{"id":144,"date":"2025-02-02T18:39:42","date_gmt":"2025-02-02T18:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=144"},"modified":"2024-12-09T18:40:13","modified_gmt":"2024-12-09T18:40:13","slug":"gegenspionage-6-firn-242-mafuristag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2025\/02\/02\/gegenspionage-6-firn-242-mafuristag\/","title":{"rendered":"Gegenspionage &#8211; 6. Firn 242 (Mafuristag)"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Mirasmorgen lie\u00df Kira sich von Abigail wecken, sobald diese ins Haus kam. Am Abend des Silenz war sie zwar eigentlich fr\u00fch genug zuhause gewesen, aber an Mathematik zu denken war ihr angesichts dessen, was am Nachmittag passiert war, unm\u00f6glich gewesen. Erst dieser unsympathische Magier, Mitras Angeberei und Gez\u00e4nke und dann, als Ausgleich, der Ausflug zur Plattform und das gemeinsame Laden danach. Es war defintiv der romantischste Moment in ihrem ganzen Leben gewesen, dort oben zu stehen, die Lichter nach und nach aufflammen zu sehen und dabei seine Hand zu halten. Wenn man ehrlich war, war es vermutlich der einzige romantische Moment, den sie bisher erlebt hatte, aber das machte es nur noch aufregender. Sie konnte lange nicht schlafen, und als sie letztendlich in einen unruhigen Schlaf hin\u00fcber glitt, tr\u00e4umte sie von Mitras, der unruhig durch das Haus lief und einen unsichtbaren Feind jagte, der mit der schmierigen Stimme des Magisters di Porrum rief: &#8222;Sie ist deine Schw\u00e4che!&#8220; Entsprechend zerschlagen kroch sie am Miras morgens aus dem Bett, aber sie wollte weder Mitras noch den Herzog di Pinzon entt\u00e4uschen, also gab sie sich M\u00fche, die restlichen Aufgaben so gut wie m\u00f6glich zu erledigen, ehe sie zur Meditationsstunde und zum Fr\u00fchst\u00fcck ging.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Pinzon war zwar nicht ganz zufrieden, aber er wertsch\u00e4tzte, dass sie sich erkennbar M\u00fche gegeben hatte, und hielt ihr einen neuen Vortrag samt neuen Aufgaben. Als sie an diesem Abend nach Hause kam, brummte ihr Kopf und sie f\u00fchlte sich, als sei ein ganzer Achtsp\u00e4nner \u00fcber sie gefahren. Oder eine Eisenbahn. Auf jeden Fall etwas gro\u00dfes. Sie a\u00df ein wenig der Reste vom Mittag und entschuldigte sich dann. Noch ehe die Uhr sieben zeigte, war sie eingeschlafen und schlief diesmal einen tiefen, festen Schlaf ohne Tr\u00e4ume, aus dem Abigail sie diesmal nicht wecken brauchte, weil sie wie fr\u00fcher schon um halb sieben aufwachte. Erholter vergrub sie sich in das Buch zur Elementarmagie, um wenigstens ein bisschen auf die Lehrstunde mit Mitras vorbereitet zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras trat auf dem Weg zum Fr\u00fchst\u00fcck auf den Flur und w\u00e4re beinahe in Kira gelaufen, die zur gleichen Zeit aus ihrem Zimmer kam. &#8222;Guten Morgen, da war ich wohl beinahe etwas zu schwungvoll unterwegs. Wie ich sehe, geht es dir heute besser. Ich hatte schon Sorge, dass ich dich mit dem Laden vorgestern Abend zu sehr beansprucht hatte, so zerschlagen wie du gestern Morgen ausgesehen hast.&#8220; \u200b\u200b\u200b\u200b\u200b\u200bKira sch\u00fcttelte heftig den Kopf. &#8222;Nein, das \u00fcbernimmt mich nicht, mach dir keine Sorgen. Ich habe nur schlecht getr\u00e4umt.