{"id":148,"date":"2025-02-16T18:40:48","date_gmt":"2025-02-16T18:40:48","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=148"},"modified":"2024-12-09T18:41:26","modified_gmt":"2024-12-09T18:41:26","slug":"waldrauschen-10-firn-242-silenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2025\/02\/16\/waldrauschen-10-firn-242-silenz\/","title":{"rendered":"Waldrauschen &#8211; 10. Firn 242 (Silenz)"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Weg zog sich in kleinen Windungen erst durch die H\u00fcgel, dann steiler einen Hang hinauf. Kira nahm sich vor, eine gute \u00e4ltere Schwester zu sein und erkl\u00e4rte Valencia, was f\u00fcr B\u00e4ume und Str\u00e4ucher drau\u00dfen standen, sofern sie selbst ihre Namen kannte. Die Landschaft war sch\u00f6n, auch wenn der Bewuchs sich merkbar von den flachen Gegenden in Burnias unterschied. Da auch der Schnee manches Bestimmen erschwerte, fragte sie auch Mitras \u00f6fters, doch dieser gab freim\u00fctig zu, von Pflanzen nicht so viel zu wissen, also versprach sie Valencia, sich das Aussehen dieser B\u00e4ume zu merken und in der Bibliothek sp\u00e4ter nachzuschlagen. Die Fahrt verging nun recht kurzweilig und sie f\u00fchlte sich nicht mehr so ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hang endete in einer Anh\u00f6he, auf der einige kleine H\u00e4user standen. Sie schmiegten sich an die steile Felswand hinter sich, als w\u00fcrden sie dort vor St\u00fcrmen Zuflucht suchen wollen. Eines der Geb\u00e4ude war ein Gasthaus, was leicht daran zu erkennen war, dass dort schon mehrere Kutschen standen. Als sie auf dem Platz ankamen und austiegen, entdeckte Kira auch, warum dies ganz offensichtlich ein beliebtes Ausflugsziel war: Die Aussicht war wirklich gut. Die H\u00fcgel zu ihren F\u00fc\u00dfen breiteten sich zu einer weiten Ebene aus, an deren \u00f6stlichen Rand die H\u00e4user von Uldum zu sehen waren, und ganz in der Ferne sah sie auch zwischen den H\u00e4usern den Avens br\u00e4unlich-gr\u00fcnlich heraus flie\u00dfen und sich durch die verschneite Landschaft winden. Mitras trat hinter sie. &#8222;Warte nur, bis wir oben auf der richtigen Plattform sind, da sieht es noch besser aus!&#8220; Der Kutscher einer nahebei stehenden Kutsche, der ihn wohl auch geh\u00f6rt hatte, mischte sich ein: &#8222;Gn\u00e4diger Herr, die Plattform oben ist nicht ger\u00e4umt, deswegen kann man sie heute leider nicht besuchen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Keine Sorge, das h\u00e4lt mich nicht auf, das R\u00e4umen \u00fcbernehme ich selbst.&#8220; Um seine Aussage zu unterstreichen, schob er mit einem Zauber ein bisschen Schnee am Stra\u00dfenrand zusammen und formte in Windeseile einen kleinen Schneemann daraus. &#8222;Angeber.&#8220;, stichelte seine Schwester von der Seite, w\u00e4hrend die Kinder vergn\u00fcgt quietschten. &#8222;Wie ihr meint, Herr.&#8220;, antwortete der Kutscher leicht ehrf\u00fcrchtigt, aber auch weiterhin skeptisch. &#8222;Gut, wollen wir erst hochgehen, oder erst etwas essen?&#8220; &#8222;Essen!&#8220;, sagte Julius. &#8222;Hochgehen!&#8220;, rief Valencia. &#8222;Nein, erst essen.&#8220;, entschied Frederieke. &#8222;Gut, wenn alles geklappt hat, ist ein Tisch f\u00fcr uns dort oben reserviert.&#8220; Mitras zeigte auf das Fenster oben im ersten Stock des Gasthauses. Er ging vor und \u00f6ffnete die T\u00fcr, hielt sie auf und wartete bis alle eingetreten waren. Eine Schankmaid nahm sie in Empfang. &#8222;Werter Herr, die Damen. Wir bieten Ihnen um diese Zeit warme Getr\u00e4nke und eine Auswahl an Erfrischungen an. Aber die K\u00fcche wird erst in den sp\u00e4ten Nachmittagsstunden, wenn die Wanderer wiederkommen, er\u00f6ffnet.&#8220; &#8222;Kein Problem, wir haben etwas dabei. Ich hatte f\u00fcr unsere Rast aber auch reservieren lassen.&#8220; &#8222;Der Herr di Venaris nehme ich an?&#8220; &#8222;Jawohl.&#8220; &#8222;Wir haben Sie bereits erwartet, folgen Sie mir bitte.&#8220; Sie ging voran zur rechten Seite des gro\u00dfen Raumes, wo eine Wendeltreppe zu einer Galerie f\u00fchrte. Diese \u00fcberspannte das vordere Drittel des Schankraumes und bot einer weiteren Garnitur aus B\u00e4nken und langen Tischen&nbsp;am Gel\u00e4nder, sowie einem Separe an der Frontwand Platz. In dieses leitete sie die Maid. Ein gro\u00dfes Fenster bot einen wunderbaren Ausblick und zwei \u00d6fen links und rechts der T\u00fcr spendeten trotz der Scheibe genug W\u00e4rme.