{"id":56,"date":"2024-04-15T00:28:20","date_gmt":"2024-04-15T00:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=56"},"modified":"2024-04-15T00:28:20","modified_gmt":"2024-04-15T00:28:20","slug":"von-magie-und-metallen-15-lunet-18-lunet-mafuristag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/04\/15\/von-magie-und-metallen-15-lunet-18-lunet-mafuristag\/","title":{"rendered":"Von Magie und Metallen\u00a0 &#8211; 15. Lunet &#8211; 18. Lunet (Mafuristag)"},"content":{"rendered":"\n<p>Tats\u00e4chlich wachte sie am n\u00e4chsten Morgen fr\u00fch genug auf, um eine kleine Runde durch das Viertel zu gehen, das gerade in der D\u00e4mmerung erwachte. Es war kalt, und laufen konnte sie hier nicht, das w\u00e4re undamenhaft gewesen. Einen kleinen Moment lang vermisste sie die Moore und W\u00e4lder um Bispar, durch die sie jederzeit hatte streifen k\u00f6nnen, wenn es ihr zuhause mal wieder zu viel wurde. Dann empfing sie die W\u00e4rme des Hauses wieder und der Geruch nach frisch gebr\u00fchtem Tee. Sie fr\u00fchst\u00fcckte mit Abigail. Tobey war wohl schon fertig, da er fr\u00fch los wollte, um einen Schaden an einer Leitung zu flicken, die der Schnee verursacht hatte. William sah aus, als h\u00e4tte er die Nacht \u00fcber kaum geschlafen und roch nach Alkohol. Er stellte ihnen das Fr\u00fchst\u00fcck hin und entschuldigte sich danach. Abigail riet ihm spitz, sich an seinen eigenen sauren Gurken zu bedienen, die seien sehr zu empfehlen, doch er grummelte nur etwas von &#8222;Kann ja keiner ahnen, dass&#8230;&#8220; und ging dann aus dem Zimmer. Kira \u00fcberlegte, ob sie ihn sp\u00e4ter fragen wollte, was keiner ahnen k\u00f6nne, \u00fcberlegte sich dann aber, dass das indiskret sei. Es ging sie ja nichts an, wie die Angestellten des Hauses ihre Freizeit verbrachten. Also zog sie sich wie an den anderen Tagen auch zum Lernen und Lesen zur\u00fcck. Jetzt wurde es ja richtig spannend: Sie sollte die B\u00fccher zur Magieeinf\u00fchrung lesen, insbesondere die Anleitungen zum Kanalisieren von Magie. Mitras hatte daf\u00fcr auch die Pr\u00fcfungsgespr\u00e4che bis zum Mafuristag gestrichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das Buch aus der Bibliothek wusste sie ja bereits, dass es unterschiedliche Arten von Magie gab, und dass es auch unterschiedliche Formen gab, diese zu wirken. Nun lernte sie, dass Magie sowohl spontan in einen Zauber umgesetzt werden konnte als auch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum in Ritualen oder Zeremonien eingesetzt werden konnte. Die sprachliche Unterscheidung, auf die sie aufgrund des gestrigen Gespr\u00e4ches besonders achtete, war &#8222;einen Zauber mittels Magie wirken&#8220; oder &#8222;Magie in ein Ritual verweben&#8220;. Der Begriff &#8222;Magie&#8220; beschrieb hierbei eigentlich nur die zur Verf\u00fcgung stehende Energie, die entweder spontan oder langsam eingesetzt werden konnte, um Ver\u00e4nderungen in der Welt hervorzurufen. Das Buch verglich es mit dem spontanen Werfen eines Steines und dem langsamen Heraushauen einer Figur aus demselben Stein. In beiden F\u00e4llen war die Welt hinterher anders als vorher. Das Wirken eines spontanen Zaubers konnte ebensoviel Energie ben\u00f6tigen wie ein Ritual, der Unterschied war jedoch, dass auch unge\u00fcbte Magier (und Magierinnen, wie sie innerlich erg\u00e4nzte,) schnell viel Energie f\u00fcr einen spontanen Zauber in sich sammeln konnten. Die Magie jedoch in sich aufzunehmen und dort zu halten, um sie etwa langsam in einem Ritual einsetzen zu k\u00f6nnen, erforderte \u00dcbung. Emotionen, erfuhr sie, konnten die Magieaufnahme und auch die Abgabe in einen Zauber beeinflussen. Das war allerdings keine v\u00f6llig neue Information. Harras hatte sie besucht, als ihre Eltern sie weggesperrt hatten und hatte sich bem\u00fcht, ihr zu erkl\u00e4ren, was passiert war. Aber, das realisierte sie jetzt, da er selber nicht magisch begabt war, hatte er nur theoretisches Wissen wiedergegeben. Die Beschreibungen waren nicht Teil seiner eigenen Erfahrungswelt gewesen, nicht seine Welt, sondern nur eine fremde, die er versucht hatte, ihr zu erkl\u00e4ren. Das Buch war aber von jemandem geschrieben worden, der wirklich erlebt hatte, wie es sich anf\u00fchlte, wenn man die Magie aus der Welt um sich in sich hinein zog und sammelte, und Kira merkte, dass sie sich in den Beschreibungen wieder fand. Dieses Sammeln, das ruhige Atmen, das kannte sie, auch das Gef\u00fchl, dass er beschrieb. Hatte sie inutiv Magie gesammelt und gewirkt, wenn sie sich verstecken wollte? Sie w\u00fcrde Mitras das sp\u00e4ter fragen.