{"id":184,"date":"2025-05-18T19:56:00","date_gmt":"2025-05-18T19:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=184"},"modified":"2025-03-17T19:57:23","modified_gmt":"2025-03-17T19:57:23","slug":"ehre-den-alten-borastag-242-uldumstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2025\/05\/18\/ehre-den-alten-borastag-242-uldumstag\/","title":{"rendered":"Ehre den Alten &#8211; Borastag 242 (Uldumstag)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mitras erwachte fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen, immer noch unter dem Eindruck, den der Kuss bei ihm hinterlassen hatte. In den letzten drei Jahren hatte er nie \u00fcber eine Beziehung, \u00fcber eine Partnerin oder auch nur eine Geliebte nachgedacht. Vor Claudia hatte er meistens mit Frauen geschlafen, mit denen er gut befreundet war, so wie Lisa. Sie war aber bei weitem nicht die einzige. W\u00e4hrend der Schulzeit und auch in den ersten Jahren, als einer von Nathanaels Gehilfen, hatte er einige Freundinnen gehabt, mit denen er regelm\u00e4\u00dfig das Bett geteilt hatte. Und die meisten von ihnen hielten es genauso. Nur die sch\u00fcchterne Mire\u00e8, ebenfalls eine von Nathanaels Assistentinnen, hatte au\u00dfer ihm niemanden gehabt. Und w\u00e4ren sie sich nicht durch die Arbeit so nahe gekommen, h\u00e4tte sie ihn auch nie gefragt, ob er &#8218;es ihr beibringen k\u00f6nnte&#8216;. Sie arbeitete immer noch f\u00fcr den Magus und war unter den Mitarbeitern eine seiner wichtigsten Vertrauten. Auch wenn ihre letzte gemeinsame Nacht schon etliche Jahre zur\u00fcck lag, hielten sie nach wie vor Kontakt. Sie hatten aufgeh\u00f6rt miteinander zu schlafen, als Mitras ihr seine Liebe gestand, nur um von ihr zur\u00fcck gewiesen zu werden. Sie mochte ihn, ja und sie hatte die N\u00e4chte mit ihm wirklich genossen. Aber ihr ging es dabei anfangs nur um die Befriedigung iher Neugierde und dann ihrer Lust. Er war ihr nicht b\u00f6se deswegen, auch wenn es ihn verletzt hatte. Aber so war das nun einmal. Lust und Liebe liefen nicht immer Hand in Hand. Erfreulich war aber, dass sie durch diese Erfahrung deutlich selbstbewusster geworden war, was dann auch zu ihrem Aufstieg in Nathanaels Mitarbeiterschaft f\u00fchrte. Irgendwann w\u00fcrde sie durch das&nbsp;Wirken ihres Meisters eine Aufgabe finden, \u00fcber die sie ihren Magistra Titel erlangen w\u00fcrde.&nbsp;Mit Mire\u00e8 war es nie wieder wie fr\u00fcher geworden, aber mittlerweile waren sie wieder gut befreundet, auch wenn es schon fast vier Monate her war, dass er sich das letzte Mal mit ihr in einem Caf\u00e9 getroffen hatte. Zu Claudia hingegen war jeglicher Kontakt abgerissen, nachdem sie seinen Antrag zur\u00fcckgewiesen und ihn verlassen hatte. Er wusste nicht einmal, was sie heute machte. Sie war die letzte Frau, mit der er geschlafen hatte. Danach kamen drei Jahre, in denen er \u00fcber die Arbeit jegliches k\u00f6rperliches Verlangen verga\u00df. Und dann war Kira in sein Leben gekommen. Nicht erst, seit er sie im Bad gesehen hatte, war sein Interesse wiedererwacht, auch wenn er sich das lange nicht eingestehen wollte. Aber nun merkte er, wie die Sehnsucht nach mehr gr\u00f6\u00dfer wurde. Sie hatte bisher nur Sebastian und ihn als Vertraute hier in Uldum, und da Sebastian ein deutlich braverer Junge war, als es seinem Ruf entsprach, hatte sie sich nun ihm zugewandt. Aber auch wenn er durch den Regenerationszauber wieder wie Anfang 20 und nicht mehr wie ausgezehrte Ende 30 aussah, war er dennoch fast doppelt so alt wie sie. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter w\u00fcrde sie weitere M\u00e4nner in ihrem Alter kennen lernen. Es gab gen\u00fcgend anst\u00e4ndige Kerle in Uldum, den Rest w\u00fcrde er schon rechtzeitig auf Abstand bringen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bei dem Gedanken lachte er. Das h\u00f6rte sich mehr nach den Gedanken eines beh\u00fctenden Vaters an, als nach einem Mann, der selbst gerne Hand anlegen w\u00fcrde. Er war sich selbst nicht sicher, was er mehr sein wollte&#8230; Ein f\u00fcrsorglicher v\u00e4terlicher Freund, der sich um seine Sch\u00fclerin k\u00fcmmerte oder ihr Liebhaber und Vertrauter. Gestern Abend w\u00e4re er beinahe zweites geworden. Glaubte er zumindest. Vielleicht war es auch einfach eine falsch verstandene Abfuhr gewesen? Ihr Blick vor dem Kuss war seltsam gewesen, als habe es ihr nicht behagt, dass er sie durchaus als Freundin sah, die er k\u00fcssen wollte. Seine Ausdrucksweise w\u00e4re keiner Uldumer Frau negativ aufgefallen. Aber Kira war unter ganz anderen Bedingungen aufgewachsen. Vielleicht war er f\u00fcr sie zu aufdringlich gewesen? Mitras wusste, dass die Landbev\u00f6lkerung deutlich pr\u00fcder war, als die St\u00e4dter und insbesondere der st\u00e4dtische Erb- und Geldadel. Aber dennoch hatte sie ihn voller Begierde gek\u00fcsst.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aber gut, es half jetzt nichts dar\u00fcber zu gr\u00fcbeln. Heute hatte er ersteinmal anderes zu tun. Es war Borastag, der erste der beiden Tage zwischen den Jahren. Er und Kira waren bei seinen Eltern zum Mittagessen&nbsp;eingeladen. Den Abend w\u00fcrden sie hier verbringen. Die B\u00e4lle am Borastag waren speziell. So wie der ganze Tag. Man startete diesen speziellen Tag mit dem Gedenken an die Alten und insbesondere an die verstorbenen Familienmitglieder, was hie\u00df, dass man sich im Kreis der Familie traf und all die alten Geschichten wieder erz\u00e4hlte, fr\u00f6hlich miteinander a\u00df und das alte Jahr verabschiedete. Der Abend war dann die Zeit, dem Neuen zu gedenken. Er stand ganz im Zeichen der neuen Generation und dieser wurde in ausschweifenden Festen gedacht. In der Regel wuchs die neue Generation auch genau neun Monate nach diesem Festabend stark an. Egal ob in den Tavernen, in denen sich die b\u00fcrgerliche Bev\u00f6lkerung traf oder auf den B\u00e4llen, es lief meistens schnell auf eine ausschweifende Orgie in den Hinterzimmern hinaus. Noch wollte er dieses Nachtleben nicht auf Kira loslassen. Wenn sie sich n\u00e4chstes Jahr vollends an Uldum gew\u00f6hnt h\u00e4tte und auch die Gesellschaft schon kennen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde er sie nicht mehr zur\u00fcckhalten. Verdammt, wahrscheinlich w\u00fcrde er, wenn das kommende Jahr so gut lief wie es versprach, sogar selbst das eine oder andere Fest besuchen. Aber f\u00fcr heute hatte er andere Pl\u00e4ne. Er hatte eine \u00dcberraschung f\u00fcr Kira, die er auf der Dachterasse vorbereiten wollte. William hatte bereits gestern angek\u00fcndigt, dass er heute losziehen wolle und wohl erst sp\u00e4t am Neujahrstag wiederkommen werde. Abby und Tobey w\u00fcrden sich nach dem Fr\u00fchst\u00fcck auch zur\u00fcckziehen. F\u00fcr Abby war der Borasabend immer eine harte Zeit, da sie trotz ihres Wunsches nie Kinder bekommen hatte. Der Himmel war klar und nichts stand dem Jahresendfeuerwerk der Elementarschule im Weg. Das Letzte der etwa alle drei Monate stattfindenden Feuerwerke hatte Kira knapp verpasst, aber das Herbstfeuerwerk war in der Regel auch nicht so gro\u00df. Dank der Lage des Hauses hatte man von der Terasse aus einen wundervollen Blick auf das Stadtzentrum und damit auf den alten Palast. Zum Gl\u00fcck hatten sie den Block auf der anderen Stra\u00dfenseite nicht noch ein Stockwerk h\u00f6her gebaut, dann w\u00e4re es vorbei gewesen mit der Aussicht. So aber sorgte das Gef\u00e4lle des H\u00fcgels daf\u00fcr, dass man vom zweiten Stock aus weit sehen konnte, was er beim Bau des Hauses f\u00fcr eine kleine, halb \u00fcberdachte Terrasse genutzt hatte. Er w\u00fcrde dort oben ein kuscheliges Lager f\u00fcr sie aufschlagen und mit Heizsteinen daf\u00fcr sorgen, dass sie das Feuerwerk bequem zusammen ansehen konnten, um ihr eine weitere Besonderheit der Hauptstadt in einem gesch\u00fctzten Rahmen zeigen zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira sa\u00df vor dem Spiegel und gr\u00fcbelte. Was sollte sie zum Familienessen anziehen? Sie war \u00fcberrascht gewesen, als Mitras ihr sagte, dass sie heute mit zu seinen Eltern eingeladen war. Boras war eigentlich ein Familientag, man nahm selten G\u00e4ste mit auf. Sie hatte gar kein schwarzes Kleid, wie es \u00fcblich gewesen w\u00e4re. Ob das dunkelblaue mit den Sternen in Ordnung war? Aber es sah sehr festlich aus, vielleicht etwas zu festlich? Zu ihrer Erleichterung hatte Mitras nicht vor, mit ihr auf einen der B\u00e4lle zu gehen. Was sie von den Dorffesten wusste und von Sebastian geh\u00f6rt hatte, war das defintiv kein Ort, an dem sie sein wollte, selbst mit ihrem neu erwachten Selbstbewusstsein. Aber f\u00fcr den Ball w\u00e4re es vielleicht auch schon wieder zu schlicht gewesen, das Sternenkleid&#8230; Seufzend stand sie auf. Sie w\u00fcrde Mitras fragen m\u00fcssen. Abby hatte heute frei, wie William ihr beim Fr\u00fchst\u00fcck gesagt hatte. Vorsichtig lugte sie \u00fcber den Flur. Es war wirklich still heute vormittag. Wo war Mitras? Seine Zimmert\u00fcr war zu, ebenso die Labort\u00fcr. Sie ging in die Bibliothek, klopfte an seine T\u00fcr und schaute in beide Labore, aber er war nicht zu finden. Verwirrt ging sie wieder nach oben. War sie alleine im Haus?