{"id":174,"date":"2025-04-13T19:50:33","date_gmt":"2025-04-13T19:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=174"},"modified":"2025-03-17T19:51:09","modified_gmt":"2025-03-17T19:51:09","slug":"festmahl-22-firn-242-silenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2025\/04\/13\/festmahl-22-firn-242-silenz\/","title":{"rendered":"Festmahl 22.Firn. 242 (Silenz)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Morgen des Silenz verschlief Kira &#8211; was kein Wunder war, da sie wirklich lange gebraucht hatte, einzuschlafen. Anders als in den letzten N\u00e4chten waren es diesmal ja auch keine Fantasien gewesen, die sie im Schlaf aufsuchten, sondern sie lag im Bett und dachte an das reale Gef\u00fchl. Seine Hand in ihrem&nbsp;Nacken, seine Lippen auf ihren&#8230; sie musste unbedingt bald mit Sebastian reden. Geister, wenn das jemand in Bispar w\u00fcsste! Die wilde Hexe, das Trollbiest hatte sich in einen Magier verliebt, einen Magister, oh, das war ja quasi ein Baron, wobei Mitras war ja sogar ein richtiger Graf. Sie war von einem Grafen gek\u00fcsst worden. Und es hatte sich so gut angef\u00fchlt. Kein Wunder also, dass sie erst nach einer langen Weile einschlafen konnte. Als sie wach wurde, h\u00f6rte sie im Haus schon verschiedene Ger\u00e4usche, Stimmen und Geschirrgeklapper. Sie stand auf, ignorierte ihren knurrenden Magen und zog sich sorgf\u00e4ltig an. Auf dem Tisch lagen ihre Mathematikaufgaben. Sie schaute sie an. Der Hunger war jetzt eh fast weg. Sie seufzte und setzte sich an den Schreibtisch. Sobald sie Mitras begegnete, war es mit der Konzentration wahrscheinlich eh dahin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz vor dem Mittag klopfte Abby an ihre T\u00fcr. &#8222;Kindchen, ist alles in Ordnung? Schl\u00e4fst du noch?&#8220; &#8222;Nein, ich bin schon wach.&#8220; Abby steckte den Kopf durch die T\u00fcr. &#8222;Oh, und so gut angezogen. Warum warst du nicht beim Fr\u00fchst\u00fcck? Hat die Heldin des Tages keinen Hunger?&#8220; &#8222;Wieso Heldin?&#8220;, \u00fcberging Kira die Frage nach dem Fr\u00fchst\u00fcck. &#8222;Na, weil der Generator wohl immer noch l\u00e4uft.&#8220; Abby grinste breit. &#8222;Mitras rennt alle halbe Stunde in den Keller und wenn er wieder hochkommt, wei\u00df er nicht, wen er noch mit Freude \u00fcbersch\u00fctten kann, also komm besser runter. Falls du noch diesen Stiftenkasten oder so wolltest, ich wette, heute kann sich jeder alles von ihm w\u00fcnschen.&#8220; Ihr Grinsen wurde noch breiter. &#8222;Er hat sogar zugestimmt, dass wir hinten im Haus neue Teppiche bekommen.&#8220; Kira lachte. Oh, wenn Abby w\u00fcsste, was sie sich gew\u00fcnscht hatte! &#8222;Moment, ich mach eben noch die Aufgabe fertig, ich war eh fast durch.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie die Treppe herunter ging, konnte sie beobachten, was Abby meinte: Mitras kam aus dem Keller, stie\u00df die K\u00fcchent\u00fcr auf und rief hinein: &#8222;Und er l\u00e4uft immer noch! Habe ich es nicht gesagt!&#8220; Williams Antwort konnte sie nicht verstehen, aber Mitras lachte und sagte: &#8222;Jaja!