<br>Magie trat \u00fcberall auf G\u00e4a auf, soweit es bis jetzt bekannt war. An einigen Orten trat der Fluss der Magie deutlicher hervor, wie es auch Orte gab, an denen stets Windst\u00f6mungen gab. Diese Orte folgten nach aktuellen Erkenntnis keinem besondern Muster &#8211; Magie war etwas nat\u00fcrliches und wie Wind und Wachstum, wie Berge und Fl\u00fcsse folgte die Energie zwar einigen Grundregeln, war gleichzeitig aber auch chaotisch und konnte manchmal bizarre, sogar gef\u00e4hrliche Auswirkungen auf die physikalische Welt haben. Magiebegabte Wesen &#8211; also Pflanzen, Tiere oder Menschen &#8211; konnten Magie sp\u00fcren. Sie trugen auch eigene Magie in sich. Durch Meditation und \u00dcbung konnte man das Grundlevel der eigenen Magie anheben, so dass man in der Lage war, komplexere Rituale ohne gro\u00dfe Vorbereitung zu weben oder st\u00e4rkere Zauber zu wirken. Das magische Grundlevel einiger Geister war so hoch, dass sie komplexe Zauber wie etwa das Sichtbarwerden auf einer auch f\u00fcr nichtmagische Menschen sichtbaren Ebene dauerhaft wirken konnten. Auf der anderen Seite gab es Pflanzen, die gerade mal etwas magische Essenz in sich anreichern konnten, um so besser D\u00fcrre oder K\u00e4lte auszuhalten und auch unter extremen Bedingungen zu \u00fcberleben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Da er erst recht sp\u00e4t mit den Laderitual angefangen hatte, verpasste Mitras die anderen beim Fr\u00fchst\u00fcck und lie\u00df dieses auch recht kurz ausfallen, um schnell schlafen gehen zu k\u00f6nnen. Er hatte die Produktion f\u00fcr die n\u00e4chste Lieferung schon fast abgeschlossen und hatte alles da um den Rest auch herzustellen. Aber dann w\u00e4ren seine Vorr\u00e4te bis auf die Forschungsmaterialien komplett aufgebraucht und so viel Zeit hatte er nicht mehr bis zur n\u00e4chsten Charge f\u00fcr die Generalit\u00e4t. Er musste also schnell f\u00fcr Nachschub sorgen. Da Morgen Silenz war, wollte er die n\u00f6tigen Besorgungen f\u00fcr die Elektrumproduktion heute noch erledigen. Das n\u00f6tige Silber bekam er in der Regel von den di Ferrus. Hier in der Stadt wurde das Gesch\u00e4ft von Marcus, dem zweiten der di Ferrus S\u00f6hne geleitet. Cornelius, seine Frau und der \u00c4lteste waren nur selten in Uldum, w\u00e4hrend ihre drei anderen Kinder alle auf ihre Art hier lebten. Die J\u00fcngste war in der Schule der Verwandlung, w\u00e4hrend Sebastian einfach das Leben geno\u00df und Marcus letztendlich das Kontor der Ferosianischen Bergbaugilde leitete. Silber war das wichtigste Exportgut der Stadt Feros, Hauptsitz der Baronie Ferrus. Den Namen hatte sie aber von den reichen Eisenminen, die die Baronie durchzogen, aber Silber und Eisen waren nicht die einzigen Metalle, welche dort abgebaut werden konnten. Mitras verstand sich sehr gut mit Marcus und dank der Freundschaft ihrer V\u00e4ter bekam er immer einen gro\u00dfz\u00fcgigen Rabatt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Er kam am fr\u00fchen Nachmittag beim Kontor, das in der Altstadt lag, an. Marcus begr\u00fc\u00dfte ihn freundlich: &#8222;Mitras, sch\u00f6n dich zu sehen. Wie geht es dir? Ich habe geh\u00f6rt, du hast jetzt eine Sch\u00fclerin?&#8220; &#8222;Guten Tag Marcus, ja da hast du richtig geh\u00f6rt. Sie scheint eine recht gro\u00dfe B\u00fccherliebhaberin zu sein, da war es nur eine Frage der Zeit, bis sie \u00fcber deinen Bruder stolpert.&#8220;, erwiderte Mitras lachend. &#8222;Und, Herr Lehrer, wie ist es so eine Sch\u00fclerin zu haben? Ich habe mir sagen lassen, dass deine Sch\u00fclerin eine wahre Sch\u00f6nheit mit feuerrotem Haar ist, oder neigt Sebastian wieder zur \u00dcbertreibung?&#8220; Mitras z\u00f6gerte kurz. &#8222;Sie hat rote Haare, und ja, sie sieht recht gut aus, aber ich vermute, Sebastian hat dennoch \u00fcbertrieben. Aber Lehrer bin ich deswegen noch nicht. Ich bin nur ihr Mentor.&#8220;, verbesserte Mitras ihn. &#8222;Aber bis sie schulreif ist, liegt es ja doch an dir sie auszubilden.&#8220; &#8222;Ja, das stimmt allerdings. Doch bisher l\u00e4uft das ganz gut. Deswegen bin ich allerdings nicht hier.&nbsp;Ich habe eine neue Entdeckung bez\u00fcglich des Elektrums gemacht und bin nun gezwungen die Schule in die Erforschung mit einzubeziehen. Daf\u00fcr geht meine n\u00e4chste Lieferung drauf und ich muss&nbsp;eine neue Ladung herstellen und ben\u00f6tige nun 100 Kg Silber.&#8220; &#8222;Wie immer eine stattliche Menge, aber tats\u00e4chlich habe ich gerade genug vorr\u00e4tig und kann dich sofort beliefern.&#8220; erwiderte Marcus, holte sein Schreibmaterial heraus und setzte die Bestellung auf. &#8222;Am Mirastag wird die Lieferung Morgens da sein.&#8220; &#8222;Gut, danke. Richte deiner Familie sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe aus.&#8220; &#8222;Du gehst schon? Schade ich hatte auf ein bisschen mehr Zeit gehofft, man sieht dich ja kaum noch.&#8220; &#8222;Es tut mir leid Markus, aber die Generalit\u00e4t erh\u00f6ht den Druck und die Forschungen laufen nicht gut, aber ich werde versuchen mir sobald wie m\u00f6glich mal wieder etwas Zeit f\u00fcr eine Partie Schach mit dir freizuschaufeln. Jetzt muss ich aber erstmal zu meinen Eltern weiter.&#8220; &#8222;Na gut, dann lasse ich dich ziehen. Aber ich nehme dich beim Wort. Ich bekomme meine Revanche f\u00fcr das letzte Mal und zwar bald!