{"id":134,"date":"2024-12-29T18:36:56","date_gmt":"2024-12-29T18:36:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=134"},"modified":"2024-12-09T18:37:20","modified_gmt":"2024-12-09T18:37:20","slug":"curriculum-nach-di-pinzon-29-lunar-242-mirastag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/12\/29\/curriculum-nach-di-pinzon-29-lunar-242-mirastag\/","title":{"rendered":"Curriculum nach di Pinzon &#8211; 29. Lunar 242 (Mirastag)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Nach der Meditationsstunde f\u00fchlte er selbst sich wieder ruhiger und auch Kira schien es gut getan zu haben. Sie a\u00df noch mit ihnen zu Mittag, machte sich mit Abbys Hilfe fertig und brach dann mental wie optisch gut ger\u00fcstet auf. Mitras wollte sich in der Zwischenzeit ihrer weiteren Ausbildung widmen. Er hatte Kira seit der erfolgreichen Telekinetik-\u00dcbung weitesgehend freie Hand gelassen und sie hatte sein Vertrauen nicht missbraucht, sondern sich weiter flei\u00dfig in alle Gebiete hineingearbeitet, und vergr\u00f6\u00dferte so ihr magisches wie normales Allgemeinwissen stetig. Prim\u00e4r ging es ihm darum den \u00dcberblick \u00fcber ihren Fortschritt zu behalten, zumal sie die abendlichen Treffen, haupts\u00e4chlich wegen seiner Arbeit, h\u00e4ufiger als ihm lieb war ausfallen lassen hatten. An den Abenden, an denen sie zusammen geladen hatten, waren sie vorher teilweise gar nicht mehr zusammen gekommen. Aber t\u00e4gliche Abfragen waren bei Kira auch gar nicht n\u00f6tig. Wenn er sich jeden zweiten Abend mit ihr zusammen setzte und ein oder zweimal die Woche mit ihr Magie \u00fcbte, dann sollte das reichen. Das Wichtigste waren die Meditations\u00fcbungen. Er notierte sich alles und begann einen weiteren Lehrplan f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Monate zu erstellen, danach w\u00fcrde er weiter sehen. Vielleicht schafften sie es bis dahin auch, Kiras Trauma durch die Meditation soweit in den Griff zu bekommen, dass sie sich wieder an Verwandlungsmagie heran wagen konnte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Julius setzte Kira ein wenig vor der Mittagsstunde, zu der sie bei Herzog di Pinzon sein sollte, ab, und so hatte sie die Gelegenheit, diesmal den Park vor dem Geb\u00e4ude etwas genauer zu betrachten, w\u00e4hrend sie den Weg hinauf schlenderte. Nat\u00fcrlich war es jetzt Winter, aber selbst jetzt konnte man erahnen, dass dies eine wundervolle Anlage mit vielen verschiedenen Obstb\u00e4umen und anderen Bepflanzungen war. Die Spur eines Ampas zog sich quer durch den Hauch frischen Schnees, der am Vormittag gefallen war, und Kira erinnerte sich an Adrian, der ihr einen Ampa von der Jagd mitgebracht hatte, sie aber erst hatte abbei\u00dfen lassen, nachdem sie ihm alle Multiplikationsreihen aufgesagt hatte. Sie seufzte ein wenig, dann straffte sie sich und richtete sich auf. Wie bei den Pr\u00fcfungen in L\u00fchrenburg war sie allein, und sie w\u00fcrde es auch allein bestehen. Mitras hatte ihr gesagt, dass er sie zur vierten Nachmittagsstunde abholen w\u00fcrde. Das war lang, aber sie versuchte, sich nicht zu \u00e4ngstigen &#8211; das war vor einer Pr\u00fcfung eh nicht hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder empfing