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Kira, kann ich dir helfen?&#8220; Erschrocken fuhr sie herum. Mitras stand pl\u00f6tzlich hinter ihr. &#8222;Wa&#8230; Wo kommst du denn her?&#8220; Er l\u00e4chelte und deutete mit dem Daumen auf die Treppe, die zu Williams Zimmern f\u00fchrte. &#8222;Vom Dachboden. Du siehst irgendwie noch nicht so aus, als w\u00e4rest du fertig frisiert, gibt es ein Problem?&#8220; Verlegen fuhr Kira sich durch die Locken. &#8222;\u00c4h, ja. Ich wei\u00df nicht, was ich anziehen soll, ich habe kein schwarzes Kleid hier.&#8220; &#8222;Das ist schon in Ordnung, bei mir zu Hause geht es eh nicht so formell zu. Du hast doch mindestens ein blaues Kleid, oder? Die sind auch gut und sehen auch sch\u00f6n aus.&#8220; &#8222;Ja, hab ich, aber&#8230; &#8222;, sie griff seine Hand und zog ihn einfach hinter sich her. Zeigen war einfacher als erkl\u00e4ren, das Kleid lag bereits auf dem Bett. &#8222;&#8230; ist es nicht zu festlich?&#8220; Das Kleid war dunkelblau, aber hatte eine Schicht aus hellerem, fast durchsichtigen Stoff dar\u00fcber, auf dem Sterne eingestickt waren. Sie hatte es, seitdem sie es beim ersten Einkauf bei Peeks gekauft hatten, noch nie getragen. Mitras sah es sich kurz an: &#8222;Das sieht doch gut aus. Frederike wird wahrscheinlich etwas \u00e4hnliches tragen.&#8220; Erleichtert griff Kira nach dem Kleid. &#8222;Danke! Dann bin ich gleich fertig.&#8220; Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass Mitras noch im Raum stand, legte sie sich das Kleid \u00fcber dem Stuhl zum hineinschl\u00fcpfen zurecht und begann, das einfache Kleid, dass sie zum Fr\u00fchst\u00fcck getragen hatte, am R\u00fccken aufzukn\u00f6pfen. Als sie es bereits halb offen hatte, r\u00e4usperte er sich hinter hier, was sie erneut zusammen zucken lie\u00df. &#8222;Ehm, m\u00f6chtest du Hilfe?&#8220;, fragte er. Sie dachte kurz nach. Das w\u00fcrde bedeuten, ihn nahe bei sich zu haben, vielleicht noch einen Kuss zu bekommen. Aber sie musste sich beeilen mit dem Anziehen, wenn sie noch ihre Haare in eine halbwegs pr\u00e4sentable Frisur bekommen wollte. Wenn sie schon die Ehre hatte, von einer fremden Familie eingeladen zu werden, wollte sie nicht der Grund f\u00fcr eine Versp\u00e4tung sein. Also sch\u00fcttelte sie den Kopf und bedankte sich, woraufhin er in sein eigenes Zimmer ging.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kira musste wirklich nerv\u00f6s wegen des Mittagessens sein, dass sie sich beinahe vor ihm ausgezogen h\u00e4tte. Der Anblick ihrer nackten Schulterbl\u00e4tter war durchaus sch\u00f6n, aber ihre Zerstreutheit so auszunutzen fand er irgendwie nicht richtig. Nun ging&nbsp;Mitras schnell in sein Zimmer, zog sich&nbsp;selbst um, trat dann wieder auf den Flur. Kira war anscheinend noch nicht fertig und so ging er schon einmal nach unten. Er wollte noch kurz nach dr\u00fcben zu Abby und Tobey. In der K\u00fcche stand der kleine Pr\u00e4sentkorb, den er William aufgetragen hatte vorzubereiten. Er schl\u00fcpfte schnell in Stiefel und Mantel und ging zu dem kleineren Haus. Tobey \u00f6ffnete ihm. &#8222;Hallo Tobey, ich habe hier noch eine Kleinigkeit f\u00fcr euch beide. Ich hoffe es bessert den Abend ein wenig auf.&#8220; Er begutachtete den Korb kurz und blickte dann zu Mitras: &#8222;Das ist aber ein feines Geschenk. Danke.&#8220; Der Korb enthielt ein paar W\u00fcrste und einen K\u00e4se aus Abbys Heimat und einen Laib Brot von einem B\u00e4cker, der ebenfalls von dort stammte. Dazu gab es einen Brandy aus Tobeys Heimat, den Abby aber auch sehr gern trank. &#8222;War sicher nicht ganz g\u00fcnstig, dieses kleine St\u00fcck Heimat.&#8220;, sagte Tobey mit leicht belegter Stimme und einem leichten, feuchten Funkeln im Auge, es war schon eine Weile her, seit die beiden das letzte Mal bei ihren Familien waren. &#8222;Keine Ursache. Ich w\u00fcnsche euch beiden einen sch\u00f6nen Abend.&#8220; Mitras ging wieder zum Haus hin\u00fcber und fand Kira und William im Flur vor. Kira sah in dem Kleid einfach umwerfend aus, auch wenn er nicht umhin kam, zu denken, dass die Farbe nun nicht mehr so gut zu ihr passte wie sie es beim Kauf vermutlich getan hatte. Ihre Haare waren deutlich heller geworden, weg von dem dunklen Kastanienbraun hin zu einem dunklen Rot. Ein Violett oder Gr\u00fcnton w\u00fcrde ihr nun seiner Meinung nach besser stehen. Er musste wohl mal wieder in ihre Gaderobe investieren. Der Gedanke lie\u00df ihn schmunzeln, denn er beschenkte sie nur allzu gerne &#8211; ihre Reaktionen waren einfach zu niedlich. Das Kleid hatte aber durchaus etwas elegantes und war dem Anlass angemessen. Ihre Haare hatte sie teilweise geflochten, teilweise hochgesteckt, was die Eleganz unterstrich und den Blick auf die Ohrringe lenkte, die sein Vater ihr geschenkt hatte. Sie passten nicht ganz zum Kleid, aber angesichts des Anlass waren sie eine gute Wahl. Vielleicht sollte er auch in etwas mehr Schmuck f\u00fcr sie investieren, schlo\u00df er seine \u00dcberlegungen ab.<\/em><em> William war auch fertig und verabschiedete sich von den beiden, als sie auf die Stra\u00dfe traten und in Richtung Kutschstand gingen.&nbsp;Die Luft war nicht mehr so kalt, der Fr\u00fchling k\u00fcndigte sich bereits an, doch Kira zog dennoch den Mantel eng um sich, was ihn dazu veranlasste, doch eine Kutsche zu nehmen, statt die kleine Distanz bis zu seinem Elternhaus zu laufen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seine Mutter empfing sie an der T\u00fcr und schlo\u00df erst ihn, dann Kira in die Arme, die von dieser Geste offenbar genauso \u00fcberfordert war wie von der Tatsache, dass Valencia ihr freudestrahlend einen Brief in die Hand dr\u00fcckte, kaum, dass sie den Mantel abgelegt hatte. &#8222;F\u00fcr dich, ein Borasgeschenk! Ich hab mir ganz viel M\u00fche gegeben!&#8220; &#8222;\u00c4h, danke, ich&#8230;&#8220;, stammelte Kira, und Valencia h\u00fcpfte aufgeregt vor ihr auf und ab. &#8222;Mach auf, mach auf, lies!&#8220; Kira versuchte, den Brief mit dem Finger zu \u00f6ffnen, was Mitras erst schmunzeln lie\u00df, doch dann aktivierte er seinen Brief\u00f6ffner und reichte ihn ihr. Dankbar nahm sie ihn und \u00f6ffnete den Brief. Mitras lugte ihr neugierig \u00fcber die Schulter. Den gr\u00f6\u00dften Teil des Blattes nahm eine Zeichnung ein, auf der Kira von lauter Sternen umgeben war und Strahlen aus ihren H\u00e4nden schickte. Oben dr\u00fcber stand in krakeliger Kinderschrift in Gro\u00dfbuchstaben: &#8222;AN KIRA DI MAGIRIN. ICH HOFFE DAS DU MEINE VREUNDIN BIST.&#8220; Seine Mutter, die ebenfalls noch im Flur stand, reckte sich ebenfalls. &#8222;Was hast du denn geschrieben, meine schlaue Enkelin?&#8220; &#8222;Das ist f\u00fcr Kira!&#8220;, protestierte Valencia. &#8222;Das ist Geheimnis, sagt Mama. Man muss niemanden seine Briefe lesen lassen, wenn man nicht will!&#8220; Dea lachte. &#8222;Ja, das stimmt.&#8220; Kira war sehr still. Mitras beugte sich etwas vor, um ihr ins Gesicht sehen zu k\u00f6nnen. Ihre H\u00e4nde zitterten ein wenig, was ihm Sorgen bereitete. In den Ecken ihrer Augen glitzerte es verd\u00e4chtig. Doch ehe er etwas sagen konnte, kniete sie sich nieder, \u00f6ffnete die Arme und zog Valencia an sich. Sie fl\u00fcsterte ihr etwas ins Ohr, was Valencia freudestrahlend nicken lie\u00df. Dann stand sie wieder auf, faltete den Brief sorgsam zusammen und steckte ihn in die Tasche des aufgeh\u00e4ngten Mantels, hielt ihn vorher aber geschickt so, dass auch Dea einen Blick darauf werfen konnte. Mitras bewunderte seine Sch\u00fclerin wieder einmal. Was auch immer sie gesagt hatte, ihre eigenen Emotionen hatten sie nicht daran gehindert, Valencia eine gute Antwort zu geben und von ihr unbemerkt auch die Neugierde seiner Mutter zu befriedigen. Diese folgte nun Valencia ins Esszimmer, wobei sie versuchte, Valencia dazu zu bringen, auch ihr mal einen Brief zu schreiben, was seine Nichte nach einem Moment des \u00dcberlegens auch versprach: &#8222;Ja, Oma, mach ich, aber du musst noch ein bisschen warten, weil ich erst noch lerne. Ich nehme es mir einfach f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr vor und dann bekommst du ihn zum Geburtstag, ja?&#8220; Mitras sp\u00fcrte, wie er sich entspannte. Seine Familie hatte immer wieder diese Wirkung auf ihn, sie waren wuselig, warm und gaben ihm Hoffnung, dass es tats\u00e4chlich immer einen neuen Morgen geben w\u00fcrde &#8211; auch wenn die Fortschritte, die er in der letzten Zeit mit Kiras Hilfe gemacht hatte, ihn noch mehr mit Hoffnung erf\u00fcllten, seine Familie war immer da gewesen, in den dunklen und hellen Tagen, und sie w\u00fcrde es auch bleiben. Wenn es n\u00f6tig war, w\u00fcrde er mit allen Mitteln daf\u00fcr sorgen, dass ihnen nichts geschah.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira enspannte sich erst, als der Nachttisch aufgedeckt wurde. Zu nerv\u00f6s war sie, obwohl Mitras Familie alles erdenkliche tat, um sie nicht wie eine Au\u00dfenseiterin dastehen zu lassen. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Begr\u00fc\u00dfung hatte auf jeden Fall geholfen, dass sie sich nicht so verloren f\u00fchlte, wie sie bef\u00fcrchtet hatte, als die traditionellen Toasts auf die verstorbenen Familienmitglieder ausgesprochen wurden. Sie kannte zwar niemanden, also schwieg sie, wenn reihum jeder etwas zum Gedenken sagte, aber das fiel nicht auf, weil Valencia und Julius nat\u00fcrlich auch noch nicht an den Spr\u00fcchen und Geschichten teilnahmen. Sie w\u00fcrden erst im Laufe der Zeit lernen, diese Familiengeschichten nachzuerz\u00e4hlen. Kira lernte so immerhin, dass die Familie Venaris offenbar von Bergleuten abstammte, die an verschiedenen Orten des Landes nach Gold gegraben hatten. Von zweien, seinem Gro\u00dfvater und einem anderen Mann namens Sigus gab es Statuen aus Metall im Raum, die unglaublich lebensecht waren. Kira vermutete, dass sie mit Magie hergestellt sein mussten und fragte sich, wie viel Geld die Familie hatte, um sich solche Statuen leisten zu k\u00f6nnen. Einige der offenbar recht alten Erz\u00e4hlungen stammten noch aus der Gr\u00fcndungszeit von Albion, was Kira beeindruckte. Die Geschichten, die man sich bei ihr zu Hause erz\u00e4hlte, beinhalteten einige Erz\u00e4hlungen \u00fcber ihre Urgro\u00dfeltern und einige zeitlich nicht mehr eingeordnete Erz\u00e4hlungen \u00fcber K\u00e4mpfe gegen die einfallenden Skir, bei denen sie sich nicht mal sicher gewesen war, ob sie nicht vielleicht erfunden waren. Namen, Zeiten und Verwandtschaftgrade so weit zur\u00fcck noch genau benennen zu k\u00f6nnen, sprach f\u00fcr eine gute Familienbande und eine lange Pflege der Borastradition. Mitras hatte eine besondere Familie. Vermutlich waren sie deshalb auch immer so herzlich &#8211; die N\u00e4he und Zugewandtheit wurde bei ihnen schon immer gelebt, sie wuchsen darin auf. Ein bisschen schwankte sie zwischen Trauer \u00fcber ihre eigene Familie und Freude dar\u00fcber, stattdessen nun hier sein zu k\u00f6nnen. Die Familie von Dea wurde weniger oft erw\u00e4hnt, fiel ihr aber auch auf. Sie stammte offenbar aus der Gegend um Silias, einige Vorfahren hatten auch eher rhorestarische Namen, aber die Geschichten waren eher kurz und wenig detailreich ausgeschm\u00fcckt. Die Familie Venaris hat sie aufgenommen, realisierte Kira. Wenn Mitras sie irgendwann heiraten k\u00f6nnte, dann w\u00fcrde sie vielleicht dasselbe Gl\u00fcck haben. Hmm, das kribbelte im Bauch. Vertr\u00e4umt beobachtete sie Mitras, wie er geschickt ein St\u00fcck Fleisch mit der Gabel vom Knochen l\u00f6ste, ehe er den Teller zusammen mit den anderen zusammenschob. Wie Dea erz\u00e4hlt hatte, hatte sie allen Haushaltshilfen f\u00fcr heute Nachmittag frei gegeben, damit sie ebenfalls zu ihren Familien gehen konnten, eine Geste, die Kira durchaus kannte, allerdings aus der anderen Perspektive. Oft waren zum Borastag diejenigen nach Bispar nach Hause gekommen, die in Hagen oder L\u00fchrenburg bei den Adeligen gearbeitet hatten. Allerdings waren es auch nicht immer alle gewesen. Es hing von der Laune des Lehnsherren oder Lords ab. Beim Nachtisch, den er und Frederieke anschlie\u00dfend aus der K\u00fcche holten, fiel Kiras Nerv\u00f6sit\u00e4t endg\u00fcltig in sich zusammen: Mit einem breiten Grinsen platzierte er eine Schl\u00fcssel des von ihr so geliebten Puddings vor ihr. Dea l\u00e4chelte sie ebenfalls an und sagte: &#8222;Mitras hat erw\u00e4hnt, dass du das gerne magst, stimmt das?&#8220; Kira nickte eifrig. &#8222;Das w\u00e4re nicht n\u00f6tig gewesen, aber ja.&#8220; Dea und auch Mitras Vater Marcellus schmunzelten und nickten sich zu. &#8222;Doch, das war n\u00f6tig. Du hast ja nun genug von unseren Geschichten geh\u00f6rt. Den Nachtisch haben wir f\u00fcr dich geplant. Erz\u00e4hlst du uns etwas?&#8220; Ehrf\u00fcrchtig betrachtete Kira den Pudding und blickte dann in die erwartungsvollen Gesichter rund um den Tisch. Sie sp\u00fcrte, wie sie schon wieder rot wurde. Freude mischte sich mit Verlegenheit. Ihr Herz klopfte heftig. Was sollte sie erz\u00e4hlen? Hmm, es gab eine Geschichte, die ihr ihr Vater nur ein einziges Mal erz\u00e4hlt hatte, ihre Mutter h\u00f6rte sie nicht gerne, hatte er gesagt. Vielleicht war das hier der richtige Ort?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mein Gro\u00dfvater Wolf war ein mutiger Mann. Er ist in Silias geboren worden, aber seine Eltern zogen fr\u00fch mit ihm nach Pasrino. Das Land dort war fruchtbar, doch es zog ihn wie ehemals seine Eltern in die Fremde, in den Norden, in die S\u00fcmpfe, um sie urbar zu machen. Also zog er in das neu gegr\u00fcndete Dorf Bispar und erwarb mit seinem ganzen Ersparten etwas Land, dass er bestellen konnte, au\u00dferdem bekam er wohl eine Handellizenz vomLehnsherren in L\u00fchrenburg. Eines Tages im Herbst war er im Wald unterwegs, als ihn ein Rudel W\u00f6lfe angriff. Er verteidige sich mutig, doch sie waren viele. Also floh er auf einen Baum. Er hielt drei Tagen dort oben aus und drei N\u00e4chte!&#8220; Valencia riss die Augen auf und schlug sich die Hand auf den Mund. &#8222;Hat er \u00fcberlebt?&#8220; Kira nickte. &#8222;Sonst w\u00e4re ich ja jetzt nicht hier. Er hat \u00fcberlebt, weil er gerettet wurde &#8211; von einer Frau, die kam und die W\u00f6lfe vertrieb. Sp\u00e4ter hat er sie geheiratet. Boras segne sie.&#8220; Alle am Tisch klatschen leise, wie es \u00fcblich war. &#8222;Leben deine Gro\u00dfeltern noch, wie meine Oma?&#8220; wollte Valencia wissen. Kira, die diese Frage schon erwartet hatte, zuckte mit den Schultern. &#8222;Wei\u00df ich nicht. Mein Vater hat mir die Geschichte nur einmal erz\u00e4hlt, an einem Boras, als meine Mutter mit Torge bei ihren Eltern war, aber wir auf die R\u00fcckkehr von Adrian gewartet haben. Ich glaube, meine Gro\u00dfmutter ist fr\u00fch gestorben, an einer Krankheit. Und mein Gro\u00dfvater, den habe ich nie gesehen und es wurde auch sonst nicht \u00fcber ihn gesprochen, ich wei\u00df aber nicht, wieso.&#8220; Wenn sie wieder in Burnias war, w\u00fcrde sie ihren Vater fragen, nahm sie sich vor. Warum hatte sie so lange nicht mehr an diese Geschichte gedacht? Eine Frau, die W\u00f6lfe vertreiben konnte, die zuvor drei Tage einen erwachsenen Mann auf einem Baum festgehalten hatten &#8211; klang das nicht sehr nach einer magischen Begabung? Seltsam, dass ihr das nicht vorher eingefallen war. So betrachtet, stammte ihre magische Begabung von ihrer Gro\u00dfmutter, die gestorben war. Sie w\u00fcrde nach dieser Wahrheit suchen, sobald es ihr m\u00f6glich war. In Gedanken versunken a\u00df sie den Pudding und lauschte nur mit halben Ohr der Geschichte, die Valencia nun \u00fcber ihren anwesenden Gro\u00dfvater erz\u00e4hlte, sehr zu dessen Erheiterung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras horchte bei Kiras Geschichte auf. Wie er schon fr\u00fcher vermutet hatte, k\u00f6nnte das die L\u00f6sung sein, ein starkes magisches Erbe seitens der Gro\u00dfmutter. Aber es warf viele Fragen bez\u00fcglich der Hexen der Skir auf. War Kira dort auch ein Ausnahmetalent oder eher die Norm? Waren ihre Hexenf\u00e4higkeiten bereits an ihrem Maximum oder genauso wie ihre gildenmagischen F\u00e4higkeiten gerade erst am Anfang der Entwicklung? Und was sagte das \u00fcber die F\u00e4higkeiten der anderen Skirhexen aus? Im Krieg waren die Hexen nur selten in Erscheinung getreten, dann aber wohl als sehr m\u00e4chtige Gegner. Er w\u00fcrde sich da doch einmal tiefer mit besch\u00e4ftigen m\u00fcssen und er musste herausfinden, ob Kiras Gro\u00dfvater noch lebte. Er war ihre beste Spur. Diesmal w\u00fcrde er sich aber erst mit Kira absprechen, bevor er wieder hinter ihrem R\u00fccken Nachforschungen anstellte. Aber f\u00fcr heute wollte er daran nicht mehr denken, sondern f\u00fcr Familie und Kira da sein und von ihr Kraft erhalten, so wie dieser Tag auch gedacht war.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der restliche Nachmittag verlief ereignislos und sehr entspannt. Kira wurde zunehmens entspannter und \u00f6ffnete sich mehr und mehr der Familie. Sie erz\u00e4hlte seinen Eltern wie sie Sebastian kennen gelernt hatte, was seine Eltern mit Wohlwollen quitierten und ihr von der langen Freundschaft der Familien Venaris und di Ferrus berichteten. W\u00e4hrend Mitras sich sp\u00e4ter mit seinem Vater unterhielt und mit ihm seine Pl\u00e4ne rund um die Resourcenbeschaffung f\u00fcr den Generatorbau diskutierte, r\u00e4umten seine Mutter und Frederike in der K\u00fcche auf und Kira spielte mit den Kindern. Mitras sah wie sie ihnen einige Zauber vorf\u00fchrte, auch den Prallzauber, mit dem sie eine Holzkugel herumspringen lie\u00df. Die Stimmung war gel\u00f6st und heiter. Zum Abschluss gab es sehr zu Mitras Freude einen Nusskuchen. Seine Mutter buck diesen immer selbst und er liebte ihn wie kein anderes Geb\u00e4ck. Satt und zufrieden brachen die beiden zu Fuss auf. Es war w\u00e4rmer geworden und die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel herunter. &#8222;Perfektes Wetter, aber das war zu erwarten.