{"id":178,"date":"2025-04-27T19:51:52","date_gmt":"2025-04-27T19:51:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=178"},"modified":"2025-03-17T19:52:21","modified_gmt":"2025-03-17T19:52:21","slug":"jahresabschluss-29-firn-miras","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2025\/04\/27\/jahresabschluss-29-firn-miras\/","title":{"rendered":"Jahresabschluss 29.Firn (Miras)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mitras hatte die ganze Woche gebraucht, um die Unterlagen f\u00fcr die Patentsanmeldung zu vervollst\u00e4ndigen und pr\u00fcfen zu lassen. Doch nun war es erledigt. Das Patent war angemeldet und keiner konnte ihm dies mehr streitig machen. Nachdem er nun einen \u00fcberaus anstrengenden Vormittag im Patentamt hinter sich hattte, wollte er weiter zu Marcus. Mitras hoffte, dass er einwilligen w\u00fcrde. Kaum jemanden vertraute er in dieser Beziehung so sehr wie ihm. Eigentlich vertraute Mitras bei allem, was mit der Materialbeschaffung zu tun hatte,&nbsp;eh nur Marcus und seinem Vater. Er kam gegen 14 Uhr beim Handelshaus der di Ferrus an und hatte Gl\u00fcck, da gerade keine Kunden anwesend waren. Marcus sa\u00df allein im B\u00fcro \u00fcber irgendwelche Dokumente gebeugt, als Mitras eintrat. Er blickte auf und sein Gesicht erhellte sich: &#8222;Mitras, das ist ja mal eine sch\u00f6ne \u00dcberraschung. Mit dir hatte ich nun gar nicht gerechnet. Was kann ich f\u00fcr dich tun? Brauchst du schon wieder Nachschub oder ist mein alter Freund endlich auch mal wieder nur so hier?&#8220; Mitras wusste, dass die Stichelei nicht b\u00f6se, aber doch ein bisschen vorwurfsvoll gemeint war. &#8222;Hallo Marcus, tut mir leid. Ich bin heute wieder gesch\u00e4ftlich hier, aber das k\u00f6nnte sich in Zukunft wieder \u00e4ndern. Es sieht so aus, dass mir, oder besser gesagt meiner Sch\u00fclerin ein Geistesblitz gekommen ist. Marcus mein Versuchsgenerator l\u00e4uft seit fast acht Tagen, ohne dass ich noch etwas h\u00e4tte tun m\u00fcssen.&#8220; &#8222;Na siehst du, ich hab dir doch gesagt, dass es irgendwann klappen wird. Und deine Sch\u00fclerin, Kira, richtig? Sie hatte die entscheidende Idee?&#8220; &#8222;Ja und Ja.&#8220; Marcus lachte: &#8222;War klar, dass du ohne Hilfe von au\u00dfen nicht weiterkommst, so verrannt, wie du warst. Aber damit hat wohl keiner gerechnet. Gut, wann steigt die gro\u00dfe Siegesfeier?&#8220; &#8222;Noch nicht, ich habe gerade erst das Patent angemeldet und werde in den n\u00e4chsten Tagen den Generator f\u00fcr die Nachbarschaft umbauen. Ich bin auch nicht f\u00fcr die Einladung zur Feier hier, und ja, keine Sorge, die kommt noch. Was ich heute von dir m\u00f6chte, ist deutlich gr\u00f6\u00dfer.&#8220; &#8222;Jetzt bin ich neugierig, was hast du vor? Du brauchst jetzt bestimmt erstmal eine gr\u00f6\u00dfere Menge an Rohstoffen richtig? Um mit der Produktion durchzustarten?&#8220; &#8222;Ja und nein. Also ja,&nbsp;ich brauche bald eine gr\u00f6\u00dfere Lieferung, aber was ich jetzt eigentlich von dir m\u00f6chte ist, dass du mein Partner wirst.