&#8220; Mitras verabschiedete sich und verlie\u00df den Kontor. Als n\u00e4chstes musste er noch seinen Vater aufsuchen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Familie Venaris lebte im H\u00e4ndlerviertel ein paar Stra\u00dfen von Mitras entfernt. Er war die beste Quelle f\u00fcr die weiteren Zutaten und bot durch die Familienbande zus\u00e4tzlichen Schutz f\u00fcr Mitras. Das Handelshaus Venaris bestand nur aus einem kleinen Verkaufsraum im Erdgescho\u00df des Wohnsitzes. Sein Vater protzte nicht gern \u00f6ffentlich und so sah das Haus von au\u00dfen recht schlicht aus. Einzig die Gr\u00f6\u00dfe lie\u00df erahnen, dass der hier lebende H\u00e4ndler sehr erfolgreich war. An einer Kreuzung gelegen gab es drei Eing\u00e4nge. Zur einen Seite f\u00fchrte eine Treppe zur Haust\u00fcr des Wohnbereiches. In der anderen Stra\u00dfe lag der Eingang zum Verkaufsraum und daneben, recht unscheinbar war ein Dienstboten- und Lieferanteneingang. Anstatt in den&nbsp;Verkaufsraum zu gehen, \u00f6ffnete Mitras die kleine T\u00fcr an der Seite des Geb\u00e4udes und ging die Treppe hinauf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie erwartet war seine Mutter gerade in der K\u00fcche und blickte erst \u00fcberrascht und dann erfreut auf, als er herein kam. &#8222;Mitras, mein Junge, eine sch\u00f6ne \u00dcberraschung. Aber warum schleichst du dich denn schon wieder von hinten herein?&#8220; &#8222;Hallo Mutter, wenn ich die Vordert\u00fcr nehmen w\u00fcrde, w\u00e4re es ja keine \u00dcberraschung mehr.&#8220; entgegnete er schlemisch. Sie l\u00e4chelte, wischte sich die H\u00e4nde ab und umarmte ihn. Dann schob sie ihn von sich und betrachtete ihn pr\u00fcfend. &#8222;Junge, du siehst nicht gut aus. Was sind das f\u00fcr Ringe unter deinen Augen?&#8220;, fragte sie besorgt.&nbsp;Mitras l\u00e4chelte gequ\u00e4lt. &#8222;Spuren meiner Forschung. Ich muss leider im Moment sehr h\u00e4ufig auch Nachts arbeiten, aber das wird sicher bald vorbei sein.&#8220; , antwortete er beschwichtigend &#8222;Und ja dann werde ich mich erst einmal ausruhen. Aber noch ist es nicht soweit.&#8220; Sie sah ihn skeptisch an, sagte aber nur: &#8222;Na gut, wenn du es sagst. Aber achte trotzdem mehr auf dich. Dein Vater ist gerade zum Tee heraufgekommen, setz dich doch bitte zu uns, du bist schon viel zu lange nicht mehr da gewesen.&#8220; &#8222;Gerne, Mutter. Wie k\u00f6nnte ich diese Bitte abschlagen?&#8220; erwiderte er und lie\u00df sich von ihr in den Salon f\u00fchren, in dem sein Vater schon sa\u00df. &#8222;Mitras, sch\u00f6n dich zu sehen!&#8220;, begr\u00fc\u00dfte sein Vater ihn, w\u00e4hrend er aufstand und ihn in die Arme schlo\u00df. &#8222;Tilde, sei so gut und bring noch ein weiteres Gedeck.&#8220;, wandte sich seine Mutter an das Dienstm\u00e4dchen, dass seinem Vater gerade Tee eingeschenkt hatte. &#8222;Nat\u00fcrlich.&#8220;, erwiderte sie, nickte Mitras kurz freundlich zu und deckte f\u00fcr ihn. &#8222;Also, mein Sohn, was verschafft uns die Ehre deines Besuchs. Rieke meinte, du seist im Moment furchtbar besch\u00e4ftigt.&#8220;, fragte sein Vater. &#8222;Ich verbinde mal wieder das Sch\u00f6ne mit dem N\u00fctzlichen. Ich habe eine neue Entdeckung gemacht, die mehr als genug neue Probleme aufwirft und wohl auch f\u00fcr die Generalit\u00e4t gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnte. Deswegen haben sie mich jetzt gen\u00f6tigt mit der Schule zusammen zu arbeiten. So sehr ich das auch hasse, aber ich bin da jetzt von Thadeus abh\u00e4ngig. Aber seltsamerweise hat er den Auftrag an einen der f\u00e4higeren Professoren gegeben. Und das macht mir nur noch mehr Sorgen. Aber ich will euch damit nicht die Stimmung verderben. Sobald m\u00f6glich treffe ich mich mit Nathanael und kl\u00e4re die Probleme mit ihm. Aber ich muss neues Elektrum herstellen, um auch die Generalit\u00e4t beliefern zu k\u00f6nnen und brauche daf\u00fcr die Rohstoffe. Vater, kannst du mir 25 Kg Blauerz, 75 Kg Cadmium und 50 Kg Titan besorgen?&#8220; Sein Vater blickte ihn nachdenklich an, &#8222;Das Blauerz ist kein Problem, f\u00e4llt ja genug von an und da wei\u00df ja eh keiner au\u00dfer dir was mit anzufangen. Das Cadmium m\u00fcsste ich im Lager haben, ich wei\u00df ja, dass du es brauchst. Aber an Titan ist seit dem Ungl\u00fcck in Berg nur schwer heran zu kommen. Das wird also eine Weile dauern.&#8220; Mitras fragte besorgt nach: &#8222;Es gab ein Ungl\u00fcck in der Titanmine? Ich hoffe doch, dass niemand zu Schaden gekommen ist?&#8220; &#8222;Zum Gl\u00fcck nicht, was schon ein kleines Wunder ist. Ein Priester meinte, dass sie wohl einen Berggeist erz\u00fcrnt h\u00e4tten. Dieser habe dann wohl einen wichtigen Stollen einst\u00fcrzen lassen, als gerade keiner drin war. Also wenn das wirklich ein Erdgeist war, dann tats\u00e4chlich wohl ein gn\u00e4diger. So gut lassen sie Minenarbeiter sonst nicht wegkommen. Na ja, jedenfalls muss die Mine nun untersucht und wohl auch exorziert&nbsp;werden. Aber ich werde sehen, was ich tun kann. 50 Kg werde ich wohl noch zusammen gekratzt bekommen.&#8220; &#8222;Danke Vater, lass es mich wissen wenn es extra kostet. Geld ist kein Problem.&#8220; &#8222;Ist gut. Und nun lass uns zu erfreulicheren Themen kommen. Die Kleine, die du bei dir aufgenommen hast, macht sich gut?&#8220; Auf Kira gebracht, schmunzelte Mitras kurz. &#8222;Ja, Kira hei\u00dft sie und macht sich gut. Ich nehme mal an Rieke hat euch schon ein wenig \u00fcber sie erz\u00e4hlt? Sie hatte einige Startprobleme und ist komplett eingesch\u00fcchtert. Aber sie ist sehr flei\u00dfig und hat eine gute Auffassungsgabe. Wenn ihr das n\u00e4chste Mal vorbei kommt, stelle ich sie euch richtig vor.