{"id":167,"date":"2025-03-23T19:35:45","date_gmt":"2025-03-23T19:35:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=167"},"modified":"2025-03-17T19:41:01","modified_gmt":"2025-03-17T19:41:01","slug":"musterschuelerin-14-firn-15-firn-242-ingastag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2025\/03\/23\/musterschuelerin-14-firn-15-firn-242-ingastag\/","title":{"rendered":"Mustersch\u00fclerin &#8211; 14. Firn &#8211; 15. Firn 242 (Ingastag)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mitras sa\u00df in seinem Bett, ein Buch in der Hand, als die T\u00fcr aufging. Ohne ein Wort zu sagen kam Kira herein und trat in das Licht der Lampe. Sie trug einen Morgenmantel, aber keine Pantoffeln. Mitras konnte nichts sagen und sah sie nur an, wie ihre H\u00e4nde zu dem Stoffg\u00fcrtel wanderten. Sie \u00f6ffnete den Knoten und hielt den Mantel nun nur noch mit ihren H\u00e4nden zusammen. Langsam schlug ihr linker Arm die linke Seite zur\u00fcck, erst rutschte der Stoff von ihrer Schulter und enth\u00fcllte, dass sie nichts weiter trug. Der Stoff rutschte sachte an ihr herunter, legte ihr Schl\u00fcsselbein, dann ihre Schulter frei. Immer weiter sank er hinab und enth\u00fcllte ihre linke Brust. Mitras Mund war komplett trocken und er konnte nicht anders, als gebannt zuzuschauen. Ihre kleine, apfelgro\u00dfe Brust war makellos wei\u00df, bis auf die leicht rosa gef\u00e4rbte Brustwarze. Mitras sp\u00fcrte wie seine Erregung anschwoll und ihm das Blut in den Ohren rauschte. Die linke Seite des Morgenmantels fiel nun ganz von ihr ab, w\u00e4hrend sie die rechte Seite noch so hielt, dass von ihrer Schulter bis zu ihrem Mondh\u00fcgel ihre rechte K\u00f6rperh\u00e4lfte komplett bedeckt war. Mit der linken Hand entbl\u00f6ste sie nun die rechte Schulter, lie\u00df den Stoff langsam herunter rutschen und reckte den Brustkorb empor, so dass Mitras ihre Br\u00fcste bestens im Licht der Lampe sehen konnte. Auch wenn sie nun komplett aus dem Morgenmantel geschl\u00fcpft war, hielt sie den Stoff noch fest, so dass er sie nun vom Bauchnabel abw\u00e4rts bedeckte. Langsam drehte sie sich um, den Mantel weiter vor sich haltend. Mitras sah an ihren nackten R\u00fccken herab, folgte dem langen Haarschopf, der ihre R\u00fcckseite bis fast zum Po bedeckte. Dieser war straff und rund, deutlich breiter als ihre schmale Taille. Ihre Beine deuteten klare Muskeln an, sahen dabei aber weich aus. Das Verlangen einfach die samtig wirkende Haut ihrer Schenkel zu streicheln nahm schier \u00fcberhand. Aber Mitras war immer noch wie gel\u00e4hmt. Kira neigte langsam den Hals und blickte ihm \u00fcber die Schulter hinweg an, sah ihm direkt in die Augen und lie\u00df ihren Blick sch\u00fcchtern l\u00e4chelnd an seinem K\u00f6rper hinabwandern. Mitras sah, wie sie leicht err\u00f6tete und ihn doch weiter anl\u00e4chelte, als ihr Blick in seinem Scho\u00df ankam. Mitras sp\u00fcrte, wie er wiederum err\u00f6tete. Er war schon mit vielen Frauen im Bett gewesen, aber er konnte sich nicht entsinnen, dass ihn irgendeine je so erregt h\u00e4tte. Immer noch von ihm abgewandt, lie\u00df sie den Morgenmantel fallen und drehte sich nun langsam wieder zu ihm hin. Nun war es an Mitras, seinen Blick auf ihren Scho\u00df zu richten. Zuerst sah er die feinen Haare, die im Licht hellrot schimmerten, w\u00e4hrend sie sich weiter drehte. Sie war ebenfalls sehr erregt, kleine, feuchte Tropfen schimmerten an den Haaren und ihren leicht ger\u00f6teten Lippen. Nun kam sie auf ihn zu, zog die Decke von ihm weg und krabelte von der Fu\u00dfseite her ins Bett. Kriechend kam sie \u00fcber ihn und hockte sich auf H\u00f6he seiner Knie \u00fcber seine Beine. &#8222;Kira&#8230;&#8220; Schnell legte sie ihm einen Finger auf die Lippen und brachte ihn zum Schweigen. Sie schob sein Nachthemd nach oben und entbl\u00f6ste seine Erektion. Sch\u00fcchtern streichelte sie \u00fcber seinen Penis, ehe sie weiter an ihn heran r\u00fcckte. Ihr Becken senkte sich auf seines hinab und er sp\u00fcrte wie ihre weichen H\u00e4rchen \u00fcber seinen Schaft strichen. Sie erhob sich noch einmal kurz und richtete sich aus, ehe sie ihr Becken schnell herunter gleiten lie\u00df.