sie der Butler, David, wenn sie sich recht erinnerte. Ihre Gesellschafterin vom letzten Mal, Susanna, war nicht zu sehen, aber das war auch nicht so schlimm. Kira hatte das Gef\u00fchl gehabt, sich eher mit einer Puppe zu unterhalten, da die junge Angestellte offenbar von Christobal einen Plan bekommen hatte und von diesem auch gar nicht abgewichen war. Fragen zu ihrer Herkunft oder ihrer Familie war sie h\u00f6flich ausgewichen, stattdessen hatte sie ihr auf dem Klavier vorgespielt. Kira hatte nicht gewusst, was sie sich w\u00fcnschen sollte an St\u00fccken, aber darauf war Susanna wohl vorbereitet gewesen. Sie konnte gut spielen, aber Kira machte sich nicht viel aus Musik, also hatte sie ebenso h\u00f6flich zugeh\u00f6rt und sich die Gem\u00e4lde angeschaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzog di Pinzon empfing sie in einem Raum, in den locker zweimal das Studierzimmer von Bruder Harras gepasst h\u00e4tte. Er war mit dunklen Teppichen ausgelegt und an den W\u00e4nden standen unz\u00e4hlige B\u00fccher. Ein&nbsp;seltsames Gebilde aus Metall und ein Globus standen in der N\u00e4he eines gro\u00dfen Schreibtisches, hinter dem Christobal sa\u00df und schrieb, als David sie herein f\u00fchrte. &#8222;Ah, Lady Silva! Willkommen!&#8220; Kira knickste angemessen, worauf der Herzog eine leichte Verbeugung andeutete &#8211; von hochrangigem Adeligen zu niederer Adeligen &#8211; und sie zu einem Stuhl vor dem Tisch f\u00fchrte. &#8222;Gut. Ich wei\u00df nicht, ob Mitras es Ihnen gesagt hat, aber ich pflege keine Frauenzimmer zu unterrichten. Meistens bleibt ihr Verstand sowieso f\u00fcr die klaren, abstrakten Formen der Mathematik verschlossen. Vernunft, Lady Silva, ist eine Gabe der Geister, aber sie ist eben nicht gleichm\u00e4\u00dfig verteilt.&#8220; Eingesch\u00fcchtert schaute Kira auf den Stapel Papier, der vor ihr auf dem Tisch lag. Was sollte sie dazu sagen? Er hatte nicht Unrecht, nur der Teil mit den Frauen klang unfair. &#8222;Ihr habt vermutlich Recht, Herzog di Pinzon. Deswegen ist es auch eine gro\u00dfe Ehre f\u00fcr mich, hier sein zu d\u00fcrfen.&#8220;, sagte sie unterw\u00fcrfig. Immerhin war er ein Professor der Mathematik, also waren aus seiner Sicht wahrscheinlich ziemlich viele Menschen dumm, sie eingeschlossen. Pinzon schaute sie einen Moment an und schmunzelte dann leicht. &#8222;Das ist angenehm zu h\u00f6ren.&#8220; Er deutete auf die Papiere. &#8222;Ich habe ein paar kleinere Aufgaben vorbereitet. Sie nehmen sich jetzt bitte ganz in Ruhe eine Aufgabe nach der anderen vor und versuchen Sie so gut Sie k\u00f6nnen zu l\u00f6sen. Keine Sorge, ich gehe davon aus, dass Sie nicht alles l\u00f6sen k\u00f6nnen, sonst br\u00e4uchten Sie meine Hilfe nicht mehr.&#8220; Kira nickte stumm. Sie f\u00fchlte sich ziemlich erdr\u00fcckt, der Raum und sein Auftreten raubten ihr das kleine bisschen Zuversicht, mit dem sie aus der Meditationsstunde gekommen war. Allerdings kannte sie dieses Gef\u00fchl zu gut &#8211; von ihrer Mutter, ihrem Vater, den Lehrern in L\u00fchrenburg. Dass ein M\u00e4dchen, dass aussieht wie eine Skir und reiten kann wie ein Junge auch noch lernen darf, war eben meistens nicht auf Gegenliebe gesto\u00dfen, und ihr Vater hatte es ihr