242, Mafuristag

Zögerlich setzte Kira ihren Rucksack ab und reichte den Pelzumhang der fülligen Frau, die ihr die Tür geöffnet und ihr Hausschuhe hingestellt hatte. Der Vorraum war in warmes elektrisches Licht eines großen Kronleuchters getaucht, der von der hohen Decke hing. Der Boden des rechteckigen Raumes war mit aufwendigen Fliesen ausgelegt, die verschiedene Hinweise auf die Gilde der Verwandlungsmagie enthielten. Kira erkannte einige wieder, die sie vor wenigen Stunden an den Türen der gildenmagischen Schule für Heil-, Verwandlungs- und Veränderungsmagie zu Uldum gesehen hatte. An der rechten Wand war eine Treppe, die zu einer Galerie führte. Und dort oben stand ein großer, offensichtlich gut trainierter Mann mittleren Alters mit kurzen, dunklen Haaren. Magister Mitras, dachte Kira. Er würde ihr Lehrmeister und Mentor sein, hatte der Schulleiter bestimmt. Kira schluckte. Der Mann strahlte eine Aura von Macht um sich aus, die den ganzen Raum flutete. Er wirkte nicht so bedrohlich oder abwertend, wie die Erzmagier, mit denen sie bisher Kontakt gehabt hatte, aber irgendwie präsenter. Kira hatte das Gefühl, er sei ihr vertraut, als habe sie ihn schon mal gesehen, doch gleichzeitig spürte sie auch, wie er sie abwägend anschaute. Er war nicht erfreut darüber, dass sie hier war, schoss es ihr kurz durch den Kopf. Sie schloss kurz die Augen, um ihren Mut zu sammeln. Wie hatte sie immer davon geträumt, dass bei ihr ein magisches Talent entdeckt werden würde, dass sie raus aus dem 200 Seelendorf Bispar kommen könnte. Priesterin hatte sie werden wollen, wie Bruder Harras, den die Geister erhörten… Doch in keinem ihrer Träume war die Idee gewesen, dass ihr Talent so gefährlich sein könnte, dass ihre Eltern sie gar nicht schnell genug loswerden konnten. Ja, nun, sie hatte kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern gehabt – zu viele Fragen, zu vorlaut, zu wild, ein Hexenbiest mit roten Haaren, ein Skirbalg, keine gute Heirat würde sie kriegen, hatte ihre Mutter stets geschimpft. Aber rausgeworfen… und ihr beinahe den Tod zu wünschen… Kira schauerte innerlich. Ihre Mutter hatte sich erst versöhnlich gezeigt, als Bruder Harras das Gold erwähnt hatte, dass die Familie bekam, wenn ein magisch begabtes Kind an die Gilde übergeben wurde. Nichts würde schlimmer werden. Dieser Mann bestimmt auch nicht. Immerhin würde er ihr Wissen beibringen.

Sie schlug die Augen wieder auf. Der Mann war die Treppe herunter gekommen und näherte sich ihr bis auf 2 Meter. Seine Augen waren seltsam hell und blau, er roch angenehm und war sorgfältig rasiert, fiel ihr auf, aber er wirkte müde. Er trug eine schwarze Stoffhose, schwarze Lederschuhe, die offenbar noch nie draußen waren, ein weißes Hemd und eine aufwendig, mit silbernen Fäden bestickte Weste. Kiras Eltern waren Händler, von allen im Dorf hatten sie beinahe das meiste Gold besessen, aber im Vergleich zu dieser Weste kam sich Kira fast ein wenig schäbig gekleidet vor. Sie verbeugte sich.

„Magister Mitras di Venaris? Mein Name ist Kira Silva. Ich bin… Äh… Ich soll ihre Schülerin sein.“

Er musterte sie mit gerunzelten Augenbrauen. „Sie sind allein?“

„Äh, ja… Also, eine Kutsche hat mich hergebracht…“ Verlegen schaute Kira auf ihre Füße. Vermutlich werden Schüler normalerweise von stolzen Eltern gebracht, dachte sie, und ihre Wangen brannten vor Scham.

„Ts.“ Mitras machte eine wegwerfende Handbewegung. „Dann kommen Sie.“

Sie schlüpfte in die Hausschuhe und folgte ihm die Treppe hinauf. Die Frau, vermutlich die Haushälterin, hatte ihren Rucksack und ihre Tasche genommen und ging bereits voraus. Man hat mich erwartet, dachte Kira. Erwartet und es ist ein Zimmer vorbereitet. Sie spürte, wie etwas von ihrer Anspannung abfiel. Nichts würde schlimmer werden, und erwartet zu werden war etwas, dass definitiv nicht schlimm war, sondern sich sogar ziemlich gut anfühlte. Mit neu gewonnener Neugierde betrachtete sie die Umgebung.