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras wachte schwei\u00dfnass auf. Er sp\u00fcrte noch wie seine Eregung nach einem H\u00f6hepunkt endete. Es war komplett dunkel und er griff zur Lampe, schaltete das Licht an und sah zur Uhr. Kurz nach eins. Mitras war v\u00f6llig verwirrt, was war hier gerade geschehen? Nat\u00fcrlich hatte er schon Tr\u00e4ume wie diesen gehabt, aber niemals so konkret und zu einer Person, die er kannte&#8230; Er stand auf, s\u00e4uberte sich und trank einen Schluck Wasser. Dann trat er schnell an den Spiegel heran und aktivierte ihn. Den Zauber wieder aufleben zu lassen, war anstrengend gewesen und nur durch&nbsp;das Artefakt, in welches der entsprechende Zauber eingewoben war, und einige sehr kostbare, starke Magiespeicher, die nun unbrauchbar waren, m\u00f6glich gewesen. Schnell w\u00e4hlte er Kiras Zimmer an. Ging es ihr gut? Hatte er nur von ihr getr\u00e4umt oder hatte Magie eine Rolle gespielt? Auch wenn er nicht hellsichtbegabt war, sie war es, und sich in seinen Traum zu bringen w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit, wenn sie in Not war. Durch den Zauber war es, als sei das Zimmer taghell erleuchtet. Kira drehte sich im Schlaf gerade herum, vom Spiegel weg. Mitras konnte nichts auff\u00e4lliges sehen. Auch magisch sah er nichts. Er seufzte erleichtert. Ihm fiel aber das schmale Buch auf, dass sie auf dem Nachtschrank liegen gelassen hatte. Das war keines von seinen, wohl eine Leihgabe. Aber ein Buch, dass sie las, sollte keinen Einfluss auf seine Tr\u00e4ume haben. M\u00fcde werdend sch\u00fcttelte Mitras sich, deaktivierte den Spiegel. Er musste sich wohl eingestehen, dass er seiner Discipula gegen\u00fcber sehr sehr unv\u00e4terliche Gedanken hatte. Scheinbar genug, um seine Tr\u00e4ume so konkret werden zu lassen. Er ging wieder ins Bett, doch es dauerte eine Weile, bis er zur Ruhe kam. Immer wieder kam ihm das Bild vor Augen wie Kira am Ende ihrer Drehung komplett nackt vor ihm gestanden hatte. Ihr K\u00f6rper war makellos sch\u00f6n, aber was ihn wirklich fesselte, war dieser sch\u00fcchterne und doch wolll\u00fcstige Blick gewesen. Nichts an ihr hatte ihn so sehr erregt wie dieser Ausdruck. Mitras sp\u00fcrte, dass er sich beim morgigen Laden besonders zusammen rei\u00dfen musste.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen des Ingas f\u00fchlte sich Kira ein wenig zerschlagen. Sie war gestern eindeutig zu sp\u00e4t eingeschlafen. Aber dieses Buch von Sebastian&#8230; sie hatte nach dem ersten Bl\u00e4ttern gut verstanden, warum er vorgeschlagen hatte, es mit abgeschlossener T\u00fcr zu lesen. Die Beschreibungen waren, nunja, sehr detailliert, aber die Bilder dazu waren noch&#8230; sie konnte nicht sagen, schlimmer, denn eigentlich war es ja gar nicht schlimm. Eher anregender, also, noch anregender gewesen. Irgendwann, schon sp\u00e4t in der Nacht, hatte sie es zur Seite gelegt, die Augen geschlossen und sich vorgestellt, es seien sie und Mitras gewesen, die diese Dinge dort taten. Und wie schnell sie zum H\u00f6hepunkt gekommen war allein bei der Vorstellung, ihn anzufassen! In einem hatte Sebastian also Recht: Sie wollte das ausprobieren. Sie wollte Sex ausprobieren. Allerdings war die Erinnerung an Johann deutlich genug, als dass ihr auch sehr klar war, dass sie nicht mit jemandem anderen als Mitras ausprobieren wollte. Und da das ja nun eindeutig nicht zur Debatte stand, w\u00fcrde sie wohl eher Jungfrau bleiben. Sie seufzte, w\u00e4hrend sie sich anzog. Immerhin eine Jungfrau mit guten Fantasien und einem Leidensgenossen. Den letzten Gedanken verwarf sie allerdings wieder. Sebastian war zwar ungl\u00fccklich verliebt, aber Sex hatte er vermutlich genug. Insofern also Jungfrau mit Fantasie. Immerhin besser als Jungfrau mit Angst. Immer noch m\u00fcde, aber durchaus motiviert, jetzt die Meditation und die \u00dcbungen in der Verwandlungsmagie anzugehen, ging sie zum Fr\u00fchst\u00fcck herunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitras sa\u00df mit William bereits am Tisch. Etwas verlegen &#8211; ihr kamen Bilder von gestern nacht in den Sinn &#8211; gr\u00fc\u00dfte sie die beiden. William stichelte: &#8222;Naa, heute Sp\u00e4taufsteherin, Mylady?&#8220;&nbsp;&#8222;Mh ja, guten Morgen. Ich hab mich gestern Abend festgelesen. Und als ich gerade eingeschlafen war, hat mich ein Ger\u00e4usch oder so wieder geweckt.