&#8220; Sein Vater l\u00e4chelte und griff hinter sich in eine Kommode, aus der er eine flache Schachtel herausholte. &#8222;Ja, Rieke hat von ihr erz\u00e4hlt, wie h\u00fcbsch sie sei und eine angenehme Gesellschaft. Und dass es dir ganz gut t\u00e4te, mal eine Frau um sich zu haben. Ich sag ja, Junge, ohne Frau ist das nur ein halbes Leben.&#8220; &#8222;Vater!&#8220; , emp\u00f6rte Mitras sich. &#8222;Sie ist doch erst 18!&#8220; Seine Eltern lachten, besonders seine Mutter. &#8222;Ich war erst 17, als ich deinen Vater kennen gelernt habe.&#8220; &#8222;Ja, aber Papa war da auch erst 21.&#8220; Sein Vater schmunzelte immer noch. Er schob ihm die Schachtel hin. &#8222;Das stimmt. Aber egal, ob sie nun eine h\u00fcbsche Frau oder einfach nur deine Sch\u00fclerin ist, du solltest ihr ein Einstellungsgeschenk machen.&#8220; &#8222;Ich habe&#8230;&#8220;, begann Mitras und brach dann ab. In der Schachtel lag verschiedener Schmuck. Sein Vater bekam so etwas \u00f6fter&nbsp;von den Schmieden, die mit ihm Gesch\u00e4fte machen wollten. Vermutlich hatte er hierf\u00fcr nicht mal bezahlt. Das, was ihn allerdings hatte stocken lassen, war ein Kettenanh\u00e4nger aus gr\u00fcnem Achat. Er hatte blaue und wei\u00dfe Schlieren, vermutlich war der Stein mit Farbmagie behandelt, und in Silberdraht gefasst, der zu kleinen Bl\u00fctenranken mit winzigen Silberbl\u00e4ttern gerformt war. Er w\u00fcrde perfekt zu Kira und ihren Haaren passen. Mitras griff in die Schachtel und hob ihn heraus. &#8222;Ich habe ihr eigentlich&nbsp;schon ein paar Kleider zum Einstieg geschenkt, und ich glaube, sie mag es nicht, zu sehr \u00fcberh\u00e4uft zu werden.&#8220; Was eine leichte Untertreibung angesichts ihrer Heulattacke vom letzten Mal war. &#8222;Der hier ist allerdings wirklich passend.&#8220; Neben der Kette lagen noch ein paar Ohrringe dort aus einem etwas einfacheren gr\u00fcnen Stein, die mit \u00e4hnlichem Silberdraht gefasst waren. Er nahm auch diese heraus. &#8222;Wenn du meinst, dass es angemessen ist, nehme ich diese drei St\u00fccke mit und schenke sie ihr bei einer passenden Gelegenheit.&#8220; Sein Vater nickte zufrieden. &#8222;Mach das. Und finde mal raus, wann sie Geburtstag hat. Als deine Sch\u00fclerin geh\u00f6rt sie ja jetzt zur Familie, da k\u00f6nnen wir ja was bei Niclas in Auftrag geben.&#8220; Mitras versprach es, auch wenn es sich fragte, wie Kira mit solch wertvollen Geschenken wohl umgehen w\u00fcrde. Sie kam aus einer anderen Welt als er, wurde ihm wieder bewusst. Er blieb noch eine Weile zu Tee und Kuchen und verabschiedete sich in den fr\u00fchen Abendstunden. Jetzt musste er nur noch warten bis alles Material da war. Die Verz\u00f6gerung der Titanbeschaffung war \u00e4rgerlich, aber das wichtigste jetzt war das Blauerz. Eigentlich ein Abfallprodukt war es dieses Element, das sich zum Venarium transmutieren lie\u00df. Und das musste er eh als erstes erledigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auf dem Weg nach Hause f\u00fchlte er sich mit einem Mal beobachtet und blickte sich schnell um, konnte aber niemanden entdecken, der sich irgendwie auff\u00e4llig verhielt. Auch eine kurze magische Untersuchung seiner Umgebung brachte nichts zu Tage. Was es auch war, es war verschwunden. Vielleicht durch seine Bewegung alamiert. Mitras beschleunigte und legte den restlichen Weg so schnell es ging zur\u00fcck. Er entspannte sich erst wieder, als er die Haust\u00fcr hinter sich schlo\u00df.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kira verbrachte den Schengstag und auch den Vormittag des Silenz damit, all das neue Wissen aufzunehmen und machte anschlie\u00dfend die Atem\u00fcbungen, die das gezielte Kanalisieren, also das Anheben des eigenen Grundlevels zur Vorbereitung eines Zaubers, vorbereiten sollten. Sie war hinterher sehr entspannt und hatte das Gef\u00fchl, sich angenehm treiben lassen zu k\u00f6nnen, also verwarf sie den Plan, weiter im Niggel zu lesen, und setzte sich stattdessen an den Schreibtisch, um zu zeichnen. Malen und Zeichnen waren immer schon ein lieber Zeitvertreib f\u00fcr sie gewesen, sie fand die Zeit, die man alleine in das Bild und damit auch seine eigenen Vorstellungen versinken konnte, ungemein angenehm. Sie zeichnete die Ansicht des Moores n\u00f6rdlich des Hauses ihrer Eltern. Die Szenerie hatte sie schon so oft gemalt oder gezeichnet, dass sie sie ohne langes \u00dcberlegen aufs Blatt bringen konnte, und sie mochte es, sich darin zu vertiefen, die Schattierungen des Waldes und die leicht schimmernde, nasse Oberfl\u00e4che des Moores auszugestalten. Sie h\u00f6rte das leise Kratzen des Stiftes auf dem Papier, ab und zu Stimmen und T\u00fcren- oder Geschirrgeklapper im Haus, ein paar Mal lief jemand \u00fcber den Flur, und sie sp\u00fcrte, dass alles gerade ganz friedlich war. Selbst die Sonne schenkte ihr einen guten Silenz und schien durch das Fenster auf ihr Blatt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras hatte den Silenz im Labor verbracht und war damit besch\u00e4ftigt die einzelnen Zellen des Elektrums weiter zu untersuchen. Gegen Nachmittag h\u00f6rte er dann die T\u00fcrglocke und trat neugierig aus dem Labor heraus. Er erwartete niemanden und war \u00fcberrascht, als Abigail die T\u00fcr \u00f6ffnete und der Magus h\u00f6chstselbst davor stand. &#8222;Euer Lordschaft&nbsp;tretet ein, wir hatten Sie gar nicht erwartet.