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras, ganz der Gentleman, bot seinen beiden Damen nacheinander Pl\u00e4tze an den Kopfenden des quer zum Fenster stehenden Tisches an und setzte sich mit den Kindern an die lange Seite, die dem Fenster zugewandt war. Valencia setzte sich dabei zu Kira, w\u00e4hrend sich Julius an seine Mutter hielt. &#8222;F\u00fcr die Kinder je eine hei\u00dfe Schokolade bitte.&#8220; An Frederieke und Kira gewandt fragte er: &#8222;Und was h\u00e4ttet ihr gerne?&#8220; &#8222;Ich nehme auch Schokolade.&#8220;, sagte Kira. &#8222;Tee, bitte, mit Milch und Zucker.&#8220;, sagte seine Schwester. &#8222;Gut, f\u00fcr mich auch eine Schokolade, aber mit einem kleinen Schuss Rum, vom Besten bitte.&#8220; &#8222;Sehr wohl.&#8220;, antwortete die Kellnerin und verschwand. Mitras hiefte den ersten schweren Korb auf den Tisch. &#8222;Was hat William uns denn alles mitgegeben?&#8220; Tats\u00e4chlich hatte sich William wohl schon einige Tage auf diese Picknickk\u00f6rbe vorbereitet &#8211; er hatte kleine Pastetchen gebacken, die die Form verschiedener Tiere hatten, und winzige Kuchen mit verschiedenen Glasuren, dazu Fleischb\u00e4llchen, zwei Salate und eine Sch\u00fcssel mit geschnittenem Obst. Aus dem zweiten Korb tauchten belegte Brote und niedlich dekorierte Kekse, wieder in den Tierformen, auf. Sie a\u00dfen und Frederieke erz\u00e4hlte ihnen von den ersten Fortschritten, die Valencia in Mathematik machte, was diese auch durch das eifrige Abz\u00e4hlen der verbleibenden Kekstiere unterstrich. Julius kletterte irgendwann auf den Scho\u00df seiner Mutter, und als alle fertig waren, war er bereits eingeschlafen. Auch Valencia rutschte gegen ihn und g\u00e4hnte. &#8222;Na, so wird das nichts.&#8220; sagte Frederieke resignierend. &#8222;Sonst geht ihr beide allein nach oben. Wenn die beiden mit ihrem Mittagsschlaf fertig sind, kommen wir noch nach.&#8220;&nbsp;Mitras blickte fragend zu Kira her\u00fcber. &#8222;Bereit f\u00fcr den Aufstieg?&#8220;&nbsp;Sie nickte. &#8222;Gut, dann brechen wir beide schon einmal auf. Ich r\u00e4ume dabei auch den Weg frei und sorge daf\u00fcr, dass ihr sicher hinterher gehen k\u00f6nnt.&#8220; Mitras und Kira halfen dabei die Reste wieder einzupacken und er nahm die beiden K\u00f6rbe schon einmal mit zur Kutsche. Er zeigte nach oben die Klippe hinauf, weit oberhalb des Gasthauses. &#8222;Siehst du das Gel\u00e4nder dort oben, das&nbsp;ist unser Ziel.&#8220; Auf der Uldum abgewandten Seite der kleinen Siedlung begann ein steiler Aufstieg, der sich einmal um den Berg herum wand. Mitras ging voran und wischte den Schnee zur Seite, solange unter ihnen nichts als die Natur war. Im oberen Drittel hingegen wischte er den Schnee zur Felswand und formte dort Kl\u00f6tze aus ihm. &#8222;Unter uns liegt bereits das Palastgel\u00e4nde und wenn ich den Schnee hier weiter so zur Seite schiebe, erschl\u00e4gt er da unten noch jemanden.&#8220; Kira beugte sich ehrf\u00fcrchtig ein wenig \u00fcber das Gel\u00e4nder und linste nach unten. Dann schaute sie zu den Kl\u00f6tzen. &#8222;Wie macht man das? Auch den Schneemann vorhin, ich habe versucht, es nachzumachen, aber bei mir f\u00e4llt der Schnee gleich wieder auseinander&#8230;&#8220; &#8222;Ich presse den Schnee magisch zusammen, ver\u00e4ndere dann aber auch seine Struktur. Das ist dann kein Telekinese Zauber mehr, sondern einer aus der Schule der Ver\u00e4nderung. Wenn du dich sicher genug f\u00fchlst, k\u00f6nnen wir n\u00e4chste Woche einen neuen Versuch starten, aber jetzt zerbrich dir dar\u00fcber nicht den Kopf, wir sind gleich oben und die Aussicht ist gerade viel wichtiger als alle Sorgen, glaub mir.&#8220; sagte er und zwinkerte ihr zu. Sie zog eine Schnute. &#8222;Zeig ihn mir wenigstens!&#8220; &#8222;Nun gut, dann pass auf.&#8220; Mitras nannte ihr den aus drei Worten bestehenden Spruch und demonstrierte ihr die Gesten. &#8222;Er ist ganz einfach, sobald wir deine Blockade \u00fcberwunden haben, kannst du ihn auch sofort. Aber mit einem Trauma ist nicht zu spa\u00dfen, setz dich also nicht unter Druck.