&#8220; sagte er mehr zu sich selbst. &#8222;Warum zu erwarten? Ich meine, ja, es ist sch\u00f6n wie lange nicht mehr, aber ist das Wetter hier auf der Hochebene so vorhersehbar?&#8220; Mitras lachte. &#8222;Wenn die Gilde der Elementarmagie es will, ja. Und heute haben sie Gro\u00dfes vor, da \u00fcberlassen sie nichts dem Zufall.&#8220; Kira blickte ihn erstaunt an, &#8222;Sie verzaubern das Wetter extra f\u00fcr heute? Ist das nicht verdammt aufwendig und eigentlich auch teuer? Ich habe von diesen Zaubern gelesen und auch davon, was die Magier schon f\u00fcr eine kleine Regenwolke nehmen, aber nach dem Wetter der letzten Tage zu urteilen und wie der Himmel heut aussieht&#8230;&#8220; &#8222;Ja, Kira, du wirst heute in einem Radius von 50 Kilometern keine Wolke am Himmel finden und wahrscheinlich liegen wieder ein paar Elementarmagier im Lazaret, weil sie sich \u00fcbernommen haben. Aber wenn es um ihre eigenen Belange geht, scheuen sie keine M\u00fche.&#8220; &#8222;Und was haben sie heute vor?&#8220; &#8222;Hat dir Sebastian nichts erz\u00e4hlt? Und die Kleinen haben sich auch nicht verplappert? Sehr gut,&#8220; Mitras kicherte vergn\u00fcgt. &#8222;Tut mir leid, Kira, aber das ist eine \u00dcberraschung.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zuhause waren sie alleine, was Kira nicht \u00fcberraschte &#8211; William hatte ihr erz\u00e4hlt, dass er ausgehen w\u00fcrde und gescherzt, dass er sie mitnehmen w\u00fcrde, wenn sie nicht adelig w\u00e4re. Sie war recht froh, dass sie nicht mit musste, aber war sehr neugierig, was f\u00fcr eine \u00dcberraschung es noch geben w\u00fcrde. Mitras war locker und entspannt wie selten und sie geno\u00df seine N\u00e4he, ebenso, wie sie zu ihrer eigenen \u00dcberraschung den restlichen Tag genossen hatte. Heimlich \u00fcberlegte sie, ob sie ihn wieder k\u00fcssen w\u00fcrde k\u00f6nnen. Das w\u00e4re wie Sahne auf der Torte&#8230; er hatte ihr gesagt, sie solle sich etwas bequemes anziehen, also wechselte sie in eines der alten Kleider aus Burnias, ein einfaches Hauskleid, was man wie einen Mantel vorne kn\u00f6pfen konnte und das aus weicher, d\u00fcnn gewebter Wolle war. Sie hatte es bisher nicht angezogen, weil es ihr zu \u00e4rmlich und locker erschien, aber als sie jetzt vor dem Spiegel stand, ihren Zopf \u00f6ffnete und sich ihre dunkelroten Haare \u00fcber den hellgr\u00fcnen Stoff ringelten, sah es ihr gar nicht mehr zu schlicht aus, sondern einfach wie ein bequemes Kleid f\u00fcr einen sch\u00f6nen Abend mit einem vertrauten Freund. Sie seufzte. Einem Freund, f\u00fcr den sie so sehr schw\u00e4rmte, dass allein der Gedanke, neben ihm zu sitzen und sein L\u00e4cheln zu sehen, leichtes Kribbeln in ihrer Magengegend ausl\u00f6ste. Hmmm&#8230; hoffentlich hatte Sebastian Recht damit, dass er ihr n\u00e4chste Woche helfen konnte, ein bisschen verf\u00fchrerischer zu sein. Denn egal wie bequem dieses Kleid war &#8211; wie eine verf\u00fchrerische Frau sah sie darin nicht aus, eher wie ein junges M\u00e4dchen vom Land. Sie straffte ihre Schultern. Nun, immerhin war sie eine junges M\u00e4dchen vom Land und auch wenn dunkle Ecken ihres Bewusstseins wohl heimlich hofften, mehr als nur einen Kuss an diesem besondern Abend zu bekommen, es war sicher noch nicht die Zeit daf\u00fcr und sie w\u00fcrde sich den wundersch\u00f6nen Tag nicht mit Hoffnungen oder Sehns\u00fcchten verderben lassen. Sie blickte auf den Beutel, den Frederieke ihr hatte senden lassen. Bisher hatte sie den Tee nicht getrunken, aber, gemessen an den Gedanken, die sie ganz eindeutig hegte, war es sicher besser, damit mal zu beginnen. Sie nahm ihn mit in die K\u00fcche und bereitete sich eine kleine Tasse Tee zu, mit der sie in den Wintergarten ging. Mitras war nirgendwo zu sehen, vermutlich war er in seinem Zimmer. Der Wintergarten war schon recht dunkel, die Sonne ging ja bereits unter und die nach Osten ausgerichtete Glaswand lag schon lange im Schatten. Nachdenklich betrachtete Kira, wie die Bl\u00fcten des Oleanders sich langsam schlossen, bereit f\u00fcr die Nacht. Sie strich sanft mit dem Finger \u00fcber eine von ihnen, \u00f6ffnete ihre magischen Sinne und hatte beinahe das Gef\u00fchl, ganz leichte Str\u00f6mungen in ihr zu sehen, die wie das Licht der Sonne nun langsam erloschen. Es war so still und friedlich, dieses Zuhause, was sie jetzt hatte. Endlich ein Zuhause. Sie sp\u00fcrte, wie ihr eine Tr\u00e4ne die Wange herunter lief, so dankbar war sie.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras war, nachdem Kira in ihr Zimmer gegangen war, um sich umzuziehen, noch einmal nach oben gegangen, um auf der Terrasse noch einmal nach dem Rechten zu sehen und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Als er wieder herunter kam, blickte er verstohlen nach links und rechts. Kira war nirgends zu sehen und er schl\u00fcpfte schnell in sein Zimmer, sich wie ein kleines Kind \u00fcber seinen Streich freuend. Er zog sich schnell etwas bequemeres an, seine Festagskleidung war f\u00fcr den Abend g\u00e4nzlich ungeeignet. Eine einfache schwarze Stoffhose, dazu ein schlichtes wei\u00dfes Hemd mit mittlerer Knopfzeile. Er blickte zur Uhr, es war kurz nach 18 Uhr, noch zwei Stunden. Er ging schnell hinunter ins Esszimmer und griff sich den dort bereitstehenden Korb. William hatte alles zu seiner Zufriedenheit vorbereitet.&nbsp;Schnell und so leise wie m\u00f6glich huschte er wieder nach oben, stellte den Korb schon einmal auf der Treppe ins Dachgeschoss ab und ging zu Kiras T\u00fcr. Er klopfte, &#8222;Kira?&#8220;. Keine Reaktion. Sie war nicht in ihrem Zimmer. Schnell ging er zur Bibliothek hin\u00fcber, aber auch hier war sie nicht. Er hatte unten gar kein Licht gesehen, wunderte er sich, aber wenn sie weder in ihrem Zimmer noch in der Bibliothek war, dann konnte sie eigentlich nur im Wintergarten sein. Er ging wieder hinunter und \u00f6ffnete die T\u00fcr zum Salon. Es war dunkel im Raum, dadurch, dass er auf der Morgenseite des Hauses lag, neigte das Zimmer dazu, abends schnell schattig zu werden. Mitras wunderte sich, dass Kira sich kein Licht angemacht hatte und ob sie denn \u00fcberhaupt hier w\u00e4re. Sie k\u00f6nnte ja auch im Garten sein. Da sah er aus dem Augenwinkel heraus eine Bewegung im Wintergarten. Er hatte sich beim eintreten umgesehen, sie aber nicht bemerkt, wie sie da im Schatten bei dem Oleander stand. Sie schien ihn auch noch nicht bemerkt zu haben und stand mit dem R\u00fccken zu ihm gewandt. Er machte einen Schritt auf sie zu und wollte sich bemerkbar machen: &#8222;Kira, hier bist du.&#8220;&nbsp; Sie zuckte zusammen und fuhr herum, mit der Hand noch rasch durchs Gesicht wischend. Hatte sie geweint? &#8222;Alles in Ordnung?&#8220;, fragte er sorgenvoll. Sie l\u00e4chelte ihn an, im Schatten konnte er ihre Augen aber nicht ganz sehen. &#8222;Ja, bestens.&#8220; Ihre Stimme klang ein wenig belegt, aber sie meinte es ehrlich, er sp\u00fcrte fast Wellen von Freude und W\u00e4rme, die von ihr ausgingen. &#8222;Gibt es jetzt die \u00dcberraschung?&#8220; &#8222;\u00c4h ja, ich hatte schon nach dir gesucht.&#8220; Er war erleichtert, wunderte sich aber auch, dass ihre Emotionen heute so regelrecht aus ihr herausstr\u00f6mten. Normalerweise strahlten nur ihre Trauer oder Verletztheit so aus, der Tag musste ihr bisher wirklich sehr gefallen haben. &#8222;Wir m\u00fcssen nach oben. Du bist bisher noch nie im zweiten Stock gewesen oder?&#8220; Sie sch\u00fcttelte den Kopf und ging voraus, zur Treppe.&nbsp;Rasch ging er ihr hinterher und schon fast t\u00e4nzelnd \u00fcberholte er sie auf der Treppe. Nun wieder im Licht der Lampen sah er sie genauer an. Sie trug die Haare offen, was schon selten war, au\u00dferdem trug sie eines ihrer alten Kleider. Es sah \u00fcberraschend gut aus und stand ihr. Zwar nicht in dem Ma\u00dfe wie das wundervolle Kleid, dass sie heute den Tag \u00fcber getragen hatte, aber f\u00fcr den Zweck war es sehr gut gew\u00e4hlt. Es sah deutlich bequemer als die anderen St\u00fccke aus, war dabei aber immer noch&nbsp;ansehlich. Im \u00dcberschwang konnte er es sich nicht verkneifen und sagte: &#8222;Gut siehst du aus, das Kleid steht dir und es betont deine Haare sehr gut.&#8220;&nbsp;Sie stolperte fast \u00fcber die n\u00e4chste Stufe und blickte scheu an sich herunter, die Wangen f\u00e4rbten sich auf die ihm bekannte Weise von zartrosa zu gl\u00fchend rot. Er kicherte vergn\u00fcgt in sich hinein ob ihrer Reaktion.&#8220;Fi- findest du?&#8220;, fragte sie leise. &#8222;Durchaus. Das Kleid ist schlicht und wirkt an dir&nbsp;doch auf eine gewisse Art&#8230;&#8220;, beinahe w\u00e4re ihm &#8218;anziehend&#8216; heraus gerutscht. Was dachte er sich nur. Schnell sprach er weiter: &#8222;Und wie gesagt, die Farbe bringt deine Haare gut zur Geltung.&#8220; Er machte rasch den letzten Schritt zur n\u00e4chsten Treppe, schnappte sich schnell den Korb mit einer halben, \u00fcbertriebenen Drehung und wies nach oben: &#8222;Nach dir, oben links.