zwar erm\u00f6glicht, aber er war auch immer streng gewesen. Besonders in Mathematik war sie schlimmere Beschimpfungen gew\u00f6hnt als die Aussagen des Herzogs, die er sogar noch in einem sachlichen, fast herzlichen Ton vorbrachte. Also griff sie z\u00f6gerlich nach dem ersten Papier und dem Stift, der daneben lag und begann zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf jedem Blatt war oben in kleiner, gut lesbarer Schrift eine Aufgabe geschrieben. Erleichtert stellte Kira fest, dass sie die erste sogleich mit den Mitteln, die Abby ihr beigebracht hatte, l\u00f6sen konnte, und so begann sie erst langsam, dann immer zuversichtlicher, zu schreiben. Nicht alle Aufgaben kamen ihr so vertraut vor, aber Christobal sa\u00df ruhig in einem Sessel und las, als ob Kira gar nicht da w\u00e4re, und so gr\u00fcbelte sie eine Weile \u00fcber jede Aufgabe, ehe sie sie beiseite legte und die n\u00e4chste anfing, wenn ihr nichts einfiel. Ein paar Mal kamen ihr sp\u00e4ter Gedanken, als sie gerade \u00fcber etwas anderes nachdachte, und nach einer ganzen Weile begann das Knobeln sogar Spa\u00df zu machen. Die Aufgaben waren nicht wie das, was sie aus dem \u00fcblichen Mathematikunterricht kannte, es waren fast kleine Geschichten, quasi R\u00e4tsel, bei denen man rechnen oder zeichnen musste, um sie zu l\u00f6sen. Irgendwann stand Pinzon auf und stellte sich neben sie, um ihr \u00fcber die Schulter zu schauen. Sie schrieb ihre \u00dcberlegung zu Ende auf und schaute ihn dann an. &#8222;Ich denke, das gen\u00fcgt. Es ist schon bald drei, wir wollen uns ja auch noch unterhalten. M\u00f6chten Sie einen Tee?&#8220; Kira blickte erschrocken zum Fenster und stellte fest, dass drau\u00dfen heftiges Schneegest\u00f6ber herrschte, was beinahe den Eindruck von D\u00e4mmerung erweckte. &#8222;Schon fast drei? Ich habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen ist&#8230;&#8220; Christobal l\u00e4chelte sie freundlich an. &#8222;Das habe ich gemerkt. Sie waren ganz versunken, das gef\u00e4llt mir. Dann schauen wir uns das doch mal an.&#8220; Er griff nach den Bl\u00e4ttern, setzte sich auf die andere Seite des Tisches und begann, Blatt f\u00fcr Blatt sorgf\u00e4ltig zu lesen. Manchmal runzelte er die Stirn, manchmal nickte er zustimmend, und ab und zu schnaubte er belustigt oder ablehnend. Kira sa\u00df auf ihrem Stuhl und hatte das Gef\u00fchl, dass ihr wirklich sehr \u00fcbel war, so nerv\u00f6s war sie. Ob es gereicht hatte? \u00dcber die R\u00e4tsel hatte sie beinahe vergessen, dass dies hier ja eine Pr\u00fcfung ihrer Tauglichkeit als Sch\u00fclerin war. Als er beinahe durch war, betrachtete er ein Blatt besonders lang, dann legte er es vor sich auf den Tisch. Kira sah, dass es bei dieser Aufgabe darum ging, die Fl\u00e4che eines runden Blumenbeetes zu bestimmen. Sie hatte keine Ahnung, wie man die Fl\u00e4che eines Kreises bestimmte, also hatte sie versucht, den Kreis mit Rechtecken zu f\u00fcllen &#8211; die einzige Form, von der sie nach der Lekt\u00fcre des Mathematikbuches wusste, wie man den Fl\u00e4cheninhalt berechnete. Di Pinzon stach mit dem Finger beinahe auf eine der kleine Skizzen, die sie sich am Rand gemacht hatte. &#8222;Was haben Sie sich hierbei gedacht?