Der springende Punkt – 21. Firn 242 (Schengstag)

Am Uldumstag brachte Kira Sebastian sein Buch zurück. Sie wich seinen Fragen dazu erfolgreich aus, so konnte sie ihm auch verschweigen, dass sie dasselbe Buch auch in Mitras Bibliothek gefunden hatte – neben zwei weiteren, die ähnlich detaillierte Inhalte zeigten. Sie waren zwischen Liebesromanen, die Mitras ihr empfohlen hatte, versteckt gewesen, und Kira wusste nicht, ob er das absichtlich gemacht hatte. Jedenfalls waren ihre Träume um keinen Deut besser geworden, im Gegenteil. Oft wachte sie keuchend auf und wünschte sich sehnlichst, sie könnte einfach über den Flur gehen, sich an Mitras schmiegen und ihre Unruhe bändigen. Aber Mitras schien ihr aus dem Weg zu gehen – vermutlich war er noch sauer über die Sache mit der Kerze.

Als Kira am nächsten Schengstag über den Büchern mit den Veränderungszaubern saß, fiel ihr ein Zauber auf. Er konnte einen Ball vom Boden abprallen lassen, indem er den Boden verzauberte. Das passte gut zu ihrer Nummer mit den Kugeln – ob man das auch mit einer Kugel Wasser machen konnte? Am nächsten Uldumstag wollte sie Mitras gerne überraschen. Seitdem sie das Labor verwüstet hatte – naja, in Unordnung gebracht hatte – war er so kühl zu ihr gewesen, und sie vermisste seine Anerkennung. Es tat fast körperlich weh, ihn nur beim Abendessen kurz zu sehen. Selbst ihre üblichen Fragestunden hatte er abgesagt. Und obwohl das Laden schön war wie immer, hatte er selbst da sie kaum angesehen und kaum mit ihr gesprochen. So langsam bereute sie es, mit der Kerze nicht aufgepasst zu haben, obwohl Pinzon sie für ihre Hausaufgaben sehr gelobt hatte. Sie holte sich einen Teller von William und versuchte den Zauber. Mit den Holzkugeln gelang es ganz gut, sie musste nur üben, den Telekinesezauber, mit dem sie den Ball auf den Teller prallen ließ, richtig zu richten. Aber mit Wasser ging es leider gar nicht. Sie saß auf dem Boden des Labors, ließ den Holzball zwischen ihrer Hand und dem Teller hin- und herspringen und grübelte. Warum klappte das nicht? Das Holz bewegte sich so leicht! Auf und ab. Was war am Wasser anders? Lag es daran, dass der Wasserball selbst schon durch Magie geformt war? Auf und Ab. Wie der Generator. Vielleicht sollte sie eine Elektrumkugel nehmen, um die Theorie mit dem verzauberten Material zu probieren? Nein, das würde Mitras nie erlauben. Sie müsste das Holz verzaubern, aber dazu kannte sie keine Zauber. Ob sie Mitras um Hilfe bitten sollte? Frustriert stand sie auf und ließ die Holzkugel schwungvoll auf den Teller fallen Sie sprang wieder hoch, fiel herab und sprang wieder hoch. Es sah lustig aus. Erstaunt beobachtete sie, wie der Ball seinen Sprung immer weiter machte. Hörte das gar nicht auf? Er verlor kaum an Höhe. Nachdenklich schaute sie ihm zu. Wenn das Elektrum wäre… dann würde der Generator ja auch so funktionieren… Man müsste eigentlich nur auf jeder Seite so einen Teller haben… Hmmm… Vielleicht konnte sie ihn so beeindrucken? Sie wusste, dass er seit Tagen unten im Keller experimentierte, aber wohl keinen Erfolg hatte, zumindest gemessen an seiner Laune beim Essen. Aber erst musste sie sich sicher sein. Hier oben stand auch ein Zylinder aus Elektrum, auch wenn er kleiner war als die in den Generatoren.

