{"id":128,"date":"2024-12-09T18:35:46","date_gmt":"2024-12-09T18:35:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=128"},"modified":"2024-12-09T18:35:46","modified_gmt":"2024-12-09T18:35:46","slug":"gesellschaften-17-lunar-25-lunar-242","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/12\/09\/gesellschaften-17-lunar-25-lunar-242\/","title":{"rendered":"Gesellschaften- 17. Lunar &#8211; 25. Lunar 242"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>In der folgenden Woche \u00fcbte Kira mit Mitras die verschiedenen Varianten der Bewegungszauber. Schweben gelang ihr besonders gut, auch Gleiten klappte, wobei Mitras einige Male verhindern musste, dass auch das M\u00f6bilar sich einige Meter voran bewegte. Nachdem er Kira darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie ihren Radius aktiv begrenzen musste, lie\u00dfen die versehentlichen Bewegungen nach. Das Meditieren, obwohl sie sagte, dass sie es t\u00e4glich \u00fcbte, schien nur bedingt zu klappen: Ihre Aura schimmerte immer noch mit vielen roten Schlieren, sobald sie \u00fcbten, aber Mitras schob es auf die Tatsache, dass sie sich auch immer noch \u00fcber jeden gelungen Zauber wie ein Kind zur Fr\u00fchlingsfeier freute. Am Ingas pr\u00fcfte er wieder Mathematik und stellte erfreut fest, dass die letzten Wochen intensive Betreuung durch Abby geholfen hatte, ihre grundlegenden L\u00fccken so weit zu schlie\u00dfen, dass sie nun wie eine Kaufmannstochter rechnen konnte. Abby hatte es sich offenbar auch nicht nehmen lassen, ihr ein wenig Geometrie zu zeigen, was Kira genutzt hatte, um eine bunte Zeichnung von ineinander verschlungenen Kreisen anzufertigen. Stolz zeigte sie ihm die Stifte, die sie gekauft hatte, und er erkl\u00e4rte ihr, dass es einen speziellen Zweig der Magie gab, der sich der Gestaltung von Bildern und Gem\u00e4lden widmete &#8211; mit Ritualen aus Ver\u00e4nderungs-, Telekinese- und Elementarmagie konnte man die Farben auf dem Malgrund so formen, dass sich genau das Bild ergab, dass man im Kopf hatte. Zumindest, wenn man gut genug in den Ritualen war. Kira war begeistert, doch er musste gestehen, dass er von dieser Form der &#8222;Gesellschaftszauberei&#8220; nichts weiter wusste. Stattdessen brachte er ihr am Silenz Schach bei, ein Spiel, dass neben Dame gerne auf den Gesellschaften gespielt wurde und als hohe Kunst der Strategie galt. Er beobachtete sie, wie sie vor ihm sa\u00df, in einem r\u00f6tlichen Kleid mit goldenen B\u00e4ndern, die Haare kunstvoll geflochten angesichts des Familienessens am Silenz, und erfreute sich, wie gut sie sich nach nur wenigen Wochen eingelebt hatte. Eigentlich hatte er bis zum neuen Jahr warten wollen, aber nun sprach nichts mehr dagegen, sie zumindest Christobal di Pinzon, seinem alten G\u00f6nner, vorzustellen. Er war ein Adeliger der alten Schule und galt als Koryph\u00e4he der Mathematik. Mitras wusste, dass er auch anderen jungen Adeligen Unterricht erteilte und hatte sich schon \u00fcberlegt, dass er ein guter Mathematiklehrer f\u00fcr Kira sein konnte. Vieles von dem, was Mitras \u00fcber die Etikette der Adelsh\u00e4user und die Mathematik wusste, hatte er selbst ja auch von Christobal gelernt. Er musste sich nur \u00fcberlegen, wie er Christobal dazu brachte, eine Frau zu unterrichten. Im Allgemeinen hielt er n\u00e4mlich nicht viel davon, dass Frauen etwas anderes taten, als gut auszusehen und die Kinder zu erziehen. Mitras seufzte bei dem Gedanken. Er hatte wirklich viele N\u00e4chte mit dem sonst von ihm sehr gesch\u00e4tzten Mann \u00fcber diese Frage diskutiert, aber Christobal fand, dass die Rolle der Frau immer so gewesen sei und man deswegen jetzt auch nichts daran \u00e4ndern m\u00fcsste. Und er war ja auch nicht alleine mit diesem Gedanken&#8230; Nun, vielleicht konnte eine intelligente Frau wie Kira da mehr bewegen. Der Gedanke gefiel Mitras, also beschlo\u00df er, sich bei Christobal anzuk\u00fcndigen. Die Zeiten, in denen er unank\u00fcndigt \u00fcber den Gartenzaun zu ihm ging, waren ja seit \u00fcber einem Jahrzehnt vorbei.