&#8220; Er war wirklich gut drauf. Fr\u00f6hlich ging Kira die Treppe ganz herunter, aber Mitras bemerkte sie nicht, er war schon wieder im Keller verschwunden. Sie lief ins Esszimmer, wo William sie entdeckte, als er den Tisch deckte. &#8222;Kira, Geisterseidank, du bist wach. Mach irgendwas mit ihm, zauber ein Loch in die Decke oder so! So viel Aufregung vertr\u00e4gt mein Braten nicht!&#8220; Kira lachte, worauf William versuchte, sie mit einer Scheibe Brot abzuwerfen. &#8222;Lach nicht, iss was und besch\u00e4ftige ihn!&#8220; Sie sammelte das Brot vom Tisch und nickte artig. &#8222;Ja, der Koch befiehlt, die Magierin folgt.&#8220; Schnaubend verschwand William wieder in der K\u00fcche und kam kurz danach mit einem Topf Suppe wieder. &#8222;Hol ihn wenigstens bitte zum Essen, ja?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kira fand ihn im Keller, er hockte vor dem Amperemeter und schrieb eifrig mit, was das Ger\u00e4t anzeigte. Sie richtete kurz ihre Haare, ehe sie sich mit einem leichten R\u00e4uspern bemerkbar machte. Er reagierte nicht. &#8222;Mitras?&#8220; Er reagierte immer noch nicht. Sie trat auf ihn zu und ber\u00fchrte ihn leicht an der Schulter. &#8222;Mitras, Essen ist fertig.&#8220; Er machte eine wegwerfende Handbewegung mit der freien Hand und murmelte: &#8222;Ja, du kannst mir was hier runterbringen, Abby.&#8220; Einen Moment stand sie verbl\u00fcfft da, dann sp\u00fcrte sie, wie der Schalk in ihrem Nacken erwachte. Soso, er vertiefte sich also genauso wie sie. Und er verga\u00df Essen genau so. Hmmm&#8230; sie grinste. Dann beugte sie sich und hauchte ihm einen leichten Kuss in den Nacken. &#8222;Und wie h\u00e4ttet Ihr das Essen gern serviert, Magister?&#8220; Er schrak zusammen, lie\u00df beinahe den Notizblock herunter fallen und blickte sich um. &#8222;Kira, entschuldige ich habe dich nicht kommen geh\u00f6rt. Was sagtest du?&#8220; Sie kicherte. &#8222;Essen ist fertig. Und ich bin nicht Abby.&#8220; &#8222;Entschuldige noch einmal.&#8220; Sie lachte jetzt richtig, gl\u00fccklich dar\u00fcber, dass er sie wegen des Kusses nicht gescholten hatte. &#8222;Komm, mein Magister hat mir beigebracht, dass man das Essen nicht \u00fcber die Arbeit vergessen darf. Und dann hast du mir versprochen, mir diesen Stille-Zauber zu zeigen.&#8220; Was besseres fiel ihr auf die Schnelle nicht ein. Er blickte noch einmal auf die Anzeige und dann auf den Block. Kira sah, dass es kaum Abweichungen unter den Zahlen gab, war das gut? &#8222;Ja, ja, du hast recht. Ich komme und ja nach dem Essen zeige ich ihn dir.&#8220; Sie l\u00e4chelte ihn an. &#8222;Gut.&#8220; In Gedanken f\u00fcgte sie hinzu, dass sie ihn sonst ja h\u00e4tte nochmal k\u00fcssen m\u00fcssen. Obwohl, dann war es ja gar nicht so gut, dass er jetzt mitkam. Ach, wie sie sich w\u00fcnschte, nochmal in seinen Armen zu liegen. Aber sein Gl\u00fcck und seine Freude \u00fcber den funktionierenden Generator zu sehen, war auch sehr sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u200bAm Nachmittag kam zuerst Frederieke mit ihrer Famlie an, dann seine Eltern\u200b\u200b\u200b\u200b. Kira kannte Riekes Mann Niclas noch nicht und Mitras \u00fcbernahm es, die beiden miteinander bekannt zu machen. Er hatte ihr den versprochenen Stillezauber gezeigt, aber sie konnte ihn noch nicht besonders gezielt