&#8220; Marcus stockte, blickte auf und sah ihn ungl\u00e4ubig an. &#8222;Ich, wieso ich? Ich meine, ich f\u00fchle mich geehrt, aber wie kommst du auf mich?&#8220; &#8222;Ist das nicht offensichtlich, du bist ein erfolgreicher Gesch\u00e4ftsmann, bist mit der Materie vertraut und ganz nebenbei vertraue ich kaum jemanden in der Beziehung wie dir.&#8220; &#8222;Wie gesagt, das ehrt mich, aber ich kann nicht. Es tut mir leid, aber \u00fcber dieses B\u00fcro hier l\u00e4uft der ganze Rohstoffhandel unserer Baronie und das bindet mich komplett. Wenn Vertrauen f\u00fcr dich aber so ein wichtiger Faktor ist, dann frag meinen kleinen Bruder. Er hat die gleiche Ausbildung wie ich geno\u00dfen und h\u00e4ngt schon viel zu lange mit dem Kopf in seinen B\u00fcchern. Er kann dich bestimmt genauso gut unterst\u00fctzen, wie du es dir von mir erhoffst.&#8220; Mitras war beinahe entt\u00e4uscht, dachte dann aber nach. &#8222;Sebastian, richtig?&#8220; Marcus nickte. &#8222;Und du wirst es wirklich nicht zeitlich unterbringen k\u00f6nnen? Denk an all das Geld und den Ruhm. Sebastian hat sicherlich eine \u00e4hnliche Ausbildung wie du bekommen, aber er ist nicht derjenige, der mich auf diesem Weg bisher begleitet hat, und ihm fehlt auch deine Erfahrung. Traust du ihm zu, eine gr\u00f6\u00dfere Produktionsst\u00e4tte aufzubauen und zu leiten? Denn daf\u00fcr wollte ich dich als Partner gewinnen.&#8220;, versuchte er Marcus nocheinmal zu \u00fcberzeugen. Dieser seufzte schwer. &#8222;Die Familie di Ferrus ist dir immer zugewandt gewesen, das wei\u00dft du. Wir w\u00e4ren gerne deine Partner, aber nein, ich m\u00fcsste den Betrieb hier an ihn abtreten, das kann ich nicht machen, dieser Betrieb ist mein Herzblut. Aber einen neuen Betrieb aufbauen, das w\u00e4re was, was er gut machen kann. Was ihm an Erfahrung fehlt, kann er durch Eifer wettmachen &#8211; ich verspreche dir, wenn Vater mit ihm geredet hat, wird es an Eifer nicht mangeln. Und au\u00dferdem sind seine Beziehungen zum K\u00f6nigshaus noch besser als meine, er war sogar fr\u00fcher der Spielgeselle der beiden j\u00fcngsten Prinzessinnen. Die beiden sind ja nunmal nicht magisch geworden und haben deshalb keinen besonderen Stand zu erwarten, aber immerhin sind sie Prinzessinnen. Ich glaube, er ist mit ihnen immer noch regelm\u00e4\u00dfig im Kontakt.&#8220; Mitras nickte langsam. Gute Beziehungen zum K\u00f6nighaus hatte Marcus selbst auch, aber sein j\u00fcngerer Bruder hatte sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Seinen Ruf als Frauenheld dahingestellt, Sebastian di Ferrus tanzte auf nahezu jedem Ball und kannte vermutlich die gesamte Oberschicht Uldums. Wenn es darum ging, einen Betrieb zu errichten und mit den richtigen Personen an den richtigen Stellen zu besetzen, war er vermutlich nicht die schlechteste Wahl. Und ja, es war die Familie di Ferrus, mit der er dann immer noch verbunden war, was Mitras gefiel. Er mochte diese Familie und vertraute ihnen, ganz abgesehen davon, dass sie die wichtigsten Lieferanten f\u00fcr Metalle in und um Uldum, vermutlich sogar noch dar\u00fcber hinaus, waren. &#8222;In Ordnung. Ich werde dich nicht zwingen k\u00f6nnen, und da Kira schon mit Sebastian befreundet ist, scheint es mir durchaus eine passende Idee zu sein, wenn du ihn auch so empfiehlst.