&#8220; &#8222;Nun gut, allerdings sind Tr\u00e4ume nichts was man als Magier auf die leichte Schulter nehmen sollte. Erst recht nicht, wenn man ein gewisses Talent zur Hellsicht hat. Heute Vormittag bringe ich dir einen der grundlegensten Zauber bei.&#8220; Mitras stockte und lachte kurz. &#8222;Wobei beibringen vielleicht das falsche Wort ist. Gewirkt hast du ihn schon, aber ich werde dir zeigen, wie er richtig ausgef\u00fchrt wird. Sehr viel mehr werde ich dir im Bereich Hellsicht aber nicht beibringen k\u00f6nnen, wenn du dort \u00e4hnlich begabt wie in der Telekinese bist, habe ich aber eine Idee, wen wir fragen k\u00f6nnten, um dich weiter zu schulen. Magst du mir von deinem Traum erz\u00e4hlen?&#8220; Kira, die vor ihm die Treppe herunter ging, schwieg einen langen Moment. Unten blieb sie stehen, drehte sich zu ihm um und fragte unsicher: &#8222;Muss ich?&#8220;&nbsp;&#8222;Nun, wenn du nicht m\u00f6chtest, musst du nat\u00fcrlich auch nicht. Es kann aber sein, dass du hellseherische Tr\u00e4ume hast, nicht jedes Mal nat\u00fcrlich. Ich wei\u00df nicht, was diese Tr\u00e4ume ausl\u00f6st. Ich selbst hatte noch keinen, aber meine Begabungen liegen auch woanders, eher so im Bereich Berge versetzen.&#8220; Mitras musste kichern, tats\u00e4chlich hatte er mal einen gewaltigen Findling bewegt, der bei einem gr\u00f6\u00dferen Steinschlag n\u00f6rdlich von Uldum eine gr\u00f6\u00dfere Stra\u00dfe blockiert hatte. Nathanael hatte ihn dorthin geschickt, als er noch Gehilfe war. Er hatte ihn oft herum geschickt um Leuten mit seiner Magie zu helfen. Im Nachhinein betrachtete Mitras das als gute \u00dcbungen und au\u00dferdem hatte er so bei vielen Menschen einen guten Eindruck hinterlassen, da Nathanael selten Geld f\u00fcr seine Dienste nahm. Kira lief rot an und sagte: &#8222;Ja, in Ordnung. Aber ich glaube nicht, dass dieser hier wichtig war.&#8220; Mitras vermutete, dass er es war &#8211; allein ihre Weigerung, davon zu erz\u00e4hlen, machte ihn neugierig. Was brachte seine Sch\u00fclerin wohl um den Schlaf, war aber nicht f\u00fcr seine Ohren bestimmt? Er hoffte nur, dass die Begegnung mit di Porrum sie nicht so sehr wie ihn selber belastet hatte. Er hatte den Abend des Silenz bei einem guten Glas Rum verbracht, aber war aus dem Gr\u00fcbeln \u00fcber die Begegnung kaum heraus gekommen. Es machte ihm wirklich Sorgen, Secus k\u00f6nnte seinen Sch\u00fctzling ins Visier nehmen, und allein die Tatsache, dass er sich Sorgen machte, machte ihn angreifbar, was ihn \u00e4rgerte. Und das wiederum \u00e4rgerte ihn noch mehr, dass es ein Wicht wie Secus schaffte, ihm seine Freude \u00fcber seine wunderbare Sch\u00fclerin zu schm\u00e4lern!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Fr\u00fchst\u00fcck war entspannt und die Meditation ruhig verlaufen. &#8222;Gut Kira, du machst Fortschritte beim ruhig werden. Das wird dir in der Zukunft sicher helfen. Was dir auch helfen wird, ist das Magie sehen. Es z\u00e4hlt zwar offiziell zur Schule der Hellsicht, wobei einige Magier auch der \u00dcberzeugung sind, dass es ein tempor\u00e4rer Ver\u00e4nderungszauber ist, aber der Zauber ist so elementar und auch wichtig, dass ihn eigentlich jeder beherrscht. Er ist auch tats\u00e4chlich nicht sonderlich schwer.