{"id":170,"date":"2025-03-30T19:49:29","date_gmt":"2025-03-30T19:49:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=170"},"modified":"2025-03-17T19:49:46","modified_gmt":"2025-03-17T19:49:46","slug":"der-springende-punkt-21-firn-242-schengstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2025\/03\/30\/der-springende-punkt-21-firn-242-schengstag\/","title":{"rendered":"Der springende Punkt &#8211; 21. Firn 242 (Schengstag)"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Uldumstag brachte Kira Sebastian sein Buch zur\u00fcck. Sie wich seinen Fragen dazu erfolgreich aus, so konnte sie ihm auch verschweigen, dass sie dasselbe Buch auch in Mitras Bibliothek gefunden hatte &#8211; neben zwei weiteren, die \u00e4hnlich detaillierte Inhalte zeigten. Sie waren zwischen Liebesromanen, die Mitras ihr empfohlen hatte, versteckt gewesen, und Kira wusste nicht, ob er das absichtlich gemacht hatte. Jedenfalls waren ihre Tr\u00e4ume um keinen Deut besser geworden, im Gegenteil. Oft wachte sie keuchend auf und w\u00fcnschte sich sehnlichst, sie k\u00f6nnte einfach \u00fcber den Flur gehen, sich an Mitras schmiegen und ihre Unruhe b\u00e4ndigen. Aber Mitras schien ihr aus dem Weg zu gehen &#8211; vermutlich war er noch sauer \u00fcber die Sache mit der Kerze.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Kira am n\u00e4chsten Schengstag \u00fcber den B\u00fcchern mit den Ver\u00e4nderungszaubern sa\u00df, fiel ihr ein Zauber auf. Er konnte einen Ball vom Boden abprallen lassen, indem er den Boden verzauberte. Das passte gut zu ihrer Nummer mit den Kugeln &#8211; ob man das auch mit einer Kugel Wasser machen konnte? Am n\u00e4chsten Uldumstag wollte sie Mitras gerne \u00fcberraschen. Seitdem sie das Labor verw\u00fcstet hatte &#8211; naja, in Unordnung gebracht hatte &#8211; war er so k\u00fchl zu ihr gewesen, und sie vermisste seine Anerkennung. Es tat fast k\u00f6rperlich weh, ihn nur beim Abendessen kurz zu sehen. Selbst ihre \u00fcblichen Fragestunden hatte er abgesagt. Und obwohl das Laden sch\u00f6n war wie immer, hatte er selbst da sie kaum angesehen und kaum mit ihr gesprochen. So langsam bereute sie es, mit der Kerze nicht aufgepasst zu haben, obwohl Pinzon sie f\u00fcr ihre Hausaufgaben sehr gelobt hatte. Sie holte sich einen Teller von William und versuchte den Zauber. Mit den Holzkugeln gelang es ganz gut, sie musste nur \u00fcben, den Telekinesezauber, mit dem sie den Ball auf den Teller prallen lie\u00df, richtig zu richten. Aber mit Wasser ging es leider gar nicht. Sie sa\u00df auf dem Boden des Labors, lie\u00df den Holzball zwischen ihrer Hand und dem Teller hin- und herspringen und gr\u00fcbelte. Warum klappte das nicht? Das Holz bewegte sich so leicht! Auf und ab. Was war am Wasser anders? Lag es daran, dass der Wasserball selbst schon durch Magie geformt war? Auf und Ab. Wie der Generator. Vielleicht sollte sie eine Elektrumkugel nehmen, um die Theorie mit dem verzauberten Material zu probieren? Nein, das w\u00fcrde Mitras nie erlauben. Sie m\u00fcsste das Holz verzaubern, aber dazu kannte sie keine Zauber. Ob sie Mitras um Hilfe bitten sollte? Frustriert stand sie auf und lie\u00df die Holzkugel schwungvoll auf den Teller fallen Sie sprang wieder hoch, fiel herab und sprang wieder hoch. Es sah lustig aus. Erstaunt beobachtete sie, wie der Ball seinen Sprung immer weiter machte. H\u00f6rte das gar nicht auf? Er verlor kaum an H\u00f6he. Nachdenklich schaute sie ihm zu. Wenn das Elektrum