wirken &#8211; einmal hatte sie sich selbst unh\u00f6rbar gemacht, dann einmal die Lautst\u00e4rke der Spieluhr, die sie zum \u00dcben genommen hatte, stattdessen verst\u00e4rkt. Er war froh&nbsp;dass Frederieke nun da war, ehe Kira zu frustriert wurde &#8211; einen so sch\u00f6nen Tag wollte er sich nicht verderben lassen und ihr schon gar nicht. Seine Mutter \u00fcbernahm es selbst, seinen Vater Kira vorzustellen, und als artiges M\u00e4dchen, dass seine Sch\u00fclerin dann ja doch auch war, bedankte sie sich so oft bei ihrem Vater, dass dieser letztendlich ank\u00fcndigte, ihr mehr Schmuck mitzubringen, wenn sie nicht bald still sei. Das wirkte, wobei Mitras sich sicher war, dass sein Vater dennoch neuen Schmuck mitbringen w\u00fcrde, wenn er erstmal wusste, was der Grund f\u00fcr dieses Festessen war. Als sie alle im Saal waren und Platz genommen hatten, erhob Mitras, der sich diesmal einen Platz am Kopfende genommen und Kira ihm gegen\u00fcber platziert hatte. Sie war da zwar&nbsp;nicht so gl\u00fccklich dr\u00fcber, aber er wollte einen Effekt erzielen und daf\u00fcr ging es nicht anders. &#8222;Danke, das ihr so spontan gekommen seid.&#8220; &#8222;Jetzt spann uns nicht so auf die Folter und fang nicht an gro\u00dfe Reden zu schwingen. Was hast du angestellt, dass du uns so festlich bewirtest?&#8220;, unterbrach ihn seine Schwester. Etwas aus dem Takt geraten fuhr er fort: &#8222;\u00c4h, ja, gut. Ich wollte eigentlich nur einen Toast auf meine bisher gr\u00f6\u00dfte Hilfe aussprechen.&#8220; Frederieke sah ihn verwundert und nun doch neugierig an und selbst die Kinder waren still geworden. &#8222;Ein Toast auf Kira, meine bezaubernde und ideenreiche Sch\u00fclerin, die mir geholfen hat den Generator soweit zu verbessern, dass ich nun wahrscheinlich das Problem mit der Laufdauer nach der Verzauberung gel\u00f6st habe. Ihr verdanken wir diesen festlichen Anlass.&#8220; Alle K\u00f6pfe drehten sich zu ihr hin und ihr Gesicht nahm einen v\u00f6llig neuen Rotton an. Sie schlug den Blick nieder und stammelte ganz verlegen: &#8220; \u00c4hh, so viel habe ich nun auch nicht getan. Ich hab nur diesen einen Zauber entdeckt.&#8220; Mitras grinste von einem Ohr zum anderen. &#8222;Genau &#8211; den einen, der das Problem l\u00f6ste.&#8220; Frederieke wandte sich wieder zu ihm um und sah ihn pl\u00f6tzlich wissend an. Seine Schwester kannte seine Neigung, andere zu necken und in Verlegenheit zu bringen, zu gut. &#8222;Gut, Schlu\u00df jetzt, setz dich wieder, du hast deinen Spa\u00df gehabt, sie ist rot genug. Aber das ist wirklich der Durchbruch? Und Kira hat dir geholfen.&#8220; Immer noch grinsend setzte sich Mitras wieder und beobachtete wie Kira ihn b\u00f6se anfunkelte. Sie hatte offensichtlich die kleine Falle erkannt, die er ihr gestellt hatte und in die sie nun hineingeraten war. Er erhob das Glas erneut. &#8222;Ja, es scheint wirklich der erhoffte Durchbruch zu sein. Der Probegenerator l\u00e4uft seit gestern Abend. Der Zauber ist stabil und noch ist nichts explodiert. Damit ist sie bereits deutlich erfolgreicher als ich es&nbsp;in den letzten Monaten war. Also ein Hoch auf meine Sch\u00fclerin.&#8220; Diesmal stimmten alle mit ein und auch Kira nahm ihr Glas in die Hand und trank und murmelte ein leises &#8222;Danke.