&#8220; Kira nickte und Mitras begann ihr den kurzen Vers vorzusagen. Der Zauber war gestenlos und in der Regel konnten die meisten Sch\u00fcler ihn recht bald auch ohne Vers ausf\u00fchren. Auch das erkl\u00e4rte Mitras ihr. &#8222;Gut, wie du einen Zauber beendest wei\u00dft du ja, also versuche es erst einmal mit dem Spruch. Sobald du ihn gewirkt hast, siehst du dich hier im Labor um und nennst die magischen Artefakte, die du sehen kannst.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira nickte. Sie stellte sich in die Mitte des Raumes, atmete ruhig ein, nahm Magie in sich auf und kanalisierte sie mit den Worten &#8222;Vimeo magico!&#8220; mit geschlossenen Augen, so wie Mitras es erkl\u00e4rt hatte. Sie sp\u00fcrte ein Prickeln in den Augen, \u00e4hnlich dem beim Laden vor vier Tagen, und als sie die Augen \u00f6ffnete, sah sie die Magie flie\u00dfen. Mit Ausnahme eines kleinen Raumes direkt um sie selber war der Raum mit Magie gef\u00fcllt, als sei es eine Vase voller Nebel. An einigen Stellen lag der d\u00fcnne Schleier etwas dichter, an anderen war kaum ein Glitzern zu erkennen. An den W\u00e4nden sah sie dasselbe Netz wie in der Generatorhalle, allerdings viel deutlicher und wesentlich engmaschiger, es schien, als sei die Wand selbst verzaubert, und am Fenster rieselte die Magie durch die Ritzen geradezu herein. Im Schrank und an den W\u00e4nden leuchteten nun pl\u00f6tzlich verschiedene der Ger\u00e4tschaften auf, das mochten die Artefakte sein, die Mitras angesprochen hatte. Sie schaute zu ihm und sah dasselbe Glimmen, diesmal etwas schw\u00e4cher als beim Laden. Das machte Sinn, Mitras wirkte ja auch gerade keinen Zauber. W\u00e4hrend sie ihn ansah, bewegte sich der Nebel um ihn pl\u00f6tzlich, und sie realisierte, dass er die Magie zu sich zog. Im n\u00e4chsten Moment leuchteten seine Augen heller auf. &#8222;Du hast einen Zauber gewirkt, denselben wie ich, oder?&#8220;, fragte sie. &#8222;Gut beobachet, ja, das habe ich. Und was kannst du sonst noch entdecken?&#8220; Sie schaute sich um. &#8222;Da, der Heizstein leuchtet jetzt etwas anders. Ich kann sehen, dass er Magie in sich tr\u00e4gt, sie ist in ihm wie eine kleine Flamme. Und dort, auf deinem Schreibtisch, steht ein Beutel, der glimmt wie du, f\u00fchlt sich nach deiner Magie an.&#8220; Mitras nickte zufrieden. &#8222;In der Tat, in dem Beutel sind einige Talismane, die ich vorbereitet habe. Sie l\u00f6sen Schutzzauber aus, wenn man verletzt wird, oder helfen, etwas schweres anzuheben.&#8220; Kira blickte sich weiter um. &#8222;Im Schrank liegen Kr\u00e4uter, die Magie in sich tragen.&#8220; Mitras zog erstaunt eine Augenbraue hoch, was angesichts seiner leuchtenden Augen komisch aussah. &#8222;Stimmt. Wie kannst du sehen, dass es Kr\u00e4uter sind?&#8220; Kira schaute wieder zum Schrank. &#8222;Sie haben einen Stiel und Bl\u00fcten?&#8220; Mitras schwieg kurz und sagte dann leise: &#8222;Das kannst nur du sehen, gut gemacht. Ich kann Formen nicht so genau erkennen.&#8220; Kira sp\u00fcrte, wie seine Worte sie etwas verlegen machten, also blickte sie erneut zum Schrank. Einer der Steine, die auf der Kante lagen, glomm ganz schwach. Sie ging einige Schritte darauf zu. Diese Magie wirkte anders. W\u00e4hrend die Magie der Kr\u00e4uter wie ein wirres Geflecht aussah und die Talismane ein konstantes Glimmen von sich gaben, \u00fcberzog diesen Stein ein wabenf\u00f6rmiges Muster, dass nur schwach aufglomm und wieder verschwand. Sie hatte sogar das Gef\u00fchl, je genauer sie hinsah, desto weniger konnte sie die Magie sehen. &#8222;Was ist das hier?