&#8220; Bei diesen Worten zuckte Mitras leicht zusammen und sie meinte ihn kurz err\u00f6ten zu sehen. William wiederum schien es nicht zu bemerken und meinte nur: &#8222;Unser werter Herr Nachbar di Risa beliebt am Uldumsabend in einen Herrenklub in der N\u00e4he zu gehen. Mich wundert&#8217;s, dass dir das noch nie aufgefallen ist. Er ist meistens ziemlich laut beim nach Hause kommen. Laut und betrunken.&#8220; Kira zuckte mit den Schultern und setzte sich hin. Warum war Mitras rot geworden? Sah das niedlich aus! &#8222;Normalerweise schlafe ich ganz gut.&#8220; Wie, um ihre Worte zu unterstreichen, musste sie ein G\u00e4hnen unterdr\u00fccken. &#8222;Aber ich bin gleich wach!&#8220;, beeilte sie sich in Richtung Mitras. Nicht, dass er dachte, sie w\u00fcrde hier ihre Pflichten vers\u00e4umen. &#8222;Der Verwandlungsmagie steht heute nichts im Wege!&#8220; Mitras lachte. &#8222;Es ist gerade erst acht Uhr. Wir fangen um neun an. Es spricht also nichts dagegen wenn du mal bis acht schl\u00e4fst. insbesondere nicht wenn dich, \u00e4h, unser Nachbar dich weckt. An welchem Buch hast du dich denn festgelesen? Eins aus meiner Sammlung oder was frisches aus der Bibliothek? Ich k\u00f6nnte auch mal wieder neuen Lesestoff vertragen.&#8220; Kira sp\u00fcrte, wie sie knallrot wurde. Sie konnte unm\u00f6glich sagen, was f\u00fcr ein Buch sie da gelesen hatte. &#8222;\u00c4h&#8230;&#8220;, stammelte sie, &#8222;\u00e4h, nein, also, das hat Sebastian mir geliehen. Ich soll es ihm auch bald wieder zur\u00fcck geben, aber wenn ich etwas anderes spannendes finde, kann ich es dir gerne auch ausleihen.&#8220; Sie betete, dass er nicht weiter nachfragen w\u00fcrde. Und auf jeden Fall w\u00fcrde sie ihm n\u00e4chste Woche ein Buch mitbringen. &#8222;Ha, so einen ganz schrecklichen Liebesroman, dass du dabei so rot wirst?&#8220;, lachte William. Sie h\u00e4tte ihn am liebsten unter dem Tisch getreten, aber er sa\u00df zu weit weg. Also begn\u00fcgte sie sich mit einem b\u00f6sen Blick und murmelte: &#8222;Ja, sehr.&#8220; Um weiteren Gespr\u00e4chen auszuweichen, biss sie ins Brot und schob schnell noch ein St\u00fcck K\u00e4se hinterher. William lachte und stand auf, seinen Teller mitnehmend. &#8222;Alles gut, ich hab als Jugendlicher auch schrecklichen Schund gelesen, und Mitras erst, was meinst du, von wem ich meine B\u00fccher hatte?&#8220; Mitras lachte ebenfalls. &#8222;Ja, bei diesen B\u00fcchern sind wir alle irgendwann mal h\u00e4ngen geblieben. Falls sie dir gefallen, in der Bibliothek oben, auf der rechten Seite stehen auch noch welche.&#8220; Kira nickte mit vollem Mund. Liebesromane waren nicht ihres, aber sie w\u00fcrde trotzdem schauen, denn mehr \u00fcber Mitras Vorlieben als Jugendlicher zu erfahren, machte sie durchaus neugierig. Wenn sie ehrlich war, wollte sie eigentlich alles \u00fcber ihn wissen. Ehe ihre Gedanken allerdings wieder zu sehr abwandern konnten, konzentrierte sie sich auf ihr Brot und ruhiges Atmen. Und sie hatte heute morgen noch gedacht, die intensiven Momente von gestern Nacht h\u00e4tten sie etwas ruhiger gemacht! So kann man sich irren, grinste sie in sich selbst hinein. Den Geistern sei dank w\u00fcrden sie gleich erstmal meditieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Meditation f\u00fchlte sie sich wesentlich ruhiger und entspannter. Es half tats\u00e4chlich sehr, ihre Emotionen besser zu kontrollieren. Zu Beginn hatte seine Gegenwart sie ja oft noch abgelenkt, aber in der Zwischenzeit schaffte sie es auch mit ihm im Raum immer besser, zur Ruhe zu kommen, bis er keine Farbe mehr in ihrer Aura wahrnehmen konnte au\u00dfer der ihr eigenen, die er als Karamellschimmern beschrieb. Ihr gefiel diese Beschreibung. Ein Karamell-Eichh\u00f6rnchen wollte sie gern f\u00fcr ihn sein, das klang n\u00e4mlich gleichzeitig s\u00fc\u00df, lecker und wild. Aber letztendlich war das ja eh nur Wunschdenken, also schob sie es beiseite und setzte sich nach den \u00dcbungen locker im Schneidersitz in die Mitte des Zirkel. &#8222;Jetzt also wieder Ton verformen?&#8220;&nbsp;&#8222;Ja, da es vorgestern mit den Schneeb\u00e4llen und dem Eisformen gut geklappt hat, k\u00f6nnen wir jetzt zum Anfang zur\u00fcckkehren. Dann hast du auch wie jede gute F\u00fcnftsemester Sch\u00fclerin alle vier Arten kennen gelernt und beherrschst Zauber zu jeder Gattung.&#8220; Seine Stimme hatte eine Mischung aus Necken und Stolz, die sie durchaus mochte. Sie grinste ihn an. &#8222;Ich habe jetzt schon Zauber aus jeder Gattung gezaubert, der Eismann am Mafuris war Ver\u00e4nderungsmagie.