{"id":132,"date":"2024-12-22T18:36:30","date_gmt":"2024-12-22T18:36:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=132"},"modified":"2024-12-09T18:36:53","modified_gmt":"2024-12-09T18:36:53","slug":"eichhoernchen-29-lunar-242","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/12\/22\/eichhoernchen-29-lunar-242\/","title":{"rendered":"Eichh\u00f6rnchen &#8211; 29. Lunar 242"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem sie von Herzog di Pinzon wieder zuhause waren, er\u00f6ffnete Mitras ihr, dass sie von ihm Mathematikunterricht bekommen w\u00fcrde. Schon \u00fcbermorgen stehe eine Probestunde an. Mitras sagte zwar, er habe gro\u00dfes Zutrauen in sie, aber Kira sa\u00df abends im Bett, streichelte den neuen Mantel und gr\u00fcbelte verzweifelt dar\u00fcber, wie sie sich am besten darauf vorbereiten konnte, von einem Professor in Mathematik unterrichtet zu werden. Sie durfte auf keinen Fall Mitras entt\u00e4uschen. Nat\u00fcrlich war sie in den letzten Wochen durch das st\u00e4ndige Training mit Abby besser geworden, aber w\u00fcrde sie einen Professor davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass er mehr als diese eine Probestunde opferte? Mitras hatte gesagt, dass Christobal sie pr\u00fcfen w\u00fcrde&#8230; Herrjeh. Eine Pr\u00fcfung in Mathe. Und das schon in zwei Tagen. Letztendlich kuschelte sie sich ganz in den Mantel und zwang sich zur Ruhe. Sie w\u00fcrde schlafen, essen und dann den Silenz nutzen, um sich in die weiteren Themen des Mathematik-Lehrbuchs zumindest ein wenig einzulesen. Aber sie w\u00fcrde nicht denselben Fehler nochmal machen, sich vor Stress bis zur Ersch\u00f6pfung zu verausgaben. Mitras glaubte an sie&#8230;. ein kleines bisschen flatterte es in ihrer Magengegend bei diesem Gedanken und sie gab sich diesem Gef\u00fchl hin, die eine Hand fest in ihrem wundervollen Mantel ihres wundervollen Mentors verkrallt, die andere um den Achat um ihren Hals gelegt. Ihr wundervoller, reicher, gro\u00dfz\u00fcgiger, schlauer Mentor glaubte an sie. Es dauerte nicht lange, bis sie in einen traumlosen Schlaf hin\u00fcberglitt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen des Miras wurde Kira von Mitras selbst geweckt. Er hatte am Abend mit ihr gemeinsam geladen und sie hatte ihn zu den gelesenen Themen ausgefragt, bis er verbl\u00fcfft gefragt hatte, woher sie all diese Begriffe kannte und sie freundlich ger\u00fcgt hatte, als sie erz\u00e4hlt hatte, dass sie den Tag mit lernen verbracht hatte. Kira fand, dass sogar sein R\u00fcgen ausgesprochen angenehm war, und musste sich sehr bem\u00fchen, ihre Emotionen so verschlossen zu halten, dass sie beim Kanalisieren ihm nicht auffielen. Er hatte sie anschlie\u00dfend ins Bett gebracht und einen Moment an ihrem Bett gesessen, um sicher zu gehen, dass sie nicht wieder aufstand. Kira fand das ein bisschen albern &#8211; sie war ja keine f\u00fcnf mehr &#8211; aber auch sehr sch\u00f6n. Am liebsten h\u00e4tte sie sich an ihn geschmiegt, aber das hatte sie sich nicht getraut. Auf jeden Fall hatte es sehr geholfen, nicht mehr \u00fcber Mathematik nachzudenken. Umsehr dachte sie jetzt dar\u00fcber nach, w\u00e4hrend sie sich anzog und zum Fr\u00fchst\u00fcck nach unten ging.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras stellte fest, dass Kira nicht mehr so fr\u00fch wach wurde wie fr\u00fcher. Im besten Fall hatte sie sich einfach nur an das Leben in der Stadt gew\u00f6hnt oder aber das Laden setzte ihr nun auch zu. Er w\u00fcrde das im Auge behalten m\u00fcssen. Da heute ihr gro\u00dfer Tag war, wollte er sie lieber pers\u00f6nlich wecken. Er klopfte an ihre T\u00fcr, erhielt aber keine Antwort. Ohne direkt zum Bett zu sehen, \u00f6ffnete er die T\u00fcr langsam und steckte den Kopf hindurch. &#8222;Guten Morgen Kira, es ist Zeit aufzustehen. Hast du das Laden gut \u00fcberstanden?&#8220; Vom Bett kam zun\u00e4chst ein Rascheln und W\u00fchlen, dann eine verschlafene und verunsicherte&nbsp;Antwort: &#8222;Guten Morgen&#8230; Wie sp\u00e4t ist es? Habe ich schlimm verschlafen?