&#8220;, fragte sie und deutete auf den Stein. &#8222;Das?&#8220; Mitras kam zu ihr heran. &#8222;Nein, das ist nichts, da ist keine Verzauberung drauf. Warum fragst du?&#8220; Verunsichert betrachtete Kira den Stein. Hatte sie sich get\u00e4uscht? Gerade, als sie den Kopf drehte, um die Ger\u00e4te im Zirkel stattdessen zu betrachten, glomm er erneut kurz auf. Sie drehte sich zur\u00fcck. Doch, da war etwas. Sie nahm ihn in die Hand. Was war das? Es f\u00fchlte sich ungut an, l\u00f6ste das Gef\u00fchl aus, den Stein rasch wieder hinzulegen. Sie lie\u00df ihn wieder los und schaute Mitras an. &#8222;Irgendwas ist aber mit dem. Haben Steine eine eigene Magie wie Kr\u00e4uter?&#8220; Mitras betrachtete den Stein ein langen Moment, dann sch\u00fcttelte er den Kopf. &#8222;Nein, sie k\u00f6nnen ein Heim f\u00fcr Geister sein, aber das sind sie eigentlich nicht, wenn man sie von ihrem Fundort entfernt. Und einen Geist w\u00fcrde ich auch sehen k\u00f6nnen.&#8220; Wieder schwieg er einen Moment. &#8222;Bist du dir sicher, etwas zu sehen?&#8220; Sie nickte. Sie hatte etwas gesehen. W\u00fcrde Mitras es abtun wie alle anderen auch, wenn sie etwas ungew\u00f6hnliches gesehen hatte? So wie den Sturm? Sie hoffte, er w\u00fcrde ihr glauben, und sp\u00fcrte, dass sie Angst vor seiner Antwort hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras war beunruhigt. Der Stein war ein einfaches Mineral, er wusste nicht einmal mehr, wo er ihn her hatte. Er sammelte schon lange seltene Steine und bekam immer wieder welche geschenkt. Er nahm ihn und verst\u00e4rkte den Zauber, konnte aber weiter nichts sehen. Aber seine Finger prickelten ganz leicht, etwas unangenehmes ging von dem Stein aus. Doch Mitras widerstand dem Drang den Stein einfach wegzulegen und betrachtete ihn genauer. Seine Wahrnehmung war wohl zu schwach. Er blickte zu Kira auf und nun wurde ihm auch klar, dass er ihrer Meinung hier trauen konnte. Ihre Augen leuchteten intensiv und allein der Anblick legte einen starken Karamellgeschmack auf seine Zunge. &#8222;Du hast recht, Kira. Irgendwas stimmt mit dem Stein hier nicht. Beschreibe mir bitte genau, was du siehst.&#8220; Er legte den Stein ab, damit seine eigene Aura sie nicht ablenkte und wartete. Kira sah den Stein an, drehte einige Male den Kopf und kniff die Augen zusammen. Ihre Aura war mit einer Mischung aus roten und gr\u00fcnen Schlieren durchzogen, offenbar hatte sie ihre Emotionen beim Zaubern also immer noch nicht ganz unter Kontrolle. Das war jetzt aber erstmal nebens\u00e4chlich. &#8222;Er ist ziemlich dunkel, also eigentlich, als ob Magie dort fehlen w\u00fcrde, die ist sonst ja eigentlich \u00fcberall ein bisschen. Sieht eher so aus wie die Wand. Aber an der Oberfl\u00e4che ist ein Muster, das gl\u00fcht auf, wenn ich nicht direkt darauf schaue. Es ist wabenf\u00f6rmig und seine Farbe ist r\u00f6tlich. Wenn ich den Stein anfasse, will ich ihn wieder weglegen, und&#8230;&#8220; sie griff nach dem Stein. &#8222;&#8230; und ja, das Wabenmuster ist dann auch irgendwie hier auf meiner Hand, aber auch nur ganz kurz.