Die Galerie ging in einen langen Flur über, von dem links und rechts Türen abgingen. Der Boden war mit einem langen, rotbraunen Teppich bedeckt und zwischen den Türen waren an den Wänden Leuchter angebracht, die von Form her an Kerzen erinnerten, aber definitiv elektrisch betrieben wurden. Kira betrachtete sie im Vorbeigehen. Sie hatte schonmal elektrisches Licht gesehen – bei der Hochzeit ihres ältesten Bruders – aber es war auf dem Land nur mit aufwendigen Generatoren möglich, Strom zu erzeugen. Selbst ihre Eltern, die viel Wert auf ein repräsentatives Haus legten, hatten Kerzen und Gaslampen. Kira fragte sich, warum ihr neuer Hausherr keine Irrwische als Lampengeister hielt. Sie hatte mal gehört, dass man die kleinen magischen Wesen fangen und in Lampen sperren konnte. Sie sollten ein ganz besonderes Licht geben.
Von den Kerzenlampen geschickt bestrahlt hingen auch einige Bilder. Sie zeigten Gebirgswälder im Herbst und Winter und passten damit zu den grau-weißen Tapeten und dem rötlichen Teppich. Vielleicht waren es echte Orte aus dem Gebirge westlich von Uldum, das lange Zeit die natürliche Grenze Alboins gebildet hatte.
Am Ende des Ganges war ein kleines Fenster, durch das das letzte Tageslicht fiel. Kira war schon von draußen aufgefallen, dass das zweistöckige Haus, das so im Vergleich zu den umliegenden Häusern auffällig niedrig war, nicht direkt an das Nachbarshaus grenzte, sondern es einen gepflasterten Weg vom Vorplatz um das Gebäude herum gab. Ob es hinten Stallungen oder einen Garten gab?

Magister Mitras war mit der Haushälterin in dem letzten Raum auf der linken Seite verschwunden. Kira beeilte sich, ihm zu folgen und betrat ein etwa 15 Quadratmeter großes Zimmer. Es war zweigeteilt – auf der rechten Seite stand ein Bett und ein Kleiderschrank und links vom dicken, flauschigen Teppich in der Mitte des Raumes stand ein Schreibtisch neben einem halb gefüllten Bücherregal. Kira blieb staunend in der Tür stehen. Der Raum war größer als jedes Zimmer, in dem sie je gewohnt hatte. Und alles war furchtbar edel, vom dunklen Tropenholz des Bettes und des Schrankes über die geprägte, grün-goldene Tapete bis hin zu den Büchern, die offenbar in Leder eingebunden waren. Neben dem Bett stand ein kleiner Waschtisch mit einer leeren Porzellanschale und daneben ein Waschkrug und ein Glas. Ein Glas. Ein echtes Glas, rund geblasen. Kira überlegte, ob sie jemals ein Glas einfach so zum Trinken gesehen hatte. An der gegenüberliegenden Wand war ein kleiner Erker mit Fenstern, durch die das Abendlicht auf einen gelblichen Sessel fiel.

„Sie werden hier wohnen. Ich erwarte, dass Sie die Grundlagen“, der Magier machte dabei eine Handbewegung zum Bücherregal hin, „schnellstmöglich durcharbeiten und mir jeden Abend einen kurzen mündlichen Bericht geben. Um…“ Er hielt kurz inne und blickte auf die kleine, aufwendige Standuhr, die auf einem Brett oberhalb des Studiertisches stand. „Um 18 Uhr erwarte ich Sie dazu im Labor.“ Kira nickte. Lesen. Oha, lesen und lernen. Das würde sie bestimmt machen. Dann fiel ihr der Brief ein, den ihr der Schulleiter gegeben hatte. „Äh, ich soll Ihnen einen Brief geben.“ Sie öffnete ihre Jacke und griff aus der Innentasche den versiegelten Brief.

Er nahm ihn entgegen, griff sich an den linken Ärmel und hielt plötzlich ein kleines, dünnes Messer in der Hand, mit dem er das Siegel aufbrach. So sehr Kira sich auch bemühte, dieses Messer konnte unmöglich dort gewesen sein, und es verschwand auch einfach wieder. Sie spürte, wie ihr Herz anfing, schneller zu schlagen. Es war real. Er hatte dieses Messer teleportiert oder irgendwie anders magisch hergezaubert. Sie stand vor einem echten Magier und würde lernen, Magie zu nutzen. Die Angst krampfte plötzlich ihren Magen zusammen. Was, wenn sie wieder… wenn diesmal der Schaden nicht behebbar war… was wäre gewesen, wenn der Erzmagier, den Harras gerufen hatte, die Hände von diesem Idioten Johann nicht wieder hätte hinbiegen können? Wäre sie dann überhaupt hier oder doch eher in irgendeinem dunklen Kerker? Kira spürte, wie sich ihr die Kehle zuschnürte und sie schüttelte leicht den Kopf, um das Gefühl loszuwerden. Sie war hier in diesem absolut wunderschönen Zimmer und sie würde ihren Magister nicht enttäuschen. Sie würde einfach nie wieder so wütend werden. Dann würde schon nichts passieren.