&#8220;, sagte Abby etwas verdaddert. Eilig kam Mitras die Treppe herunter und umarmte seinen Freund wenig standesgem\u00e4\u00df: &#8222;Nathanael, was f\u00fcr eine sch\u00f6ne \u00dcberraschung. Ich hatte noch nichts wieder von dir geh\u00f6rt und dachte schon meine Nachricht w\u00e4re nicht angekommen.&#8220; Dieser lachte auf und erwiderte: &#8222;Mitras, sch\u00f6n dich zu sehen, aber so \u00fcberschw\u00e4nglich, du musst wirklich verzweifelt sein. Entschuldige, dass ich mich nicht angek\u00fcndigt habe. Ich bin erst heute wieder nach Uldum zur\u00fcck gekehrt und habe die Notiz \u00fcber deinen Besuch eben im B\u00fcro gesehen. Was muss ich h\u00f6ren, es ist der Generalit\u00e4t gelungen dir einen Teil deiner Forschung zu nehmen?&#8220; &#8222;Komm erstmal richtig rein, wir bereden alles wichtige oben und ja, es ist einiges passiert.&#8220; Er wandte sich zu seiner Haush\u00e4lterin um: &#8222;Abigail, k\u00f6nntest du William bitten uns Tee und ein paar H\u00e4ppchen zu machen?&#8220; &#8222;Ja gewiss doch, Sir.&#8220;, sagte sie, um Fassung dar\u00fcber ringend, dass Mitras mit seinem Magus und damit mit einem Herzog so nonchalant umging. Mitras war sich dessen sehr wohl bewusst, aber da weder er noch Nathanael gro\u00df wert auf F\u00f6rmlichkeiten legten und sie unter sich waren, gab er sich, zur Freude seines Mentors, ungezwungen. Er geleitete ihn nach oben in sein Arbeitszimmer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Diesen Raum hatte er tats\u00e4chlich schon l\u00e4nger nicht mehr genutzt. Er enthielt seine private Bibliothek, die fast die H\u00e4lfte des Zimmers einnahm. Die hohen Schr\u00e4nke bildeten drei Reihen, zwei an den W\u00e4nden und eines in der Mitte. In beiden so entstehenden Nieschen stand jeweils ein bequemer Lesesessel mit einem Beistelltisch. In der vorderen H\u00e4lfte befand sich zur Rechten der T\u00fcr sein Arbeitstisch. Ein gro\u00dfer Schreibtisch aus Eiche mit mehreren Schubladen und einem Regal voller Dokumente und B\u00fcchern dar\u00fcber. Zur linken befand sich die T\u00fcr zu seinem Schlafzimmer und zwischen der T\u00fcr zum Flur und der anderen waren in der Ecke drei bequeme Sessel mit einem kleinen Tisch in der Mitte angeordnet. Mitras lie\u00df seinen Gast auf einen dieser Sessel Platz nehmen und setzte sich auf seinen bevorzugten Platz.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Also, mein Junge, dann erz\u00e4hl doch mal.&#8220; , begann Nathanel das Gespr\u00e4ch. Mitras fasste die Ereignisse der letzten Zeit zusammen, erw\u00e4hnte die R\u00fcckschl\u00e4ge bei der Forschung bis hin zur Zerst\u00f6rung des Testgenerators, die Entdeckung der Bezirke im Elektrum und wie sie es beeinflussten und was das f\u00fcr die weitere Nutzung des Elektrums bedeutete. Er schilderte seine Gespr\u00e4che mit di Scuti und Thadeus, sowie sein unerfreuliches Zusammentreffen mit di Porrum. Zwischendrin wurde er von William unterbrochen, der das Tablett mit Tee, Geb\u00e4ck und einigen Schnittchen hoch gebracht hatte und nun Nathanael h\u00f6flich fragte, ob der Magus zum Abendessen bleiben w\u00fcrde. Dieser verneinte, er w\u00fcrde das Haus kurz vorher wegen einer anderen Verabredung wieder verlassen m\u00fcssen und dankte William. Mitras beendete nun seinen Bericht mit der Ansage von Thadeus, dass di Camino mit der Forschung an der Schule&nbsp;betraut war. Nathanael hatte aufmerksam und kommentarlos zugeh\u00f6rt und sagte nun: &#8222;So so, di Camino also. Eine seltsame Wahl aus Thadeus Sicht.&#8220; &#8222;Ja, das habe ich auch schon gedacht. Di Camino ist genau der Spezialist, den ich zur Unterst\u00fctzung brauche. Ich stelle Morgen alle Unterlagen f\u00fcr ihn zusammen. Am Mafuristag werde ich die Sachen zusammen mit einer ersten Lieferung Elektrum zu ihm bringen. 250kg soll die Schule insgesamt bekommen, wie die Generalit\u00e4t. 50kg habe ich fertig und f\u00fcr den Rest ist bereits alles bereit. Die Frage ist, was heckt Thadeus aus und wie k\u00f6nnen wir dem begegnen?&#8220; Nathanael blickte nachdenklich \u00fcber die B\u00fccherregale und nippte am Tee. &#8222;Das ist eine gute Frage. Er plant zweifellos etwas, sonst h\u00e4tte er dir niemals so gute Unterst\u00fctzung zu kommen lassen. Aber was bezweckt er? Di Camino ist sehr gewissenhaft, aber auch nicht immer bescheiden. Er geh\u00f6rt nicht zu den Traditionalisten.&nbsp; Allerdings wird er auch klar die Anweisungen seines Schulleiters befolgen, wie immer diese auch aussehen. Du solltest sehr genau darauf achten, was er f\u00fcr Ergebnisse erzielt und in welche Richtung Thadeus ihn lenkt. Aber ich f\u00fcrchte im Moment bleibt uns nichts anderes \u00fcbrig, als abzuwarten und vorsichtig zu sein. Die di Porrums sind da schon eine ganz andere Nummer. So viel Dreistigkeit h\u00e4tte ich ihm nicht zugetraut, dir am Abend einfach so aufzulauern.