w\u00e4re&#8230; dann w\u00fcrde der Generator ja auch so funktionieren&#8230; Man m\u00fcsste eigentlich nur auf jeder Seite so einen Teller haben&#8230; Hmmm&#8230; Vielleicht konnte sie ihn so beeindrucken? Sie wusste, dass er seit Tagen unten im Keller experimentierte, aber wohl keinen Erfolg hatte, zumindest gemessen an seiner Laune beim Essen. Aber erst musste sie sich sicher sein. Hier oben stand auch ein Zylinder aus Elektrum, auch wenn er kleiner war als die in den Generatoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chste halbe Stunde verbrachte sie damit, zu \u00fcben, den Zylinder magisch anzuheben. Der war verdammt schwer! Irgendwann \u00f6ffnete sie das Fenster, damit ihr die Magie nicht immer ausging. Als sie endlich den Zylinder ruhig anheben konnte, ohne dass er wie wild durch die Luft schwang, lie\u00df sie ihn erstmal vorsichtig zu Boden sinken. Ihn auf den Teller prallen zu lassen, war vermutlich keine so gute Idee. Sie blickte sich suchend um. Etwas, was nicht kaputt ging, selbst wenn der Zauber nicht klappte. Nochmal eine Schimpftirade wegen Unordnung musste nicht sein. Hoffentlich riss Mitras ihr nicht den Kopf daf\u00fcr ab, das Elektrum \u00fcberhaupt angefasst zu haben. Wobei, ber\u00fchrt hatte sie es ja eigentlich nicht, dachte sie kichernd. Mit ein bisschen Suchen fand sie in der Ecke ein h\u00f6lzernes Schild, das stabil genug aussah, um den Brocken darauf fallen zu lassen. Sorgf\u00e4ltig wob sie den Reflektorzauber. Angesichts der Erfahrungen, die sie beim Anheben des Zylinders gemacht hatte, steckte sie auch in den Reflektor mehr Energie, lieber vorsichtig sein, als den Schild zerst\u00f6ren. Schlie\u00dflich war alles bereit. Nerv\u00f6s stand sie an der Kante des Zirkels, den Schild vor sich. Wenn das schief geht, werde ich drei Tage lang die St\u00e4lle putzen m\u00fcssen. Oder irgendwas in der Art. Sie hob den Zylinder an, lie\u00df ihn \u00fcber das Schild schweben und etwa 30 Zentimeter oberhalb sich gerade ausrichten. Dann machte sie die Augen zu. Wird schon gut gehen. Wird schon gut gehen. Sie lie\u00df los.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die ganze Woche \u00fcber hatte er immer wieder verst\u00f6rend anregende Tr\u00e4ume von Kira gehabt, was ihn so langsam doch sehr beunruhigte. Ja ,er war ewig nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen und Kira war verdammt attraktiv, sowohl durch ihre Sch\u00f6nheit, als auch durch ihren Verstand. Aber sie hatte auch diesen Johann hinter sich und&nbsp;war obendrein noch sein Sch\u00fctzling. Er sollte sie vor l\u00fcstigen Idioten sch\u00fctzen und nicht selbst einer werden. Nun ja, er hatte sich so gut es ging von ihr fern gehalten, in der Hoffnung, dass das seine Gedanken wieder auf Kurs bringen k\u00f6nnte. Es hatte nicht wirklich geholfen. Aber dar\u00fcber hatte er Kiras Ausbildung vernachl\u00e4ssigt. Sicher, sie war mehr als nur in der Lage, sich selbst alles M\u00f6gliche beizubringen. Aber er sollte trotzdem den \u00dcberblick behalten und sie lenken, und nach dem Vorfall mit der Kerze sie wohl auch vor sich selbst sch\u00fctzen. Soviel Potential wie sie besa\u00df, konnte es gef\u00e4hrlich werden, auch f\u00fcr sie. Was wenn sie sich bei einem Zauber zuviel zumutete und sich \u00fcbernahm und dadurch verletzt wurde?