&#8220; Mitras wurde indes wieder ernst. &#8222;Aber eine Bitte. Sepus di Porrum bedr\u00e4ngt mich immer h\u00e4rter, und sollte er hiervon erfahren, dann wird er auch Kira ins Visier nehmen. Also lasst bitte nichts nach au\u00dfen dringen.&#8220; Betretenes Schweigen machte sich breit und alle nickten ernst. Seine Eltern und auch seine Schwester wussten zwar nur wenig vom Gesamtma\u00df seiner Probleme, aber in Uldum kannte man die di Porrums und auch die Geschichten \u00fcber sie, wie sie immer wieder mit den r\u00fccksichstlosesten Methoden Konkurenz ausstachen. Mitras sah, was er angerichtet hatte, aber diese Warnung war zu wichtig gewesen. &#8222;Genug finstere Gedanken. Heute Abend wollen wir feiern und ich bin mir sicher, dass der gute William sich gr\u00f6\u00dfte M\u00fche gegeben hat uns \u00fcber alle Ma\u00dfen zu verw\u00f6hnen.&#8220; William und Abigail standen auf und huschten schnell in die K\u00fcche, um sofort wieder mit dem ersten Gang zur\u00fcck zu kommen: Eine klassische Suppe mit Gem\u00fcse und Kl\u00f6\u00dfen, verfeinert mit einem leicht scharfen Gew\u00fcrz, dass William wohl \u00fcber seine Beziehungen zu den fahrenden H\u00e4ndlern aus Astellia bekam. Mitras kannte auf jeden Fall keinen anderen Koch, der dieses Gew\u00fcrz ebenfalls benutzte. Alle versanken in genu\u00dfvolles Schweigen, nur Frederieke half Julius beim L\u00f6ffeln und erkl\u00e4rte ihm, was da f\u00fcr Gem\u00fcse auf seinem L\u00f6ffel auftauchte. Offenbar hatte der Kleine Sorge, er k\u00f6nnte sich an Karotten vergiften. Als zweiten Gang servierte William ein helles Brot, dass er im Ofen ger\u00f6stet und mit Rauch-Lavia belegt hatte, einem gro\u00dfen Fisch aus dem n\u00f6rdlichen See. Mitras Vater nutzte die Wartezeit bis zum Hauptgang, um sich alle Einzelheiten des neuen Generators schildern zu lassen, und alle am Tisch h\u00f6rten aufmerksam zu, selbst Julius, obwohl der sicher nichts verstand. Mitras hatte kurz das Bed\u00fcrfnis, Kira vorsichtshalber nocheinmal den Raum nach Spionen absuchen zu lassen, doch er unterdr\u00fcckte diese Paranoia. Warum sollte auch jemand versuchen, das Familienessen zu belauschen? Als Hauptgang servierten Abby und William gemeinsam einen Hirschbraten, dazu gab es Birnen, Erd\u00e4pfel und Bohnen. Die So\u00dfe war wieder einmal hervorragend gelungen, so dass alle wieder in das genu\u00dfvolle Schweigen versanken. Julius a\u00df einige Bohnen, dann rutschte er vom Stuhl und lief in den Wintergarten, wo auf einer Decke sein Spielzeug lag, und seine Schwester folgte ihm bald. Frederieke hatte die Decke extra vorbereitet, sie und die ganze Familie hatten schon oft genug erfahren, dass Kinder nicht so lange still am Tisch sitzen mochten. Anders als andere M\u00fctter weigerte sich Rieke aber, Zofen f\u00fcr die Kinder anzustellen, sondern legte lieber diese Spieldecke heraus. Zum Nachtisch &#8211; Pudding mit Fruchtso\u00dfe &#8211; kreuzten die beiden sowieso wieder auf. Mitras entspannte sich. Das Essen war hervorragend, der Generator lief vermutlich immer noch fehlerfrei, denn sonst h\u00e4tten ihn die Warnzauber alamiert. Kira sah bezaubernd aus und selbst seine Mutter