&#8220; Und Elementarmagie, f\u00fcgte sie im geheimen hinzu, aber sie wollte ihm lieber nicht sagen, dass sie f\u00fcr einiges von dem Eis Wasser hergezaubert hatte, weil sie zu faul gewesen war, mehr Schnee zu sammeln. &#8222;Ja, meine Mustersch\u00fclerin.&#8220;, schmunzelte Mitras und legte den Klumpen Ton in die Mitte des Zirkels. &#8222;Dann jetzt also bitte den Ton verformen und nichts explodieren lassen.&#8220; Ein wenig nerv\u00f6s sah Kira den Klumpen Ton an. Das Eis hatte sich leicht formen lassen, aber da war sie ja auch drau\u00dfen und nahe der magischen Schilfb\u00fcschel gewesen&#8230; Sie atmete Magie ein, schlo\u00df einen Moment die Augen und sp\u00fcrte, wie sie von ihr erf\u00fcllt wurde. Mit jedem \u00dcben wurde das Gef\u00fchl vertrauter, und sie geno\u00df es, die Magie einen Moment in sich zu bewahren, ehe sie sie formte. Dann \u00f6ffnete sie die Augen wieder. Eine Sch\u00fcssel. Langsam lie\u00df sie die Magie sich entfalten. Da herunter, den Rand hinauf&#8230; vor ihren Augen bewegte sich der Ton erst ruckartig, dann langsamer. Eine etwas verbeulte Sch\u00fcssel formte sich. Sie versuchte mit dem Rest an Magie, die Kante etwas glatter zu streichen, doch das hatte nur zur Folge, dass die Sch\u00fcssel eine gr\u00f6\u00dfere Delle bekam. Etwas unzufrieden lie\u00df sie die H\u00e4nde sinken und betrachtete ihr Werk. Der Geschmack des leicht verbrannten Sahnekaramell lag in ihrem Mund und passte zu dieser nicht ganz so gelungenen Sch\u00fcssel.&nbsp;&#8222;Hmm, ich glaube, nicht so Mustersch\u00fclerin, wie du dir das vorstellst.&#8220;, sagte sie mit leichter Verzweiflung in dem Versuch, sich wenigstens den Humor zu bewahren. &#8222;Na, nun rede dich nicht klein. F\u00fcr einen ersten Versuch ist das nicht schlecht. Die meisten brauchen schon so ein bis zwei Wochen um soweit zu kommen.&#8220; Mitras hob die Sch\u00fcssel auf, nahm sie behutsam in seine Rechte und wirkte mit der anderen Hand einen Zauber. &#8222;Du auch?&#8220;, wagte Kira zu fragen. &#8222;Und was machst du da?&#8220; &#8220; Daf\u00fcr sorgen, dass wir uns immer an deinen ersten gelungenen Versuch erinnern k\u00f6nnen. Ich habe die Struktur verfestigt, so dass dies nun eine richtige Sch\u00fcssel ist. Ich bewahre sie als Erinnerung auf, an das erste, naja, an den ersten \u00dcbungszauber, den meine erste Sch\u00fclerin erfolgreich gewirkt hat.&#8220; Kira wurde ein bisschen rot. &#8222;Uhm, das&#8230; das kann ich aber bestimmt besser&#8230; Sowas schiefes kannst du dir doch nirgendwo hinstellen&#8230;&#8220; Er \u00f6ffnete eine Vitrine in der oberen linken Ecke des Schranks und stellte die Schale neben einen ziemlich unf\u00f6rmigen Becher, der ihre Schale schon fast gut aussehen lie\u00df. &#8222;Doch, das kann ich, wie du siehst.&#8220; Neugierig stand Kira auf und deutete auf den Becher. &#8222;Wer hat den gemacht?&#8220; &#8222;Nun, ich war nicht immer der gro\u00dfe Meister der Ver\u00e4nderungsmagie. Auch ich habe irgendwann einmal mit einem Tonklumpen angefangen. Mein Meister hat es aber deutlich weniger zu sch\u00e4tzen gewusst. Es war gar nicht so leicht, das gute St\u00fcck hier vor ihm zu bewahren.&#8220; Kira trat neben ihn und schaute ihn an. Er wirkte ein wenig traurig. Vorsichtig ber\u00fchrte sie seine Hand. &#8222;Danke, dass du meine schiefe Sch\u00fcssel so sch\u00e4tzt. Du bist ein besserer Mentor als er. Und ein besserer Mensch.&#8220;, versuchte sie ihn zu tr\u00f6sten. Diesen Thadeus, der ihm wehgetan hatte, irgendwann w\u00fcrde sie dem wehtun, dass er nicht wusste, wo oben und unten war, beschloss sie grimmig. Jeder, der Mitras wehgetan hatte oder wehtun wollte, jedem w\u00fcrde sie es heimzahlen, wenn sie erst stark genug war.