Die nächste halbe Stunde verbrachte sie damit, zu üben, den Zylinder magisch anzuheben. Der war verdammt schwer! Irgendwann öffnete sie das Fenster, damit ihr die Magie nicht immer ausging. Als sie endlich den Zylinder ruhig anheben konnte, ohne dass er wie wild durch die Luft schwang, ließ sie ihn erstmal vorsichtig zu Boden sinken. Ihn auf den Teller prallen zu lassen, war vermutlich keine so gute Idee. Sie blickte sich suchend um. Etwas, was nicht kaputt ging, selbst wenn der Zauber nicht klappte. Nochmal eine Schimpftirade wegen Unordnung musste nicht sein. Hoffentlich riss Mitras ihr nicht den Kopf dafür ab, das Elektrum überhaupt angefasst zu haben. Wobei, berührt hatte sie es ja eigentlich nicht, dachte sie kichernd. Mit ein bisschen Suchen fand sie in der Ecke ein hölzernes Schild, das stabil genug aussah, um den Brocken darauf fallen zu lassen. Sorgfältig wob sie den Reflektorzauber. Angesichts der Erfahrungen, die sie beim Anheben des Zylinders gemacht hatte, steckte sie auch in den Reflektor mehr Energie, lieber vorsichtig sein, als den Schild zerstören. Schließlich war alles bereit. Nervös stand sie an der Kante des Zirkels, den Schild vor sich. Wenn das schief geht, werde ich drei Tage lang die Ställe putzen müssen. Oder irgendwas in der Art. Sie hob den Zylinder an, ließ ihn über das Schild schweben und etwa 30 Zentimeter oberhalb sich gerade ausrichten. Dann machte sie die Augen zu. Wird schon gut gehen. Wird schon gut gehen. Sie ließ los.

Die ganze Woche über hatte er immer wieder verstörend anregende Träume von Kira gehabt, was ihn so langsam doch sehr beunruhigte. Ja ,er war ewig nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen und Kira war verdammt attraktiv, sowohl durch ihre Schönheit, als auch durch ihren Verstand. Aber sie hatte auch diesen Johann hinter sich und war obendrein noch sein Schützling. Er sollte sie vor lüstigen Idioten schützen und nicht selbst einer werden. Nun ja, er hatte sich so gut es ging von ihr fern gehalten, in der Hoffnung, dass das seine Gedanken wieder auf Kurs bringen könnte. Es hatte nicht wirklich geholfen. Aber darüber hatte er Kiras Ausbildung vernachlässigt. Sicher, sie war mehr als nur in der Lage, sich selbst alles Mögliche beizubringen. Aber er sollte trotzdem den Überblick behalten und sie lenken, und nach dem Vorfall mit der Kerze sie wohl auch vor sich selbst schützen. Soviel Potential wie sie besaß, konnte es gefährlich werden, auch für sie. Was wenn sie sich bei einem Zauber zuviel zumutete und sich übernahm und dadurch verletzt wurde?