schien sich entspannt zu am\u00fcsieren, w\u00e4hrend sie mit Valencia \u00fcbte, die Bohnen zu z\u00e4hlen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kira staunte \u00fcber das Essen, aber noch mehr \u00fcber Mitras Familie. Nunja, eigentlich sollte sie dar\u00fcber nicht staunen &#8211; sie hatte ja gewusst, dass William ein toller Koch war und dass Mitras Familie eine wunderbare, warme und herzliche Familie war. Dennoch fand sie, dass dieses Familienessen das Essen, dass sie vor einer Weile mit Frederieke alleine gehabt hatten, um L\u00e4ngen \u00fcbertraf, sowohl was das Essen als auch was die Stimmung anbelangte. Es war ihr peinlich gewesen, von Mitras so gelobt zu werden, aber nun war alles entspannt und gem\u00fctlich. Nach dem Essen f\u00fchrte Mitras seinen Vater und Frederiekes Mann Niclas in den Keller.<br>Dea und Rieke blieben oben um nach den Kindern zu sehen, wobei Dea auch freim\u00fctig zugab, sich f\u00fcr diese technischen Spielereien eh nicht zu interessieren. Sie nahm Valencia und Julius und ging mit ihnen in den Wintergarten zum Spielen, so dass schlie\u00dflich nur Frederieke und Kira am Tisch sitzen blieben. Frederieke schaute sie einen langen Moment lang an, so dass Kira ein wenig unwohl wurde. Doch die \u00e4ltere Frau hob schlie\u00dflich einfach nur ihr Glas und prostete ihr zu: &#8222;Also dann, auf Mitras beste Sch\u00fclerin.&#8220; Kira wurde ein wenig rot. &#8222;Sag du das doch nicht auch noch&#8230; Ich bin doch seine erste Sch\u00fclerin.&#8220; Rieke lachte leise. &#8222;Ja, aber du wirst immer seine beste Sch\u00fclerin sein. Ist er wenigstens angemessen nett zu dir? Ich wei\u00df, dass er manchmal ein Schei\u00dfkerl sein kann, dieser magische Schn\u00f6sel.&#8220; Kira musste instinktiv an das Gef\u00fchl seiner Lippen auf ihren denken und wurde nun knallrot. &#8222;\u00c4h, ja, ja, also, nein, er ist sehr nett, du musst dir keine Sorgen machen.&#8220; Interessiert sah Rieke sie an, dann stand sie auf, lief um die Tafel herum, setzte sich auf den Stuhl neben sie, beugte sich vor und fl\u00fcsterte: &#8222;Und wieso wirst du so rot? Hat er wirklich nichts getan? Ich sag dir, wenn er dich irgendwie bel\u00e4stigt oder so, ich mache Kleinholz aus ihm, du brauchst es nur sagen!&#8220; Kira sch\u00fcttelte heftig den Kopf. &#8222;Nein!&#8220; Wenn hier jemand Kleinholz werden sollte, war das ja vermutlich eher sie. &#8222;Nein?&#8220; Rieke zog die Augenbrauen hoch. &#8222;Nein, weil er wirklich nichts gemacht hat oder nein, weil es dir gefallen hat? Ich hab gesehen, wie er dich angeschaut hat, und er hat viel zu viel Spa\u00df dabei, dich aufzuziehen, das macht er nicht mit jedem &#8211; selbst mit Claudia war er immer bierernst.&#8220; Verlegen drehte Kira den Kopf zur Seite. &#8222;Er hat nichts unanst\u00e4ndiges gemacht&#8230; also&#8230; auf jeden Fall nichts, was ich nicht mochte&#8230; er ist ein anst\u00e4ndiger Magister.&#8220; Frederieke pfiff leise und grinste. &#8222;Nichts, was du nicht&nbsp;mochtest? Hat mein Bruder also einmal Geschmack im Leben gezeigt?