&#8220; Sie legte den Stein rasch wieder hin. Mitras griff hinter sich und lie\u00df sich auf den Stuhl fallen. Bei den Geistern! Was sie da beschrieb, hatte er schonmal gelesen. Wabenmuster, die beim direkten Hinsehen verschwinden. Das war ein Zauber, um Magie zu verbergen, allerdings einer der h\u00f6heren Klassen. Er selber h\u00e4tte diese Art Magie niemals wirken k\u00f6nnen, aber er wusste, wo in seinem Haus es diesselbe Magie gab: Auf seinen Spiegeln. So verbarg man Artefakte, deren Ziel ist war, jemanden zu belauschen oder zu beobachten. &#8222;Verdammt, das ist ein Tarnzauber und in der Regel werden damit Spionagezauber maskiert.&#8220; Mitras \u00e4rgerte sich \u00fcber sich selbst, wie hatte ihm das nur passieren k\u00f6nnen. Wo kam dieser Stein \u00fcberhaupt her? Er erinnerte sich einfach nicht mehr und das besorgte ihn nur noch mehr. Die Frage war nun, was hatte der Spion alles gesehen? Seine Experimente, Kiras \u00dcbungen? Die wichtigsten Sachen erledigte er aus Prinzip im Keller, aber die Experimente zu den Bezirken hatte er hier abgehalten. Und mit Kira \u00fcbte er sowieso hier. Verdammt, was, wenn es noch mehr Spione gab? Hoffentlich reichten Kiras F\u00e4higkeiten auch f\u00fcr diese. Aber dann w\u00fcrde sie&nbsp; auch die Spiegel sehen. Und au\u00dferdem, wenn er jetzt mit ihr ganz offensichtlich das Haus absuchte und dabei vielleicht mit ihr sprach, w\u00fcrde die Person, die diesen Spion platziert hatte, m\u00f6glicherweise noch mehr \u00fcber Kiras Talent erfahren. Sie zu sch\u00fctzen war wichtig! Im Labor gab es Schutzzauber, nat\u00fcrlich, die Zauber von au\u00dfen ebenso behindern sollten wie Zauber von innen daran hinderten, nach drau\u00dfen zu gelangen. Diese Schutzw\u00e4lle waren ein Standard bei magischen Laboren &#8211; zu oft hatten Magier versehentlich ihre Nachbarn get\u00f6tet, weil ein Zauber herumsprang. Wenn er Gl\u00fcck hatte, war dieser Stein also gar nicht in der Lage gewesen, Gespr\u00e4che aus diesem Raum nach drau\u00dfen zu \u00fcbertragen. &#8222;Ich werde etwas probieren.&#8220;, sagte er entschlossen. &#8222;Setz dich dort auf deinen Stuhl und behalte die magische Sicht aktiv. Du kannst zusehen. Ich werde versuchen, ob ich den Tarnzauber brechen kann.&#8220; Kira nickte und setze sich. Mitras nahm den Stein, legte ihn in die Mitte des Zirkels und holte einige Utensilien aus dem Regal. In einem seiner Sammlungen fand er rasch den Spruch und las ihn einige Male &#8211; es war schon lange her, dass er solch einen Zauber benutzt hatte. Zun\u00e4chst malte er sehr sorgf\u00e4lltig mit Silberkreide einige weitere n\u00f6tige Symbole hinzu. Als weitere Foki ben\u00f6tigte er drei, nein besser vier Goldwachskerzen. Gerade Symmetrien waren f\u00fcr diesen Zauber wichtig. Nebenbei erkl\u00e4rte er Kira, was er tat und was das f\u00fcr Materialien waren. Die Kreide war genau das, Kreide mit Silberstaub durchsetzt. Die Kerzen allerdings hatten keine Spur Gold in sich. Ihre Farbe erhielten sie von einer magischen Bienenart und sie verst\u00e4rkten Magie. Ohne sie w\u00e4re er gar nicht in der Lage diesen Zauber zu wirken, aber so wurde er genug verst\u00e4rkt. Er erg\u00e4nzte den Aufbau um zwei Kraftfoki, einfache Magiespeicher, die man f\u00fcr Rituale vorbereiten konnte. Er hatte viele davon, da er fr\u00fcher viel mit ihnen experimentiert hatte. Leider war es nicht m\u00f6glich die Energie eines Fokuses auf das Elektrum zu \u00fcbertragen, aber jetzt gaben sie f\u00fcr ihn n\u00fctzliche Batterien ab, mit denen er das Wirken beschleunigen konnte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als er alles zusammen hatte, begann er den Zauber. Die Formel war lang und kompliziert. 