&#8220; Kira schaute auf die Skizze. &#8222;Oh, \u00e4hm, naja, ich dachte, wenn man den Kreis da so mit eckigen Dingen f\u00fcllt, wie ich das gemacht habe, bleiben ja immer so, naja, Tortenst\u00fcckchen oder so, \u00fcber. Man hat immer zu wenig, man m\u00fcsste was dazu tun. Und ich hab halt \u00fcberlegt, dass ich einige Rechtecke da rechts zu gro\u00df mache und die anderen zu klein, dann m\u00fcsste es ja in der Mitte etwas besser stimmen.&#8220; Sie blickte nerv\u00f6s zu di Pinzon. Sie hatte diesen Gedanken nicht weiter verfolgt, weil es schon m\u00fchsam gewesen war, nur die sechs Rechtecke zu zeichnen und zu berechnen, besonders, weil sie ja kleiner als das echte Blumenbeet zeichnen musste. Ob sie es doch h\u00e4tte machen sollen und sich h\u00e4tte mehr Zeit nehmen sollen? Vielleicht fand der Herzog sie nun zu wenig sorgf\u00e4ltig? Doch dieser schlug mit der flachen Hand auf das Blatt, so dass Kira vor Schreck zusammen zuckte, und rief: &#8222;David!&#8220; Der Butler stand sofort in der T\u00fcr. &#8222;Einen Cider bitte! Ich muss mit meiner ersten Sch\u00fclerin ansto\u00dfen!&#8220; Er war aufgesprungen und um dem Tisch herum gelaufen. Nun stand er vor Kira und blickte sie begeistert an. &#8222;Lady Silva, ich nehme zur\u00fcck, was ich \u00fcber die Vernunft der Frauenzimmer gesagt habe. Sie haben tats\u00e4chlich etwas davon! Das ist eine hervorragende Idee, tats\u00e4chlich machte man es fr\u00fcher genau so, ehe man die exaktere Formel f\u00fcr die Kreisberechnung fand. Sie haben ganz eindeutig keine Ausbildung in Mathematik bekommen, ihre Art, Dinge aufzuschreiben ist grauenhaft, aber sie haben Kreativit\u00e4t und Vernunft, damit werden wir arbeiten. Aber wagen Sie es blo\u00df nicht, irgendwem davon zu erz\u00e4hlen! Herzog di Pinzon unterrichtet keine Frauen &#8211; nur diese eine Magierin, dass das klar ist.&#8220; Er klopfte ihr auf die Schulter und Kira hatte das Gef\u00fchl, ein riesiger Stein falle mit herunter. Sie wurde rot und k\u00e4mpfte gleichzeitig sehr damit, nicht vor Erleichterung loszuheulen. Sie hatte bestanden! Und das sogar mit einer Aufgabe, die sie gar nicht richtig gel\u00f6st hatte! Die Vorstellung, die der Herzog von Mathematik hatte, war defintiv seltsam, aber nicht schlecht &#8211; sie w\u00fcrde vielleicht sogar bei dieser Mathematik Spa\u00df haben. Und sie hatte ihn \u00fcberzeugt. Sie konnte es gar nicht glauben. Pinzon redete noch weiter, doch sie verstand ihn nicht, so sehr rasten ihre Gedanken und Emotionen durcheinander. Irgendwann dr\u00fcckte ihr der Butler mit einer leichten Verbeugung ein Glas in die Hand und di Pinzon prostete ihr zu, also trank sie das Glas in einem Zug aus und sp\u00fcrte, wie ihr der Alkohol in den Kopf stieg. Christobal war wie ausgewechselt. Er redete in einem fort, nahm ein Blatt nach dem anderen und schimpfte \u00fcber ihre Art, die &#8222;sch\u00f6ne Mathematik&#8220; aufzuschreiben, korrigierte Rechenfehler und erkl\u00e4rte ihr, wie man die R\u00e4tsel l\u00f6sen konnte. Kira bem\u00fchte sich, so gut es ging, alle seine Hinweise zu behalten &#8211; bestimmt w\u00fcrde er sie beim n\u00e4chsten Mal danach fragen &#8211; aber sie sp\u00fcrte, wie schwer es ihr fiel.