&#8220; Sie nickte artig und er begann, weiter die Stufen hinauf zu steigen. Als er die Kante der Plattform erreichte, machte er einige Schritte, bei denen er den Schnee zu einem gro\u00dfen Haufen zusammenschob. Ehe er allerdings genug Magie sammeln konnte, um die Plattform mit einem Schwung reinigen zu k\u00f6nnen, traf ihn pl\u00f6tzlich von hinten ein Schneeball am Kragen. Kira stand hinter ihm und nickte, verschmitzt grinsend und herausfordernd, w\u00e4hrend bereits sechs Schneeb\u00e4lle um sie herumflogen. Mitras riss die H\u00e4nde hoch, wirbelte eine Wolke auf und verpulverte sie, ehe er sich nach links fallen lie\u00df und zwei der B\u00e4lle bereits an ihm vorbei flogen. Kira schrie fr\u00f6hlich &#8222;Zum Angriff!&#8220; und st\u00fcrmte die letzten Stufen hinauf, den n\u00e4chsten Ball ohne Magie werfend. &#8222;Na warte!&#8220; Mitras formte gleichzeitig ein Duzend weicher Schneeb\u00e4lle und lie\u00df sie nach oben, au\u00dfer Sicht aufsteigen, dann wirbelte er seine Wolke zur Seite, um Kira mit drei weiteren B\u00e4llen zu attackieren. Sie wich diesen geschickt aus und hob Schnee f\u00fcr einen weiteren Ball auf, als sie der erste Ball von hinten traf. Aufkreischend rollte sie sich zur Seite weg, so dass die n\u00e4chsten B\u00e4lle nur seinen vorher aufget\u00fcrmten Wall trafen.&nbsp;&#8222;Das ist mies! Von hinten!&#8220; &#8222;Und von Oben!&#8220; rief er zur\u00fcck und lie\u00df vier weitere B\u00e4lle auf sie herab sausen, w\u00e4hrend er gleichzeitig Magie sammelte um weitere B\u00e4lle zu formen. Einen Moment lang achtete er nicht auf sie. Im n\u00e4chsten Moment traf ihn ein Ball so ins Gesicht, dass er die Konzentration verlor und statt seiner geplanten Schneekugeln nur eine weitere Wolke Schnee auffwirbelte. Auch \u00fcber die verbliebenen B\u00e4lle in der Luft verlor er die Kontrolle. Wenigstens trafen zwei der herunterfallenden Kugeln Kira und lenkten sie lange genug ab, so dass er sich wieder sammeln konnte. Sie rappelte sich wieder auf und hechtete gleichzeitig in seine Richtung. Er sp\u00fcrte, wie sie wieder Magie sammelte, setze aber schon selbst zu mehreren Zaubern an. Er lie\u00df aus allen Richtungen lose Schneekugeln auf Kira zu fliegen, w\u00e4hrend er heimlich wieder ein kleines Arsenal sammelte. Sie lie\u00df sich davon aber nicht aufhalten, riss die Arme hoch und schrie: &#8222;Attacke!&#8220;, w\u00e4hrend sie vor ihm eine Wand von Schnee magisch anhob. Im n\u00e4chsten Moment traf ihn die Fuhre an der Brust, gefolgt von einem magisch verst\u00e4rkten Windsto\u00df, mit dem sie den Schnee hochgehoben hatte. Er taumelte, verlor aber nicht wieder die Kontrolle. Er lie\u00df sich fallen, um ihr vorzumachen, dass sie ihn wieder \u00fcberrascht hatte&nbsp;und wurde dann tats\u00e4chlich davon \u00fcberrascht, dass sie sich mit voller Wucht auf hin fallen lie\u00df. &#8222;Ok, du willst unfair spielen, das kann ich auch!&#8220; rief er, hob sie magisch an, stellte sie vorsichtig ab und lie\u00df dann gezielt seine immer noch kreisenden B\u00e4lle auf sie hernieder fahren. Sie kreischte, als der erste Ball sie im Kragen traf, und riss die H\u00e4nde hoch. &#8222;Wah, kalt!&#8220; Sie zog Magie in einem Tempo heran, dass er beinahe das Gef\u00fchl hatte, er w\u00fcrde einen Luftzug sp\u00fcren, und wehrte die letzten f\u00fcnf B\u00e4lle ab, indem sie einen Art Schild \u00fcber sich erzeugte, an dem die B\u00e4lle abprallten. Er war beeindruckt, einen derartigen Zauber hatte er noch nicht bei ihr gesehen. Sie sch\u00fcttelte sich den Schnee aus dem Kragen und schnaubte: &#8222;Du warst zuerst unfair!&#8220; Er lachte: &#8222;So, so, wo war ich denn unfair?&#8220; &#8222;B\u00e4lle von hinten! Und vor allem hast du deine B\u00e4lle nicht mit der Hand gemacht!&#8220; Der Schnee hing in ihren Haaren, in ihrem Kragen, eigentlich war sie komplett in Schnee eingeh\u00fcllt. Sogar an den Augenbrauen hingen Schneebr\u00f6ckchen. Sie sah unglaublich niedlich aus, und er hatte das Gef\u00fchl, kichern zu m\u00fcssen. Er war schon lange nicht mehr so entspannt gewesen. &#8222;In einem magischen Schneeballduell muss man nunmal mit allem rechnen. Warte, halt kurz still. Ich k\u00fcmmere mich um den Schnee.