10 Verse, jeder mit anderen Gesten unterlegt. Er brauchte fast f\u00fcnf Minuten f\u00fcr die Durchf\u00fchrung, dann begann die Magie zu wirken und es gab einen lauten Knall, als wenn ein schwerer Hammer auf den Stein gekracht w\u00e4re. Aber nachdem der dabei entstandene Rauch abgezogen war, war der Stein noch v\u00f6llig intakt. Mitras erholte sich kurz und betrachtete ihn. Nun konnte er den Zauber klar erkennen. Es war ein Hellsichtzauber, in der Tat. Er wirkte ein paar Analysezauber, was ihn aufgrund ihrer Komplexit\u00e4t so sehr anstrengte, dass ihm der Schwei\u00df die Stirn herunter lief. Zu seiner Erleichterung best\u00e4tigte sich seine Hoffnung. Es war ein Zauber, der \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aufnahm, aber er konnte nicht auf das vom Stein gesehene zugreifen, ohne den richtigen magischen Schl\u00fcssel zu kennen. Aber immerhin wusste er nun, dass auch die Gegenseite nicht an diesen Stein herankommen w\u00fcrde. Wer auch immer die Gegenseite war. Wer schaffte es diesen Stein bis in sein Labor zu bringen? Hatte er ihn vielleicht selbst hier her gebracht? Eigentlich war er sehr widerstandsf\u00e4hig, aber wie sonst sollte der Stein hier herein gekommen sein? Es half nichts weiter zu gr\u00fcbeln. Er legte den Stein wieder in den Kreis und begann mit dem n\u00e4chsten Zauber. Die Kerzen flammten kurz auf, brannten binnen k\u00fcrzester Zeit auf ein Drittel ihrer Gr\u00f6\u00dfe herunter und nach einem lautlosen Lichtblitz h\u00f6rte der Stein auf zu existieren. &#8222;Das, Kira, hat nun nicht nur den Stein, sondern auch den Zauber darauf vernichtet. Es war die sicherste Methode alle gestohlenen Erkenntnisse, die hier gesammelt wurden, auszul\u00f6schen. Du hast mir gerade wieder einmal sehr geholfen. Aber ich f\u00fcrchte wir m\u00fcssen nun erst einmal das Haus durchsuchen. Ich kann das Risiko nicht eingehen, dass das nicht der einzige Spion war.&#8220; Kira nickte. Mitras schaute sie einen Moment lang an. In diesem Raum war die Schutzwand, und wer auch immer versucht hatte, ihn auszuspionieren, hatte das vorher gewusst. Was aber, wenn in den anderen R\u00e4umen Gegenst\u00e4nde lagen, die direkt \u00fcbertrugen? Und wie konnte er die Spiegel vor ihr verbergen? Er k\u00f6nnte die Spiegel deaktivieren, aber daf\u00fcr brauchte er Zeit&#8230; &#8222;Ich bef\u00fcrchte, dass au\u00dferhalb dieses Labors Gegenst\u00e4nde sein k\u00f6nnten, die nicht nur aufzeichnen. Es w\u00e4re verd\u00e4chtig, wenn du sie gezielt entdeckst. Darum schlage ich vor, dass du nun einmal durch die K\u00fcche, das Esszimmer und den Salon l\u00e4ufst und aufmerksam schaust. Merke dir, was du siehst, und berichte mir sp\u00e4ter davon. Dann kann ich entfernen, was dort vielleicht platziert wurde, ohne dass wir Aufmerksamkeit auf dein Talent ziehen.