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Neugierig und immer noch verlegen vom Kompliment ging sie an ihm vorbei und wandte sich nach links. Der niedrige Flur unterm Dachfirst war staubig und kaum erleuchtet, aber nur wenige Schritte vor ihr stand auf der linken Seite ein T\u00fcr offen, durch die d\u00e4mmig Licht fiel &#8211; ging es da nach drau\u00dfen? Sie ging nach vorne und trat staunend auf eine kleine Dachterrasse, die ihr bisher noch nie von unten aufgefallen war. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Terrasse war von einem mit Polstern belegten, runden Korbgeflecht gef\u00fcllt, das an der R\u00fcckwand eine halbhohe, gefaltete Wand aus Stoff hatte, die von Metallst\u00e4ben gehalten wurde &#8211; Kira nahm an, dass man die nach oben schieben konnte, so dass sich \u00e4hnlich einem Sonnenschirm ein Dach aus Stoff ergeben w\u00fcrde. An der Br\u00fcstung davor hing ein kleiner Tisch, umgeben von verschiedenen Pflanzen, die auch aus T\u00f6pfen in den Ecken des kleinen Platzes und h\u00e4ngenden K\u00fcbeln spro\u00dfen, die an verschiedenen Tr\u00e4gern an der Wand und dem First hingen. Es war \u00fcberraschend warm, was wohl an den drei Heizsteinen lag, die sich dekorativ zwischen den Pflanzen zeigten. Mitras trat hinter ihr durch die T\u00fcr und wies mit einer Handbewegung auf die Polster. &#8222;Bitte, setz dich!&#8220; Sie klettere hinauf und krabbelte ein wenig vor bis zur Wand, wo die Kissen zu einer R\u00fcckenlehne angeordnet waren, um sich dort gem\u00fctlich hinzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Er stockte kurz, war ihr eigentlich bewusst, wie sie gerade mit ihrem aufreizenden Hintern ihm zugewandt war? Er sch\u00fcttelte den Gedanken schnell ab, was war nur heute los mit ihm. Den Tag \u00fcber hatte er nicht mehr an die K\u00fcsse von Gestern denken m\u00fcssen, aber jetzt kam der Eindruck nur um so st\u00e4rker wieder. Er riss sich zusammen, war das immer noch eine Nachwirkung ihrer Magie? Nein, das kam von ihm. In den letzten Wochen war ihm immer st\u00e4rker bewusst geworden wie sehr er die intime N\u00e4he einer Frau vermisste. Au\u00dferdem war er immer noch durcheinander wegen ihres Kusses nach dem Laden. Er wandte sich ihr zu und konzentrierte sich innerlich so fest es ging und sammelte schnell Magie. Leise, kaum h\u00f6rbar murmelte er den Spruch und vollf\u00fchrte die eigentlich recht einfachen Gesten hinter seinem R\u00fccken, um dann gespielt l\u00e4ssig die Hand zu heben und mit einem Schnipsen den Zauber auszul\u00f6sen. Alle bis auf eine Kerze entflammten, diese eine war aber zum Gl\u00fcck hinter Kira, so dass er schnell nachjustieren konnte. Eine Kerze allein war zum Gl\u00fcck nicht so schwer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u200b<\/em>\u200b\u200b\u200b\u200b\u200b\u200bEr drehte sich zu ihr und sie sp\u00fcrte einen Hauch Magie an sich vorbei ziehen. Mit einem \u00fcberlegenden Grinsen schnipste er und um sie herum brannten pl\u00f6tzlich Kerzen, die sie vorher im Halbdunkel zwischen den Pflanzen kaum bemerkt hatte. Eine direkt neben ihm flackerte so hell auf, dass kurz kleine, helle Lichtpunkte vorihren Augen tanzten. Staunend blickte sie sich auf der nun stilvoll beleuchteten, wunderh\u00fcbschen Terasse um, schaute dann zu ihm und sp\u00fcrte, wie ihr Herz mindestens eine Herzschlag aussetzte, als sie sein stolzes L\u00e4cheln und seine blauen Augen sah, die fast funkelten aufgrund der Magie, die er noch in sich hielt. Bei den Geistern, war er sch\u00f6n! Sie sp\u00fcrte, dass sie gleich schon wieder Tr\u00e4nen in den Augen haben w\u00fcrde vor Gl\u00fcck, also schaute sie zur Seite, \u00fcber die Br\u00fcstung der Terasse, wo der klare Himmel sich \u00fcber den D\u00e4chern der Stadt ausbreitete, die ersten Sterne waren bereits zu sehen. &#8222;Das ist wundersch\u00f6n, Mitras. Das ist eine sch\u00f6ne \u00dcberraschung.&#8220;, sagte sie leise. Er b\u00fcckte sich und holte aus dem Korb, den er eben die Treppe mit hoch genommen hatte, eine Flasche und zwei Weingl\u00e4ser, von denen er ihr eines weiter reichte. &#8222;Das ist nur die B\u00fchne, auf die eigentliche \u00dcberraschung m\u00fcssen wir noch ein bisschen warten, aber ich habe von William ein kleines Picknick f\u00fcr uns vorbereiten lassen, damit wir uns die Zeit vertreiben k\u00f6nnen.&#8220; Er stellte das zweite Glas auf den kleinen Tisch am Fu\u00dfende und \u00f6ffnete die Flasche mit einem kurzen Ruck ohne sie wirklich zu ber\u00fchren, wieder sp\u00fcrte sie einen Hauch Magie, diesmal deutlich ruhiger, gezielter als eben.&nbsp;Verlegen lie\u00df sie sich von ihm einschenken. Nur die B\u00fchne? Bin ich es wert, dass du dir hier so viel M\u00fche gibst, dachte sie, traute sich aber nicht, zu fragen. Was hatte er noch alles vorbereitet?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Er sp\u00fcrte einen Hauch von Unsicherheit bei ihr, schob es aber auf ihre immer noch starke Sch\u00fcchternheit, wenn man ihr etwas Gutes tat. Ihr fr\u00fcheres Umfeld hatte ihr sichtlich nicht gut getan, umso mehr freute er sich, dass ihr der Tag bei seiner Familie so gut gefallen hatte. Er schenkte sich selbst ein, setzte sich und hielt ihr das Glas zum ansto\u00dfen hin. &#8222;Auf die kompetenteste Sch\u00fclerin, die ich je hatte.&#8220; Sie stie\u00df mit ihm an, hielt dann aber inne, bevor sie trank. &#8222;Ich bin deine einzige Sch\u00fclerin, oder?&#8220; Mitras lachte, &#8222;Ertappt, aber ich denke es wird ein sehr langes Leben erfordern, um eine weitere Sch\u00fclerin wie dich zu finden.&#8220; Er trank einen Schluck, der kleine Spa\u00df hatte ihn gut abgelenkt, aber er fragte sich wie er den Abend \u00fcberstehen sollte ohne sich ihr zu sehr zu n\u00e4hern. Er wollte ihn nicht damit zerst\u00f6ren, dass er ihr durch eine Aufdringlichkeit zu viel die \u00dcberraschung verdarb, oder gar den Tag versaute.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira lehnte sich zur\u00fcck und nippte an ihrem Wein. Ein langes Leben mit ihm an ihrer Seite&#8230; Wie sollte sie nur diesen Abend \u00fcberstehen, ohne sich ihm zu sehr zu n\u00e4hern? Sie wollte ihn k\u00fcssen, in seinem Arm liegen, alles kribbeln sp\u00fcren&#8230; aber sie wollte ihm nicht zur Last fallen. Wahrscheinlich lag es an diesem speziellen Tag, an diesem Abend, dass die Gedanken daran so stark waren. Kurz dachte sie an den Kuss von gestern abend, wie stark sie sich gef\u00fchlt hatte. Hmmm. Verstohlen sah sie aus dem Augenwinkel zu ihm her\u00fcber. Ein weiterer Kuss als Dank f\u00fcr was auch immer er sich f\u00fcr sie noch ausgedacht hatte war angemessen f\u00fcr eine gute Freundin, oder? Immerhin hatte er gesagt, dass er die K\u00fcsse genossen hatte. Sie l\u00e4chelte in sich hinein. Ja, das war ein guter Plan.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Um sich abzulenken, fing er an das Picknick vor ihnen auszubreiten. Er reichte ihr eine der kleinen Pastetchen und fragte, der Borastradition folgend: &#8222;Auf das Neue, das du dir vornimmst. Was w\u00fcnscht du dir denn?&#8220; Kira nahm das Geb\u00e4ck und dachte einen Moment lang versonnen nach. &#8222;Ich wei\u00df nicht so genau, es ist so wundervoll, wie es jetzt ist. All die Jahre habe ich mir gew\u00fcnscht, von meiner Mutter wegziehen zu k\u00f6nnen und jetzt sitze ich hier in diesem neuen, unglaublich sch\u00f6nen Leben. Sich mehr zu w\u00fcnschen, erscheint mir fast anma\u00dfend&#8230; Was w\u00fcnscht du dir?&#8220; Mitras dachte kurz nach und schluckte alles hinunter, was ihm zu ihr in den Sinn kam. &#8222;Nun, dank dir komme ich jetzt endlich mit dem Generator voran und mit der gewonnenen Zeit kann ich endlich all die Fehlschl\u00e4ge davor genauer untersuchen, woraus sich wiederum neue Erkenntnisse gewinnen lassen. Ich glaube das n\u00e4chste Jahr wird viele spannende Erkenntnisse mit sich bringen. Ich f\u00fcrchte nur, dass ich dich um deinen Lieblingsbibliothekar bringen werde.&#8220; \u00dcberrascht blickte sie ihn an. &#8222;Sebastian?&#8220; &#8222;Ja, ich habe vor ihn zu meinem Gesch\u00e4ftspartner zu machen. Marcus ist ja schon von seinem Vater fest eingespannt und Sebastian ist der n\u00e4chstvertrauensw\u00fcrdige Mensch, der uns einf\u00e4llt.&#8220; Sie pfiff leise. &#8222;Oha. Ich glaube, das wird ihn aber nicht st\u00f6ren. Er mag Arbeiten eigentlich, glaube ich. Warum nimmst du ihn mir damit weg? Er wird dann doch eher \u00f6fter&nbsp;hier sein.&#8220; &#8222;Ja, das stimmt, aber in der Bibliothek wird er dann nicht mehr arbeiten.&#8220; Kira l\u00e4chelte. &#8222;Mal sehen. Ich vermute, es gibt einige Gr\u00fcnde, warum er dort ist, nicht nur die Arbeit. Was planst du f\u00fcr ein Gesch\u00e4ft aufzubauen?