&#8220; Ein weiterer Zauber befreite sie von Schnee und N\u00e4sse und h\u00fcllte sie kurz in eine Dampfwolke ein. &#8222;So, das sollte besser sein.&#8220;, sagte er und wiederholte die Prozedur bei sich selbst. &#8222;Bleib noch einen Moment stehen, ich k\u00fcmmere mich um die Plattform.&#8220; Sie schnaubte noch einmal, drehte sich um und stapfte trotz seiner Ansage zum Gel\u00e4nder. Er sammelte den Schnee mit Ausnahme einer kleinen Fl\u00e4che um sie herum und schob alles in der von der Treppe abgewandten Ecke zusammen. Einem Impuls folgend begann er den Schnee zu formen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira trat an die Kante des Gel\u00e4nders. Sie wusste nicht, ob sie w\u00fctend oder gl\u00fccklich sein wollte. Mit Mitras eine Schneeballschlacht zu machen war fast so lustig wie mit Adrian, aber es war defintiv herausfordernder. Sie w\u00fcnschte, sie k\u00f6nnte die B\u00e4lle so schnell formen, wie er es tat&#8230; sie m\u00fcsste nur Verwandlungsmagie wirken. Ob sie es probieren sollte? Dann allerdings blickte sie herunter und verga\u00df die \u00dcberlegungen erstmal. Von links kam der Avens und glitzerte in der Sonne und unter ihr lag ein riesiger Bau samt Parkanlage. Der Schnee glitzerte auf den D\u00e4chern. Von hier oben wurde ihr das Ausma\u00df des Palastes erst richtig bewusst. Dahinter lagen die D\u00e4cher der Stadt, ebenso vom Schnee glitzernd. Feine Rauchf\u00e4den stiegen aus den vielen Schornsteinen empor. Ein wenig wirkte es, als breite sich die riesige Stadt bis zum Horizont aus. Erst als sie genauer hinsah, konnte sie die Grenzen der Stadt erkennen, die Klippen auf der anderen Seite, und ein wenig auch den Corvio. &#8222;Beeindruckend, nicht wahr?&#8220; Sie hatte nicht geh\u00f6rt, wie Mitras an sie herangetreten war und nickte ein wenig erschrocken. &#8222;Fast noch besser als die Nachtansicht.&#8220; Da hatte er allerdings ihre Hand gehalten, und deswegen fand sie den Besuch dort immer noch besser. Sie schaute zu ihm hoch. Er sah ebenso wie sie \u00fcber das Land. Vorsichtig stellte sie sich etwas n\u00e4her an ihn heran und blickte wieder auf die Stadt. Das war ihre neue Heimat. Sie seufzte und fr\u00f6stelte ein wenig, als ein kalter Windhauch die Klippe hoch strich. Ein bisschen vermisste sie Bispar&#8230; also eigentlich die W\u00e4lder und die Moore. Aber der Anblick hier war definitiv auch sch\u00f6n.&nbsp;&#8222;Du siehst aus, als wenn du frieren w\u00fcrdest. Komm her.&#8220; sagte Mitras, \u00f6ffnete seinen Mantel und hielt ihn f\u00fcr sie auf. Sie fror eigentlich gar nicht so, aber ihr Herz machte einen Sprung und sie schl\u00fcpfte flink unter seinen Arm und in den Mantel. Gen\u00fc\u00dflich legte sie den Kopf an seine Brust und atmete seinen Geruch ein, w\u00e4hrend sie durch die halb geschlossenen Augenlider das helle Licht des Schnees flimmern lie\u00df. Jetzt war das eine bessere Plattform als die in der Stadt! Er legte den Arm um sie, reagierte aber nicht weiter. Einen scheinbar endlosen Moment lang standen sie so aneinander geschmiegt da. Kiras Hand lag um seine H\u00fcfte und sie widerstand der Versuchung, sie ein wenig zu bewegen, zu f\u00fchlen, wie er sich anf\u00fchlte. Seine N\u00e4he wirkte beinahe berauschend. &#8222;Heute ist ein sch\u00f6ner Tag, der beste seit langem. Und das verdanke ich auch dir. Wer h\u00e4tte gedacht, dass ausgerechnet Thadeus mir eine so wunderbare Sch\u00fclerin, Assistentin und Freundin schickt.&#8220; kicherte Mitras. Sie nickte. &#8222;Wer h\u00e4tte gedacht, dass mein neues Leben so wunderbar ist&#8230; und ich einen so tollen Mentor habe&#8230; den besten.&#8220; Und den sch\u00f6nsten. Und \u00fcberhaupt einen perfekten Mann. Aber das traute sie sich nicht zu sagen. Stattdessen zog sich sich noch etwas n\u00e4her an ihn heran. Am besten w\u00e4re es, wenn sie ihn nicht mehr loslassen musste. &#8222;Kleine Schmeichlerin. Ich wundere mich, wo Frederieke bleibt, ob sie wohl noch kommt?&#8220; Sie konnte ruhig unten bleiben, dachte Kira.