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mit diesen Gedanken im Kopf trat er gerade aus dem Keller heraus, als aus dem oberen Labor ein dumpfes, aber sehr lautes Knallen ert\u00f6nte und sich kurze Zeit sp\u00e4ter wiederholte. Er war bereits im vollen Lauf die Treppe hinauf, als es ein drittes Mal rumste. Die K\u00fcchent\u00fcr schwang auf und William setzte sich in Bewegung, sobald er Mitras laufend auf der Treppe sah. Das Ger\u00e4usch war rythmisch, also war vielleicht noch nichts passiert, aber er sollte sich trotzdem&#8230; Der Gedanke riss ab, als ein nochmal deutlich lauteres Poltern aus dem Labor hallte, gefolgt von einem dumpfen &#8222;Verdammt!&#8220; Mitras nahm die letzten drei Stufen in einem Sprung und war mit einem weiteren Schritt \u00fcber den Flur und durch die T\u00fcr. Kalte Luft schlug ihm entgegen. &#8222;Kira, ist alles in Ordnung?&#8220; Sie fuhr erschrocken zu ihm herum, da sah er den Elektrumzylinder vom Zirkel wegrollen. &#8222;Kira, was hast du&#8230;&#8220; Seine Stimme stieg bereits wieder an. Sorge und Wut fluteten durch ihn hindurch. &#8222;Warte bitte Mitras, lass mich erkl\u00e4ren! Es hat geklappt!&#8220; Der \u00e4ngstliche und gleichzeitig aufgeregte Tonfall lie\u00df ihn inne halten. Er \u00fcberblickte kurz die Szenerie, wechselte auf magische Sicht und sah den alten Holzschild im Zirkel. Er erkannte den Zauber nicht, der darauf lag, nur, dass es ein Ver\u00e4nderungszauber war. Er hob die Hand um William zur\u00fcckzuhalten und zu beschwichtigen, da dieser gerade oben ankam. \u00dcber die Schulter blickend sagte er:&#8220; Es ist alles gut, keiner ist verletzt und eine Renovierung ist auch nicht n\u00f6tig. Ich k\u00fcmmere mich darum.&#8220; &#8222;Ha, also gut wenn du meinst.&#8220; William warf ihm noch einen misstrauischen Blick zu und drehte dann aber wieder um. &#8222;Also gut,&#8220;, sagte er wieder an Kira gewandt. &#8222;Ich h\u00f6re, was hat geklappt?&#8220; Sie lugte kurz an ihm vorbei und rief: &#8222;Und es rumst gleich nochmal.&#8220; Dann trat sie auf den Zylinder zu und hob ihn mit einer gemurmelten Silbe und einer Handbewegung an. Mitras widerstand dem Drang dazwischen zu gehen, er war doch zu neugierig, was sie vorhatte. Er bereitete aber einen Fangzauber vor, falls er ihr nochmal herunterfallen sollte und schlo\u00df gleichzeitig mit einem kurzen Zauber das Fenster, durch dass es kalt hereinzog. Hatte sie es ge\u00f6ffnet, um an mehr Magie zu kommen? Sie lie\u00df den Zylinder \u00fcber das Schild schweben und richtete ihn etwa 50cm oberhalb aus. Dann deutete sie auf das Schild und sagte strahlend: &#8222;Stell dir vor, dass w\u00e4re eine Seitenwand vom Generator. Also, die hintere Wand. Und hier drumrum ist deine Kupferspirale. Und jetzt&#8230;&#8220; Mitras sprang beinahe hoch, als sie den Zylinder fallen lie\u00df, bereit, ihn zu fangen. Zu seiner Verwunderung knallte er auf das Schild und flog senkrecht wieder in die H\u00f6he &#8211; und zwar 50cm. Und dann fiel er wieder herunter. Und sprang wieder hoch. Auf die gleiche H\u00f6he. Mitras brauchte eine Sekunde, ehe er verstand. Der Zylinder war gar nicht verzaubert, nur das Schild. Und wenn man auf der anderen Seite ebensolch ein Schild anbrachte&#8230; Er lie\u00df den Fangzauber aus Achtlosigkeit los und der Zylinder blieb in der Luft h\u00e4ngen, war Kira ein ent\u00e4uschtes Quietschen entlockte, doch schon war er bei ihr und hob sie an. Freudig wirbelte er sie einmal um sich herum. &#8222;Du kleines Genie!