Mitras legte die Schürze ab und ging zur Tür. Es hatte geläutet und das konnte nur heißen, dass seine erste Schülerin angekommen war, denn anderen Besuch erwartete er heute nicht. Vor drei Tagen war Erzmagier Thadeus di Hedera, Schulleiter der gildenmagischen Schule für Heil-, Verwandlungs- und Veränderungsmagie zu Uldum, persönlich erschienen, um ihm zu eröffnen, dass er nun, da er den Rang des Magisters bereits ein halbes Jahr trug, seinen Verpflichtungen nachkommen müsse und seine erste Schülerin auszubilden habe. Er hatte gewusst, dass dieser Tag kommen würde, er hatte aber gehofft, dass es noch eine Weile dauern würde.

Doch nun trat er aus seinem oberen Labor heraus auf den Flur und blickte die junge Frau an, die neben Abigail stand. Sie war größer als die gute Abby, aber nicht sehr. Er schätzte sie auf rund 1,65m. Auffällige rot-braune Haare fielen ihr in leichten Locken bis über die Schultern. Skirvorfahren, vermutete Mitras. Ungewöhnlich, aber durchaus interessant. Sie stammte ja wohl auch aus den nördlichen Provinzen, da konnte das schon mal sein. Hoffentlich hatte sie nicht zu viel vom wilden, barbarischen Charakter, der den nördlichen Völkern nachgesagt wurde. Kinder oder Jugendliche, die ungewöhnliche oder problematische Charakterzüge zeigten, wurden traditionell der Schule in Uldum, der Hauptstadt Albions, zugewiesen, um gut beobachtet und kontrolliert werden zu können. Zumindest ihr erstes Magiewirken ließ vermuten, dass sie viel vom wilden Charakter ihrer Vorfahren geerbt hatte, wenn er Thadeus Andeutungen richtig verstanden hatte. Er ließ den Blick tiefer schweifen. Unter dem blauen Rock und der schlichten Jacke zeichnete sich ein fraulicher Körper ab. Immerhin sah sie gut aus. Die Frage des Charakters würde sich später klären. Mitras fand, dass jeder sich in solchen Fragen besser selbst eine Meinung machen sollte.

Langsam ging er die Treppe herunter. Der Erzmagier hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihr eine Begleitung mit zu geben. Während Mitras noch grübelte, ob dies eine gezielte Beleidigung oder einem anderen Umstand geschuldet war, stellte sie sich unbeholfen vor.

„Magister Mitras di Venaris? Mein Name ist Kira Silva. Ich bin… Äh… Ich soll ihre Schülerin sein.“

Er musterte sie argwöhnisch und fragte zur Sicherheit noch einmal nach. „Sie sind allein?“

„Äh, ja… Also, eine Kutsche hat mich hergebracht…“ eingeschüchtert starrte sie auf ihre Füße. Er musste seine Wut auf Thadeus und diese ganze Schule im Zaun halten. Sie konnte nichts dafür, war es nun eine Beleidigung oder ein Versehen. Sie wirkte nicht so, als wüsste sie, dass junge Magierlehrlinge von einem Magister der Gilde, oft einem Lehrer der Schule, an den Mentor übergeben wurden. Insbesondere wenn ihr erstes Anzeichen von magischer Begabung so destruktiv verlaufen war. Doch von nun an wären alle ihre Fehler automatisch seine, und genau das hatte Thadeus wohl mit der fehlenden Begleitung sagen wollen: Da musste Mitras alleine durch, von der Schule war keine Unterstützung zu erwarten. „Ts.“ zischte Mitras, drehte sich um und ging die Treppe wieder hinauf. „Dann kommen Sie.“

Der Weg zu ihrem Zimmer musste reichen, um die Fassung wieder zu erlangen. Immerhin war sie eine ansehnliche junge Frau. Ihre Kleidung war ländlich schlicht, verriet aber, dass sie wusste, sich zu kleiden. Er würde sie dennoch neu ausstatten müssen. Auch ihr Äußeres fiel letztendlich auf ihn zurück. Er wusste, dass einige Magister ihre Discipuli regelrecht herausputzten und mehr wie teure Haustiere herumpräsentierten. Mitras hielt davon nichts und hoffte inständig, dass diese Pfauen wenigstens halb so viel Energie in die Ausbildung steckten wie in das Äußere.

Am Kopf der Treppe angekommen blickte er kurz wehmütig auf die Labortür, aber die Arbeit musste warten, leider. Thadeus wusste, dass er sich in einer kritischen Phase befand, seit Monaten kaum Fortschritt hatte, und es sah ihm ähnlich, Mitras nun solche Stöcke zwischen die Beine zu schmeißen. Er hoffte inständig, dass das Mädchen wenigstens ein bisschen gebildet war. Aber ihrer Kleidung nach war sie wenigstens keine Bauerstochter, also würde sie wohl lesen können. Er bog nach links in den Korridor ab und ging den Flur entlang an den zwei Gästezimmern sowie der Treppe zu Williams Zimmer zur linken, seiner Bibliothek und seinen Privatgemächern zur rechten vorbei.