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Uldumstag \u00fcbten Mitras und Kira vormittags die Meditation. Sie war eigentlich gar nicht so schlecht darin, aber in seiner Gegenwart war es deutlich schwieriger. Als Mitras endlich damit zufrieden war, weil ihre Aura nicht mehr allzudeutlich die Gef\u00fchlsfarben erkennen lie\u00df, war Kira beinahe eingeschlafen, so entspannt war sie. Sie lie\u00df sich nach hinten auf ihr Sitzkissen sinken und beobachtete, wie Mitras aufstand und sich streckte. Eigentlich hatte sie ja zur Bibliothek gewollt, aber einfach liegen bleiben schien auch eine ganz gute Option&#8230; einfach liegen bleiben und Mitras beim Arbeiten zusehen. Er betrachtete sie einen Moment von oben und fragte dann: &#8222;Ist das eigentlich noch Meditation oder schon Schlaf?&#8220; Er l\u00e4chelte dabei, aber Kira f\u00fchlte sich dennoch ertappt. Rasch richtete sie sich auf und nutzte ihre offenen Haare, um zu verbergen, dass sie rot anlief. &#8222;\u00c4h, nein, ich schlafe doch nicht im Unterricht!&#8220; Mitras lachte herzlich und reichte ihr die Hand, um ihr beim Aufstehen zu helfen. &#8222;Das w\u00e4re aber ungew\u00f6hnlich, eigentlich passiert das allen irgendwann mal beim \u00dcben der Meditation.&#8220; &#8222;Naja, dann habe ich vielleicht ein bisschen ged\u00f6st&#8230;&#8220; Sie l\u00e4chelte ihn auch an. Auf jeden Fall war sie entspannt und f\u00fchlte sich erholt, wie immer nach den Meditations\u00fcbungen, zu denen er sie immer \u00f6fters bat. Mitras nickte, wurde dann aber ernst. &#8222;In Ordnung. Trotzdem sollten wir mal schauen, wie wir die n\u00e4chste Zeit gestalten. Der Lehrplan, den ich aufgestellt hatte, hat sich ja nun er\u00fcbrigt. Ich w\u00fcrde dir gern meinen alten Mentor Christobal di Pinzon vorstellen. Er ist ein Adeliger alter Schule und ein hervorragender Mathematiker. Wenn er zustimmt, kann er den Unterricht von Abby \u00fcbernehmen, denn du hast dich gut entwickelt. Und dann m\u00fcssen wir mal schauen, wie wir Meditation, Zauber\u00fcbungen und das restliche Lernen strukturieren, ohne dass du so ersch\u00f6pft wirst, dass du mir \u00f6fters hier einschl\u00e4fst.&#8220; Kira schluckte. Ein Adeliger &#8222;alter Schule&#8220; klang nicht unbedingt aufmunternd. Andererseits war das ja wohl jener Lord di Pinzon, der den jungen Mitras in seinem Garten hatte werkeln lassen, also konnte das kein schlechter Mensch sein.&nbsp; &#8222;Wir sind \u00fcbermorgen bei ihm zum Essen eingeladen. Das wird auch die erste Gelegenheit f\u00fcr dich zu zeigen, was du \u00fcber Etikette gelernt hast.&#8220;, fuhr Mitras fort. Kira nickte, nun doch deutlich nerv\u00f6s. Mitras schien es zu sehen &#8211; vermutlich spiegelte es sich deutlich in ihrer Aura &#8211; denn er l\u00e4chelte sie aufmunternd an, legte den Arm um ihre Schulter und dr\u00fcckte sie kurz. &#8222;Alles wird gut. Du bist intelligent, wirst wundersch\u00f6n aussehen und dich gut zu verhalten wissen. Ich glaube an dich!&#8220; Kira sp\u00fcrte, wie seine Ber\u00fchrung wie ein Blitzschlag durch sie fuhr und bem\u00fchte sich, ruhig und kontrolliert zu atmen, damit er nicht zu viel davon in ihrer Aura sehen konnte. Nach einem kurzen Moment des Sammelns fragte sie zur Ablenkung: &#8222;Im Niggel steht, man solle darauf achten, das Kleid und Schmuck zusammen passen. Meinst du, Frederieke w\u00fcrde mir ein bisschen passenden Schmuck leihen?