&#8220; Marcus lachte. &#8222;Ja, von dieser Freundschaft habe ich auch geh\u00f6rt. Man hielt sie in gewissen Kreisen wohl f\u00fcr sein n\u00e4chstes Opfer, Ger\u00fcchten nach soll er sie auf einer Reise bei adeligen Verwandten aufgegabelt haben und nun als n\u00e4chste M\u00e4tresse bei sich wohnen lassen. Aber denselben Quellen nach ist sie ein Dorfkind, das im Pferdestall aufgewachsen ist. Du kennst das ja, ich denke, er hatte noch nie eine M\u00e4tresse, wir haben keine Verwandten im Norden oder Osten und f\u00fcr den Pferdestall liest sie zu viel. Aber die Leute reden immer.&#8220; Mitras runzelte einen Moment die Stirn. Schadeten solche Ger\u00fcchte Kira? W\u00fcrde er dagegen vorgehen m\u00fcssen? Doch dann realisierte er, dass Marcus Recht hatte &#8211; egal, was er tat, es w\u00fcrde immer Ger\u00fcchte geben. &#8222;Sie w\u00e4ren aber vielleicht ein passendes Paar, soweit ich wei\u00df, mag Kira ihn auf jeden Fall.&#8220;, sagte er und merkte im selben Moment, dass ihm dieser Gedanke nicht behagte. Er erinnerte sich an die erste Nacht, als sie im Bett gelegen hatte und er sie durch den Spiegel beobachtet hatte. Wenn er ehrlich war, hatte er damals schon den Gedanken nicht gemocht, Sebastian k\u00f6nnte sich an sie heran machen, doch nun kannte er ja auch noch ihre Vergangenheit&#8230; und ihre K\u00fcsse&#8230; Marcus unterbrach seinen Gedanken: &#8222;Ich glaube, das wird nicht passieren. Ich habe den Verdacht, dass Sebastian da ein Sturkopf ist &#8211; und was ich von ihm \u00fcber sie geh\u00f6rt habe, klingt \u00fcberhaupt nicht nach einer Liebelei, er betrachtet sie eher als Kumpan, w\u00fcrde ich sagen. Einen h\u00fcbschen Kumpan, dem er das Leben im Adel zeigt.&#8220; Eine Kleinigkeit in Mitras f\u00fchlte sich erleichtert. Warum erleichterte ihn das? Er schob den Gedanken beiseite. &#8222;Gut, das ist ja auch nicht so wichtig. Wei\u00dft du, wo ich ihn finde? Ich w\u00fcrde ihn dann gern treffen.&#8220; Marcus dachte kurz nach. &#8222;Meine Eltern kommen zum Borastag nach Uldum, ich denke, sie sind schon heute da. Lass mich mit ihnen und Sebastian sprechen, wir kontaktieren dich dann im neuen Jahr.&#8220; Mitras nickte zustimmend. Ja, das Jahr war schon wieder vorbei. Morgen gab es den gro\u00dfen Jahresconvent der Verwandlungsmagie-Gilde und in der Nacht des Borastages w\u00fcrde die Gilde der Elementarmagier das neue Jahr mit ihrem traditionellen Feuerwerk begr\u00fc\u00dfen. Dass die Vorbereitung dazu schon begonnen hatte, konnte man \u00fcberall in und um Uldum bereits sp\u00fcren: Wie jedes Jahr regnete es. Die Magier lie\u00dfen alles an Feuchtigkeit herabregnen, damit der Himmel zu ihrer Vorstellung klar war. Nunja, die Gilde der Elementarmagier hatte solchen Pomp vielleicht auch n\u00f6tig. Mitras fand den Convent der Verwandlungsmagie deutlich angenehmer &#8211; man hatte einige Wochen Zeit, dort Vortr\u00e4ge einzureichen, und dann pr\u00e4sentierten die Magister und Erzmagier ihre Erkenntnisse des Jahres. Discupuli durften in