&#8220; Kira schwieg. Was sollte sie sagen? &#8222;Shh, sei nicht zu sch\u00fcchtern. Wei\u00dft du, Mitras hatte zwar immer ein paar Frauen, glaube ich, aber so richtig eine feste Partnerin hatte er nur eine, Claudia di&#8230; di&#8230; ach, f\u00e4llt mir nicht mehr ein. Und sie war eine f\u00fcrchterliche Zicke, keine Ahnung, was er mit ihr wollte. Gerade, als er etwas Erfolg mit dem Venarium hatte, hat sie Knall auf Fall den Kontakt abgebrochen, aber das war vermutlich besser so. Sie wollte reich heiraten, ganz anders als du, du bist bescheiden und hilfst ihm, statt ihn zu benutzen. Wei\u00dft du&#8230;&#8220;, Rieke legte ihr eine Hand auf den Arm, &#8222;&#8230;wenn du Mitras magst, dann verrate ich dir gern mehr \u00fcber ihn. Also, nur, wenn du magst. Ich f\u00e4nde es sch\u00f6n, wenn er in dir nicht nur seine beste Sch\u00fclerin gefunden h\u00e4tte, sondern endlich auch eine gute Frau, die ihm ebenb\u00fcrtig ist. Im Gegensatz zu Claudia kann ich dich n\u00e4mlich gut leiden.&#8220; Kiras Gedanken rasten. Mehr \u00fcber Mitras wissen war verlockend. Aber sie konnte unm\u00f6glich vor Frederieke zugeben, dass sie in ihren Bruder verliebt war, oder doch? Bef\u00fcrwortete Frederieke etwa eine Beziehung zwischen ihnen? Leise sagte sie: &#8222;Danke, hmm, also, dass du mich magst und so. Aber, \u00e4hm, meinst du nicht, dass es Mitras schaden w\u00fcrde, wenn, also, naja, wenn er und ich&#8230;&#8220; Sie verstummte. Rieke l\u00e4chelte. &#8222;Wenn ihr euch n\u00e4her kommen w\u00fcrdet? Warum sollte ihm das schaden? Es ist doch nicht verboten, du bist alt genug, um zu heiraten. Ihr seid ja sogar beide adelig.&#8220; &#8222;Noch nicht.&#8220;, korrigierte Kira sie. &#8222;Und alle Adelskreise reden gern \u00fcber Magister, die ihre ach so dummen Discipula schw\u00e4ngern&#8230; Meistens kommt der Mann dabei nicht allzu schlecht weg, wenn man Sebastian di Ferrus glauben kann, aber gut ist das doch auch nicht f\u00fcr ihn&#8230;&#8220; Rieke blickte sie einen Moment lang verbl\u00fcfft an und brach dann in Gel\u00e4chter aus. &#8222;Bist du da nicht ein paar Schritte zu weit? Willst du gleich Kinder kriegen?&#8220;, fagte sie leise kichernd. Kira sch\u00fcttelte heftig den Kopf. &#8222;Nein, eben nicht, aber&#8230; \u00e4h&#8230; naja, also, das kann doch passieren, oder nicht? Und ich will ihm keine Schande bereiten.&#8220; Frederieke grinste immer noch. &#8222;Ach, Kira, Sch\u00e4tzchen, du bist so s\u00fc\u00df. Erstens mal denkst du ja nur an ihn, obwohl es dir viel mehr schaden w\u00fcrde, weil du dann nicht zur Akademie darfst. Und zweitens, hat dir deine Mutter nicht beigebracht, dass man Schwangerschaften durch die regelm\u00e4\u00dfige Einnahme von Frauenwurz verhindern kann?&#8220; Kira blickte sie verbl\u00fcfft an. &#8222;Nein, hat sie nicht. Ehrlich? Man kann Schwangerschaften einfach verhindern?&#8220; Rieke nickte. &#8222;Ja, kann man. Aber vermutlich wei\u00df das die Dorfbev\u00f6lkerung nicht mehr.&#8220; Bruder Harras hatte das bestimmt gewusst, er wusste so viel \u00fcber Kr\u00e4uter. Warum hatte er ihr das nie gesagt? &#8222;Brauchst du Frauenwurz? Soll ich dir den Tee besorgen? Ich helfe gern, ich nehme ihn n\u00e4mlich auch. Zwei Kinder waren mir genug.