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras war hin und hergerissen. Er geno\u00df Kiras N\u00e4he, wie sie sich so an ihn schmiegte, und er merkte sehr wohl, dass sie diese Gef\u00fchle erwiderte. Aber er war auch ihr Lehrer, dass er sie durch die Spiegel beobachtet hatte war schon schlimm, nun aber gingen seine Gedanken deutlich weiter. Aber wollte Kira wirklich das Gleiche wie er? War das nicht eher die Umarmung einer Tochter f\u00fcr ihren Vater oder Onkel? F\u00fcr sie war er ja auch ihr gro\u00dfartiger Mentor, wie sie nicht m\u00fcde wurde zu sagen. Verdammt, es war doch einfach zu lange her, dass er das letzte Mal mit einer Frau zusammen war. Seit Claudia gegangen war hatte er sich so in die Arbeit vergraben, dass daf\u00fcr keine Zeit mehr geblieben war. Er hatte aber bisher auch einfach kein Interesse mehr gehabt und jetzt f\u00fchlte er sich wieder wie ein wolll\u00fcstiger J\u00fcngling. Verdammt, wo blieb eigentlich seine Schwester? Als Kira erneut fr\u00f6stelte, legte er seinen Arm etwas enger um sie und lie\u00df subtil ein wenig W\u00e4rme in sie str\u00f6men. Ihr war definitiv auch kalt, sollten sie vielleicht doch schon wieder runtergehen? Aber nein, Frederieke liebte diesen Platz, wenn sie jetzt gehen w\u00fcrden, w\u00e4re sie ihm wahrscheinlich eine ganze Weile b\u00f6se. Mitras atmete einmal tief durch und versenkte sich kurz in eine tiefe Meditation, so gut es jedenfalls ging. Er entspannte sich etwas und konnte sich nun darauf einlassen Kira so an sich geschmiegt zu sp\u00fcren. Seine beste Freundin suchte einfach nur W\u00e4rme und geno\u00df die Aussicht. Sie standen noch eine Weile so beieinander, als Mitras die Kinder auf der Treppe h\u00f6rte. Kira schien sie auch bemerkt zu haben, denn sie schl\u00fcpfte aus seinem Mantel hinaus, stellte sich wieder neben ihn und begr\u00fc\u00dfte die drei, als sie um die letzte Biegung kamen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Weile beobachtete Kira einfach nur, wie Frederieke Julius daran hinterte, zu nah an die Klippe zu kommen und gleichzeitig selbst nah genug heran trat, um die Aussicht genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Valencia lie\u00df sich von Mitras erkl\u00e4ren, welche Teile der Stadt man sehen konnte. Kira bem\u00fchte sich, ihren Herzschlag und Atmen wieder zu beruhigen. Sie dankte den vielen Meditationsstunden, die ihr geholfen hatten, ihre Gef\u00fchle nicht \u00fcberdeutlich zu zeigen. In ihrem Bauch flogen immer noch tausende Schmetterlinge. Hier oben zu stehen, seine W\u00e4rme zu sp\u00fcren &#8211; auch seine magische W\u00e4rme, sie hatte den Zauber wohl bemerkt &#8211; war ein neuer H\u00f6hepunkt in ihrem Leben. Sie konnte sich nicht erinnern, sich jemals so wohl, so geborgen und beh\u00fctet gef\u00fchlt zu haben wie in diesem Moment. Auch wenn sie seine Familie mochte, als sie die Stimmen auf der Treppe geh\u00f6rt hatte, h\u00e4tte sie sie am liebsten in die tiefsten Skirw\u00e4lder gew\u00fcnscht. Doch sie hatte sich selbst so \u00fcber diesen Gedanken erschrocken, dass sie ihn sehr schnell wieder verworfen hatte. Niemals w\u00fcrde sie seiner Familie wieder etwas b\u00f6ses w\u00fcnschen &#8211; schlie\u00dflich war es diese Familie, die ihr diese neue Heimat schuf, sie willkommen gehei\u00dfen hatte und ihr mehr Unterst\u00fctzung zukommen lie\u00df, als sie es bei ihrer eigentlichen Familie je erlebt hatte. Verglichen mit seiner Mutter und Schwester, die sie ja eigentlich kaum kannten, mit di Pinzon und ganz besonders Abby, Tobey, William und Mitras selber, waren selbst Bruder Harras und Adrian nicht so warm und unterst\u00fctzend gewesen, realisierte sie. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch wichen einem warmen Gef\u00fchl von Zuneigung f\u00fcr alle diese neuen und lieben Menschen, und eine kleine Tr\u00e4ne des Gl\u00fccks ran \u00fcber ihre Wange. Nachdenklich betrachtete sie die Skulptur, die Mitras aus dem Schnee der Plattform geformt hatte. Es sah aus wie ein Mensch, wie eine Frau, irgendwie vertraut. Neugierig trat sie n\u00e4her. Es dauerte einen langen Moment, dann realisierte sie, wieso die Kinder ihren Namen und nicht den von Mitras gebr\u00fcllt hatten, als sie auf die Plattform gekommen war. Mitras hatte sie dargestellt, wie sie zum Sprung bereit auf dem Boden hockte, einen Schneeball in der Hand. Ihre Haare aus Eis ringelten sich und schienen mit dem Mantel fast zu wehen. Ehrf\u00fcrchtig hob sie die Hand und ber\u00fchrte die Figur. Es war l\u00e4ngst kein Schnee mehr an der Oberfl\u00e4che, sondern wirklich hartes Eis. Kira sah sich selbst in das Eisgesicht. Das sah wie eine gl\u00fcckliche junge Frau aus, und obwohl es erkennbare Fehler gab, war die \u00c4hnlichkeit doch frapprierend. Sah Mitras sie so? Als junge, lebendige Frau mit einem fr\u00f6hlichen Lachen? War sie so? Bisher hatte sie sich selbst eher als das wilde Waldkind gesehen, die unbeliebte, komische Hexe, das Trollbiest, das B\u00fccher und Pflanzen mehr mochte als Menschen&#8230; Die Tr\u00e4nen flo\u00dfen nun noch mehr. Sie lie\u00df sich gegen\u00fcber der Figur auf die Stufen sinken. &#8222;Alles in Ordnung? Gef\u00e4llt sie dir nicht?&#8220; Mitras stand pl\u00f6tzlich neben ihr. Kira schluckte und beeilte sich, den Kopf zu sch\u00fctteln. &#8222;Nein, nein, sie ist wundersch\u00f6n. Ach, Mitras&#8230;&#8220; Hilflos blickte sie ihn von unten herauf an. Wie sollte sie ihm erkl\u00e4ren, was f\u00fcr ein Segen er f\u00fcr sie bedeutete? Dass er ihr ein neues Leben gab, eine neue Sicht &#8211; und auch die Chance, sich selbst v\u00f6llig neu zu entdecken, ihre \u00c4ngste abzulegen? Er reichte ihr eine Hand, z\u00f6gerlich ergriff sie diese. Er zog sie hoch und nahm sie in die Arme. &#8222;Na, was ist es denn?&#8220; fragte er behutsam. Sie umarmte ihn heftig und dr\u00fcckte sich an ihn. &#8222;Danke!&#8220;, fl\u00fcsterte sie in sein Ohr. &#8222;Ich bin einfach so gl\u00fccklich. Du machst mich so unglaublich gl\u00fccklich, und stark&#8230; und ich sehe so sch\u00f6n aus, also, die Figur von mir&#8230;&#8220; Sie schluchzte und dr\u00fcckte sich fest an ihn.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Und schon war sie wieder das verletzte M\u00e4dchen, dass er so unbeding besch\u00fctzen wollte. Aber selbst darin sah er eine gewisse St\u00e4rke. Sie hatte sich bisher, so schien es, allein gegen die ganze Welt gestemmt. Mitras konnte sich gar nicht vorstellen, was das bedeutete, oder nachvollziehen wie wichtig es ihr war, dass sie nicht mehr allein war. Aber diese tale<\/em><em>ntierte junge Frau verdiente es, jede nur m\u00f6gliche Unterst\u00fctzung zu erhalten. Mitras lachte kurz. &#8222;Nun, ich habe mich nur bem\u00fcht meine wilde Sch\u00fclerin so abzubilden, wie ich sie eben gesehen habe, bevor ihr verzweifelter Widerstand an meiner Macht zerbrach. Wohl wissend, dass ich jeden Sieg bis zum letzten auskosten muss, solange ich noch kann. Irgendwann werden solche kleinen Duelle f\u00fcr mich ganz sch\u00f6n frustrierend enden.&#8220; , versuchte er sie mit Humor wieder aufzubauen. F\u00fcr einen Moment lang waren ihre Gesichter dicht beeineinander und er hatte fast das Gef\u00fchl, sie w\u00fcrde ihn gleich k\u00fcssen. Dann hauchte sie erneut &#8222;Danke&#8220; und lie\u00df ihn los. &#8222;Was macht ihr hier?&#8220;, fragte Frederieke hinter ihm. Kiras Gesichtsfarbe r\u00f6tete sich leicht. &#8222;Ich habe mich f\u00fcr die Skulptur bedankt.&#8220;, sagte sie. Und zu seiner \u00dcberraschung umarmte sie als n\u00e4chstes auch seine Schwester und den kleinen Julius, den sie trug. &#8222;Danke euch auch! Danke, dass ich bei euch sein darf!&#8220; Mitras lachte und trat von hinten an sie ran und legte ihr einen Arm auf die Schulter. &#8222;Nun streng genommen darfst du nicht, du musst. Aber ich denke es gibt schlimmeres.&#8220; Seine Schwester sah erst Kira, dann ihn und dann nochmal die Statue an. &#8222;Angeber! Aber ernsthaft, Kira, wir haben dich gern bei uns. Du bist eine gute Frau. Mitras kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, endlich mal jemand gefunden zu haben, der ihn auch mit Schneeb\u00e4llen angreift, obwohl er Magie benutzt.&#8220; Sie grinste beide an. &#8222;Das hat sie doch gemacht, oder? Du hast dir das nicht ausgedacht, so gut kannst du nicht formen.&#8220; &#8222;Naja, ja. Sie hat mich kurz ein oder zweimal \u00fcberrascht. Mehr aber auch nicht.