Begleitung ihrer Magister erscheinen, f\u00fcr alle anderen Mitglieder der Gilde der Verwandlungsmagie war der Eintritt ohne Beschr\u00e4nkung jederzeit m\u00f6glich. Man empfahl es den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen der Akademie sogar besonders. Seitdem Mitras vor f\u00fcnf Jahren das Venarium selbst vorgestellt hatte, war er allerdings nicht mehr auf dem Convent gewesen. Die Arbeit hatte ihn abgelenkt. Wenn er ganz ehrlich war, vielleicht auch die Sorge, Claudia di Liones zu begegnen, nachdem diese in einem f\u00fcrchterlichen Drama seinen Heiratsantrag abgelehnt hatte. Dieses Jahr, realisierte er, h\u00e4tte er eigentlich gehen k\u00f6nnen &#8211; insbesondere um Kiras willen. Aber sollte er sie wirklich schon in dieses Haifischbecken lassen? Nein, so dringend war der Besuch dann doch nicht. In ihrer Zeit an der Akademie w\u00fcrde sie den Convent oft genug besuchen k\u00f6nnen. Er verabschiedete sich von Marcus und kehrte nachdenklich nach Hause zur\u00fcck. So vieles gab es nun zu bedenken und zu planen f\u00fcr die Fertigung all der Generatoren. Am besten w\u00fcrde er auch bald um eine Audienz beim K\u00f6nig bitten. Aber das Feuerwerk w\u00fcrde er mit Kira zusammen ansehen, nahm er sich vor, soetwas hatte sie sicher noch nie gesehen, und st\u00e4ndig auch an Feiertagen wie Boras und Neujahr zu arbeiten, tat ihm nicht gut. Der Gedanke, mit ihr auf der Dachterasse sitzen zu k\u00f6nnen und ihr Staunen beobachten zu k\u00f6nnen, heiterte ihn auf, realisierte er, und so kam er in guter Laune wieder zuhause an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als sie beim Abendessen sa\u00dfen, brachte Abigail dann allerdings einen Brief, der die gute Laune rasch tr\u00fcbte. Nathanael hatte ihn mit einem pers\u00f6nlichen Boten geschickt. Es war eine Kopie des morgigen Tagungsprogrammes, in dem der Magus einen kleinen Vortrag angestrichen hatte: &#8222;Elektrum im n\u00e4heren Blick&#8220; von Magister di Camino. Daneben stand in Nathanaels sauberer Schrift: &#8222;Gerade erst noch eingereicht, interessiert dich vermutlich? Bring Kira mit.&#8220; Ver\u00e4gert starrte M\u00edtras auf den Brief. H\u00e4tte di Camino nicht ihn zuerst informieren m\u00fcssen? Man h\u00e4tte ja sogar zusammen einen Vortrag organisieren k\u00f6nnen. Was hatte di Camino entdeckt, dass es einen Vortrag wert war?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira hatte den Tag wie immer mit di Pinzon verbracht. Neben der Tatsache, dass er sie heute mit f\u00fcrchterlichen Aufgaben zum Bestimmen der Ver\u00e4nderlichen gequ\u00e4lt hatte, hatte er sie allerdings auch gefragt, was sie auf dem morgigen Convent tragen w\u00fcrde. Und so hatte Kira erfahren, dass es am morgigen Tag ein gro\u00dfes Treffen aller Verwandlungsmagier gab. Sie war verunsichert. Mitras hatte nichts erw\u00e4hnt &#8211; hatte er es \u00fcber den Generator vergessen? Oder wollte er sie gar dort mit hinnehmen? Immerhin war sie bei gesellschaftlichen Dingen trotz Niggel und trotz der Unterweisungen von Abby, Sebastian und di Pinzon immer noch nicht ganz sicher. Und nach au\u00dfen hin