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras sp\u00fcrte f\u00f6rmlich, wie sie bei dieser unerfreulichen Anektdote zornig wurde. Thadeus konnte einem gut die Laune verderben. Aber letztendlich half ihm diese Erfahrung nun seiner Sch\u00fclerin die richtige Form der Unterst\u00fctzung zukommen zu lassen. Dass er ihr diesen krummen Becher zeigen konnte half ihr sicher enorm. Sonst sah sie von ihm ja immer nur das Bild des gro\u00dfen m\u00e4chtigen Zauberers. Sie sollte ruhig wissen, dass er auch klein angefangen hatte. Dann verstand sie auch besser, dass sie durch ihr enormes Potential noch viel weiter kommen w\u00fcrde. Mitras musste aber auch an Nathanaels Warnung denken. Sie Demut zu lehren war auch wichtig, nur dass er daf\u00fcr nicht gerade der beste Lehrmeister war. Nun, immerhin hatte sie ihm hier aber noch etwas voraus &#8211; nach allem, was er bisher wusste, war sie meistens eher bescheiden. Das hatte man von ihm in ihrem Alter nicht behaupten k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie war wieder zur\u00fcck in die Mitte des Zirkels gegangen und schaute ihn von unten herauf an. &#8222;Gibst du mir einen neuen Klumpen Ton? Ich will das besser k\u00f6nnen.&#8220; Mitras lachte. Ja, an diesem Punkt war sie ihm offenbar aber \u00e4hnlich. &#8222;Nun gut, wenn der Ehrgeiz dich schon so packt, will ich dem nicht im Wege stehen.&#8220; Er \u00f6ffnete die Schrankt\u00fcr und blickte zu den Tonw\u00fcrfeln. &#8222;Ich habe allerdings nur noch Material f\u00fcr f\u00fcnf weitere Versuche. Entweder musst du den Ton wiederverwenden oder warten bis ich neuen besorgt habe.&#8220; Sie lie\u00df einen der Klumpen zu sich heran schweben. &#8222;Ich werde ihn schon wieder verwenden. Der kleckert wenigstens nicht.&#8220; Mitras l\u00e4chelte, dann wurde ihm bewusst, was sie da gerade gesagt hatte. &#8222;Moment, wo hast du womit gekleckert?&#8220; &#8222;\u00c4hhh, nichts.&#8220; Rasch schloss sie die Augen und er sah, dass sie sich Magie heranzog. Schmunzelnd sah er ihr zu. Durch Zaubern einer unangenehmen Frage entgehen, die Taktik kannte er auch zur Gen\u00fcge. Wie zu erwarten, wurde die n\u00e4chste Sch\u00fcssel dann auch eher ein zerdellter Teller. Zerknirscht sah sie den Ton an.&nbsp;&#8222;Ja, das kommt dabei heraus, wenn man nicht genug Konzentration in den Zauber legt, aber ich bin immer noch neugierig. Kira, wobei hast du gekleckert?&#8220; Sie schaute ihn schuldbewusst von unten an. &#8222;Mit Wasser. Auf meinen Teppich. Aber nicht doll.&#8220; Eine ihrer Locken hatte sich gel\u00f6st und hing \u00fcber ihrer Nase, und sie pustete sie weg, was allem Zerknirschtsein, dass sie gerade versuchte darzustellen, jegliche Wirkung nahm und ihn beinahe zum Lachen brachte. M\u00f6glichst ernst fragte er: &#8222;Und wieso hattest du Wasser in deinem Zimmer? Hast du gezaubert oder beim Waschen gep\u00fctschert?&#8220; Eigentlich kannte er die Antwort ja schon &#8211; \u00fcber Spritzer beim Waschen w\u00e4re sie nicht so verlegen gewesen. Aber zu sehen, wie sie sich ein wenig wand, machte doch Spa\u00df. &#8222;Ich hab versucht, das Wasser in meiner Hand auftauchen zu lassen. Ich wollte eben \u00fcben&#8230;&#8220; Sie blickte zu Boden, doch nicht schnell genug, er hatte ein leichtes Grinsen gesehen. Offenbar wusste sie durchaus, dass sie nicht alleine und in ihrem Zimmer zaubern sollte, aber wirklich leid tat es ihr nicht. Noch etwas, in dem sie ihm \u00e4hnlich war, nur das er es deutlich besser verstanden hatte, dass vor Thadeus geheim zu halten. Was allerdings f\u00fcr ihn auch deutlich wichtiger war als f\u00fcr sie. Und obwohl er ihr Vertrauen sch\u00e4tzte, er musste ihr auch ihre Grenzen aufzeigen, ehe sie sich oder andere in Gefahr brachte. Denn das war bei ihrem Potential weitaus wahrscheinlicher als bei ihm! &#8222;Kira, du kannst \u00fcben, hier im Labor, wo es daf\u00fcr Schutzzauber gibt, die uns alle, und das schlie\u00dft dich selbst auch ein, vor den Folgen eines Ungl\u00fccks sch\u00fctzen. Ich denke mal, dass hier eine kleine Verdeutlichung n\u00f6tig ist. Morgen soll Abby den Saal und auch den Flur reinigen, aber Morgen wird sie sich eine Auszeit nehmen k\u00f6nnen. Da wirst du das \u00fcbernehmen, ohne Magie. Aber ich verstehe auch, dass du mehr Zeit zum \u00dcben brauchst. Solange deine sonstigen Studien darunter nicht leiden, darfst du das Labor auch benutzen, wenn ich nicht da bin. Aber nur zum \u00dcben bekannter Zauber. Ich m\u00f6chte nicht, dass du dich oder jemand anderes verletzt, weil dir ein neuer Zauber misslingt.&#8220; Sie blickte ihn mit einer ganz seltsamen Mischung von Gef\u00fchlen an, erst sah sie kurz w\u00fctend aus, dann erstaunt und freudig, dann wieder bockig. Mitras musste sich zusammennehmen, angesichts ihres wechselnden Mienenspiels ernst zu bleiben. Schlie\u00dflich nickte sie. &#8222;Danke und in Ordnung.