&#8220;, rief er und dr\u00fcckte sie an sich. Komplett aus dem H\u00e4uschen hielt er die v\u00f6llig verwirrte Kira vor sich, dr\u00fcckte sie nocheinmal. Seine Freude schien sich auf sie zu \u00fcbertragen, sie strahlte ihn an, und er sp\u00fcrte pl\u00f6tzlich, wie beinahe Steinlawinen von seinem Herzen fielen. Wild zog er sie an sich dr\u00fcckte ihr vor Freude einen ungest\u00fcmen Kuss auf die Lippen, ehe er selbst bemerkte, was er da tat und sie erschrocken los lie\u00df. &#8222;Es, es tut mir leid. Ich wollte dich nicht so \u00fcberfallen, aber bei den Geistern! Kira, wei\u00dft du was du da gerade getan hast?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira krallte sich an seinen Armen fest, um nicht umzukippen. Das Drehen und seine Freude waren nicht so schlimm gewesen, aber, bei den Geistern, er hatte sie gek\u00fcsst. Ihr erster Kuss. Alles in ihr schien in Flammen zu stehen. Ein echter Kuss. Von Mitras. Auf die Lippen. Sie quietschte ein bisschen. Wo sollte sie jetzt nur mit all der Aufregung hin? Er hatte sie gek\u00fcsst! Richtig&#8230; Geister! Das hatte sich gelohnt mit diesem Zauber.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Seine Freude schlug in Sorge um. Kira stand v\u00f6llig weggetreten vor ihm und hielt sich krampfhaft an seinen Armen fest, als wenn sie sonst gleich umfallen w\u00fcrde. Verdammt, wie konnte er solch einen Moment nur so derma\u00dfen zerst\u00f6ren! &#8222;Kira, es tut mir leid. Ist alles in Ordnung? Kira?&#8220;Sie gab einen leisen quietschenden Laut von sich. Mitras blickte sie besorgt an, aber ihre Augen waren nicht geweitet, es war also kein Schock. &#8222;Kira, bitte sei mir nicht b\u00f6se wegen des Kusses.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Er redete mit ihr. Oh, sie musste zuh\u00f6ren. Sie schaute ihn an. Wieso sah er so besorgt aus? Sie brauchte einen Moment, um seinen letzten Satz zwischen all den wild flatternden Schmetterlingen in ihr zu sortieren. B\u00f6se? Wieso b\u00f6se? &#8222;Ich&#8230;&#8220; , ihre Stimme brach ab. Oh, wie peinlich, nicht reden zu k\u00f6nnen. Sie wiederstand der Versuchung, \u00fcber ihre Lippen zu lecken. Der Kuss war so kurz gewesen. Und so sch\u00f6n. Sie r\u00e4usperte sich. &#8222;Ich, also, nein, ich bin nicht b\u00f6se.&#8220;, stotterte sie. &#8222;Das war f\u00fcr einen ersten Kuss ganz gut.&#8220; Oh, Geister, hatte sie das wirklich gesagt? Sie sp\u00fcrte, wie ihr das Blut in die Wangen scho\u00df. Verdammt! Das war so gar nicht romantisch. Nicht mal das bekam sie hin!<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Erster Kuss?&#8220;, rutschte es Mitras verwirrt heraus. War dieser Johann der erste, der ihr nahe gekommen war? Und dann so? Aber ihm gegen\u00fcber wirkte sie nicht b\u00f6se, eher verlegen. Nun gut, wenigstens hatte er keinen Schaden angerichtet, dachte er erleichtert. &#8222;Kira&#8230;&#8220; Ein Rumsen, gefolgt von einem Knall, riss ihm das Wort ab. Der Zylinder war schr\u00e4g auf das Schild gefallen, quer weggescho\u00dfen und hatte ein kleines Loch in eine Schrankt\u00fcr geschlagen. &#8222;Gut, das geht auf mein Konto.