&#8220; Mitras lachte. &#8222;Nein, alles gut. Es ist gerade acht Uhr und Zeit f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fcck. Ich wollte nur nach dir sehen und dir sagen, dass du dir erstmal was bequemes anziehen sollst. Ich m\u00f6chte nach dem Fr\u00fchst\u00fcck noch eine Meditations\u00fcbung mit dir machen.&#8220; Mehr Verunsicherung lag in ihrer Stimme, als sie antwortete: &#8222;Ich zieh mich an, ja, ich komme gleich.&#8220; Mitras warf einen fl\u00fcchtigen Blick auf Kira. Sie wirkte noch sehr verschlafen und ihre Haare verteilten sich in wilden, roten Locken rund um ihren Kopf. Es war ein unglaublich niedliches Bild, das sie abgab. Vorsichtig schlo\u00df er die T\u00fcr wieder, ging wieder nach unten und nahm sich eine Tasse Tee, die William in der Zwischenzeit fertig gemacht hatte. Die anderen waren mit dem Fr\u00fchst\u00fcck schon fertig und bis auf William schon gegangen, bis Kira kam. Sie trug ihre Robe und hatte ihre Haare geb\u00e4ndigt und zu einem Zopf verflochten, wie Mitras bedauernd feststellte. Er mochte es, wenn sie die Haare offen trug, mit zerzauster M\u00e4hne sah sie geradezu umwerfend niedlich aus. Aber mit dem anstehenden Besuch bei Christobal war ihre Frisur so besser. Sie setzte sich und blickte scheu auf:&nbsp; &#8222;Entschuldigt die Versp\u00e4tung, ich habe wohl zu fest geschlafen.&#8220; &#8222;Auch wenn die anderen durch ihre Gesch\u00e4ftigkeit und Abwesenheit gerade etwas anderes sugerieren, es ist vollkommen in Ordnung um acht Uhr aufzustehen, insbesondere nachdem wir geladen haben. Bei den Geistern, ehe ich deine Hilfe hatte, habe ich nach dem Laden erst um neun geschlafen! Ich hatte mich eh schon gefragt, wann es anfangen w\u00fcrde an dir zu zehren. Vielleicht sollte ich dich nicht zu hart in Beschlag nehmen. Das wichtigste f\u00fcr dich ist die Ausbildung und nicht deinem Mentor seine Pflichten abzunehmen.&#8220; &#8222;Nein, nein das geht schon. Ich habe nur nicht so gut geschlafen wegen.. naja wegen Mathe und der Pr\u00fcfung.&#8220; gestand sie rot werdend. Er konnte sich nicht erinnern, wann er eine Frau so anziehend fand. Mitras sch\u00fcttelte sich. Was dachte er da? Sie war immerhin seine Sch\u00fclerin und auch viel zu jung, als dass er solche Gedanken haben sollte. &#8222;Keine Sorge Kira, es ist weniger eine Pr\u00fcfung als vielmehr ein Versuch herauszufinden, wie weit du bist und wo er ansetzen sollte. Wir werden gleich aber erstmal eine Stunde zusammen meditieren. Mir ist aufgefallen, dass du immer noch Probleme damit hast deine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Auch gestern Abend habe ich wieder gemerkt, wie es in dir tobt. Ich wei\u00df, dass ich dir mit dem Laden eine ganze Menge abverlange und auch wenn du das sehr gut machst und es beeindruckend ist, welche Mengen an Magie du bereits kontrollieren kannst, durch deine Emotionen besteht dabei auch immer ein Risiko f\u00fcr dich. Ich habe deswegen beschlossen, dass wir nun erst einmal jeden Morgen zusammen eine Stunde meditieren.&#8220; &#8222;Ja.&#8220; antwortete Kira verlegen. &#8222;Kopf hoch, kleines Eichh\u00f6rnchen, du bist viel weiter als alle Discipuli vor dir. Auch was das Lernen angeht, die eine Stunde wird dich nicht zur\u00fcckwerfen und dir langfristig helfen noch besser im Zaubern zu werden.&#8220; Verdammt, hatte er das gerade laut gesagt? William war gerade in der K\u00fcche. Mitras blickte kurz auf, Kira war feuerrot, er konnte aber nicht absch\u00e4tzen, ob sie es \u00fcberhaupt geh\u00f6rt hatte. Sie blickte ruckartig nach unten, als ihre Blicke sich trafen, nahm das Brot und biss hinein, scheinbar ganz auf das Essen konzentriert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mitras hatte es in wenigen S\u00e4tzen geschafft, sie ihre Sorgen \u00fcber die Mathematik-Pr\u00fcfung vergessen zu lassen. Er hatte ihre Gef\u00fchle bemerkt. Wie uns\u00e4glich peinlich! Und w\u00e4hrend sie noch dar\u00fcber gr\u00fcbelte, wie sie ihm weiter w\u00fcrde helfen k\u00f6nnen &#8211; sie WOLLTE ihm helfen, immerhin war er derjenige, f\u00fcr den sie so ziemlich fast alles tun w\u00fcrde &#8211; sagte er: &#8222;Kopf hoch, kleines Eichh\u00f6rnchen.