&#8220; Mitras hielt kurz inne und schlug sich dann mit der Hand an die Stirn. &#8222;Achja, du erinnerst mich an etwas. Ich denke, Frederieke w\u00fcrde dir bestimmt was leihen, aber ich glaube, ich habe was besseres. Wenn du nachher aus der Bibliothek wieder da bist, komm zu mir, dann kann ich es dir geben.&#8220; Neugierig schaute Kira ihn an, traute sich aber nicht, weiter nachzufragen. Sie verabschiedete sich und ging nach dem Mittagessen wie beinahe jeden Uldumstag zum Kutschstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie beinahe an der Kutsche war, h\u00f6rte sie pl\u00f6tzlich hinter sich eine m\u00e4nnliche Stimme: &#8222;Lady Kira?&#8220; Sie drehte sich um und sah einen jungen Mann Mitte zwanzig auf sie zueilen. Er trug eine schwarze Leinenhose und einen guten, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig pomp\u00f6sen Mantel. &#8222;Ah, Lady Kira!&#8220; Er blieb stehen und verbeugte sich, als Nichtadeliger vor einer Adeligen, erkannte sie. &#8222;Verzeihen Sie, dass ich Sie einfach so anspreche, aber ich wollte mich unbedingt noch einmal bei Ihnen pers\u00f6nlich bedanken. Mein Name ist Maximilian Engel. Sie haben meiner Gro\u00dfmutter das Leben gerettet.&#8220; Kira l\u00e4chelte ihn freundlich an. &#8222;Gerne, Herr Engel. Vielen Dank f\u00fcr den Korb meinerseits. Die Schokolade war ganz hervorragend.&#8220; Galant verbeugte sich Maximilian Engel ein zweites Mal. &#8222;Das war das Mindeste! Meine Gro\u00dfmutter w\u00fcnscht sich, Sie einmal zum Essen einladen zu k\u00f6nnen, oder ins Theater, wenn Ihnen das lieber ist. D\u00fcrfte ich so verwegen sein, danach zu fragen?&#8220; Kira wusste nicht, was an der Frage verwegen war und nickte verlegen. Sollte sie zusagen? Sie war noch nie im Theater gewesen. Was w\u00fcrde Mitras dazu sagen? Er mochte Engel auf jeden Fall nicht. Aber er wirkte nicht gef\u00e4hrlich, h\u00f6chstens ein bisschen gestelzt. Seltsam, dass gerade ein Nicht-Adeliger ihr gegen\u00fcber der Erste war, der ihr zu f\u00f6rmlich vorkam. Doch dann erinnerte sie sich an ihr eigenes Gef\u00fchl, wenn sie in Bispar mit einem Adeligen reden musste. Man ist ausgeliefert, wurde ihr bewusst. Also bem\u00fchte sie sich um ihr freundlichsten L\u00e4cheln, nickte entschlossen und sagte: &#8222;Ich werde gerne mit Ihrer Gro\u00dfmutter ins Theater gehen. Allerdings bin ich v\u00f6llig unbewandert in diesen Dingen, ich werde mich Ihrer Empfehlung anschlie\u00dfen m\u00fcssen, was denn ein gutes St\u00fcck w\u00e4re.&#8220; Maximilian Engel strahlte sie erfreut an. &#8222;Keine Sorge! Ich sende Ihnen einen Boten mit Programmen und Sie k\u00f6nnen sich aussuchen, was Ihnen zusagt. Die Familie Engel steht Ihnen zur Verf\u00fcgung, wann immer Sie es w\u00fcnschen.&#8220; Verlegen schaute Kira ihn an. \u00dcbertrieb er da nicht etwas? &#8222;Aber ich halte Sie auf, verzeihen Sie!&#8220; Er trat an ihr vorbei auf die n\u00e4chste Droschke zu, hielt ihr die T\u00fcr auf und reichte ihr die Hand, um ihr beim Einsteigen zu helfen. Kira warf einen kurzen Blick zu Julius Kutsche, wusste aber nicht, wie sie die Hilfe h\u00f6flich ablehnen konnte, also stieg sie in die von ihm ausgew\u00e4hlte Droschke. Er schlo\u00df die T\u00fcr, winkte und sie h\u00f6rte durch die Wand, wie er dem Kutscher zurief: &#8222;Zur Altstadt!&#8220; und ihm einige M\u00fcnzen hochreichte. Verbl\u00fcfft lie\u00df sie sich auf die Kissen sinken. Woher wusste er, wohin sie wollte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber diese Frage gr\u00fcbelte sie immer noch, als sie sich sp\u00e4ter mit Sebastian im Caf\u00e9 traf. Sie \u00fcberlegte, ob sie ihm von Engel erz\u00e4hlen sollte. W\u00fcrde er auch schimpfen? Sie hatte keine Lust, sich mit ihm zu streiten. Letztendlich verga\u00df sie ihre Probleme aber, als sie Sebastian um die Ecke kommen sah. Er sah \u00fcbel aus. Sein rechtes Auge war blau geschwollen und quer \u00fcber die Wange zog sich ein h\u00e4\u00dflicher Schnitt. &#8222;Oh, meine G\u00fcte, was ist dir denn passiert?