&#8220; Sie schwieg einen Moment. Dann erg\u00e4nzte sie leise, den Kopf nach unten gesenkt: &#8222;Und danke, dass du eine so milde Strafe ausgesucht hast.&#8220; Mitras zog eine Augenbraue hoch. Den kompletten Salon und Flur zu putzen empfand sie als eine milde Strafe? Nun, er hatte ihre Mutter erlebt. Dann sollte es so sein. Er nickte ihr zu und setzte sich an seinen Schreibtisch. &#8222;Dann \u00fcb jetzt weiter, ich arbeite hier.&#8220; Sie nickte gehorsam und so verbrachten sie den Rest des Tages gemeinsam im Labor. Nach mehreren Versuchen ging Kira wieder die Magie aus, weshalb er ihr stattdessen einige B\u00fccher zu Verwandlungs- und Telekinesezaubern brachte und ihr vorschlug, dass sie sich den n\u00e4chsten Zauber selbst aussuchen k\u00f6nnte. Sie lag eine Weile auf dem Boden des Zirkels und las, ehe sie sich aufrappelte und sich selbst an den Schreibtisch setzte, und auch darin, fand er, war sie ihm \u00e4hnlich. Das warme Gef\u00fchl von Zuneigung lag in ihm, schien beinahe den Raum zu f\u00fcllen, und obwohl er selbst sich den eher erm\u00fcdenden \u00dcberlegungen zu einem erneuten Versuch, die Ladezeit der Generatoren zu verl\u00e4ngern, widmete, f\u00fchlte es sich doch angenehmer an, gemeinsam zu arbeiten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Den Salon zu putzen fand Kira eigentlich nicht schlimm, aber als sie am Schengstag gegen Nachmittag immer noch damit besch\u00e4ftigt war, aus den letzten Ecken Staub und Spinnenweben zu fischen, \u00e4rgerte sie sich doch wieder, dass sie sich verplappert hatte. Wie viel lieber w\u00fcrde sie gerade lesen oder zaubern! Und ihre Mathematikaufgaben musste sie auch noch machen. Grummelnd r\u00e4umte sie das Putzzeug weg und holte zum dritten Mal Abby, um ihre Arbeit pr\u00fcfen zu lassen. Zu ihrer Erleichterung nickte diese nun endlich und entlie\u00df sie von ihrer Strafarbeit. Schnell st\u00fcrmte Kira die Treppe nach oben. Jetzt rasch umziehen und dann Mathe erledigen. Oder erst ein wenig \u00fcben? Konnte ja nicht schaden, endlos lange w\u00fcrde es eh nicht klappen, so lange sie das Fenster nicht aufmachte. Sie nahm sich dennoch ihre Mathematiksachen mit ins Labor. Mitras war nicht da, also angelte sie sich ein St\u00fcck Ton und verfeinerte ihren Zauber. Wenn man ehrlich war, versuchte sie es, aber die Sch\u00fcssel wurde nur unwesentlich sch\u00f6ner und der Geschmack des Verbrannten ging nicht ganz weg, nach ein paar Versuchen hatte sie beinahe das Gef\u00fchl, ihr w\u00fcrde wieder schlecht werden, also brach sie ab und vertiefte sich stattdessen in die Mathematik\u00fcbungen. Diesmal ging es um Ver\u00e4nderliche &#8211; wie passend. Di Pinzon hatte ihr einen Text mitgegeben, den er selbst geschrieben hatte, und ihr aufgetragen, sich selbst eine Aufgabe passend zum Text zu \u00fcberlegen. Das Konzept der Ver\u00e4nderlichen Zahl, zu der eine weitere nach festen Regeln zugeordnet wurde, hatte er ihr auch schon in einem Vortrag erkl\u00e4rt, also \u00fcberflog sie den Text nur nocheinmal kurz und \u00fcberlegte dann. F\u00fcr was gab es feste Zuordnungsregeln, aber die Grundgr\u00f6\u00dfe war ver\u00e4nderlich? Preise, hatte di Pinzon gesagt, aber Preise fand sie uninteressant. Gab es Regeln dar\u00fcber, wie gut eine Sch\u00fcssel wurde, gemessen an der Menge Magie, die man hineinsteckte? Sie grinste. Vermutlich ja &#8211; je l\u00e4nger sie \u00fcbte, desto besser w\u00fcrde die Sch\u00fcssel werden. Aber da man die Sch\u00f6nheit einer Sch\u00fcssel schlecht in Zahlen messen konnte, nahm sie davon wieder Abstand. Ob Mitras Texte zu Mathematik und Magie hatte? Vielleicht konnte sie da abschreiben? Aber nein, di Pinzon hatte eindeutig gesagt, dass sie sich selbst etwas ausdenken sollte. Hmmm&#8230; sie betrachtete den Schrank, aus dem Kerzen und Kr\u00e4uter herausragten. Ah, Kerzen. Je l\u00e4nger eine Kerze brennt, desto geringer wird ihre H\u00f6he. Da gab es bestimmt eine Regel! Sie traute sich nicht, eine der Kerzen aus dem Schrank zu nehmen, vielleicht waren sie magisch. Also ging sie nach unten und besorgte sich eine von William. Die n\u00e4chste Stunde verbrachte sie damit, die Kerze abbrennen zu lassen und immer wieder ihre H\u00f6he zu messen. In der Zwischenzeit formte sie, nun deutlich entspannter, an der Sch\u00fcssel weiter herum, bis diese einigerma\u00dfen zufriedenstellend aussah. Wie praktisch, Mathe und Magie