&#8220; &#8222;Sie haben mich eher zuf\u00e4llig entdeckt, aber ja, dass sie bereit waren die Situation so eskalieren zu lassen, hat mich auch erschreckt. Ganz zuf\u00e4llig war es aber nicht, Cepus war in Eisen ger\u00fcstet. Sie hatten also etwas vor und ich habe sie wohl zu fr\u00fch aufgeschreckt.&#8220; Nathanael blickte ihn besorgt an, &#8222;Erwartest du einen weiteren Einbruch?&#8220; &#8222;Jetzt erstmal nicht mehr. Leutnant Decius patrouliert das Viertel regelm\u00e4\u00dfig und das wissen die beiden nun auch. Ich habe einige Kontakte damit beauftragt M\u00f6glichkeiten zu finden, die di Porrums zu belangen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Secus alles mit rechten Dingen zugeht.&#8220; Nathanael blickte besorgt zum Fenster hinaus. &#8222;Ich werde zus\u00e4tzlich eigene Nachforschungen anstellen. Hoffen wir mal, dass wir etwas finden, um ihnen endlich das Handwerk zu legen. Aber ganz einfach wird das nicht, auch wenn er sich als Magier disqualifiziert hat, er hat immer noch seinen Titel, das Land und vor allem das Geld. Er besitzt nach wie vor gr\u00f6\u00dferen Einfluss bei den Traditionalisten als Thadeus lieb sein kann und seine kriegstreiberischen Bem\u00fchungen werden auch von zu vielen eher mit Wohlwollen gesehen.&#8220; &#8222;Ja, das habe ich auch schon geh\u00f6rt. Die Gruppierungen, die gegen den einen oder anderen Nachbarn einen Milit\u00e4rschlag fordern raufen sich so langsam zusammen. Noch w\u00fcrden sie sich eher selbst die K\u00f6pfe dar\u00fcber einschlagen ob die Skir eine zu gro\u00dfe Bedrohung seien und deswegen angegriffen werden m\u00fcssten, oder ob die Praktiken im Dschungel nicht ein Grund seien, oder ob man das Land des alten Reiches von den Angshire wieder zur\u00fcck erobern sollte. Aber ich f\u00fcrchte es reicht ein einziger Grund, um sie zur Zusammenarbeit gegen eines ihrer Ziele zu bringen. Eine neue Waffe w\u00e4re da genau das Richtige. Verdammt, ich dachte ich liefere ihnen eine magische&nbsp;Alternative&nbsp;zu Stahl und nicht das Werkzeug, um einen neuen Krieg zu f\u00fchren.&#8220; Nathanael sah ihn leicht vorwurfsvoll an und sagte: &#8222;Ich habe dich gewarnt, mein Junge. Aber ich verstehe dich, ohne das Geld der Generalit\u00e4t h\u00e4ttest du all das hier nicht aufbauen k\u00f6nnen. Und in der Tat, ich bin neugierig was du noch f\u00fcr Wunder vollbringst. Strom aus Magie erzeugen ist jedenfalls schon ein gewaltiger Sprung. Ist dir eigentlich bewusst, was es bedeutet, wenn es dir wirklich gelingt deinen Generator produktiv zu bekommen?&#8220; &#8222;Na ja, dann habe ich endlich etwas womit ich es rechtfertigen kann den Vertrag mit der Generalit\u00e4t aufzul\u00f6sen, da der Nutzen im zivilen ja doch \u00fcberwiegt.&#8220; sagte Mitras etwas bescheiden. Nathanael lachte. &#8222;Ja, und wenn du das hinbekommst, wirst du ganz nebenbei der wichtigste Mann im Reich, weil du dann die Elektrizit\u00e4t kontrollierst. Ist dir eigentlich die Tragweite bewusst?&#8220; Mitras err\u00f6tete, soweit hatte er nie gedacht. Es war ihm seit der Entdeckung eigentlich nur darum gegangen, diese h\u00e4sslichen Kohleschlote loszuwerden, die die Stadt immer mehr mit einer russigen Glocke bedeckten. Aber als er jetzt so dar\u00fcber nachdachte, wurde ihm bewusst, dass Nathanael recht hatte. Er w\u00fcrde nicht nur die Kohle verdr\u00e4ngen, was ihm sicher noch einen ganzen Haufen mehr Feinde einbrachte. Nein, der Stromverkauf, selbst wenn er den Preis sehr niedrig ansetzte, k\u00f6nnte ihn tats\u00e4chlich zu einem der reichsten M\u00e4nner Albions machen. Vielleicht w\u00fcrde er ja auch einfach die Generatoren verkaufen und nicht gleich den gesamten Strombedarf&nbsp;Albions selbst decken, doch selbst das w\u00e4re ein Marktmonopol. Ihm schwindelte bei diesem Gedanken, aber es gab nun kein Zur\u00fcck mehr. Der Weg war eingeschlagen und ihm blieb nun nichts anderes mehr \u00fcbrig, wollte er das Elektrum nicht an die Kriegstreiber in der Generalit\u00e4t verlieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Nein das hast du noch nicht bedacht, das sehe ich. Aber gut noch ist es nicht soweit und ich wei\u00df, dass du diese Macht nicht missbrauchen wirst. Du bist der Richtige daf\u00fcr und wir werden es gemeinsam hinbekommen. Wenn du denn das Wunder vollbringst und die Generatoren effizient betreiben kannst. Ich sehe ja, wie sehr es dich aufreibt. Im Moment w\u00fcrde ich dir jedenfalls eher glauben, dass du Anfang 40 und nicht Anfang 30 bist.&#8220; Nathanael blickte ihn zugleich aufmunternd und traurig an. &#8222;Aber gut, kommen wir zu erfreulicheren Dingen. Ich m\u00f6chte doch mal sehen, wen Thadeus dir da geschickt hat. Sie muss ja ein ganz sch\u00f6ner H\u00e4rtefall sein, dass Thadeus sie so \u00fcberst\u00fcrzt zu dir geschickt hat.