&#8220; Sebastian l\u00e4chelte sie schief an. &#8222;Ich wollte auch mal so heroisch sein, aber bei mir reagieren Pferde nicht so lieb wie bei dir!&#8220; Kira betrachtete ihn pr\u00fcfend. Sie war sich ziemlich sicher, dass er log &#8211; die Schramme sah eher nach einer Klinge als nach etwas aus, was ein Pferd verursachen w\u00fcrde. Aber offenbar wollte er nicht dar\u00fcber reden, denn er schob sich auf die Bank neben sie und fragte: &#8222;Und wie l\u00e4uft es im Hause Venaris?&#8220; Kira erz\u00e4hlte ihm mit leiser Stimme von ihren Problemen bei der Meditation, was ihn f\u00fcrchterlich erheiterte und zum Lachen brachte, obwohl er mehrfach schmerzhaft das Gesicht verzog. Anschlie\u00dfend fragte sie ihn zu di Pinzon aus. Sebastian kannte ihn als den kinderlosen Spr\u00f6\u00dfling eines alten Adelsgeschlechts. Seine Frau war wohl fr\u00fch verstorben und hatte nie wieder geheiratet. &#8222;Er soll ganz gute Parties machen, so richtig schicke B\u00e4lle, aber ich kann da nicht hin, er mag meine Mutter auf den Tod nicht. Sie ist ihm zu wenig fraulich.&#8220; &#8222;Wie meinst du das?&#8220; fragte sie. &#8222;Naja, er ist ein recht konservativer Mann, mit einem noch konservativeren Frauenbild. Wenn es nach solchen wie ihm gehen w\u00fcrde, dann h\u00e4tte meine Mutter den erstbesten Adligen heiraten und ihm dann die Kontrolle \u00fcber die Baronie \u00fcberlassen sollen. Frauen und Macht das passt ihm nicht.&#8220; &#8222;Das klingt tats\u00e4chlich sehr traditionell. Wieso will Mitras mich zu so einem zum lernen schicken?&#8220; Sebastian zuckte mit den Schultern &#8222;Vielleicht weil er gut ist? Ich habe geh\u00f6rt, er k\u00fcmmert sich \u00f6fters um die S\u00f6hne reicher Handelsfamilien oder um junge Adelige mit Aufstiegschancen. Mitras ist vermutlich nicht sein einziger Sch\u00fctzling, ich habe nichtmal gewusst, dass er \u00fcberhaupt von di Pinzon gef\u00f6rdert worden ist.&#8220; Kira nickte nachdenklich. Mitras w\u00fcrde einen Grund haben, ausgerechnet diesen Adeligen als potentiellen Lehrer auszuw\u00e4hlen. Ihr wurde bewusst, dass das Treffen am Schengstag vermutlich eine Pr\u00fcfung war, ob sie \u00fcberhaupt aufgenommen wurde, und sie beschloss, sich sorgf\u00e4ltig vorzubereiten, um Mitras nicht zu entt\u00e4uschen. Dazu geh\u00f6rte dann wohl gutes Aussehen und gute Gespr\u00e4chsthemen. Also fragte sie Sebastian den Rest des Nachmittags \u00fcber alles aus, was er zu den angesagten Gespr\u00e4chsthemen rund um Uldum wusste &#8211; von Klatsch \u00fcber das K\u00f6nigshaus bis hin zu den Unruhen, die in den Hafenbezirken wohl immer wieder aufkamen. Nebenbei erfuhr sie so auch, dass Maximilian Engel wohl in Adelskreisen sowohl ber\u00fchmt als auch ber\u00fcchtigt war. Die Zeitschrift, f\u00fcr die er schrieb, deckte Skandale auf &#8211; besonders in Adelskreisen. Sebastian sah das allerdings deutlich entspannter als Mitras, er hielt die &#8222;rote Nelke&#8220; n\u00e4mlich f\u00fcr eine hervorragende Informationsquelle, um langweilige Empf\u00e4nge mit pikanten Gespr\u00e4chsthemen f\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Er stellte auch die These auf, dass Engel mit irgendjemandem aus dem K\u00f6nigshaus verbunden sein musste, schlie\u00dflich tauchte er immer wieder auf Feiern auf, obwohl ihn so richtig niemand da haben wollte. Kira gestand ihm dann doch, dass sie ihm heute Mittag begegnet war und erz\u00e4hlte von der Einladung seiner Gro\u00dfmutter. Sebastian fand die Einladung zu ihrer \u00dcberraschung v\u00f6llig nachvollziehbar und empfahl &#8222;Julis und Roma&#8220;, ein St\u00fcck eines Rigaer Autors, das wohl gerade sehr angesagt war. &#8222;Es ist sogar ziemlich realistisch, obwohl es schon 100 Jahre als ist!