&#8220; Kira schaute auf ihre H\u00e4nde. Brauchte sie das? War es nicht eigentlich unn\u00f6tig, diesen Tee zu trinken? Mitras hatte sie nur gek\u00fcsst, weil sie darum gebeten hatte, nicht, weil er Interesse an ihr hatte, oder nicht? &#8222;Ich wei\u00df nicht&#8230;&#8220; Rieke schmunzelte. &#8222;Dann lasse ich dir welchen bringen und du kannst es selbst entscheiden. Den Ger\u00fcchten nach m\u00fcsste Mitras auch Zauber mit \u00e4hnlicher Wirkung kennen, aber da bin ich raus als Nichtmagische. Also, entnehme ich deinem Z\u00f6gern aber richtig, dass du durchaus einer Verbindung mit ihm nicht abgeneigt w\u00e4rest?&#8220; Verzeifelt schaute Kira auf einen Fleck auf dem Tischtuch. Was sollte sie dazu sagen? Frederieke beugte sich vor und fl\u00fcsterte ihr ins Ohr: &#8222;Keine Sorge, ich behalte es f\u00fcr mich. Und wenn du Hilfe brauchst, ich bin f\u00fcr dich da. Ich mag meinem Bruder, auch wenn es nicht immer so klingt. Ich finde, er hat eine tolle Frau wie dich verdient.&#8220; Sie lehnte sich zur\u00fcck und erg\u00e4nzte mit einem selbstgef\u00e4lligen Schmunzeln: &#8222;Aber wenn ihr heiratet, will ich deine Trauzeugin sein, abgemacht?&#8220; Kira schlug sich die H\u00e4nde vor das Gesicht. &#8222;Sei still! Das wird eh niemals passieren!&#8220; Frederieke lachte. &#8222;Oh, meinst du? Wollen wir wetten, dass er dich interessanter findet, als du gerade denkst?&#8220; Kira sch\u00fcttelte den Kopf und lie\u00df die H\u00e4nde sinken. &#8222;Nein, auf sowas wettet man nicht. Und au\u00dferdem&#8230; naja&#8230; das w\u00fcrde mir doch nur Hoffnung machen&#8230;&#8220; Frederieke schmunzelte und strich ihr \u00fcber das Haar, eine m\u00fctterliche Geste, die Kira verbl\u00fcffend tr\u00f6stend fand. &#8222;Oh, Hoffnung? Dann habe ich jetzt Hoffnung, dass alles gut wird.&#8220; In diesem Moment h\u00f6rten sie die Stimmen der M\u00e4nner auf dem Flur, und Rieke lie\u00df den Arm sinken, wof\u00fcr Kira ihr ausgesprochen dankbar war. Ihr Herzrasen und die rote Farbe ihrer Wangen waren schlimm genug, Mitras musste nicht unbedingt noch sehen, dass Frederieke sie gerade getr\u00f6stet hatte. Geschweige denn wissen, wor\u00fcber sie gesprochen hatten! W\u00e4hrend alle gemeinsam noch Tee tranken und einige Kekse a\u00dfen, gr\u00fcbelte sie aber \u00fcber das Gespr\u00e4ch nach. Es gab also M\u00f6glichkeiten, Schwangerschaften zu verhindern? Nun, dann gab es auch die M\u00f6glichkeit, dass er sie anfassen k\u00f6nnte, ja, sogar die M\u00f6glichkeit auf Sex, ohne dass jemand davon wissen musste&#8230; Im Geheimen w\u00e4re das doch kein Problem, oder? Wenn nur Mitras sie als Frau bemerken w\u00fcrde&#8230; sie dachte an die Tr\u00e4ume der letzten Zeit. Das hatte sich alles so gut angef\u00fchlt im Traum. Und der Kuss war in echt noch besser gewesen. Sie lugte zu Mitras hin\u00fcber. Frederieke bemerkte ihren Blick und zwinkerte ihr zu. Rasch blickte Kira weg. Nein, das konnte sie sich nicht w\u00fcnschen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen des Silenz verschlief Kira &#8211; was kein Wunder war, da sie wirklich lange gebraucht hatte, einzuschlafen. Anders als in den letzten N\u00e4chten waren es diesmal ja auch keine Fantasien gewesen, die sie im Schlaf aufsuchten, sondern sie lag im Bett und dachte an das reale Gef\u00fchl. 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