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u200bMitras err\u200b\u200b\u200b\u200beichte das Anwesen kurz vor vier und war nun doch sehr besorgt. Christobals Anspr\u00fcche waren hoch und zu allem \u00dcberfluss auch noch speziell. Reine Kaufmannsmathematik w\u00fcrde ihn nur langweilen, egal wie gut Kira diese Aufgaben nun l\u00f6sen konnte. Kira w\u00fcrde am Boden zerst\u00f6rt sein, wenn di Pinzon sie ablehnen sollte. Er hoffte inst\u00e4ndig, dass er ihr nicht zu viel zugemutet hatte. Mit steigenden Sorgen dachte er daran, wie sie nach dem Misserfolg beim ersten Zauber reagiert hatte. Aber auf der anderen Seite hatte er einfach nicht die Zeit ihr selbst Mathematik Unterricht zu geben und er musste sich eingestehen, dass er in dem Bereich auch kein guter Lehrer w\u00e4re. Mathe war ihm immer leicht gefallen und ihm fehlte das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Probleme einer weniger guten Sch\u00fclerin. Di Pinzon war ein strenger, aber auch verst\u00e4ndnisvoller Lehrer. Er w\u00fcrde sicher auch niemandem zumuten, bei Mitras lernen zu m\u00fcssen, oder?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seine Sorgen schwebten wie eine zus\u00e4tzliche Gewitterwolke \u00fcber seinem Kopf, als wenn das Schneegest\u00f6ber, dass seit zwei Stunden immer st\u00e4rker wurde, nicht schon schlimm genug w\u00e4re. M\u00fchsam stapfte er die Treppe hinauf und wunderte sich, dass noch keiner die T\u00fcr \u00f6ffnete. Erst als Mitras schon davor stand und den eigentlich nur als Dekoration angebrachten T\u00fcrklopfer ergreifen wollte, fing die T\u00fcr an sich zu \u00f6ffnen. Hinter der T\u00fcr stand ein ihm unbekannter Page und fragte kleinlaut: &#8222;Herr Graf Magister di Venaris?&#8220; &#8222;Ja, der bin ich.&#8220; antwortete Mitras f\u00f6rmlich und geduldig. &#8222;Ah gut, treten Sie ein. Der Herzog erwartet sie bereits.&#8220; Mitras folgte ihm ins Haus und wunderte sich, dass es nicht David war, der ihn empfangen hatte. Als er gerade an der Treppe angekommen war, eilte dieser mit einer Flasche in der Hand an ihm vorbei die Treppe hinauf. Noch im laufen rief er ihm zu: &#8222;Ah gut, Herr di Venaris, sie werden bereits erwartet. Ich k\u00fcndige Sie an.&#8220; Kurz hielt er inne, dann winkte er einem der Pagen zu, der an der T\u00fcr zum Studierzimmer stand, und befahl: &#8222;Ein Glas f\u00fcr den Grafen noch!&#8220; Aus dem Studierzimmer drang Christbals Stimme in einem Mitras wohlbekannten Ton: Er dozierte. \u00dcber Mathematik. Und er war ganz offenbar guter Laune.&nbsp;Mitras war erfreut, aber auch alamiert. Kira hatte es offenbar irgendwie geschafft ihn zu beeindrucken, was schon einmal ein gutes Zeichen war. Andererseits, sie war seine Discipula, dass sie es schaffte, den Herzog zu beeindrucken, war ja gar nicht so \u00fcberraschend. Mitras sp\u00fcrte, wie stolz er auf sie war. Aber er musste sich nun auch beeilen und dazwischen gehen. Christobal w\u00fcrde sonst erst aufh\u00f6ren, wenn sie v\u00f6llig \u00fcberfordert zusammenbrach.&nbsp;Er trat in den Raum, als David ihn angek\u00fcndigt hatte. Kira sa\u00df auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch, den Kopf hochrot und ein halbvolles Glas Cidre in der Hand. Sie starrte auf das Blatt vor sich und wirkte wie eine Mischung aus v\u00f6llig fertig und sehr gl\u00fccklich. Als Mitras eintrat, blickte sie auf und ein Strahlen ging \u00fcber ihr Gesicht. &#8222;Mitras, ich kann ein bisschen Mathe!