&#8220;, sagte er und rieb sich dabei \u00fcber die verletzte Wange. Kira versprach, es sich anzusehen und ihm anschlie\u00dfend zu berichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Kira kehrte erst kurz vor dem Abendessen von ihrem w\u00f6chentlichen Bibliotheksausflug zur\u00fcck, also bat er sie danach ins Labor, wo er die Kette, die er bei seinem Vater mitgenommen hatte, bereit gelegt hatte. &#8222;Wann hast du eigentlich Geburtstag?&#8220;, er\u00f6ffnete er das Gespr\u00e4ch in Erinnerung an den Auftrag seines Vaters. Sie blickte ihn verbl\u00fcfft an. &#8222;\u00c4h&#8230; 26. Samhain&#8230; warum?&#8220; Mitras grinste in sich hinein. Gemessen an ihrer Reaktion auf die Ohrringe w\u00fcrde das hier sehr niedlich werden. &#8222;Naja, weil meine Familie meinte, sie m\u00fcssten dir ja noch was zum Geburtstag schenken. Oder was zum Einstand. Auf jeden Fall sollst du was kriegen.&#8220; Er holte die Schachtel hervor. &#8222;Das ist f\u00fcr meine beste Sch\u00fclerin, damit sie bestens aussehen wird.&#8220; Sie starrte einen Moment auf die Schachtel, nahm sie dann z\u00f6gerlich an und setze sich auf ihren Stuhl. Mitras merkte, dass er sein Grinsen gar nicht unterdr\u00fccken konnte. Sie zu beschenken war besser als das sonstige Schenken, fiel ihm auf. Sie reagierte so herrlich. Vorsichtig \u00f6ffnete sie die Schachtel und schaute hinein. Staunen und Freude waren deutlich auf ihrem Gesicht ablesbar und erf\u00fcllten ihn mit Zufriedenheit. &#8222;Mitras, das ist wundersch\u00f6n!&#8220;, hauchte sie. &#8222;Und ganz passend zu den Ohrringen.&#8220;, erg\u00e4nzte er selbstgef\u00e4llig. Sie nickte und wischte sich leicht mit der Hand \u00fcber das rechte Auge. &#8222;Danke!&#8220; Sie nahm die Kette aus der Schachtel und versuchte, sie sich umzulegen. Er stand auf und fragte: &#8222;Soll ich?&#8220; Sie nickte und reichte ihm die Kette und er beugte sich \u00fcber sie, um sie ihr umzulegen. Sie roch nach etwas Rauch der Stadt, nach Wald und Karamell, das war ihm schon beim Kanalisieren \u00f6fters aufgefallen. Seine Hand strich kurz \u00fcber ihren Hals und sie zuckte ganz leicht zusammen. Er unterdr\u00fcckte den Impuls, sie ganz in den Arm zu nehmen, um sie vor den Schrecken, die selbst eine leichte Ber\u00fchrung f\u00fcr sie offenbar bedeutet, abzuschirmen. Er wollte sie besch\u00fctzen, aber sie in den Arm zu nehmen, h\u00e4tte wohl eher das Gegenteil bewirkt. Sie stand auf und der Drang verschwand so schnell, wie er gekommen war. Gemeinsam gingen sie zu ihrem Zimmer, wo sie die Kette noch ausgiebig im Spiegel bewunderte und sich etliche Male bedankte. Schlie\u00dflich ging er wieder in sein Zimmer und sank gl\u00fccklich auf sein Bett. Verbl\u00fcffend, dass es so gl\u00fccklich machen konnte, jemanden anderem eine Kleinigkeit zu schenken!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der folgenden Woche \u00fcbte Kira mit Mitras die verschiedenen Varianten der Bewegungszauber. Schweben gelang ihr besonders gut, auch Gleiten klappte, wobei Mitras einige Male verhindern musste, dass auch das M\u00f6bilar sich einige Meter voran bewegte. Nachdem er Kira darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie ihren Radius aktiv begrenzen musste, lie\u00dfen die versehentlichen Bewegungen nach. 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