Mit diesen Gedanken im Kopf trat er gerade aus dem Keller heraus, als aus dem oberen Labor ein dumpfes, aber sehr lautes Knallen ertönte und sich kurze Zeit später wiederholte. Er war bereits im vollen Lauf die Treppe hinauf, als es ein drittes Mal rumste. Die Küchentür schwang auf und William setzte sich in Bewegung, sobald er Mitras laufend auf der Treppe sah. Das Geräusch war rythmisch, also war vielleicht noch nichts passiert, aber er sollte sich trotzdem… Der Gedanke riss ab, als ein nochmal deutlich lauteres Poltern aus dem Labor hallte, gefolgt von einem dumpfen „Verdammt!“ Mitras nahm die letzten drei Stufen in einem Sprung und war mit einem weiteren Schritt über den Flur und durch die Tür. Kalte Luft schlug ihm entgegen. „Kira, ist alles in Ordnung?“ Sie fuhr erschrocken zu ihm herum, da sah er den Elektrumzylinder vom Zirkel wegrollen. „Kira, was hast du…“ Seine Stimme stieg bereits wieder an. Sorge und Wut fluteten durch ihn hindurch. „Warte bitte Mitras, lass mich erklären! Es hat geklappt!“ Der ängstliche und gleichzeitig aufgeregte Tonfall ließ ihn inne halten. Er überblickte kurz die Szenerie, wechselte auf magische Sicht und sah den alten Holzschild im Zirkel. Er erkannte den Zauber nicht, der darauf lag, nur, dass es ein Veränderungszauber war. Er hob die Hand um William zurückzuhalten und zu beschwichtigen, da dieser gerade oben ankam. Über die Schulter blickend sagte er:“ Es ist alles gut, keiner ist verletzt und eine Renovierung ist auch nicht nötig. Ich kümmere mich darum.“ „Ha, also gut wenn du meinst.“ William warf ihm noch einen misstrauischen Blick zu und drehte dann aber wieder um. „Also gut,“, sagte er wieder an Kira gewandt. „Ich höre, was hat geklappt?“ Sie lugte kurz an ihm vorbei und rief: „Und es rumst gleich nochmal.“ Dann trat sie auf den Zylinder zu und hob ihn mit einer gemurmelten Silbe und einer Handbewegung an. Mitras widerstand dem Drang dazwischen zu gehen, er war doch zu neugierig, was sie vorhatte. Er bereitete aber einen Fangzauber vor, falls er ihr nochmal herunterfallen sollte und schloß gleichzeitig mit einem kurzen Zauber das Fenster, durch dass es kalt hereinzog. Hatte sie es geöffnet, um an mehr Magie zu kommen? Sie ließ den Zylinder über das Schild schweben und richtete ihn etwa 50cm oberhalb aus. Dann deutete sie auf das Schild und sagte strahlend: „Stell dir vor, dass wäre eine Seitenwand vom Generator. Also, die hintere Wand. Und hier drumrum ist deine Kupferspirale. Und jetzt…“ Mitras sprang beinahe hoch, als sie den Zylinder fallen ließ, bereit, ihn zu fangen. Zu seiner Verwunderung knallte er auf das Schild und flog senkrecht wieder in die Höhe – und zwar 50cm. Und dann fiel er wieder herunter. Und sprang wieder hoch. Auf die gleiche Höhe. Mitras brauchte eine Sekunde, ehe er verstand. Der Zylinder war gar nicht verzaubert, nur das Schild. Und wenn man auf der anderen Seite ebensolch ein Schild anbrachte… Er ließ den Fangzauber aus Achtlosigkeit los und der Zylinder blieb in der Luft hängen, war Kira ein entäuschtes Quietschen entlockte, doch schon war er bei ihr und hob sie an. Freudig wirbelte er sie einmal um sich herum. „Du kleines Genie!“, rief er und drückte sie an sich. Komplett aus dem Häuschen hielt er die völlig verwirrte Kira vor sich, drückte sie nocheinmal. Seine Freude schien sich auf sie zu übertragen, sie strahlte ihn an, und er spürte plötzlich, wie beinahe Steinlawinen von seinem Herzen fielen. Wild zog er sie an sich drückte ihr vor Freude einen ungestümen Kuss auf die Lippen, ehe er selbst bemerkte, was er da tat und sie erschrocken los ließ. „Es, es tut mir leid. Ich wollte dich nicht so überfallen, aber bei den Geistern! Kira, weißt du was du da gerade getan hast?“

Kira krallte sich an seinen Armen fest, um nicht umzukippen. Das Drehen und seine Freude waren nicht so schlimm gewesen, aber, bei den Geistern, er hatte sie geküsst. Ihr erster Kuss. Alles in ihr schien in Flammen zu stehen. Ein echter Kuss. Von Mitras. Auf die Lippen. Sie quietschte ein bisschen. Wo sollte sie jetzt nur mit all der Aufregung hin? Er hatte sie geküsst! Richtig… Geister! Das hatte sich gelohnt mit diesem Zauber.

Seine Freude schlug in Sorge um. Kira stand völlig weggetreten vor ihm und hielt sich krampfhaft an seinen Armen fest, als wenn sie sonst gleich umfallen würde. Verdammt, wie konnte er solch einen Moment nur so dermaßen zerstören! „Kira, es tut mir leid. Ist alles in Ordnung? Kira?“Sie gab einen leisen quietschenden Laut von sich. Mitras blickte sie besorgt an, aber ihre Augen waren nicht geweitet, es war also kein Schock. „Kira, bitte sei mir nicht böse wegen des Kusses.“

Er redete mit ihr. Oh, sie musste zuhören. Sie schaute ihn an. Wieso sah er so besorgt aus? Sie brauchte einen Moment, um seinen letzten Satz zwischen all den wild flatternden Schmetterlingen in ihr zu sortieren. Böse? Wieso böse? „Ich…“ , ihre Stimme brach ab. Oh, wie peinlich, nicht reden zu können. Sie wiederstand der Versuchung, über ihre Lippen zu lecken. Der Kuss war so kurz gewesen. Und so schön. Sie räusperte sich. „Ich, also, nein, ich bin nicht böse.“, stotterte sie. „Das war für einen ersten Kuss ganz gut.“ Oh, Geister, hatte sie das wirklich gesagt? Sie spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoß. Verdammt! Das war so gar nicht romantisch. Nicht mal das bekam sie hin!