&#8220; gestand er. Seine Schwester musste Julius absetzen, so sehr lachte sie. Sie lachte ihn ganz erkennbar aus. Ihr Gel\u00e4chter lockte sogar Valencia vom anderen Ende der Plattform zu ihnen. &#8222;Gut, der Tag wird nicht j\u00fcnger. Was haltet ihr davon, wenn wir jetzt wieder runtergehen, ich noch eine Runde Schokolade spendiere und wir wieder fahren. Ach und Frederieke&#8230;&#8220; Er griff magisch nach ein bisschen Schnee von einem entfernten Ast eines Baumes, formte schnell einen Ball daraus und lie\u00df ihn \u00fcber das Gel\u00e4nder und direkt auf seine Schwester zu fliegen, nur um ihn kurz vor dem Aufschlag in eine pulvrige Wolke zu zerst\u00e4uben, die Frederieke einh\u00fcllte, was sie \u00fcbelst schimpfen lie\u00df. Lachend drehte er sich zur Treppe und wich wissend einem Ball aus, den er Kira eben schon zusammenklauben hatte sehen. &#8222;Nana, nochmal klappt das nicht.&#8220;, rief er lachend zur\u00fcck und ging weiter.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Frederieke griff Kiras Hand, als diese wieder in den Schnee griff. &#8222;Lass, nicht auf der Treppe. Sonst machen die Kinder das nur nach.&#8220; Kira nickte und lie\u00df die Hand sinken, obwohl es wirklich in ihr prickelte, die erneute Herausforderung anzunehmen. Wenn sie wie er den Schnee mittels Ver\u00e4nderungsmagie zu B\u00e4llen formen konnte&#8230; Dann w\u00fcrde er das vielleicht nicht sehen&#8230; Oh, wie sie ihn f\u00fcr dieses Spiel noch mehr liebte! Sie hatte vorhin wirklich kurz dar\u00fcber nachgedacht, ob sie ihn f\u00fcr seine lieben Worte h\u00e4tte k\u00fcssen d\u00fcrfen, aber sich dann doch nicht getraut. Irgendwann vielleicht auf die Wange, irgendwann w\u00fcrde sie ihn k\u00fcssen, weil er so perfekt war. Sie lie\u00df Frederieke mit den Kindern vorgehen und betrachtete einen kleinen Haufen Schnee, der auf einem Vorsprung neben ihr lag. Das Rauschen des Waldes erf\u00fcllte ihre Ohren, fast hatte sie das Gef\u00fchl, er w\u00fcrde sie ermutigen. Das waren nur drei Worte&#8230; und sie w\u00fcrde ihn nochmal \u00fcberraschen k\u00f6nnen&#8230; sie atmete Magie ein. F\u00fcr Mitras. F\u00fcr mich. Der Geschmack von verbranntem Karamell in ihrem Mund. F\u00fcr Mitras. F\u00fcr seine H\u00e4nde um mich, wie eben. Sie bewegte die H\u00e4nde. Der Schnee bewegte sich, formte sich. Der Geschmack wich einem sanften Geschmack nach Sahnekaramell. Und dann lag da vor ihr ein Schneeball. Sie schlug sich die Hand auf den Mund, um ihr aufgeregtes Qietschen zu unterdr\u00fccken. Vorsichtig hob sie den Schneeball hoch. Naja, eigentlich war es eher eine sehr schiefe Schneekartoffel. &#8222;Kira?&#8220;, rief Mitras von weiter unten. &#8222;Jaja, ich komme!&#8220; Ihre Stimme \u00fcberschlug sich. Ehrf\u00fcrchtig betrachtete sie nochmal den Schneeball. Ihre Schneekartoffel. Dann begann sie so rasch sie konnte, die Stufen hinab zu steigen, die Kartoffel vorsichtig vor sich her tragen. Ihr Herz raste und mehrfach rutschte sie beinahe aus, aber das tat dem unglaublichen Gef\u00fchl von Stolz und Freude in ihr gar keinen Abbruch. Sie hatte das Gef\u00fchl, vom Berg herunter zu schweben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras schaute besorgt zu, wie Kira die letzten Stufen mehr herunter sprang als ging. Er hatte wohl die Treppen vom Schnee befreit, aber glatt war es immer noch. Offenbar ging es ihr wirklich gut. Ihr Gesicht war hochrot und ihre Augen strahlten und funkelten vor Freude. Als sie nah genug heran war, sah er den Schneeball in ihrer Hand. &#8222;Na, noch einen Versuch?&#8220; Er hob die H\u00e4nde, bereit zur Verteidigung, doch sie machte keine Anstalten zu werfen. Statt dessen kam sie schliddernd vor ihm zum Stehen und hob den ziemlich zerknautscht aussehenden Schneeball unter seine Nase. &#8222;Ich hab ihn gemacht!&#8220;, platze es aus ihr heraus. &#8222;Hmm, das kannst du sonst doch besser?&#8220;&nbsp; &#8222;Nein, ich meine, selbst gemacht, wie du!&#8220; Dann fiel ihm die Struktur auf, er aktivierte seine magische Sicht und sah noch Spuren des Zaubers. &#8222;Moment, du hast ihn mit Magie geformt, der Zauber ist dir also gegl\u00fcckt? Kira, das ist gro\u00dfartig!