&#8220; Eichh\u00f6rnchen? Sie f\u00fchlte, wie ihr die Farbe ins Gesicht scho\u00df. Er hatte einen Kosenamen f\u00fcr sie benutzt? Oder war das Hohn? Sie blickte ihn an. Er guckte ein bisschen erschrocken. Nicht h\u00f6hnisch. Kira senkte rasch den Blick und versuchte, sich aufs Atmen und Essen zu konzentrieren. Hatte Sebastian Recht? War es vielleicht gar nicht so abwegig, dass er sie mochte? Eichh\u00f6rnchen klang ganz niedlich. Bestimmt wegen ihrer Haare. Ohje, was sollte sie jetzt sagen? Am besten nichts, dann sagst du auch nichts falsches. War das ein Kosename f\u00fcr ein Kind oder f\u00fcr eine Frau? Was dachte er \u00fcber sie? Sie musste sich doch heute auf Mathe konzentrieren&#8230; Atmen. Ganz ruhig atmen. Meditieren war vermutlich eine ganz gute Idee, aber mit Mitras? Atmen. Geht wieder. Sie sollte sich nicht so viele Gedanken machen. Atmen. Eichh\u00f6rnchen. Der Gedanke prickelte durch sie hindurch. Eichh\u00f6rnchen gefiel ihr. Sie holte tief Luft und schaute wieder hoch.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras scholt sich innerlich selbst. Er wollte sie beruhigen, nicht durcheinander bringen oder gar ver\u00e4rgern. Er wusste doch wie verletztlich sie auf ihre Haarfarbe und vermeintliche Skirherkunft reagierte. Und jetzt nannte er sie Eichh\u00f6rnchen. Was war nur los mit ihm? Erst war er gestern einfach an ihrem Bett geblieben und hatte sich beherrschen m\u00fcssen, sie nicht in den Arm zu nehmen, dann heute morgen ihre Haarm\u00e4hne und jetzt das. Eigentlich ging es ihm nun seit dem Regenerationszauber deutlich besser und er war eigentlich auch deutlich fokussierter, aber irgendwie geriet dies in Kiras N\u00e4he immer wieder ins Wanken. Mitras a\u00df schweigend auf, eine tiefe Meditation w\u00fcrde ihm nun auch gut tun.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als w\u00e4re nichts gewesen, stand er auf und wandte sich an Kira: &#8222;Gut, lass uns gleich nach oben gehen. Jetzt eine Stunde meditieren und zur Ruhe kommen und dann klappt es nachher auch mit der Mathematik.&#8220;&nbsp; Er ging voran zum Labor hoch und sie folgte ihm, immer noch ein bisschen rot. Mitras hoffte, dass sie nicht w\u00fctend auf ihn war. Er holte die Kissen von ihrem Lagerplatz und drapierte sie am Kreis. Dieser war f\u00fcr die \u00dcbung zwar nicht n\u00f6tig, aber es f\u00fchlte sich einfach richtig an, sie am Kreis anzuordnen. &#8222;Gut, setz dich. Ich werde dich nun leiten.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Kira Mitras Stimme lauschte, schlo\u00df sie die Augen. Sie kannte die Anweisungen &#8211; ruhig atmen, schwer werden, locker werden &#8211; aber es war etwas anderes, seine warme, weiche und m\u00e4nnliche Stimme zu h\u00f6ren, als es sich selbst vorzusprechen. Sie hatte das Gef\u00fchl, seine W\u00f6rter seien wie eine Schnur, der sie folgen konnte, und es fiel ihr wirklich leichter, loszulassen und ihre Gef\u00fchle langsam wegzuatmen. Beinahe war es wie beim Laden, als w\u00fcrde sie schweben, und sie hatte auch ein wenig den Eindruck, das Rauschen von Tannen zu h\u00f6ren. Mitras Stimme verklang, einen langen Moment lang sa\u00dfen sie einfach still voreinander, und Kira hatte das Bed\u00fcrfnis, seine Stimme wieder zu finden, nicht allein zu sein. Sie \u00f6ffnete die Augen und sah ihn an, wie er da sa\u00df, seinen Kopf gesenkt, den R\u00fccken gerade, ein sch\u00f6ner Mann, falls es das gab&#8230; im Augenwinkel hatte sie das Gef\u00fchl, goldene Schlieren w\u00fcrden durch den Raum wabern, und das Ger\u00e4usch des Windes in den Tannen verst\u00e4rkte sich. Dann blinzelte sie, und alles war wie vorher, ruhig und entspannt. Sie atmete tief ein und aus. Keine Gef\u00fchle w\u00fcrden sie bei der Pr\u00fcfung heute st\u00f6ren. Sie w\u00fcrde das schon hinbekommen. Und vielleicht, vielleicht mochte Mitras sein kleines Eichh\u00f6rnchen sogar genug, dass sie selbst dann dableiben durfte, wenn Herzog di Pinzon sie nicht unterrichten wollte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem sie von Herzog di Pinzon wieder zuhause waren, er\u00f6ffnete Mitras ihr, dass sie von ihm Mathematikunterricht bekommen w\u00fcrde. Schon \u00fcbermorgen stehe eine Probestunde an. 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