&#8220; Entspannt lehnte Mitras sich zur\u00fcck und begann, ihr von seinen Pl\u00e4nen zu erz\u00e4hlen &#8211; die waren zwar noch reichlich wage, aber es machte ihm Freude, mit ihr gemeinsam zu planen, zu tr\u00e4umen. Sie war eine aufmerksame Zuh\u00f6rerin und er geno\u00df die Zeit, so dass er beinahe verpasst h\u00e4tte, rechtzeitig zu beenden. Das leichte Zischen des ersten Zaubers riss ihn aus den Gedanken, wie er die Produktionsst\u00e4tten auf Silias und Berg ausdehnen k\u00f6nnte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mitras unterbrach sich pl\u00f6tzlich mitten im Satz, grinste und setzte sein Glas ab. &#8222;Ich glaube, es ist Zeit f\u00fcr die \u00dcberraschung.&#8220; Er deutete in Richtung des Sternenhimmels \u00fcber der Stadt. &#8222;Schau mal da hin.&#8220; Kira drehte den Kopf gerade noch rechtzeitig, um pl\u00f6tzlich am Nachthimmel einen riesigen Bergl\u00f6wen aufflammen zu sehen, begleitet von einem lauten Glockenschlag. Sie zuckte zusammen, doch dann l\u00f6ste sich der L\u00f6we in einen Regen aus goldenen Lichtern auf, die wieder zusammenfanden, Blumen und Schmetterlinge bildeten, tanzten, glimmen und glommen \u00fcber den klaren Nachthimmel. Kira rutschte auf der Sitzfl\u00e4che nach vorne, bis sie aufstehen konnte und ganz \u00fcber die Br\u00fcstung sehen konnte. Was f\u00fcr ein Schauspiel! Ihr war nach den ersten Sekunden sofort klar, wer dieses Feuerwerk machte, Mitras hatte ja gesagt, dass die Elementarmagier extra das Wetter hierf\u00fcr beeinflusst hatten. Aber das tat ihrem Staunen keinen Abbruch. Immer neue, gro\u00dfe, bunte Formationen bildeten sich \u00fcber der Altsstadt. Schlie\u00dflich sanken all die vielen Tiere und Pflanzen herunter und Kira wollte sich schon zu Mitras umdrehen, als ein leichtes Zischen sie sich wieder zur Stadt drehen lie\u00df. Wieder erschien der Bergl\u00f6we, begleitet von einem weiteren Glockenschlag. Dann erhob sich kurz ein Wirbel von Lichtern, um sich kurz danach aufzul\u00f6sen und sich in eine m\u00e4nnliche Gestalt zu verwandeln, die \u00fcber die Stadt wanderte. Staunend ob der Details, die sie selbst aus dieser Entfernung noch sehen konnte, lies sich Kira auf die Kante des Polsters sinken, die H\u00e4nde noch an der Br\u00fcstung, und verfolgte nun gespannt, wie neue Figuren auftauchten und am Himmel pantomimisch eine Geschichte erz\u00e4hlt wurde &#8211; offenbar eine der Legenden um Uldum, bei der es darum ging, wie dieser Mann &#8211; vermutlich ein K\u00f6nig &#8211; die Stadt w\u00e4hrend eines Feuers besch\u00fctzte und anschlie\u00dfend wieder aufbaute. Die Magier hatten sich sehr in die realistische Darstellung der Flammen vertieft, die eine nach der anderen von der Lichtgestalt ausgepustet wurden. Die Geschichte musste, gemessen an den dargestellten Kleidungsst\u00fccken, sehr alt sein. Zum Abschluss tauchte wieder der Bergl\u00f6we auf, diesmal begleitet von kleineren, etwas unkoordinierten Figuren, teilweise waren es nur Funken und Lichtstreifen. Nach und nach sanken diese zu Boden oder erloschen und dann machte der L\u00f6we eine br\u00fcllende Bewegung, ein Luftzug traf Kiras Gesicht und wirbelte ihre Haare auf und mit einem Schlag war es dunkel, man h\u00f6rte nur Jubelrufe und Klatschen aus den Stra\u00dfen und den umliegenden H\u00e4usern. Kira bewegte sich nicht, zu ergriffen von dem, was sie eben gesehen hatte. Wie majest\u00e4tisch, wie unglaublich. Ja, jetzt, wo sie dar\u00fcber nachdachte, erinnerte sie sich, von solchen Feuerwerken bereits gelesen zu haben, sogar von einem in Uldum, das in der Zeitung beschrieben worden war. Aber die Beschreibung hatte bei weitem nicht so beeindruckend geklungen wie das, was da eben am Himmel zu sehen gewesen war.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras war einigerma\u00dfen \u00fcberrascht, das Feuerwerk war sch\u00f6n wie immer, aber normalerweise bezog&nbsp;sich das Borastagsfeuerwerk immer auf das Haus Leonidas. Nicht zwangsl\u00e4ufig auf deren K\u00f6nigszeit, aber die Familie war eine der \u00e4lteren Albions, mit Wurzeln im alten Reich. Aber die Sage, die hier erz\u00e4hlt worden war, bezog sich auf einen der alten Magierk\u00f6nige, der ein gro\u00dfes Ungl\u00fcck verhindert hatte. Mitras konnte sich aber beim besten willen nicht mehr an den Namen erinnern. War aber auch egal, dachte er sich. Kira hatte das Feuerwerk komplett in den Bann gezogen, am\u00fcsiert und zufrieden sah er ihr zu, wie sie immer noch auf der Kante sa\u00df. Mitras musste sich eingestehen, dass sie wiederum ihn sehr in ihren Bann gezogen hatte. Diese wunderbare Mischung aus geradezu kindlicher Begeisterungsfreude auf der einen Seite und dann doch dieser gelehrige Wissensdurst und der Ideenreichtum auf der anderen Seite. Sie war schon etwas besonderes. Und dann dieses rote Haar, wie es gerade ihren R\u00fccken herunter floss und im Schein der Kerzen leuchtete. Allgemein bot sie von hinten einen herrlichen Anblick, ihr gerader R\u00fccken hatte von den Schultern runter zu ihren H\u00fcften eine gleichm\u00e4\u00dfige konkave Form. Er merkte, wie seine Gedanken immer weiter in eine Richtung abdrifteten, in die er gar nicht wollte. Wobei, war das wahr? Wollte er wirklich nicht \u00fcber die M\u00f6glichkeit nachdenken? Kiras K\u00fcsse waren alles andere als unschuldig gewesen, was, wenn sie doch mehr wollte? Aber was war, wenn sie dann auch gleich zu viel wollte? Sie war ein wunderbares M\u00e4dchen, das an der Schwelle dazu stand eine wunderbare Frau zu werden und er w\u00e4re sicher nicht der erste Mentor, der seiner Sch\u00fclerin verfallen war und umgekehrt gab es auch gen\u00fcgend Mentorinnen, deren Sch\u00fcler pl\u00f6tzlich noch eine ganz andere Rolle spielten. Ein Teil von ihm dachte sich, dass sie eigentlich ideal war, aber im gleichen Moment erschrak er vor dem Gedanken, gerade jetzt, wo der Erfolg so nahe war, kam auch die Gefahr immer n\u00e4her. Die Di Porrums w\u00fcrden Kira sofort ins Visier nehmen und Thadeus w\u00fcrde ihr in der Schule das Leben zur H\u00f6lle machen. Und au\u00dferdem, hatte Betina ihn damals in der Schule nicht genauso leidenschaftlich gek\u00fcsst, nur um dann ein paar Tage sp\u00e4ter eine Liaison mit Marius einzugehen? Was sagte so ein Kuss schon \u00fcber Gef\u00fchle aus? Was sagten seine Gedanken \u00fcber seine eigenen Gef\u00fchle aus? Er hatte sich schon l\u00e4nger eingestanden, dass er sie begehrte. So eine sch\u00f6ne, ihm zugewandte junge Frau nach nunmehr fast drei Jahren Abstinenz um sich zu haben&#8230; Vielleicht war es genau das, was Thadeus sich erhofft hatte, eine Ablenkung, eine Stolperfalle, um seinem ungeliebten Sch\u00fcler den Ruhm zu verwehren? Hatte er so etwas nicht auch schon am ersten Tag gedacht?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira drehte sich zu Mitras um, erf\u00fcllt von Staunen und einem Gef\u00fchl von unglaublich viel Gl\u00fcck. Er sa\u00df im Halbdunkel, an die R\u00fcckwand ihrer Sitzplattform gelehnt, und sah sie nachdenklich an, fast etwas gr\u00fcblerisch. Verunsichert kletterte sie zu ihm hinauf und setzte sich mit gekreuzten Beinen neben ihn, das Gesicht zu ihm gewandt. Er wirkte nicht so, als ob ein Kuss gerade eine gute Idee w\u00e4re, sie w\u00fcrde ihren Plan anpassen m\u00fcssen. &#8222;Danke, das war wundervoll!&#8220;, sagte sie. &#8222;Ist alles in Ordnung bei dir? Du wirkst so nachdenklich?&#8220; Sie bem\u00fchte sich, ihr freundlichstes L\u00e4cheln aufzusetzen. Ihn anzufassen und so etwas von ihren positiven Gef\u00fchlen an ihn zu geben, wagte sie nicht, aber sie versuchte zumindest ein wenig ihres Gl\u00fccks auszustrahlen, ihm zu schenken. Immerhin hatte er sich all diese M\u00fche gemacht, um ihr hier oben einen tollen Abend zu machen und ihr das Feuerwerk zu zeigen. Er schwieg einen Moment, und sie aktivierte ihre magische Sicht, um seine Aura lesen zu k\u00f6nnen. Ziemlich bunte Schlieren waren das! Rot, Aufregung oder \u00c4rger, gr\u00fcn, Freude, ein wenig rosa oder lila &#8211; wof\u00fcr stand die Farbe? Die kannte sie noch nicht. Und, ganz fein, ein blaues Glitzern. War er einsam? Im Augenwinkel sah sie die goldenen F\u00e4den, ganz leicht, die ihr auch oft beim Laden aufgefallen waren, sie hatten wohl etwas mit ihrem eigenen Magiewirken zu tun und tauchten immer auf, wenn sie sich intensiv auf ihn einstimmen wollte. Auch sonst war die Luft reichlich voll mit Magie, teilweise schwebten ganze Schwaden wie leicht glimmender Staub an ihnen vorbei, das kam bestimmt vom Feuerwerk. Unsicher sah sie Mitras an, was sollte sie jetzt machen?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras schreckte auf, wann hatte sie sich neben ihn gesetzt? Sie hatte was gesagt. &#8222;Entschuldige, ich war wohl gerade ziemlich in Gedanken versunken. Was hattest du gesagt?&#8220; Er sp\u00fcrte, wie nun ausnahmsweise er einmal err\u00f6tete. Sie sah besorgt aus: &#8222;Ich sagte, danke, das war wundervoll. Und dann habe ich gefragt, ob alles in Ordnung bei dir sei?&#8220; Mitras f\u00fchlte sich ertappt und nicht zu unrecht: &#8222;Ja, es war wundervoll. Es hat mich nur gewundert, dass die dargestellte Geschichte sich nicht um das K\u00f6nigshaus und seine Vergangenheit drehte. Normalerweise ist das beim Boras Feuerwerk immer der Fall.