&#8220; Sie sprang auf und lief auf ihn zu, die Arme ausgebreitet. Ohne lang nachzudenken, \u00f6ffnete er die Arme und sie h\u00fcpfte, nein sprang ihm beinahe hinein, dr\u00fcckte sich an ihn und quietschte: &#8222;Ich kann ein bisschen Mathe und ich kann einen Kreis berechnen und ich kann bleiben, bin ich gut?&#8220;&nbsp;Mitras war sichtlich verwirrt, aber auch erfreut. &#8222;Ja, bist du.&#8220; An Christobal gewandt erg\u00e4ntzte er: &#8220; Wie ich sehe, konnte sie dich \u00fcberraschen. So ausgelassen habe ich dich seit deinem letzten Lieblingssch\u00fcler Baltasar nicht mehr erlebt.&#8220; Christobal lachte. &#8222;Sie hat keine Ahnung, aber sie hat eine Intervallschachtelung gefunden. Und die Idee von Ober- und Untersummen ausgenutzt. Keine Ahnung, aber du hattest Recht, sie ist vern\u00fcnftig und flei\u00dfig. Da kann was draus werden. Und sie sieht dabei besser aus als Baltasar.&#8220;&nbsp;Erst jetzt realisierte er Christobals vielsagenden Blick und realisierte, dass er Kira immer noch im Arm hielt und zu allem \u00dcberfluss hatte er ihr die ganze Zeit \u00fcber die Schulter gestreichelt. Sie wirkte wie die pure Gl\u00fcckseligkeit und schmiegte sich in seinen Arm. Vermutlich hatte sie ihm das mit dem Eichh\u00f6rnchen verziehen oder es \u00fcber die Pr\u00fcfung vergessen. &#8222;Komm Mitras, nimm dir ein Glas und lass uns noch einmal gemeinsam darauf ansto\u00dfen!&#8220; forderte ihn der Herzog auf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Drei Gl\u00e4ser sp\u00e4ter verabschiedete Mitras sich letztendlich von seinem alten Mentor und f\u00fchrte Kira zu Julius Kutsche, den er drau\u00dfen hatte warten lassen. Kira war eindeutig angetrunken. Sie hatte sich zwar gut halten k\u00f6nnen, als sie drinnen tranken, doch drau\u00dfen auf der Treppe war sie beinahe ausgerutscht, was Mitras dazu veranlasst hatte, sie doch wieder in den Arm zu nehmen und zu st\u00fctzen. Beim Einsteigen in die Kutsche kicherte sie und als er ebenfalls sa\u00df, schob sie sich an ihn heran und unter seinen Arm, um sich an ihn zu lehnen. Erleichtert \u00fcber den guten Ausgang dieses Wagnis legte er den Arm ganz um sie und zog sie zu sich. Ihr warmer K\u00f6rper neben ihm f\u00fchlte sich gut an. Beinahe zu gut, realisierte er, als Julius vor ihrem Haus hielt und Mitras Kira nur unwillig von sich schob. &#8222;Komm, wir sind da.&#8220; Sie antwortete nicht. Sanft hob er ihren Kopf hoch, doch sie sackte gegen ihn. Sie war eingeschlafen! Schmunzelnd umfasste Mitras sie und hob sie mit etwas magischer Unterst\u00fctzung hoch. Das war wohl doch etwas zu viel f\u00fcr sein kleines Eichh\u00f6rnchen!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Meditationsstunde f\u00fchlte er selbst sich wieder ruhiger und auch Kira schien es gut getan zu haben. Sie a\u00df noch mit ihnen zu Mittag, machte sich mit Abbys Hilfe fertig und brach dann mental wie optisch gut ger\u00fcstet auf. Mitras wollte sich in der Zwischenzeit ihrer weiteren Ausbildung widmen. 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