&#8220; sagte er und sammelte den immer noch rollenden Zylinder ein, ehe er noch mehr Schaden anrichten konnte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Knall riss Kira ganz aus ihrer Trance. Sie beobachtete, wie Mitras den Zylinder einfing und \u00fcberlegte fieberhaft, was sie nun sagen sollte. Es war so s\u00fc\u00df, dass er so sehr die Berrschung verlor, wenn er sich freute. Aber gemessen an seiner Reaktion hatte er sie nicht gerade aus m\u00e4nnlichem Interesse heraus gek\u00fcsst &#8211; so ein Kuss h\u00e4tte seine Schwester vermutlich auch bekommen, wenn sie ihn in \u00e4hnliche Aufregung versetzt h\u00e4tte. Der Gedanke minderte ihre Schmetterlinge deutlich. Ihr fiel wieder ein, warum sie ihn \u00fcberhaupt so in Aufregung versetzt hatte. Immer noch hochrot fragte sie: &#8222;Also, denkst du, ehm, dass es funktionieren k\u00f6nnte, so einen Generator zu bauen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras hielt inne und blickte Kira an. &#8222;Nat\u00fcrlich kann das funktionieren. Jetzt bewegt sich der Zylinder vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts in einer waagerechten R\u00f6hre, aber genauso gut kann die R\u00f6hre senkrecht stehen. Was ist das \u00fcberhaupt f\u00fcr ein Zauber?&#8220; Sie war aufreizend niedlich, wie so so hochrot vor ihm stand. Und er war so gl\u00fccklich. Das konnte wirklich funktionieren! Er wiederstand dem Impuls, sie nochmal an sich zu dr\u00fccken. &#8222;Ehh, ein&nbsp;Reflektorzauber. Nur, hmm, ich hab vielleicht etwas mehr Energie reingetan, weil der Zylinder so schwer ist. Eigentlich wollte ich ja Wasserb\u00e4lle abprallen lassen, um dich zu beeindrucken, aber das hat leider nicht geklappt.&#8220; Verlegen deutete sie auf eines der B\u00fccher, das aufgeschlagen auf ihrem Tisch lag. Mitras ging hin und warf einen Blick auf den aufgeschlagenen Zauber.&nbsp;&#8222;Magie f\u00fcr Gaukelei und Unterhaltung&#8220;, sagte die Kapitel\u00fcberschrift &#8211; kein Wunder, dass er sich das bisher nicht so genau angesehen hatte. Thadeus hatte ihm solche Spielerein viel zu gr\u00fcndlich ausgetrieben. &#8222;Und wie bist du von einem Wasserball auf den Zylinder gekommen?&#8220; Sie hockte sich neben den Schild und fuhr, immer noch sichtlich verlegen, mit dem Finger dar\u00fcber. &#8222;Na, ich hab erst gedacht, ich k\u00f6nnte mit einem verzauberten Elektrumball testen, ob das Wasser wegen der Verzauberung nicht abprallt. Aber dann ist der Holzball so gesprungen und ich musste an den Generator denken&#8230; und weil du dir so Sorgen machst &#8230; und du bist mir wichtig und ich wollte nicht, dass du weiter sauer bist wegen der Kerze&#8230; und naja, dann hab ich halt gedacht, ich kann das ja testen&#8230; bist du mir b\u00f6se, weil ich das Elektrum einfach genommen habe?&#8220; Sie blickte ihn um Verzeihung heischend von unten herauf an. Sie dachte, dass er ihr immer noch b\u00f6se war und sie sorgte sich um ihn. Die Scham stieg in ihm auf. Er war es, der sich entschuldigen sollte, so wie er die letzte Woche mit ihr umgegangen war.&nbsp;Aber er konnte ihr ja schlecht erkl\u00e4ren, wovor er sie da h\u00e4tte sch\u00fctzen wollen! Bei den Geistern, wie sehr er sie einfach in den Arm nehmen wollte. Vielleicht war das genau das richtige. Er ging einen Schritt auf sie zu und reichte ihr die Hand, um ihr aufzuhelfen. Sachte zog er sie hoch und nahm sie in den Arm. Diesmal behutsam und z\u00e4rtlich. &#8222;Danke und Entschuldigung. Nein, ich bin dir nicht b\u00f6se. Und auch wegen der Kerze war ich mehr besorgt als b\u00f6se. Was, wenn dir dabei etwas passiert w\u00e4re? Aber du hast es wieder einmal geschafft mir weiter zu helfen. Und diesmal sogar noch vielmehr als beim letzten Mal. Also Danke.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schmetterlinge reagierten sofort auf seine sanfte Ber\u00fchrung. Sie schwebte neben ihm. Also, zumindest f\u00fchlte es sich so an. Sie legte die Arme, soweit sie hoch reichte, um seinen Hals und schaute ihn von unten herauf an, schaute in seine eisblauen Augen, wie Eissonnen. &#8222;Ich helfe dir gern.