sollte sie ja auch seine unbeliebte Ablenkung sein&#8230; dennoch&#8230; sie f\u00fchlte sich ein wenig ausgeschlossen. Wenn jemand wie di Pinzon schon erwartete, dass Mitras mit ihr da hin ging, w\u00e4re es nicht eine Art von Blamage, dort nicht aufzutauchen? Sie scholt sich selber f\u00fcr diesen Gedanken. Fr\u00fcher war ihr das bei den Dorffesten doch auch nicht wichtig gewesen, was andere dachten. Mitras sorgte sich um sie und wollte sie sch\u00fctzen, daf\u00fcr sollte sie dankbar sein. Jetzt sa\u00df er allerdings mit gerunzelter Stirn, einen Brief lesend, vor ihr am Esstisch, und Kira sp\u00fcrte, dass sich seine Laune mit jeder Zeile, die er las, verschlechterte. Sie seufzte innerlich. So weit war dann also auch ihre Chance, ihn nach dem Convent zu fragen, gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>Er blickte auf und sie direkt an: &#8222;Also gut, Plan\u00e4nderung. Ich hatte eigentlich nicht vor hinzugehen, aber nach Nathanaels Nachricht bleibt mir nichts anderes \u00fcbrig. Kira, wir werden morgen auf den Convent zum Jahresabschluss der Gilde der Heil-, Verwandlungs- und Ver\u00e4nderungsmagie zu Uldum gehen. Ich wei\u00df, das ist ein wenig pl\u00f6tzlich, aber du wirst mich begleiten.&#8220; Verbl\u00fcfft starrte Kira ihn an. Konnte Nathanael Gedanken lesen? Nun, als Magus der Gilde war allerhand m\u00f6glich, also wollte sie es nicht ausschlie\u00dfen. Aber vermutlich war es nur ein Zufall. &#8222;Herrjeh, Mitras, das f\u00e4llt dir aber fr\u00fch ein! Deine Ausgeh-Robe ist vermutlich eingestaubt und ihre Robe hat sie am Shengstag noch getragen, die muss ich dann jetzt gleich waschen und b\u00fcgeln. Ach, Geister!&#8220;, ereiferte sich Abigail. &#8222;Das lass mal meine Sorge sein. H\u00e4ng sie oben ins Labor, ich k\u00fcmmere mich darum, dass sie makelos aussehen.&#8220; &#8222;Mit einem Zauber? Nicht, dass du der Farbe wieder was antust! Nein, ich wasche sie lieber selbst.&#8220; Schnaubend nahm sich Abby einen weiteren L\u00f6ffel Suppe. Mitras zuckte mit den Schultern. Offenbar war es ihm egal, wie die Roben sauber wurden. Kira schluckte. &#8222;Mitras, \u00e4h, wenn ich die Robe tragen soll, soll ich dann auch noch Schmuck tragen? Gibt es spezielle Regeln, die ich beachten muss? Wie l\u00e4uft das \u00fcberhaupt ab, was muss ich wissen?&#8220; Oh, war sie aufgeregt! Sie w\u00fcrde bestimmt ganz viele andere Magier dort sehen, vielleicht auch ihre zuk\u00fcnftigen Mitsch\u00fcler und Mitsch\u00fclerinnen. Mitras schmunzelte ein bisschen. &#8222;Ah, hat meine Discipula etwa gehofft, endlich das Haifischbecken der Magierschule betreten zu d\u00fcrfen?&#8220; &#8222;Wieso Haifischbecken?&#8220;, fragte Kira. Sie wusste ja, das Mitras andere Magier nicht besonders mochte, aber waren Haie nicht besonders brutale Fische? &#8222;Wie \u00fcberall sonst auch, so gibt es auch an der Akademie und generell in der Gilde unterschiedliche politische Lager, die sich am liebsten gegenseitig zerfetzen w\u00fcrden. Und obendrein gibt es einen ganzen Haufen Neider, die nur darauf lauern, dass sie dir irgendwelche Geheimnisse stehlen k\u00f6nnten, um diese dann zum eigenen Vorteil oder schlimmer noch gegen dich verwenden zu k\u00f6nnen. Glaub mir Kira, Magier sind als Gruppe keine so angenehme Gesellschaft. Jeder betrachtet die Schuhe eines anderen als besser als die seinen.