Sein schlichtestes Gästezimmer hatte er als ihre neue Unterkunft auserkoren. Erst hatte er überlegt, sie im Personalhaus auf der anderen Seite des Gartens einzuquartieren, aber das erschien ihm dann doch unangemessen. Immerhin war sie eine Magierin, auch wenn sie noch ohne Ausbildung war. Außerdem stand hier einer der magischen Spiegel. Es war zwar unschicklich Gäste auszuspionieren, aber er konnte gar nicht vorsichtig genug sein und so konnte er sie immer im Auge behalten. Das Zimmer war ursprünglich für die einfachsten seiner Gäste gedacht, aber dennoch geschmackvoll eingerichtet. Er hatte den Raum ein bisschen umdekoriert. Die kleine Sitzecke und einer der dazugehörigen Sessel waren entfernt worden, um dem Schreibtisch und dem Bücherregal Platz zu machen. Den verbliebenen Sessel hatte er ans Fenster stellen lassen. Sollte sie auch nur halb so belesen sein wie er, würde sie diese Ecke sehr zu schätzen wissen. Seit dieses Monstrum von einem Gebäude gegenüber gebaut worden war, war das Licht in den anderen beiden Zimmern schlechter geworden. Lediglich hier hatte man noch bis zum Sonnenuntergang gutes Licht.

Seit er seinen Generator im Gerätehaus betrieb, war das freilich kein Problem mehr. Sein ganzes Haus war elektrisch versorgt. Er produzierte sogar soviel Strom, dass er seine Nachbarschaft mit beliefern konnte, um so seine Haushalts- und Personalkosten abzudecken, nicht dass das noch nötig war.

Er baute sich vor dem Schreibtisch auf und drehte sich zu ihr um. Abigail stellte die Sachen des Mädchens vor dem Kleiderschrank ab und blickte kurz zu ihm. Mit einem kurzen Nicken und kaum wahrnehmbaren Lächeln entlies er sie und blickte zu seiner neuen Schülerin. „Sie werden hier wohnen. Ich erwarte, dass Sie die Grundlagen“ , er zeigte auf die vorbereiteten Bücher, „schnellstmöglich durcharbeiten und mir jeden Abend einen kurzen mündlichen Bericht geben. Um…“ Er hielt kurz inne und blickte zu der Standuhr, die er extra für den Arbeitsplatz angeschafft hatte. „Um 18 Uhr erwarte ich Sie dazu in meinem Labor.“ Immer noch sehr verschüchtert, sah er doch keine negative Reaktion auf seine Worte. Vielmehr war da ein Aufflackern von Vorfreude. Doch dann schien ihr etwas einzufallen. „Äh, ich soll Ihnen einen Brief geben.“ Sie öffnete ihre Jacke und griff aus der Innentasche einen mit dem Siegel der Gilde versehenden Brief.

Er nahm ihn entgegen und griff kurz an den Rand seines linken Ärmels. Ein kurzer magischer Puls aktivierte den Reif, der sich vom Arm löste und in seine Hand glitt. Ein kleines Messer, welches er zumeist als Brieföffner benutzte, formte sich aus dem Metall. Er öffnete den Brief, verwandelte es zurück und lies es als Reif wieder um seinen Arm schließen.

Er überflog das Schreiben. Es waren die Ergebnisse der Sondierung des Mädchens, aber diese Werte konnten unmöglich stimmen. Was heckte Thadeus aus, dass er ihm eine derartige Schülerin überstellte? Gerade im Bereich der Verwandlungsmagie waren ihre Ergebnisse überragend. Natürlich sagte die Sondierung nichts darüber aus, ob sie letztendlich wirklich gut zaubern konnte – dafür war Magiewirken zu komplex und hing von zu vielen Faktoren ab, aber dennoch… Sollte es ihr gelingen, dieses Potential voll zu entwickeln, könnte sie eine der größten Magierinnen ihrer Disziplin werden – und damit auch für den tradtionalistisch eingestellten Schulleiter, der erfolgreiche Magier lieber nur aus den Kreisen der alten Adelsfamilien stammend sah, eine Gefahr.