gleichzeitig erledigen zu k\u00f6nnen! Die Pausen, die sie brauchte, um die neue H\u00f6he zu messen und aufzuschreiben, waren genau richtig, um wieder mehr Magie in den Raum flie\u00dfen zu lassen und das flaue Gef\u00fchl in ihrem Magen zu verringern, das die Ver\u00e4nderungsmagie immer noch ausl\u00f6ste. Als sie mit der Sch\u00fcssel halbwegs zufrieden war, wechselte sie zur Telekinese, jonglierte ein wenig und griff dann die Mischung aus Elementarmagie und Telekinese wieder auf, mit der man den kleinen Wasserball formen konnte. Als Mitras gegen 18 Uhr ins Labor kam, konnte sie schon fast einen Ball von der Gr\u00f6\u00dfe einer Wallnuss erzeugen und schweben lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frustriert kam Mitras aus dem Keller und ging nach oben. Ein erneuter Versuch war gescheitert. Er hatte versucht den Zauber bei seiner Wanderung durch die Bezirke zu steuern, oder zumindest die Richtung vorhersagen zu k\u00f6nnen. Zur Sicherheit nutzte er daf\u00fcr das untere Labor, wo bessere Schutzmechanismen angebracht waren. Das viele Eisen, dass in die schweren Netze eingearbeitet war, behinderten zwar auch seine eigene Magie, aber das war immer noch besser als ein Loch in die Decke oder in eine Wand zu sprengen, stanzen, brennen oder sonstwie das Haus zu besch\u00e4digen. G\u00e4be es noch Festungen wie fr\u00fcher zu Zeiten der Rasenna, dann br\u00e4uchte es nur ein dutzend Elektrumzylinder, um binnen einer Stunde genug Breschen in diese zu pr\u00fcgeln, um jede Verteidigung nutzlos zu machen. Es bestand dann nur das Risiko, dass einer der Zylinder pl\u00f6tzlich in die eigenen Reihen einschlug und mit den Belagerern das Gleiche machte, wie mit den Mauern. Mitras wollte da lieber nicht weiter dr\u00fcber nachdenken. Das Elektrum sollte in Kriegen \u00fcberhaupt keine Rolle spielen und den Frieden befeuern. Aber dahin schien es noch ein weiter Weg zu sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Deprimiert von den Gedanken an Verw\u00fcstungen kam er in sein Labor, und stellte fest, dass die Verw\u00fcstung ihn nun auch hier aus seinen Gedanken heraus einholte. Kira schien mehr als eine Sch\u00fcssel explodiert zu sein, \u00fcberall auf ihrem Stuhl und dem Boden zeigten sich Spuren des Tons, um den Zirkel herum war alles nass. Am schlimmsten war aber die Seite von Kiras Notizen, die gerade anfing eine leichte Rauchfahne zu entwickeln. Er sammelte sich, blies mit einem schnellen und kalten Windhauch die Kerze aus, sammelte die Lehmkl\u00fcmpchen ein und stellte dabei fest, dass es gar nicht so viele waren, Kira es aber geschafft hatte, diese so gestreut zu verteilen, dass es nach einer Katastrophe ausgesehen hatte. Als letztes sammelte er die Pf\u00fctze auf, indem er das Wasser in einen Ball zusammen laufen lie\u00df. Kira, die bei seinem Eintreten sich ihm freudestrahlend zugedreht hatte, schaute ihm verwirrt zu. Er lenkte ihn \u00fcber Kiras Kopf und belie\u00df ihn dort. &#8222;Ich denke, diese Form schwebte dir vor, oder?&#8220; Sie drehte den Kopf, um den Ball zu sehen und sagte: &#8222;Oha, so viel Wasser habe ich herbeigerufen?&#8220; Mitras sah die Sch\u00fcssel aus den Augenwinkeln und nickte kurz anerkennend, ihr Nachmittag war anscheinend erfolgreicher als seiner. Aber sie sollte definitv sorgf\u00e4ltiger auf ihre Umgebung achten. Zeit, sie ein bisschen abzuk\u00fchlen. Er lie\u00df den Wasserball los, der direkt in Kiras immer noch nach oben gewandtes Gesicht fiel. &#8222;Mitras!&#8220;, kreischte sie. &#8222;Nicht, meine Hausaufgaben!&#8220; Sie sprang vom Tisch weg.&nbsp;&#8222;Du meinst die, die hier beinahe verbrannt w\u00e4ren?&#8220; Mitras zeigte auf die leicht angesengte Ecke des Blattes neben der Kerze. &#8222;Ahh!&#8220;, rief sie, rannte zum Schreibtisch und fischte das Blatt herunter, vorsichtig darauf achtend, dass ihre tropfenden Haare nicht das Blatt erwischten. &#8222;Ja, oh, meine G\u00fcte, ich hab die Kerze vergessen!&#8220; Bevor sie nun wieder mit der N\u00e4sse etwas von ihren Unterlagen besch\u00e4digen konnte, wischte Mitras einmal mit der Hand und wirkte gezielt einen Hitzezauber auf das Wasser, so dass Kira von einer hei\u00dfen Dampfwolke umweht wurde, unangenehm, aber ungef\u00e4hrlich. Sie prustete und hustete.