&#8220; Mitras lachte kurz auf und sagte, &#8222;Ja, das muss er wohl gedacht haben. Aber dabei hat er sich gewaltig versch\u00e4tzt. Thadeus hat ihr nur ein Jahr gegeben,&nbsp;sicherlich, weil er sie scheitern sehen will. Er h\u00e4lt sie f\u00fcr unw\u00fcrdig, wie alle, die nicht von adeliger Geburt sind, denke ich, und f\u00fcr unf\u00e4hig, sich der Gesellschaft anzupassen vielleicht auch. Aber er hat nicht genau genug hingesehen. Statt mir ein dummes Dorfm\u00e4dchen mit Wutproblemen&nbsp;zu schicken, hat er mir einen ungeschliffenen Diamanten vor die T\u00fcr gelegt. Sie hat ihre Probleme, ist aufs Tiefste eingesch\u00fcchtert und ich wei\u00df auch noch nicht, was genau bei ihrer Entdeckung passiert ist. Ich bin mir aber sicher, dass es sich nicht um einen gewollten oder ungewollten Angriff handelte. Aber im Gro\u00dfen und Ganzen&nbsp;ist sie eine attraktive, eloquente und gebildete junge Frau. Sie wird sich gut machen. Aber am besten machst du dir selbst einmal ein Bild. So wie ich meine Haush\u00e4lterin kenne, hat sie das arme Ding schon ganz wahnsinnig gemacht, ich stelle sie dir also besser vor, bevor sie so nerv\u00f6s ist, dass sie bei deinem Anblick gleich umkippt.&#8220; Mitras schnippte kurz mit dem Finger, um Abigail zu rufen und sie trat kaum einen Moment sp\u00e4ter schon ein, was Mitras Verdacht best\u00e4tigte. &#8222;Abigail, w\u00e4rst du so gut Kira zu rufen. Ich m\u00f6chte sie dem Magus vorstellen.&#8220; &#8222;Jawohl mein Herr, ich werde sie sofort holen.&#8220;, sagte sie und verschwand sofort wieder.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Nachmittag kam eine reichlich aufgew\u00fchlte Abigail zu Kira. Sie trug die Magierrobe, die sie f\u00fcr Kira gen\u00e4ht hatte. &#8222;Kindchen, wir m\u00fcssen deine Robe fertig machen!&#8220;, sagte sie, und Kira hatte das Gef\u00fchl, ein aufgeschrecktes Huhn w\u00fcrde in ihren friedlichen Silenz einfallen. Sie legte ihre Zeichensachen beiseite und stand gehorsam auf. &#8222;Warum bist du so aufgeregt dar\u00fcber?&#8220; Abigail \u00f6ffnete bereits ihr Kleid am R\u00fccken. &#8222;Der Magus ist da!&#8220; &#8222;Der&#8230; wer?&#8220;, fragte Kira. &#8222;Der Magus Nathaneal di Blanca. Der Leiter der Gilde der Verwandlungs- und Heilmagie. Dein Herzog!&#8220; Kira steckte den Kopf durch die ihr hingehaltene Robe. &#8222;Mein Herzog?&#8220; Ihr fiel auf, dass sie zu wenig \u00fcber die Gilde und ihren Aufbau wusste. Abigail schien das auch aufzufallen. &#8222;Herrjeh, wie haben dir gar nichts dar\u00fcber gesagt, ich Dummerchen. Und Mitras, wie unverantwortlich. Nat\u00fcrlich wei\u00dft du nichts \u00fcber die Gilde, oder?&#8220; Sie kniete sich vor Kira und steckte den Saum gerade. Sie hatte ihn zwar schon beim letzten Mal angepasst, aber nun waren die \u00c4rmel angen\u00e4ht und es brauchte noch ein wenig Korrektur. &#8222;Ohne Mitglied einer Gilde zu sein, darf man in Albion keine Magie gewerblich nutzen, wie du vermutlich wei\u00dft. Es gibt vier gro\u00dfe Gilden &#8211; Verwandlung, Hellsicht Telekinese und Elementar. Und die Gilde der Heil- Verwandlungs- und Ver\u00e4nderungssmagie ist nun deine Gilde, weil sie dich aufgenommen hat. Sie besteht aus den Discipuli, den Sch\u00fclern der Schule, den Absolventen &#8211; Assistenten und freien Magiern &#8211; den Magistern und den Erzmagiern. Magister werden geadelt, sie erhalten den Rang eines Barons. Erzmagier wird man wie Magister durch Pr\u00fcfungen und Forschungserfolge, und dann ist man ein Graf. Oder eine Gr\u00e4fin. Und dann kann man einen besonderen Posten bekommen, wenn man besonders gut ist. \u00c4h, Bibliotheksleiter oder Schulleiter zum Beispiel. Autsch.&#8220; Abigail war w\u00e4hrend ihres Redeflusses dazu \u00fcbergegangen, den Saum mit feinen, flinken Stichen festzun\u00e4hen, w\u00e4hrend sie vor Kira am Boden sa\u00df. Es w\u00e4re vermutlich wesentlich einfacher gewesen, wenn Kira die Robe wieder ausgezogen h\u00e4tte, aber sie wollte die aufgeregte Abigail lieber nicht unterbrechen. &#8222;Und wenn man ganz gut ist, w\u00e4hlt der Rat aller Erzmagier einen zum Magus. Leiter der Gilde. Und im Rang wie ein Herzog, dem die anderen wie einem Lehnsherren untergeordnet sind, nur ohne Zehnt. Und halt nur f\u00fcr 10 Jahre. Stell dir vor, er befehligt alle Erzmagier der Verwandlungsgilde. Ein Schnipsen, und man ist vermutlich eine Pflanze oder&#8230;&#8220; Kira musste lachen. &#8222;Abby, ich glaube, du \u00fcbertreibst.&#8220; Abigail richtete sich mit hochrotem Kopf auf und stemmte emp\u00f6rt die Arme in die Seite. &#8222;Ja, aber&#8230;&#8220; Kira sch\u00fcttelte den Kopf. &#8222;Habt ihr mir nicht gesagt, man solle keine Vorurteile haben? Wenn er von der Gilde gew\u00e4hlt wurde, wird er doch ein guter Mann sein, oder?&#8220; Abby atmete aus. Sie nickte, lie\u00df sich wieder zu Boden sinken und beendete die Naht. &#8222;Sei trotzdem h\u00f6flich. Und vorsichtig. Herzog di Blanca hat Mitras stets besch\u00fctzt, ich glaube, die beiden verbindet etwas, das ist gut f\u00fcr uns. Mitras hat ihn gerade sogar umarmt.