&#8220; Kira nickte folgsam, stand auf und begann, langsam nocheinmal das Labor abzusuchen. Als sie fertig war, ging sie die Treppe herunter. Mitras ging, sobald sie durch die T\u00fcr im Salon verschwunden war, in sein Zimmer. Es w\u00fcrde ihn einiges an Magie kosten, die Spiegel sp\u00e4ter wieder zu aktivieren, aber angesichts dessen, was er dar\u00fcber schon gesehen hatte, sollten sie doch besser sein Geheimnis bleiben&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als Kira etwa eine dreiviertel Stunde sp\u00e4ter wieder im Labor vor ihm stand, konnte man ihr die Anstrengung deutlich ansehen. Sie setzte sich auf den Boden. &#8222;Uff. Einen Zauber so lange zu halten ist gar nicht so einfach. Ich habe einen weiteren Gegenstand gefunden, der dasselbe Wabenmuster zeigt &#8211; eine Vase unten im Schrank des Salons, dort, wo auch die anderen Vasen stehen.&#8220; Mitras atmete erleichert auf. Der Schrank stand ziemlich in der Ecke und war recht dickwandig. Wenn er Gl\u00fcck hatte, hatte die Vase dort zwar gestanden, aber nichts h\u00f6ren k\u00f6nnen von dem, was am Tisch gesprochen worden war. Und vom Wintergarten, in dem Kira den Oleander so fulminant verzaubert hatte, war es auf jeden Fall weit genug weg! &#8222;Wie sieht sie aus?&#8220; Kira beschrieb ihm die Vase und Mitras klingelte Abigail herein. Nach einer kurzen Erkl\u00e4rung einigten sie sich darauf, dass Abigail die Vase herausnehmen w\u00fcrde, einige Blumen hineinstellen w\u00fcrde und dann damit zum Gesindehaus gehen w\u00fcrde. Und &#8211; ganz aus Versehen &#8211; w\u00fcrde sie sie dabei fallen lassen. Dann konnte sie sie in den Kamin des Gesindehauses werfen. Mitras w\u00fcrde den Kamin sp\u00e4ter magisch reinigen und so jeglichen Zauber, der eventuell verblieben war, vernichten. Er beschlo\u00df, selbst einen Abhorchzauber auf eine andere Vase wirken zu lassen, um zu testen, wie gut man aus dem Schrank heraus Gespr\u00e4che belauschen konnte und hoffte, damit seine Unruhe und Sorge etwas schm\u00e4lern zu k\u00f6nnen. Stefania w\u00fcrde ihm sicher behilflich sein k\u00f6nnen. Da Kira sich immer wieder die Augen rieb, bot er ihr eine Pause an, was sie dankbar annahm, und w\u00e4hrend Abby die Vase heraus brachte, setzen die beiden sich einen Moment in den Wintergarten und tranken einen Tee. Anschlie\u00dfend bat er sie, nun auch die restlichen R\u00e4ume zu durchsuchen. Sie fand zu seiner Beruhigung nichts.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als sie im Keller vor der Geheimt\u00fcr standen, hielt Kira allerdings inne. Sie schaute auf die Wand. Mitras schmunzelte. Er h\u00e4tte sie sowieso gebeten, das Labor im Keller ebenfalls abzusuchen. &#8222;Nun, siehst du etwas?&#8220;, fragte er sie. Sie schaute ihn an und er hatte den Eindruck, sie sei ein wenig verlegen. Dann deutete sie zielgenau auf den magischen Schl\u00fcsselstein. &#8222;Da ist etwas. Aber es ist kein Wabenmuster.&#8220; Mitras nickte und \u00f6ffnete erst mit einem magischen Sto\u00df das Schloss, dann entriegelte er den mechanischen Teil der T\u00fcr. Zu seiner Entt\u00e4uschung reagierte Kira nicht so \u00fcberrascht, wie er erhofft hatte, aber nun, sie hatte ja auch den Schl\u00fcsselstein schon gesehen. Er f\u00fchrte sie in das Labor und war sehr erleichtert, dass sie auch dort keine weiteren Spione fand. Sie deaktivierte den Zauber und er nutzte die Gelegenheit, ihr das Labor und die Testgeneratoren zu zeigen. Anschlie\u00dfend a\u00dfen sie mit den anderen zu Abend, und