&#8220; Kira schaute ihn einen Moment lang an und er realisierte am Glitzern in ihren Augen, dass sie vermutlich ihre magische Sicht aktiviert hatte. Das L\u00e4cheln verschwand kurz, um dann zur\u00fcck zu kehren, und sie sagte: &#8222;Es ist auf jeden Fall eine Geschichte Uldums gewesen, oder? Und ich fand, sie passte gut zum Boras, dieser alte Mann da hat ja quasi auch aus der Asche etwas neues gemacht, also da, wo er sie nicht gleich hat stoppen k\u00f6nnen. Ich finde es beeindruckend, dass sie sogar Ascheh\u00e4ufchen nur mit Licht malen konnten!&#8220; Ihre fast kindliche Freude und ihr Staunen klangen klar durch ihre Stimme heraus und Mitras kam nicht umhin, ebenfalls zu schmunzeln. Sie schaffte es immer wieder von hochintelektueller Sch\u00fclerin zu aufgeregtem jungen M\u00e4dchen umzuschalten, teilweise noch im selben Satz. &#8222;So betrachtet hast du recht, ja die Geschichte passt gut zum heutigen Tag.&#8220; entspannter fuhr er fort: &#8222;Ich wei\u00df nicht mehr wie sie hei\u00dft, aber es geht um einen der alten Magierk\u00f6nige aus der Anfangszeit der Stadt. Ich wei\u00df gar nicht, ob das schon vor der Gr\u00fcndung des Reiches oder in seinen ersten Jahren war. Auf jeden Fall ist die Sage schon sehr alt.&#8220; Kira lehnte sich ein wenig zu ihm, st\u00fctzte sich mit der Hand dabei ein wenig auf seinem Oberschenkel ab und schaute ihn von unten herauf an, das Licht der Kerzen schimmerte in den immer noch magisch aktiven Augen. &#8222;Wei\u00dft du, dass dieser Tag einer der besten in meinem bisherigen Leben war?&#8220;, sagte sie leise, jetzt ernst geworden. Mitras war&nbsp;ger\u00fchrt, ja er hatte ihr eine Freude machen wollen, insbesondere weil der Borastag auch ein Familientag war und ihre nun soweit weg war, was bis auf bei Adrian wohl auch ganz gut so war. Aber dennoch war er \u00fcberw\u00e4ltigt von der Bedeutung, die das f\u00fcr sie hatte. Unwillk\u00fcrlich nahm er sie in den Arm und zog sie sanft zu sich ran. &#8222;Es freut mich, dass es dir gefallen hat. Und ich hoffe, dass es nicht das letzte Mal war, dass du hier einen wundersch\u00f6nen Tag hattest.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kiras Herz klopfte wie rasend, w\u00e4hrend sie ihre Beine ausstreckte und ihren Kopf ganz an ihn legte, sich an seine Brust schmiegte. Hmm, er roch so gut. Die goldenen F\u00e4den, die sich um die beiden geringelt hatten, als sie ihn ber\u00fchrte, schwebten nun wie ein d\u00fcnner Schleier um sie herum und Kira fand, dass es ganz passend war &#8211; wie ein Kokon. Wenn es doch nur so bleiben k\u00f6nnte, ganz dicht bei ihm, seine warmen Arme um sie, sein Gesicht \u00fcber ihr, ihr zugewandt. Alles in ihr schmolz ein wenig und sie zog sich mit den Armen noch etwas dichter an ihn heran. &#8222;So lange ich hier bleiben darf, werden es sicher wundersch\u00f6ne Tage. Hmmm, Mitras&#8230;&#8220;, ich liebe dich, dachte sie, traute es sich aber nicht, es zu sagen. Stattdessen lie\u00df sie den Kopf in den Nacken sinken, so dass sie mit dem Oberk\u00f6rper ein wenig in seinen Scho\u00df rutschte, sich drehen konnte und ihn auch ansehen konnte, und schaute in seine klaren, hellen Augen, die im Schein der Kerzen leuchteten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Nat\u00fcrlich darfst du hier bleiben.&#8220; Ihr Blick wirkte schon irgendwie erwartungsvoll und Mitras sp\u00fcrte, wie das Verlangen, sie zu k\u00fcssen, wieder deutlich st\u00e4rker wurde. War es das, was sie jetzt wollte, oder w\u00fcrde er sie damit nur verschrecken? Seine Zweifel rangen mit seinem Verlangen, aber irgendwas in ihrem Blick war es letztendlich, was ihn dazu brachte einfach den Kopf zu senken und sie zu k\u00fcssen. Sie erwiderte den Kuss erst zaghaft, dann immer intensiver, und Mitras hatte das Gef\u00fchl, als ob pl\u00f6tzlich<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>tausend Schmetterlinge in ihrem Bauch explodierten. Sie schlo\u00df die Augen, hob die Arme und hielt sich an seinem Nacken fest. Ihre Lippen<\/p>\n\n\n\n<p><em>prickelten, als sei es wieder sein erster Kuss. Seine rechte Hand, die ihre H\u00fcfte festgehalten hatte, l\u00f6ste sich und glitt \u00fcber ihren Bauch, als er sich l\u00f6ste und aufrichtete, aber sie zog ihn zu schnell wieder zu sich herunter f\u00fcr einen weiteren Kuss, als dass er sich dar\u00fcber Gedanken machen konnte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die goldenen B\u00e4nder verbanden sie beide, Kira sp\u00fcrte, dass die Magie durch sie flo\u00df, aber sie war viel zu erregt und zu sehr damit besch\u00e4ftigt, seine Hand an der Unterseite ihrer Brust zu sp\u00fcren, seine Lippen auf ihren, seine Zunge an ihrer, um sich \u00fcber irgendwas mit Magie Gedanken zu machen. Es f\u00fchlte sich so gut an. Sie bewegte sich ein wenig, wollte, dass er sie ber\u00fchrte und erschreckte sich dennoch, als seine Hand durch ihre Bewegung \u00fcber ihre Brust strich.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Unerwartet bewegte sie sich und pl\u00f6tzlich rutschte seine Hand auf ihre Brust. Der Stoff zwischen seiner und ihrer Haut verbarg nicht viel und er konnte ihre Konturen deutlich sp\u00fcren, ebensowenig, wie er die Tatsache verbarg, dass ihr Nippel fest gegen seine Hand dr\u00fcckte. Seine Erregung flutete durch ihn hindurch wie eine Welle und er sp\u00fcrte, wie seine Hose eng wurde. Kira zuckte zusammen und \u00f6ffnete die Augen, aber ihr Blick enthielt dieselbe Mischung aus Scheu und Begierde wie in seinem Traum, und so blickte er sie einfach nur an, gebannt und erregt zugleich.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira sp\u00fcrte, wie Erregung in Wellen durch sie flutete. Es f\u00fchlte sich unbeschreiblich an. Sie \u00f6ffnete die Augen, sah in seine und sah seine Erregung, seine Verunsicherung, konnte sie sp\u00fcren wie beim Magietransfer, klarer noch. Er wollte ihr nicht schaden, nicht weh tun. Hmmm, seine Hand war hei\u00df. Vorsichtig hob sie ihre Hand und legte sie auf seine, dr\u00fcckte ein wenig zu, dr\u00fcckte sich selbst in seine Hand hinein und geno\u00df das Kribbeln, das von ihrer Brust \u00fcber ihren ganzen K\u00f6rper lief.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kira musste seine Verunsicherung gemerkt haben und hielt ihn fest. Sanft dr\u00fcckte er nun zu, sp\u00fcrte ihre weiche Rundung ganz in seiner Hand. Er massierte sie z\u00e4rtlich und verschob dabei seine Hand langsam so, dass er ihren Nippel zwischen seine Finger bekam. \u00dcberrascht st\u00f6hnte sie auf, was ihn anspornte intensiver damit zu spielen. Der Stoff ihres Kleides verhinderte aber, dass er ihn vollst\u00e4ndig zufassen bekam. Ihr Kleid war vorne gekn\u00f6pft, wie praktisch, scho\u00df es ihm durch den Kopf.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein vorne gekn\u00f6pftes Kleid. Am Borastag. Mit zitternden Fingern schob sie ihre Hand zwischen sich und ihn, auf die Knopfleiste, an die Mitras eben gedacht hatte. Warum wusste sie, was er dachte? Sie griff einen Knopf auf H\u00f6he ihres Bauchnabels, drehte ihn langsam, schob ihn durch das Knopfloch und sp\u00fcrte pl\u00f6tzlich, wie Mitras sich ein wenig von ihr entfernte, sich aufrichtete, um zu sehen, was sie tat.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Er sah ihre Unsicherheit, nein, er sah sie nicht nur, er sp\u00fcrte sie und ihre Angst. Aber auch Verlangen. Warum f\u00fchlte er, was sie f\u00fchlte? &#8222;Bist du sicher?&#8220;, fragte er leise, und war erstaunt, wie sehr seine eigene Stimme zitterte. War er \u00fcberhaupt sicher?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie sah ihn an und sp\u00fcrte, wie alles in ihr&nbsp;brannte vor Erregung, die sie beide empfanden. Wollte sie das wirklich? Heute nachmittag hatte sie noch davon getr\u00e4umt. Jetzt&#8230; es war so real und so unwirklich zugleich, in diesem K\u00e4fig aus goldenen B\u00e4ndern. Seine blauen Augen so dicht vor ihr. Sie liebte ihn. Er w\u00fcrde sie nicht verletzen, oder? Ihre Hand kn\u00f6pfte den n\u00e4chsten Knopf auf, ohne dass sich sich dessen ganz bewusst war.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sein Blick verfolgte, wie sie statt einer Antwort weiter ihren Bauch entb\u00f6\u00dfte, und mit vor Erregung leicht zittrigen H\u00e4nden griff er zu ihr herunter und machte sich am obersten Knopf zu schaffen, w\u00e4hrend sie bereits den zweiten Knopf von unten \u00f6ffnete. Den ersten Kn\u00f6pfen folgten weitere und langsam n\u00e4herten sich ihre H\u00e4nde an, bis er den letzten erreicht hatte und auch ihn \u00f6ffnete. Langsam schob er das Oberteil mit beiden H\u00e4nden auf und glitt dabei sanft \u00fcber ihre beiden Br\u00fcste. Wohlig seufzend erschauderte sie unter seinen Bewegungen und er konnte nicht anders, beugte sich vor und k\u00fcsste erst die linke und dann die rechte Brust, um dann seine Lippen zu ihrem Hals wandern zu lassen. Er fand ihren Mund und hob sie leicht an. W\u00e4hrend ihre M\u00fcnder sich trafen, hielt er sie mit beiden Armen fest an sich und f\u00fchlte wie das Kleid nach unten rutschte.