„Erster Kuss?“, rutschte es Mitras verwirrt heraus. War dieser Johann der erste, der ihr nahe gekommen war? Und dann so? Aber ihm gegenüber wirkte sie nicht böse, eher verlegen. Nun gut, wenigstens hatte er keinen Schaden angerichtet, dachte er erleichtert. „Kira…“ Ein Rumsen, gefolgt von einem Knall, riss ihm das Wort ab. Der Zylinder war schräg auf das Schild gefallen, quer weggeschoßen und hatte ein kleines Loch in eine Schranktür geschlagen. „Gut, das geht auf mein Konto.“ sagte er und sammelte den immer noch rollenden Zylinder ein, ehe er noch mehr Schaden anrichten konnte.

Der Knall riss Kira ganz aus ihrer Trance. Sie beobachtete, wie Mitras den Zylinder einfing und überlegte fieberhaft, was sie nun sagen sollte. Es war so süß, dass er so sehr die Berrschung verlor, wenn er sich freute. Aber gemessen an seiner Reaktion hatte er sie nicht gerade aus männlichem Interesse heraus geküsst – so ein Kuss hätte seine Schwester vermutlich auch bekommen, wenn sie ihn in ähnliche Aufregung versetzt hätte. Der Gedanke minderte ihre Schmetterlinge deutlich. Ihr fiel wieder ein, warum sie ihn überhaupt so in Aufregung versetzt hatte. Immer noch hochrot fragte sie: „Also, denkst du, ehm, dass es funktionieren könnte, so einen Generator zu bauen?“

Mitras hielt inne und blickte Kira an. „Natürlich kann das funktionieren. Jetzt bewegt sich der Zylinder vorwärts und rückwärts in einer waagerechten Röhre, aber genauso gut kann die Röhre senkrecht stehen. Was ist das überhaupt für ein Zauber?“ Sie war aufreizend niedlich, wie so so hochrot vor ihm stand. Und er war so glücklich. Das konnte wirklich funktionieren! Er wiederstand dem Impuls, sie nochmal an sich zu drücken. „Ehh, ein Reflektorzauber. Nur, hmm, ich hab vielleicht etwas mehr Energie reingetan, weil der Zylinder so schwer ist. Eigentlich wollte ich ja Wasserbälle abprallen lassen, um dich zu beeindrucken, aber das hat leider nicht geklappt.“ Verlegen deutete sie auf eines der Bücher, das aufgeschlagen auf ihrem Tisch lag. Mitras ging hin und warf einen Blick auf den aufgeschlagenen Zauber. „Magie für Gaukelei und Unterhaltung“, sagte die Kapitelüberschrift – kein Wunder, dass er sich das bisher nicht so genau angesehen hatte. Thadeus hatte ihm solche Spielerein viel zu gründlich ausgetrieben. „Und wie bist du von einem Wasserball auf den Zylinder gekommen?“ Sie hockte sich neben den Schild und fuhr, immer noch sichtlich verlegen, mit dem Finger darüber. „Na, ich hab erst gedacht, ich könnte mit einem verzauberten Elektrumball testen, ob das Wasser wegen der Verzauberung nicht abprallt. Aber dann ist der Holzball so gesprungen und ich musste an den Generator denken… und weil du dir so Sorgen machst … und du bist mir wichtig und ich wollte nicht, dass du weiter sauer bist wegen der Kerze… und naja, dann hab ich halt gedacht, ich kann das ja testen… bist du mir böse, weil ich das Elektrum einfach genommen habe?“ Sie blickte ihn um Verzeihung heischend von unten herauf an. Sie dachte, dass er ihr immer noch böse war und sie sorgte sich um ihn. Die Scham stieg in ihm auf. Er war es, der sich entschuldigen sollte, so wie er die letzte Woche mit ihr umgegangen war. Aber er konnte ihr ja schlecht erklären, wovor er sie da hätte schützen wollen! Bei den Geistern, wie sehr er sie einfach in den Arm nehmen wollte. Vielleicht war das genau das richtige. Er ging einen Schritt auf sie zu und reichte ihr die Hand, um ihr aufzuhelfen. Sachte zog er sie hoch und nahm sie in den Arm. Diesmal behutsam und zärtlich. „Danke und Entschuldigung. Nein, ich bin dir nicht böse. Und auch wegen der Kerze war ich mehr besorgt als böse. Was, wenn dir dabei etwas passiert wäre? Aber du hast es wieder einmal geschafft mir weiter zu helfen. Und diesmal sogar noch vielmehr als beim letzten Mal. Also Danke.“