&#8220; Seine Ausf\u00fchrung half nicht wirklich. &#8222;Wieso Schuhe?&#8220;, fragte sie. Mitras blickte kurz irritiert auf. &#8222;Achso, den kennst du nicht. Das ist eine alte Redewendung.&#8220; Kira dachte kurz nach. Dann wiederholte sie ihre Frage: &#8222;Du hast jetzt aber immer noch nicht gesagt, wie ich mich verhalten muss und was ich wissen muss.&#8220; &#8222;Als Discipula hast du dich immer in meiner N\u00e4he aufzuhalten. Als meine unliebsame Discipula ist es aber nicht schlimm, wenn du dich, nunja, etwas weiter als Armesl\u00e4nge von mir entfernst &#8211; schau dich ruhig um und betrachte, was dich neugierig macht, aber geh nicht verloren. Misch dich nicht in Gespr\u00e4che ein, die mit mir gef\u00fchrt werden, man erwartet, dass Discipula still zuh\u00f6ren und lernen, nicht auffallen. Was Schmuck anbelangt &#8211; du kannst tragen, was du willst. Die Robe ist Vorschrift, etliche Magister benutzen daher Schmuck, um ihre Discupla wie Pfauen auszustatten und herumzuzeigen. Ich vermute, das ist weder in deinem noch meinem Sinn, also w\u00e4hle etwas passendes, schlichtes &#8211; ich w\u00fcrde deine Muschelkette empfehlen und vielleicht passende B\u00e4nder in den Haaren, mehr nicht. Mehr musst du eigentlich nicht wissen, sei aufmerksam und lerne, lass dich nicht provozieren und frage mich unauf\u00e4llig, wenn du bei etwas unsicher bist.&#8220; Kira, die aufmerksam zugeh\u00f6rte hatte, nickte eifrig. Das klang machbar. Hoffentlich kam ihre flinke Zunge ihr nicht in die Quere, dachte sie. Aber sie w\u00fcrde Mitras keine Schande bereiten, nein, auf keinen Fall. Ihr gefiel, wie er ihr die Freiheit gew\u00e4hrte, sich umzuschauen und dies gleichzeitig nutzen wollte, um das Bild der unbeliebten Sch\u00fclerin, dass er zu ihrem Schutz aufbaute, zu verst\u00e4rken. Er war ein so schlauer Mann! Innerlich sp\u00fcrte sie schon wieder, wie sie f\u00fcr ihn schw\u00e4rmte. Rei\u00df dich zusammen, Kira! Das passt gar nicht zu dem, was du da sein sollst! Ohje, das w\u00fcrde vielleicht doch nicht so einfach sein&#8230; &#8222;Und, achja!&#8220; , erg\u00e4nzte Mitras. &#8222;Zaubere nicht. Es gibt \u00dcberwachungsmechanismen, damit niemand in den Hallen zaubert. Man will Beeinflussung vermeiden. Auch Talismane und \u00e4hnliches sind verboten, mit Ausnahme derer, die der Magus pers\u00f6nlich genehmigt hat.&#8220; Das wiederum war nicht so schwer, fand Kira. Wozu sollte sie zaubern wollen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitras hatte die ganze Woche gebraucht, um die Unterlagen f\u00fcr die Patentsanmeldung zu vervollst\u00e4ndigen und pr\u00fcfen zu lassen. Doch nun war es erledigt. Das Patent war angemeldet und keiner konnte ihm dies mehr streitig machen. Nachdem er nun einen \u00fcberaus anstrengenden Vormittag im Patentamt hinter sich hattte, wollte er weiter zu Marcus. 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