&#8220; Vermutlich w\u00fcrde sie alles f\u00fcr ihn tun. Wenn er sie nur nochmal k\u00fcssen w\u00fcrde&#8230; Mitras strich ihr z\u00e4rtlich \u00fcber den Kopf. Er war gl\u00fccklich, sie hatte ihn gl\u00fccklich gemacht, auch wenn er es nicht sagte, dessen war sie sich sicher. Gl\u00fccklich und irgendwas anderes. &#8222;Helfen ist fast zu wenig gesagt.&#8220;, sagte er. &#8222;Du hast vielleicht gerade mein Lebenswerk gerettet. Wenn du dir irgendwas w\u00fcnscht, wenn ich irgendwas machen kann, sag es einfach. Selbst wenn es nicht mit dem richtigen Generator klappen sollte, ich stehe in deiner Schuld nur daf\u00fcr, dass du mir im wahrsten Sinne des Wortes die Sache umgedreht hast, mir eine neue Perspektive gibst. Du bist unglaublich, wei\u00dft du das?&#8220; Sie sog die Worte in sich auf. Unglaublich&#8230; Oh, Geister, f\u00fchlte sich das sch\u00f6n an. &#8222;Du auch&#8230;&#8220;, hauchte sie, nur um sich sofort innerlich daf\u00fcr auf die Zunge bei\u00dfen zu wollen. Sowas sagte man doch nicht als Antwort zu so einem Lob. Rasch schob sie etwas lauter hinterher, w\u00e4hrend sie die Arme von seinen Schultern nahm: &#8222;Eh, du brauchst mir nichts schenken. Ich bekomme doch schon alles von dir.&#8220; Und einen weiteren Kuss zu w\u00fcnschen war ganz sicher nicht angemessen, f\u00fcgte sie in Gedanken mit Bedauern hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p><em>In diesem Moment steckte William den Kopf durch die T\u00fcr. &#8222;Wirklich alles in Ordnung bei euch beiden?&#8220; Mitras machte schnell einen Schritt zur\u00fcck. &#8222;Ja, William, es ist mehr als nur in Ordnung. Kira hat mir gerade eine absolut fantastische Idee beschert. Ihr beide k\u00f6nnt zum Mittagessen runtergehen, und William, ich wei\u00df, dass es aufwendig ist, aber kannst du auf die Schnelle noch deinen Vanillepudding zaubern? Jemand hat es sich verdient verw\u00f6hnt zu werden.&#8220; William blickte skeptisch auf das Loch in der Schrankt\u00fcr. &#8222;\u00c4h gut, mach ich. Und du kommst nicht runter?&#8220; &#8222;Nein, ich habe keinen Hunger und muss mit der Arbeit an einem neuen Generatortyp beginnen. Ich muss wissen ob es funktioniert. Das ist zu wichtig und kann keine Sekunde warten.&#8220; Kira, die vor ihm stand, grinste pl\u00f6tzlich heftig. &#8222;Aber mein Mentor hat mir beigebracht, dass man sich nicht zu sehr verausgaben soll. Und an das Essen denken soll. William kann doch den Pudding machen &#8211; danke daf\u00fcr &#8211; und ich helfe dir. Du wirst Energie brauchen.&#8220; Mitras lachte. &#8222;In aller erster Linie brauche ich jetzt handwerkliches Geschick. Aber ich sollte bis heute Abend fertig sein. Wenn du willst kannst du mir dann dabei helfen einen Prototypen in Betrieb zu nehmen. Und was das Essen angeht, ich muss eh in den Keller. Ich werde mir was mit runternehmen. William, Morgen Abend erwarte ich ein Festmahl zu Ehren unseres Genies hier. Ich erwarte nur das Beste von dir.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Uldumstag brachte Kira Sebastian sein Buch zur\u00fcck. Sie wich seinen Fragen dazu erfolgreich aus, so konnte sie ihm auch verschweigen, dass sie dasselbe Buch auch in Mitras Bibliothek gefunden hatte &#8211; neben zwei weiteren, die \u00e4hnlich detaillierte Inhalte zeigten. 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