&nbsp;&#8222;Gut, dass das Labor bei deinen \u00dcbungen nass wird, da kann ich dr\u00fcber hinweg sehen. Dass \u00fcberall Lehm klebt, gut, sah bei mir in den ersten Wochen wahrscheinlich auch nicht besser aus. Aber eine Kerze unbeaufsichtigt in einem Haufen Papier stehen zu lassen, dass geht zu weit!&#8220; Mitras merkte selbst, wie er mit jedem Satz lauter wurde und versuchte sich zu bremsen. Aber verdammt, ein Feuer hier, das w\u00e4re fatal gewesen, f\u00fcr Kira und f\u00fcr seine Unterlagen. Kira blickte ihn verlegen, aber nicht besonders schuldbewusst an. &#8222;Uhm, eigentlich war sie ja gar nicht unbeaufsichtigt&#8230;&#8220;, versuchte sie sich rauszureden. &#8222;Und au\u00dferdem war es meine Mathematikhausaufgabe.&#8220; &#8222;Wenn sie nicht unbeaufsichtigt war, wieso ist dann diese Seite angesengt?&#8220; Mitras deutete auf das Papier. &#8222;\u00c4hh&#8230;&#8220; sie schaute ihn an, eine Mischung aus Wut und Niedergeschlagenheit. &#8222;Weil ich halt nicht so gut bin, wie mein Mentor behauptet? Ich kann halt ganz schlecht \u00fcben und Mathe und alles halt!&#8220; Sie warf kurz frustriert die Arme in die Luft. &#8222;Wahrscheinlich muss ich jetzt das Labor putzen, gemessen an deiner Lautst\u00e4rke?&#8220;&nbsp;Bei dem letzten Satz musste Mitras unwillk\u00fcrlich an Thadeus denken, wie er ihn immer wieder und wieder wegen jeder Nichtigkeit zusammen geschrien oder schlimmeres getan hatte. Von sich selbst besch\u00e4mt, sammelte er sich kurz. &#8222;Wie du siehst, ist das Labor bereits wieder sauber, und ein bisschen unordentlich ist es eh immer. Aber ich m\u00f6chte auch in Zukunft nicht, dass es verbrennt.&#8220; sagte er nun deutlich ruhiger. &#8222;Gut, erkl\u00e4re mir wieso du in einem Haus, in dem es mehr elektrisches Licht als in Dreiviertel der Stadt zusammen gibt, eine Kerze brauchst.&#8220; Kira blickte ihn misstrauisch an. &#8222;Du bist nicht b\u00f6se? Ich muss nichts putzen und keine andere Strafarbeit machen? Und ich darf weiter hier \u00fcben?&#8220; Mitras verschr\u00e4nkte demonstrativ die Arme &#8222;Das h\u00e4ngt davon ab, wie du meine Frage beantwortest.&#8220; &#8222;Oh, ja. \u00c4h, also&#8230;&#8220; Sie verbrachte etwa f\u00fcnf Minuten damit, ihm zu erkl\u00e4ren, dass sie eine Funktion hatte aufstellen sollen und zu diesem Zweck das Abrennen der Kerze beobachtet hatte, was tats\u00e4chlich eine ziemlich kreative Idee war. Er selber h\u00e4tte wahrscheinlich mit wesentlich weniger Sorgfalt eine Preisliste f\u00fcr Schokolade aufgestellt. &#8222;Nun gut. Beim n\u00e4chsten Mal wirst du dir einen Kerzenst\u00e4nder holen und ihn im sicheren Abstand zum Tisch und den Regalen aufstellen, und w\u00e4hrend ein Feuer brennt, dass du nicht sowieso unter magischer Kontrolle h\u00e4ltst, wirst du nicht zaubern.&#8220; &#8222;Ja, Magister.&#8220; Sie knickste sogar, eine wirklich \u00fcbertriebene Darstellung von Gehorsam, die ihre Missbilligung f\u00fcr seine Regeln ebenso deutlich zeigte wie ihren Willen, sie k\u00fcnftig zu befolgen. Mit dem Wissen \u00fcber ihre Eltern und seinen eigenen Erfahrungen mit Thadeus, konnte Mitras schon verstehen, dass sie so trotzig reagierte. Er wusste aber auch aus eben diesen Erfahrungen, dass sie sich in dieser Hinsicht nicht sonderlich geschickt anstellte und nur noch mehr \u00c4rger provozierte. Er belie\u00df es dabei. Lieber das eine oder andere Gespr\u00e4ch mit den Kollegen an der Schule, als sich jetzt selbst an diesem Dickkopf abzuarbeiten. Das w\u00fcrde eh nichts bringen, dachte er resignierend mit einem Blick auf seine eigene Vergangenheit. Aber er sollte bei offiziellen Anl\u00e4ssen doch mehr auf sie aufpassen. Als Magierin, selbst als Discipula, geno\u00df sie mehr Privilegien als die meisten Frauen, aber daf\u00fcr galten auch andere Regeln f\u00fcr sie, die Frauen sonst nicht betrafen. Ihr gegen\u00fcber h\u00e4tte ein gekr\u00e4nkter Adelsbengel sehr wohl das Recht, Genugtuung in einem Duell zu fordern. Er seufzte. Mentor sein war nicht immer so angenehm wie am letzten Silenz.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitras sa\u00df in seinem Bett, ein Buch in der Hand, als die T\u00fcr aufging. Ohne ein Wort zu sagen kam Kira herein und trat in das Licht der Lampe. Sie trug einen Morgenmantel, aber keine Pantoffeln. Mitras konnte nichts sagen und sah sie nur an, wie ihre H\u00e4nde zu dem Stoffg\u00fcrtel wanderten. 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