&#8220; Er strahlte sie freudig an, was sie ebenso strahlend erwiderte. Im n\u00e4chsten Moment wurde ihm allerdings klar, was das bedeutete &#8211; sie hatte Ver\u00e4nderungsmagie gezaubert. &#8222;Dir ist aber bewusst, dass das durchaus auch schief gehen h\u00e4tte k\u00f6nnen, oder? Aber gut, ich bin erleichtert, dass dir nichts passiert ist. Das ist ja dann tats\u00e4chlich ein wichtiger Durchbruch. Wir werden es heute Abend im Garten noch einmal probieren. Dann aber mit meiner Aufsicht und ein paar Messger\u00e4ten, nur zur Sicherheit.&#8220;&nbsp; Ihr L\u00e4cheln schwand ein bisschen. &#8222;Ich musste es einfach probieren&#8230; und&#8230;&#8220; Ihr Grinsen war pl\u00f6tzlich so breit, dass sich ihm die Nackenhaare aufstellten. Hinter ihm kreischten Valencia und Julius. &#8222;&#8230; der ist f\u00fcr Frederieke.&#8220; Ein Schneeball traf seinen Hinterkopf. Kira sch\u00fcttete sich vor Lachen aus und versprach zwischendurch immer wieder, dass sie es bis zu Hause nicht wieder machen w\u00fcrde. Frederieke und die Kinder lachten ebenso. Mitras lie\u00df ihr den Erfolg, beseitigte aber den Schnee von seinen Sachen und ging Richtung Gasthaus. &#8222;Jaja, ist gut, ich schulde euch noch eine hei\u00dfe Schokolade. Will noch wer was essen? Noch ist reichlich da und der Tisch ist den ganzen Tag reserviert.&#8220; Die Kinder liefen voraus und Mitras folgte ihnen, innerlich sehr zufrieden \u00fcber diesen wundervollen Silenz.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als Kira am Abend des Silenz endlich ins Bett sank, hatte sie das Gef\u00fchl, von Bispar bis Sibirien gelaufen zu sein. Aber sie war so unglaublich gl\u00fccklich! Mitras und sie hatten sich nach der R\u00fcckkehr tats\u00e4chlich noch eine Schneeballschlacht im Garten geliefert. Nat\u00fcrlich hatte sie wieder verloren, aber immerhin hatte sie mit zwei B\u00e4llen getroffen &#8211; und anders als beim Zick-Zack hatte er diesmal den Kampf abgebrochen. Sie hatte wie im Wald auch im Garten gar kein Problem, Magie zu greifen &#8211; im Gegenteil, es schien ihr dort sogar besonders leicht zu fallen. Mit magischer Sicht hatte sie gesehen, dass es einige Stellen gab, an denen die Magiefl\u00fcsse beinahe aus dem Boden zu sprudeln schienen, wie kleine B\u00fcschel aus Schilfgras, besonders in der N\u00e4he der hinteren Wand. Vermutlich war das auch der Grund, warum das Laden f\u00fcr sie kein Problem darstellte. Mitras war \u00fcber ihre Beschreibung nicht wirklich erstaunt gewesen, hatte aber nicht weiter erkl\u00e4rt, warum es in seinem Garten so viel Magie gab, obwohl er es zu wissen schien. Interessiert hatte ihn nur ihre Beschreibung des grasartigen Aussehens, das er nach eigenen Angaben nicht sehen konnte. Eigentlich hatte auch nicht er den Kampf abgebrochen, sondern Abby, die sie zum Essen hineinrief. Danach waren sie zum Laden gegangen, und Kira war sich ziemlich sicher, dass Mitras ihre Verliebtheit und ihr Gl\u00fcck hatte sp\u00fcren m\u00fcssen, so voll war sie davon, w\u00e4hrend sie die Magie durch sich str\u00f6men lie\u00df. Aber er hatte den Zauber so ruhig wie immer gewoben und sie hatte ihm wie immer dabei zugesehen und die Eleganz seiner Bewegungen genossen. Sie seufzte gl\u00fccklich. Und dann war sie schon eingeschlafen, im Kopf noch das leichte Rauschen des Waldes, das ihr schon immer Gl\u00fcck bedeutet hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weg zog sich in kleinen Windungen erst durch die H\u00fcgel, dann steiler einen Hang hinauf. Kira nahm sich vor, eine gute \u00e4ltere Schwester zu sein und erkl\u00e4rte Valencia, was f\u00fcr B\u00e4ume und Str\u00e4ucher drau\u00dfen standen, sofern sie selbst ihre Namen kannte. Die Landschaft war sch\u00f6n, auch wenn der Bewuchs sich merkbar von den flachen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":127,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-148","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-buch-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=148"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":149,"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148\/revisions\/149"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/127"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}