Sie erschien ihm in einem völlig neuen Licht. Aber warum wollte der Erzmagier unbedingt, dass er sie unterrichtete? Hatte er die Sondierung nicht gekannt, als er sie Mitras zuwies und wollte nun nicht von seinem Wort abweichen? Oder schätzte er die destruktive Gefahr und charakterlichen Schwächen des Mädchens so hoch ein, dass er davon ausging, Mitras damit schaden zu können? Thadeus war Mitras Erfolg ein Dorn im Auge, hatte er doch immer prognostiziert, aus seinem ehemaligen Schüler würde nie etwas werden. Oder war sie eine Spionin? Mitras schaute kurz zu ihr hinüber. Sie stand ein wenig gedankenverloren vor ihm, anscheinend zu verschüchtert, um selbst aktiv zu werden. Nein, eine Spionin war sie vermutlich nicht, dazu war sie zu unsicher. Ein Mädchen aus einer Dorfprovinz mit einer so hohen Grundbegabung, aber eigentlich schon fast zu alt für eine Magieentdeckung und dann auch noch mit dem Makel einer gewaltätigen Ersthandlung. Hier lag ein Geheimnis vor ihm, das er noch nicht ergründen konnte. Er fragte sich, ob Thadeus ihn deshalb mit genau dieser Schülerin bedacht hatte – das Mysterium um sie zu lösen, würde ihn von der Arbeit ablenken. Und wenn er sich nicht um seine Arbeit kümmerte, würden andere vielleicht den Ruhm einheimsen, mit dem von ihm gefundenen Material großartige Erfindungen zu tätigen. Andere, die mehr in Thadeus Gunst standen…

Er wurde sich plötzlich der leichten Wärme in seinem Rücken bewusst. Er hatte zu lange dicht am Stein gestanden. Nach außen hin eine einfache zur Schau gestellte Mineralienprobe war das Calcit eines seiner ersten Experimente gewesen, und sein erster Schritt von dieser elendigen Kohle loszukommen. Dieser Stein und viele andere waren mit einem einfachen Zauber belegt worden, der sie dazu brachte, Wärme zu emittieren. Ein Elementarzauber in einem Ritual gebunden. Nichts allzu außergewöhnliches, aber für einen Schüler der Verwandlungsmagie war es schon recht ungewöhnlich gewesen, einen solchen Zauber für ein Schulprojekt zu wählen. Ausgerechnet einen Elementarzauber zu wählen, sein schwächstes Gebiet, naja außer der Hellsicht, hatte seine Lehrer überrascht und ihm eine Menge Pluspunkte eingebracht. Und Mitras fand, dass ihm der Zauber wirklich sehr gut gelungen war – in der Zwischenzeit konnte er sehr viele Mineralien in solche Heizsteine umwandeln, mehr, als die meisten Verwandlungsmagier konnten, und sein Haus konnte daher beinahe mit dem eines Erd-Elementarmagiers mithalten. Zumindest was die Heizquellen und ihre Optik anbelangte.

Er riss sich von diesen Erinnerungen los und blickte zu ihr hinüber. Ihr Gesicht war sichtlich gerötet und ihm wurde bewusst, dass sie immer noch die dicke Reisejacke trug. „Sie sollten die Jacke vielleicht ablegen. Das Haus ist gut geheizt.“ Unter seinen Worten schreckte sie förmlich auf, als wenn sie tief in Gedanken versunken war. „Oh ja, Sie haben recht, äh Magister.“

Sie knöpfte die Jacke auf und schien seinen musternden Blick nicht wahrzunehmen. Unter der Jacke trug sie eine schlichte Bluse, die die Schultern fast frei ließ. Sie bückte sich und raffte den Rock und den Unterrock, um dicke Wollgamaschen auszuziehen. Ihm fiel auf, dass sie so tief blicken ließ. Ihre Brüste spannten bei der Abwärtsbewegung das Gewebe. Sie wirkten sehr fest und waren nicht gerade klein. Mehr Frau als Mädchen, realisierte er. Auch ihre kurz aufblitzenden Beine waren wohl geformt und ihre Haut hell und ebenmäßig. Keine Narben verunzierten sie.

Sie legte ihre Kleidung sorgfältig auf das Bett und setze sich dann, eine Hand auf dem Bauch, daneben. Ihm fiel auf, dass sie schrecklich müde aussah, sogar ein wenig bleich. Er hatte gar nicht bedacht, dass sie ja nun schon einen recht aufreibenden Tag hinter sich hatte, sie musste sehr früh in der Provinz abgereist sein. „Ich nehme an, Sie haben Hunger?“ Sie nickte heftig. „Natürlich, einen Moment.“ Er schnippte kurz mit dem Finger, was das kleine Glöckchen, das Abigail trug, anschlagen würde. Einen kurzen Moment später war sie auch schon da. Anscheinend hatte die Gute im Flur gewartet. „Abigail, sei so gut und bereite ein paar Sandwiches vor, oder lass William das machen, und bringe sie hier auf das Zimmer.“ „Jawohl, Sir.“ sagte sie lächelnd und war auch schon wieder aus dem Zimmer verschwunden. Das Mädchen wirkte sichtlich überfordert. Wahrscheinlich war es das erste Mal, dass sie von Bediensteten versorgt werden würde.