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Luft strich kurz \u00fcber ihre nackte Haut und lie\u00df sie zus\u00e4tzlich schauern, doch sein fester, warmer Griff und der Kuss verwischten dieses Gef\u00fchl sofort wieder. Ihre Arme wurden durch den rutschenden Stoff ein wenig an ihren K\u00f6rper gedr\u00fcckt und sie schob sich ein St\u00fcck nach oben, um sie aus den \u00c4rmeln zu ziehen. Das Kleid rutschte ganz auf ihre H\u00fcfte. Sie legte die Arme um Mitras und dr\u00fcckte sich an ihn, jetzt wieder halb neben ihm sitzend. Oh, jetzt&#8230; was, wenn ihm nicht gefiel, wie sie aussah? So besonders sch\u00f6n oder gro\u00df waren ihre Br\u00fcste nicht, oder?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras holte Luft, nachdem die erste Welle der Begierde abebbte. Behutsam beugte er sich vor, legte sie auf dem Polster ab und lie\u00df seinen Blick \u00fcber sie schweifen, begierig jedes Detail aufsaugend. Der Blick durch den Spiegel war nie vollkommen klar und sie meistens weiter weg. Nun sah er sie das erste Mal wirklich aus der N\u00e4he und musste feststellen, dass sie so noch viel bezaubernder aussah. Ihre Haut war glatt und fast wei\u00df, was ihre hellroten Brustwarzen nur noch mehr hervor hob. Ihr flacher Bauch war nicht mehr so d\u00fcrr, sondern glatt, gleichzeitig weich und fest. Er konnte nicht anders, mit einem ges\u00e4uselten &#8222;Wundersch\u00f6n&#8230;&#8220; strich er ihr wieder \u00fcber die linke Brust und fing an sie zu liebkosen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie konnte sp\u00fcren, wie ihre Anspannung sich in Wellen von Erregung aufl\u00f6sten, die seine H\u00e4nde und Lippen durch ihren K\u00f6rper schickten. Wundersch\u00f6n. Er hatte es fast lauter gedacht, als gesagt. Sie krallte sich am Stoff seines Hemdes fest, st\u00f6hnte und versuchte, sich wieder gegen ihn zu dr\u00fccken. Wo war der warme K\u00f6rper? Etwas raschelte, und dann sp\u00fcrte sie, wie er sich wieder \u00fcber sie beugte, jetzt neben ihr kniend. Ihre Hand lag auf H\u00f6he seines Schrittes. Sehr gespannter Stoff. Sie linste hinunter. Wie fasst man einen Mann an? Vorsichtig, zaghaft hob sie die Finger und legte sie leicht auf die W\u00f6lbung in seinem Scho\u00df. Hei\u00df. Kribbeln lief ihren R\u00fccken herunter und sie konnte nicht sagen, ob es seine Eregung war oder ihre eigene, die sie wahrnahm, alles mischte sich wie Farbschlieren in ihrem Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Diese seichte, eigentlich kaum wahrnehmbare Ber\u00fchrung war schon fast zu viel f\u00fcr ihn. Er st\u00f6hnte vor lange zur\u00fcck gehaltener Erregung kurz laut auf, ergriff dann aber sanft ihre Hand und schob sie kurz zur\u00fcck, <\/em><em>um mit der anderen seine Hose zu \u00f6ffnen. Sie rutschte ein st\u00fcck weit herunter und er streifte sie zusammen mit seiner Unterhose weiter herab. Er f\u00fchrte ihre Hand wieder zu sich heran, bis sie ihn fast ber\u00fchrte und lie\u00df dann los.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sein Glied war anders, als sie es sich vorgestellt hatte, irgendwie hatte sie immer gedacht, ein Penis w\u00e4re mehr wie ein Eichelpilz, die hie\u00dfen ja deswegen so. Aber er war gerade und&#8230; sie reckte die Hand und strich sanft an der Haut entlang&#8230; hart, und weich zugleich, hei\u00df, und an der Spitze, die viel weniger hervorstand, als sie es vermutet hatte, gl\u00e4nzte er. Sie legte die Hand vorsichtig um ihn, er ragte ein ganzes St\u00fcck heraus, so gro\u00df. In einer Ecke ihres Bewusstseins merkte sie, wie Mitras zitterte und Wellen rauschten pl\u00f6tzlich so stark in ihren Ohren, dass sie ihn loslie\u00df und verunsichert anschaute. War alles in Ordnung?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bevor sie weiter machen konnte, rutschte er ein St\u00fcck nach hinten und ergriff den Saum ihres Kleides und schob es hoch. Mit beiden H\u00e4nden am Stoff und mit der Hose in den Kniekehlen war die Bewegung jedoch nicht so leicht und er rutschte nach vorne. Gerade noch rechtzeitig fing er sich ab und brachte sein Gesicht dicht vor dem ihren zum halten. &#8222;Hoppla, das war etwas st\u00fcrmischer als geplant.&#8220; keuchte er, um sich danach weiter herunter zu beugen und sie erneut zu k\u00fcssen. Ohne es zu merken dr\u00fcckte er dabei sein Glied in ihren Schritt, was sie verunsichert aufkeuchen lie\u00df.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Gedankenschlieren in ihrem Kopf wirbelten heftig durcheinander. Sie wollte&#8230; w\u00fcrde er ihr wehtun? Sie \u00f6ffnete die Augen und schaute ihn an. &#8222;Mitras&#8230;&#8220; Sie \u00f6ffnete die Beine ein wenig, so dass er mit den Knien nach unten rutschte und nun zwischen ihren Beinen kniete.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Kira&#8230;&#8220; Er betrachtete ihre Beine, muskul\u00f6s und feminin zugleich, wie nicht anders zu erwarten bei einem M\u00e4dchen, das viel durch den Wald lief. Hier und da war die Makellosigkeit ihrer Haut von der einen oder anderen leichten Narbe unterbrochen. Aber das Gesamtbild wie sie mit entbl\u00f6stem Oberk\u00f6rper und nackten Beinen vor ihm lag, viel fehlte nicht mehr. Er legte seine H\u00e4nde auf ihre Oberschenkel und lie\u00df sie langsam nach unten gleiten, was sie mit einem entz\u00fcckenden, langezogenen St\u00f6hnen quitierte. F\u00fcr einen Moment verwischte sich seine Wahrnehmung und er hatte kurz das Gef\u00fchl, er l\u00e4ge dort und jemand streiche ihm \u00fcber die Beine, aber es war nur einen Bruchteil einer Sekunde.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mitras, ich&#8230; hmmm&#8230; magst du mich?&#8220;&nbsp;Er blickte sie kurz \u00fcberrascht an&nbsp;&#8222;Nat\u00fcrlich.&#8220; Ein heftiger Schwall Magie rauschte pl\u00f6tzlich durch sie hindurch, begleitet von der Zuneigung, die sie f\u00fcr ihn empfand. &#8222;Wirst du mich besch\u00fctzen, was auch immer geschieht?&#8220; Was waren das f\u00fcr Worte? Die kamen aus der Magie, oder war es ihre Angst? Nie wieder von ihm getrennt sein, nie wieder Angst haben. Ihn ganz nah bei sich haben&#8230; ihr Scho\u00df brannte vor Erregung, und in seinen Augen, seinen Gedanken, die irgendwo neben ihren in ihrem Kopf waren, sp\u00fcrte sie seine eigene Erregung. &#8222;Nat\u00fcrlich werde ich dich besch\u00fctzen, du bist meine Freundin und Sch\u00fclerin, meine Inspiration, kleines Eichh\u00f6rnchen.&#8220; &#8222;Mein Besch\u00fctzer.&#8220; Irgendwas ruckelte, in der Magie, in ihr, und sie schlo\u00df die Arme hinter seinem Nacken, zog ihn wieder zu sich heran, um ihn zu k\u00fcssen. Die Angst sp\u00fclte sich in den Wellen der Lust hinweg, als sein Glied \u00fcber den d\u00fcnnen Stoff ihrer Unterhose rieb.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Als er sie ber\u00fchrte, war es, als wenn ein elektrischer Funke \u00fcbersprang. Er st\u00f6hnte auf und Magie durchfuhr ihn, stellte die Welt auf den Kopf und lie\u00df die Farben verschwimmen. Das gelbe Licht der Kerzen wurde zu gr\u00fcn, der leinenfarbene Stoff der Kissen nahm ein tiefes Blau an. Am Himmel war es, als wenn ein zweites Feuerwerk entflammte. Kurz kam er wieder zu Sinnen und sah auf sie herab. Die Erregung in ihr brach allen Widerstand in ihm. Behutsam schob er den Stoff beiseite und f\u00fchrte seinen Penis an sie heran. Er sp\u00fcrte ihre feuchte W\u00e4rme und drang so vorsichtig wie es ihm in der Erregung des Moments m\u00f6glich war, in sie ein. &#8222;Ja, dein Besch\u00fctzer&#8230;&#8220;, keuchte er und sp\u00fcrte, wie alles in seinem K\u00f6rper explodierte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Er f\u00fcllte sie aus, langsam, immer tiefer, Kira krallte die Beine um ihn. Ein stechender Schmerz. Wellen. Wald. Karamell und Nougat auf ihren Lippen. Seine Lippen auf ihren Lippen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Alles wirbelte. Ihr K\u00f6rper, nein, sein K\u00f6rper, wessen K\u00f6rper begann wo? Er wusste es nicht mehr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Erregung, die mit jedem Sto\u00df zunahm. Mehr. Sie schwebte. Und war doch fest unter ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Wellen, schnellere Wellen. Brechen. Sie schrie. <em>Er keuchte, sp\u00fcrte den Orgasmus in jeder Faser <\/em>ihres<em>&#8230;seines K\u00f6rper, sp\u00fcrte, wie er all die aufgestaute Energie in sie hinein pumpte, wie sie zuckte um ihn, sp\u00fcrte,<\/em> wie er langsam neben ihr auf das Kissen sackte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wellen, die sanfter rauschten. Kira schlug die Augen auf. Sie stand am Ufer eines kleines Sees, umgeben von Wald.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitras erwachte fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen, immer noch unter dem Eindruck, den der Kuss bei ihm hinterlassen hatte. In den letzten drei Jahren hatte er nie \u00fcber eine Beziehung, \u00fcber eine Partnerin oder auch nur eine Geliebte nachgedacht. Vor Claudia hatte er meistens mit Frauen geschlafen, mit denen er gut befreundet war, so wie Lisa. 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