nat\u00fcrlich r\u00e4tselten sie alle, woher die beiden Spione stammten. Abby erinnerte sich, dass die Vase mit einem gro\u00dfen Gesteck anl\u00e4sslich Mitras Geburtstag zusammen ins Haus gekommen war, aber sie wusste nicht mehr, wer es geschickt hatte. Vom Stein wusste niemand etwas. Mitras versuchte, Kira zur Erholung vom Laden zu befreien, aber sie bestand darauf, ihm helfen zu d\u00fcrfen, und so beschlo\u00dfen sie den Tag gemeinsam. Mitras sp\u00fcrte deutlich, dass sie stolz darauf war, ihm helfen zu k\u00f6nnen, es lag in ihrem Magieflu\u00df, der au\u00dferdem keine Anzeichen der Ersch\u00f6pfung anzeigte, die er nach der Suche deutlich bei ihr bemerkt hatte. Sie hatte Recht &#8211; das Laden, dass ihn \u00fcber die Monate so ausgezehrt hatte, machte ihr kaum Schwierigkeiten, wohingegen das Aufrechterhalten des Sichtzaubers im Haus sie deutlich mehr mitgenommen hatte. Er musste wirklich dringend mit Nathanael reden, um diesem Mysterium auf die Spur kommen zu k\u00f6nnen. Warum \u00fcberhaupt konnte Kira anscheinend alle Magieformen so gut, aber ausgerecht Verwandlungsmagie nicht? Diese hatte bei der Sondierung doch die st\u00e4rksten Werte gezeigt. Lag es nur am Trauma? Zu welchen H\u00f6hen in der Verwandlungsmagie w\u00fcrde sie wohl in der Lage sein, wenn sie das Trauma \u00fcberwand? Wenn Verwandlung wirklich ihr st\u00e4rkstes Gebiet war, dann gab es dort einiges zu erwarten. Andererseits erschien es Mitras mittlerweile genauso m\u00f6glich, dass die Sondierung sich geirrt haben k\u00f6nnte. Das allerdings war dann nur zu seinem Vorteil, anders h\u00e4tte er sie wohl kaum als Sch\u00fclerin bekommen, aber auch \u00fcber die Zuverl\u00e4ssigkeit der Sondierung w\u00fcrde er mit Nathanael sprechen&nbsp; &#8211; au\u00dferdem&nbsp;w\u00fcrde er ihm auch von den Spionen erz\u00e4hlen. Ob Titus etwas \u00fcber die Spione wusste? Er w\u00fcrde sowieso auch mit Stefania reden m\u00fcssen, denn alleine konnte er die Vase nicht verzaubern. So sehr er Kira vertraute &#8211; eine Expertin der Hellsicht war sie nicht. Am besten lie\u00df er Stefania noch einmal die R\u00e4ume durchsuchen, jetzt, wo die Spiegel sowieso ausgeschaltet waren.<\/em> <em>Bei der Gelegenheit konnte er sie dann auch gleich fragen, ob sie sich vorstellen k\u00f6nnte, Kiras Hellsichtf\u00e4higkeiten weiter zu schulen. Solche F\u00e4higkeiten, das wusste er, f\u00fchrten selten dazu, dass man viele Freunde gewann, und er w\u00fcnschte sich f\u00fcr Kira, dass sie ihre Schulzeit unbeschwert erleben konnte, also musste eine Hellsichtausbildung unbedingt im Geheimen erfolgen. Und auch, wenn nichts dieser Pl\u00e4ne seine Sorgen und seinen \u00c4rger \u00fcber die Spionageversuche mindern konnte, so merkte er doch, dass es ihm gut tat, Zukunftspl\u00e4ne dieser Art zu schmieden und sich um seine wunderbare neue Freundin, die ihm gerade an diesem Tag wieder bewiesen hatte, wie wertvoll sie sein konnte, zu k\u00fcmmern.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mirasmorgen lie\u00df Kira sich von Abigail wecken, sobald diese ins Haus kam. Am Abend des Silenz war sie zwar eigentlich fr\u00fch genug zuhause gewesen, aber an Mathematik zu denken war ihr angesichts dessen, was am Nachmittag passiert war, unm\u00f6glich gewesen. 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