Sie schwieg einen Moment, kämpfte mit sich selbst, und fragte dann leise: „Magister, ähm, gibt es irgendwelche Regeln, die ich im Haus beachten muss?“ „Hmm, es wird wohl das Beste sein, wenn ich Ihnen eine Führung durch das Haus gebe. Sagen wir in einer Stunde. Richten Sie sich ein und essen sie etwas, dann klopfen sie an mein Labor. Die letzte Tür am Flur auf der linken Seite.“ „Jawohl, Magister.“ Ohne ein weiteres Wort verließ er das Zimmer. Vielleicht würde diese Ablenkung doch erfreulicher sein als erwartet. Wenn er sie richtig formte, konnte sie eine wertvolle Assistentin werden. Sie schien noch völlig arglos zu sein und frisch vom Land konnte sie auch noch nichts von den ewigen Intrigen in der Hauptstadt, erst recht in der Gilde, wissen. Wom „schlechten Charakter“, den Thadeus angedeutet hatte, sah er jetzt noch nichts. Das konnte natürlich noch kommen… Er würde sie sorgfältig vorbereiten müssen, ehe er sie das erste Mal aufs offene Parket des Lebens in der Stadt lassen konnte, aber dafür war noch Zeit. Keiner erwartete, neue Schüler auf öffentlichen Anlässen zu sehen. Erst wenn einige Wochen oder Monate ins Land gegangen waren, wenn es Sommer werden würde, würden die Bälle und unleidigen Einladungen zu Gesellschaften eintrudeln. Dann würde sie sich beweisen müssen. Kurz kam ihm der Gedanke, dass Thadeus vermutlich sich schon vorher bemühen würde, sie zu blamieren, aber er schob ihn beseite. Ein Problem nach dem anderen angehen. Jetzt konnte er sich erstmal wieder der Arbeit widmen.

Kira ließ sich auf das Bett fallen, als er gegangen war. Sie blickte sich um. Nun fielen ihr weitere Details des Raumes auf. In der Ecke hinter der Tür war eine kleine Holzwand eingezogen – vermutlich verbarg sich hinter der schmalen Tür eine Toilette. Das kannte sie von zuhause. In der anderen Ecke, neben der Zimmertür, stand ein dreieckiger Tisch mit einer Schublade. Seine Beine waren auffällig geschwungen. Ein Schminktisch, und darauf stand ein Spiegel. Nicht ein poliertes Stück Metall, ein richtiger Spiegel. Beinahe wäre sie aufgestanden, um sich selbst anzuschauen, doch dann blieb sie erschöpft sitzen. Der Raum war, obwohl es keinen Ofen gab, tatsächlich angenehm warm und sie war nun schon seit Sonnenaufgang unterwegs. Erst die Reise mit der Kutsche, dann mit der Eisenbahn und dann war sie in diese riesige Stadt gekommen. Ein Meer von Dächern, die Beschreibungen in den Zeitungen waren wahrlich nicht übertrieben gewesen. Der Magier, der sie abgeholt hatte, war mit ihr vom Bahnhof aus zu einem pompösen Palast gegangen, den er als das „Gildenhaus“ bezeichnet hatte. Und dort war sie dem Erzmagier Thadeus vorgestellt worden. Er war höflich gewesen, aber sie hatte deutlich gesehen, wie er die Miene verzogen hatte, als ihr Begleiter sie vorstellte. „Kira Silva aus Bispar. Die junge Dame, die dem Baronssohn die Hände verdreht hat.“ Kira seufzte. Wie lange das wohl noch an ihr haften würde? Mühsam raffte sie sich auf und setzte sich an den Schreibtisch, um die belegten Brote zu essen, die die Haushälterin herein gebracht hatte, kaum, dass Magister Mitras gegangen war. Sie schmeckten wirklich gut. Obwohl bei dem Hunger, den sie hatte, vermutlich alles gut geschmeckt hätte. Zum ersten Mal seit der schrecklichen Nacht vor vier Tagen – oder waren es drei gewesen – fühlte sie sich ein wenig sicher. Selbst wenn ihr Mentor nicht allzu begeistert davon schien, dass sie hier war, er meinte es nicht böse mit ihr. Mit dem Verschwinden des Hungers fiel auch ein Teil der Anspannung von ihr ab und sie spürte, wie unendlich erschöpft sie war, zu erschöpft, um sich über ihr neues Zuhause wirklich freuen zu können.
Der Erzmagier hatte sich eine Weile mit ihr unterhalten und nebenbei ein Protokoll ausgefüllt. Und dann hatte er ihr eine Kugel in die Hand gegeben und ihr gesagt, sie solle sich entspannen. Das war gar nicht einfach gewesen, denn die Kugel hatte ziemlich gekribbelt. Kira vermutete, dass sie durchleuchtet worden war. Bruder Harras hatte ihr erzählt, dass es für sowas Artefakte gab. Als sie ihm die Kugel nachher zurückgeben durfte, hatte er sie lange nachdenklich angeschaut. Kira hatte schon Angst, dass sie jetzt doch wieder zurück geschickt werden würde. Bestimmt war sie gar nicht so begabt. Immerhin war noch nie jemand in ihrer Familie magisch gewesen. Aber dann hatte er genickt, etwas ins Protokoll geschrieben und gemurmelt: „Wir werden sehen. So schlimm wird es schon nicht werden.“ Kira war sich sicher, dass sie das eigentlich hätte gar nicht verstehen sollen, aber da sie jahrelang ja meistens den anderen Kindern nur aus der Entfernung zugeschaut hatte, war sie ziemlich gut darin geworden, von den Lippen abzulesen. Und dann hatte er den Brief fertig geschrieben, ihn gesiegelt und ihr das Versprechen abgenommen, ihn nicht selber zu lesen und nur Magister Mitras zu geben. Anschließend hatte er sie sogar bis zur Kutsche begleitet und dem Kutscher die Adresse genannt. Und nun war sie hier. „So schlimm wird es schon nicht werden.“ Nein, vielleicht war sie nicht so begabt, aber sie würde fleißig lernen. Ihr war durchaus bewusst, dass sie hier nur zur Probe war. Später würde es eine Aufnahmeprüfung geben, spätestens nach einem Jahr, das hatte ihr der Erzmagier gesagt: „Aufgrund Ihres Alters bleibt Ihnen nicht viel Zeit. Sie werden jetzt ein Jahr von Magister Mitras vorbereitet. Der wird ganz gut zu Ihnen passen, er sollte doch ganz genau wissen, von wo Sie beide herkommen und wo ihr Platz ist.“ Sie würde es diesem Erzmagier beweisen, dass sie nicht so schlimm war und dass man sie nicht zurück nach Bispar schicken müsste.