Die Schmetterlinge reagierten sofort auf seine sanfte Berührung. Sie schwebte neben ihm. Also, zumindest fühlte es sich so an. Sie legte die Arme, soweit sie hoch reichte, um seinen Hals und schaute ihn von unten herauf an, schaute in seine eisblauen Augen, wie Eissonnen. „Ich helfe dir gern.“ Vermutlich würde sie alles für ihn tun. Wenn er sie nur nochmal küssen würde… Mitras strich ihr zärtlich über den Kopf. Er war glücklich, sie hatte ihn glücklich gemacht, auch wenn er es nicht sagte, dessen war sie sich sicher. Glücklich und irgendwas anderes. „Helfen ist fast zu wenig gesagt.“, sagte er. „Du hast vielleicht gerade mein Lebenswerk gerettet. Wenn du dir irgendwas wünscht, wenn ich irgendwas machen kann, sag es einfach. Selbst wenn es nicht mit dem richtigen Generator klappen sollte, ich stehe in deiner Schuld nur dafür, dass du mir im wahrsten Sinne des Wortes die Sache umgedreht hast, mir eine neue Perspektive gibst. Du bist unglaublich, weißt du das?“ Sie sog die Worte in sich auf. Unglaublich… Oh, Geister, fühlte sich das schön an. „Du auch…“, hauchte sie, nur um sich sofort innerlich dafür auf die Zunge beißen zu wollen. Sowas sagte man doch nicht als Antwort zu so einem Lob. Rasch schob sie etwas lauter hinterher, während sie die Arme von seinen Schultern nahm: „Eh, du brauchst mir nichts schenken. Ich bekomme doch schon alles von dir.“ Und einen weiteren Kuss zu wünschen war ganz sicher nicht angemessen, fügte sie in Gedanken mit Bedauern hinzu.

In diesem Moment steckte William den Kopf durch die Tür. „Wirklich alles in Ordnung bei euch beiden?“ Mitras machte schnell einen Schritt zurück. „Ja, William, es ist mehr als nur in Ordnung. Kira hat mir gerade eine absolut fantastische Idee beschert. Ihr beide könnt zum Mittagessen runtergehen, und William, ich weiß, dass es aufwendig ist, aber kannst du auf die Schnelle noch deinen Vanillepudding zaubern? Jemand hat es sich verdient verwöhnt zu werden.“ William blickte skeptisch auf das Loch in der Schranktür. „Äh gut, mach ich. Und du kommst nicht runter?“ „Nein, ich habe keinen Hunger und muss mit der Arbeit an einem neuen Generatortyp beginnen. Ich muss wissen ob es funktioniert. Das ist zu wichtig und kann keine Sekunde warten.“ Kira, die vor ihm stand, grinste plötzlich heftig. „Aber mein Mentor hat mir beigebracht, dass man sich nicht zu sehr verausgaben soll. Und an das Essen denken soll. William kann doch den Pudding machen – danke dafür – und ich helfe dir. Du wirst Energie brauchen.“ Mitras lachte. „In aller erster Linie brauche ich jetzt handwerkliches Geschick. Aber ich sollte bis heute Abend fertig sein. Wenn du willst kannst du mir dann dabei helfen einen Prototypen in Betrieb zu nehmen. Und was das Essen angeht, ich muss eh in den Keller. Ich werde mir was mit runternehmen. William, Morgen Abend erwarte ich ein Festmahl zu Ehren unseres Genies hier. Ich erwarte nur das Beste von dir.“

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