Entschlossen stand sie auf und begann, ihre Kleidung in den Schrank einzuräumen. Einen schwarzen Samtrock und ein passendes Oberteil legte sie aufs Bett. Natürlich war es nicht so elegant und schick wie die Weste oder die Hose ihres neuen Meisters, aber sie würde sich bemühen, einen guten Eindruck zu machen. Vorsichtig öffnete sie die Tür zur Toilette und stellte erfreut fest, dass es hier tatsächlich fließendes Wasser gab. Neben dem Loch, dass als Toilette diente, gab es einen Hahn und einen Krug. Man konnte also Wasser auf die Hinterlassenschaften kippen, um sie wegzuspülen. Kira grinste. Was für ein Luxus! Keine zehn Pferde kriegen mich wieder aus diesem Haus, schwor sie sich, während sie den Krug vom Waschtisch neben dem Bett holte, den Hahn aufdrehte und ihn füllte, um sich waschen zu können. Sie zog sich aus und stapelte die getragene Wäsche auf dem Stuhl am Schreibtisch. Sie würde die Haushälterin fragen, ob sie einen Korb bekommen könnte und wo sie waschen könnte. Langsam und sorgfältig wusch sie sich und zog sich neu an. Ihre Bürsten brachte sie zum Schminktisch und betrachtete sich dann ausführlich im Spiegel. Draußen war die Sonne untergegangen, also knipste sie die Lampe am Schminktisch an und wieder aus und wieder an und betrachtete fasziniert, wie der kleine Draht in ihr aufleuchtete und wieder verglomm. Das Ticken der Uhr erinnerte sie, dass sie ja zur Hausführung gehen sollte, und sie schaute auf die Uhr. 10 Minuten noch. Sie richtete ihre Haare und steckte die vorderen Strähnen mit einer kleinen Spange hinterm Kopf fest. Dann stand sie auf und betrachtete noch einen kleinen Moment die Bücher, die sie in der nächsten Zeit lesen sollte.
„Handbuch der Erstlingszauber“ – das klang nicht schlecht. „Von Krieg und Staaten“ – ob das etwas zur Geschichte des Landes enthielt? Heeresstrategien waren nicht so interessant, aber es war spannend, wie sich alles auf Gäa entwickelt hatte. Bruder Harras hatte leider wenig dazu gehabt, was typisch war für jemanden wie ihn, der sich mehr auf die spirituellen Belange konzentrierte. „Königsberger Mathematik“ und „Einführung in Geografie und Geschichte Albions“ – Mathematik war nicht so ihres, aber das würde schon gehen. Noch ein Geschichtsbuch war auf jeden Fall gut. Dann gab es da „Die bewegte Welt“ und „Wort und Sinn“, das sagte ihr nichts. Daneben stand allerdings, wesentlich spannender, „ die kleine Magiekunde“ und „die magische Flora und Fauna Albions“. Sie strahlte. Pflanzen mochte sie, und etwas über magische Tiere zu erfahren würde bestimmt auch toll sein. Sie nahm das letzte Buch und legte es sich aufs Bett, ehe sie mit einem Blick auf die Uhr aus dem Zimmer trat und die Tür schloß, um über den Gang zu der Labortür zu eilen. Vor der Tür holte sich nochmal tief Luft, dann klopfte sie vorsichtig.

Wieder im Labor angekommen wandte er sich seiner Forschungsstation zu. Diverse magische Aparaturen waren um einen Zirkel aufgestellt. In der Mitte stand nach wie vor der Zylinder aus Elektrum, jenem Material, dass er vor zwei Jahren bei seinen alchemistischen Forschungen entdeckt hatte. Eigentlich hatte er versucht auf Basis von altem alchemistischen Wissen, dass er nicht ganz legal aus der Sammlung eines nichtmagischen Herzogs beschafft hatte, Gold herzustellen.

Das Werk Transmutatis war unter gelehrten Alchemisten ein Mythos und galt als lange verloren. Und dann war da dieser Ball gekommen. Claudia, eine Mitstudentin von früher, hatte ihn dorthin mitgeschleppt. Gelangweilt hatte er sich irgendwann nach den ersten Tänzen in die Bibliothek geschlichen. Niemand war dort und so wie die Werke aussahen, waren sie auch schon ewig nicht gelesen worden. Eine Sammlung rein des Protzens wegen. Und da stand es. Der heilige Gral einer ganzen Zunft, im Besitz eines alten Narrens, der wahrscheinlich noch nicht einmal richtig lesen konnte.

Der Herzog Lucrecius di Marantus war der fünfte Sohn einer langen, reichen und vor allem magischen Adelslinie. Komplett unbegabt hatte ihn die Familie genauso fallen lassen wie seine ebenso unbegabten älteren Geschwister. Die Linie drohte zu brechen und seine Eltern griffen zu drastischen und hoch illegalen Mitteln. Ein Ritual, das angeblich magische Befähigung erzwingen können sollte, sollte durchgeführt werde – von den Eltern an den ersten vier Kindern. Der Fünfte galt allgemein als missraten und so banden sie ihn nicht ein. Und nun – eine Katastrophe und sechs verkohlte Leichen später – war die Linie endgültig beendet und der neue Herzog lebte fortan nur noch dafür, auch das Erbe endgültig zu verprassen.

Mitras schaffte es, ein Duplikat des Buches zu erzeugen und bei einem weiteren Ball ins Gebäude zu schmuggeln. Eigentlich hatte William das Duplikat erschaffen. Mitras hingegen schaffte es, die Bücher auszutauschen und bis der Lederband des falschen Buches das nächste Mal bewegt werden würde, wären längst alle Spuren, die zu ihm führen könnten, kalt.

Er löste sich aus seinen alten Erinnerungen. Gold hatte er keines gewonnen, aber das Elektrum getaufte Material. Es hatte gleichzeitig magnetische und magische Eigenschaften und eignete sich so zur Übertragung magischer Energie in Elektrizität. Und alles was nun noch nötig war, war ein einfacher Bewegungszauber. Telekinese war nie seine Stärke gewesen, aber er wusste von Anfang an, dass die permanente Bewegung aufwendig war. Dennoch war das Elektrum sein großer Durchbruch. Der Verkauf von mittlerweile zwei Tonnen des Materials hatte ihm den vorzeitigen Übergang zum Magister und große Reichtümer eingebracht.

Doch nun musste er sich ständigen Versuchen erwehren, die Formel zu stehlen. Nicht wenig seines neuen Vermögens war in die Sicherung des zweiten Labors im Keller geflossen. Auch das Königshaus hatte seine schützende Hand über ihn erhoben, im Tausch gegen vierhundert Kilogramm im Jahr, je ein Viertel pro Quartal. Aber kaum einer dachte bei dem Material an Energiegewinnung. Zu groß waren die Möglichkeiten in der Waffenfertigung, war es doch in der Lage, die antimagischen Eigenschaften von Eisen zu umgehen und konnte somit leicht zu harten und präszisen Schwertern geformt werden. Mitras sorgte sich darum. Sollte es ihm allerdings gelingen, einen dauerhaften Bewegungszauber auf einen Barren zu wirken, würde das eine quasi unendliche Stromquelle bedeuten. Die zivile Nutzung würde dann jede militärische Anwendung in den Schatten stellen, hoffte er. Doch bisher war es ihm lediglich gelungen ein aufwendiges Ritual zu erschaffen, mit dem er seinen Elektrumgenerator zwei Tage in Betrieb halten konnte. Eine halbe Nacht starker Konzentration, sowie die Vor- und Nachbereitung kosteten zu viel von seiner Zeit und Kraft. Aber es war ein Anfang.

Er ordnete noch eine Weile seine Notizen vom Vormittag, ein weiterer Versuch war gescheitert und hatte nicht einmal eine winzige Verlängerung der Wirkung ergeben. Dann klopfte es an der Tür. Er hatte gar nicht gemerkt wie die Zeit vergangen war.

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