&#8220; Der Schrecken \u00fcber diese v\u00f6llig standesverletztende Handlung stand deutlich in Abigails Gesicht. Kira sch\u00fcttelte sich innerlich vor Lachen, w\u00e4hrend sie sich \u00e4u\u00dferlich ruhig gab. Sie h\u00e4tte nicht gedacht, dass Abigail, die stets so st\u00e4ndelos wirkte, sich \u00fcber etwas derartiges so aufregen w\u00fcrde. Vermutlich war ihr gar nicht bewusst, dass ihr m\u00fctterlich-befehlendes Verhalten, dass sie gegen\u00fcber allen im Haus zeigte, gegen\u00fcber Mitras genauso standesverletztend war. Nachdem sie sich innerlich dar\u00fcber genug am\u00fcsiert hatte, merkte sie allerdings, dass sie auch nerv\u00f6s war. Der Magus der Gilde&#8230; w\u00fcrde er sie testen? Ob er von ihren Testergebnissen wusste? Was, wenn Mitras zu freundlich gewesen war? Warum kam der Magus am Silenz vorbei, und das noch ohne Ank\u00fcndigung? Ob&nbsp;etwas passiert war? W\u00fcrde man sie heimschicken? Angst sch\u00fcrte ihre Kehle zusammen. Dann richtete sie sich auf. Sie hatte sich geschworen, sich zu bem\u00fchen. Nicht kampflos gehen. Sie hatte sich noch nie kampflos ergeben. Diesmal auch nicht. Als Abigail sie freigab, schaute sie sich im Spiegel an. Etwas Bleistiftspuren waren auf ihren Wangen, die Haare vom An- und Ausziehen zerwuschelt. Abby nickte ihr zu, offenbar angetan von ihrem Plan, sich frisch zu machen, und ging auf den Flur. &#8222;Ich warte drau\u00dfen. Bestimmt ruft Mitras mich gleich.&#8220; Kira wusch sich und flocht die Haare. So fielen sie auch nicht gleich so auf, fand sie. Dann stand sie einen Moment ratlos im Zimmer. Ehe sie sich allerdings zu viele Gedanken machen konnte, \u00f6ffnete Abigail die T\u00fcr und winkte ihr aufgeregt zu. Kira holte tief Luft und trat auf den Gang hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Abigail \u00f6ffnete die T\u00fcr zur Bibliothek, knickste zu den beiden sitzenden M\u00e4nnern hin und lie\u00df Kira an sich vorbei treten. Dann schlo\u00df sie sanft die T\u00fcr hinter sich. Kira blickte sich um. Sie hatte den Raum noch nie betreten. Er war voller B\u00fccher. Wirklich viele B\u00fccher. Einen Moment lang lenkte es sie von Mitras und dem anderen Mann ab, die links von ihr sa\u00dfen und sich nun erhoben. Doch dann besann sie sich auf ihre Manieren &#8211; und den Niggel &#8211; und verbeugte sich angemessen tief vor den beiden. Als sie aufschaute, hielt sie verdutzt inne. Der \u00e4ltere Mann neben Mitras verbl\u00fcffte sie. Er hatte wei\u00dfe Haare, doch seine Haut war dunkel. Nicht ein bisschen sonnendunkel, richtig dunkel. Sie musste sich zusammenrei\u00dfen, ihn nicht anzustarren. Wieso war seine Haut so dunkel? Sein wei\u00dfer, sorgf\u00e4ltig gepflegter Bart bildete einen deutlichen Kontrast dazu. Er trug eine schlichte Magierrobe, die allerdings aus Seide zu sein schien und mit zahlreichen silbern gl\u00e4nzenden Symbolen bestickt war, einige kannte Kira von den Fliesen des Vorraumes. Er l\u00e4chelte sie freundlich an und sagte mit tiefer, warmer Stimme: &#8222;Kira Silva. Ich freue mich, Sie kennen zu lernen.&#8220; Kira knickste noch einmal und sp\u00fcrte, dass sie rot wurde. &#8222;Die Freude ist ganz meinerseits, Herzog di Blanca&#8220;, erwiderte sie die formelle Gru\u00dfformel korrekt. Mitras zog eine Augenbraue hoch, offenbar \u00fcberrascht davon, dass sie die eigentlich nur Adeligen gebr\u00e4uchliche Gru\u00dfformel kannte, und Kira dankte heimlich Sebastian und dem Niggel f\u00fcr die stillen Lehrstunden. Herzog di Blanca machte eine einladende Handbewegung. &#8222;M\u00f6gen Sie sich zu uns setzen? Mitras hat mir schon einiges Gutes von Ihnen berichtet, da bin ich nat\u00fcrlich gespannt, was f\u00fcr einen Zuwachs unsere Gilde bekommen hat.&#8220; Kira sp\u00fcrte, wie die R\u00f6te bis zu den Haaren stieg. Was hatte Mitras wohl \u00fcber sie gesagt? Sie bedankte sich h\u00f6flich und setzte sich auf den freien Sessel. Auch Mitras und Nathanael setzten sich wieder. &#8222;Hat man sie hier gut aufgenommen?&#8220;, erkundigte sich der Magus. Kira nickte heftig. &#8222;Absolut. Ich h\u00e4tte es nicht besser treffen k\u00f6nnen. Magister Mitras ist gro\u00dfz\u00fcgig und aufmerksam. Ich werde mich bem\u00fchen, viel zu lernen, um seinem Haus keine Schande zu machen.&#8220; Nathanael schmunzelte. &#8222;Das werden Sie nicht, keine Sorge. Probleme macht unser guter Magister hier sich meistens schon alleine.&#8220; Kira schaute verlegen zwischen ihm und Mitras hin und her. Sie wollte dem Herzog nicht widersprechen, aber sie wollte auch nicht auf ihrem Magister sitzen lassen, dass er Probleme schaffen w\u00fcrde. Mitras schmunzelte allerdings, also schien er die Aussage nicht als Beleidigung zu verstehen. &#8222;Bisher habe ich nicht feststellen k\u00f6nnen, dass er in irgendetwas Probleme erzeugen k\u00f6nnte, Herzog di Blanca, da muss ich Sie leider entt\u00e4uschen&#8220;, sagte sie dennoch. Nathanael lehnte sich im Sessel nach hinten und begann, laut zu lachen. &#8222;Mitras! Ich glaube, du hattest Unrecht!&#8220; Er wischte sich eine Lachtr\u00e4ne beiseite. &#8222;Deine Haush\u00e4lterin ist weniger schlimm, als du bef\u00fcrchtest hast. Sie hat es zumindest nicht geschafft, deine Discipula zu nerv\u00f6s zu machen.&#8220; Mitras lachte ebenfalls. Irgendetwas schienen die beiden vorher schon besprochen zu haben. Kira wusste nicht, ob sie lachen sollte und wenn ja, wor\u00fcber. Hilflos blickte sie Mitras an. &#8222;Ich habe schon damit gerechnet, dass Abigail sofort in Ihr Zimmer eilen und \u00fcber Sie&nbsp;herfallen wird, um Sie herauszuputzen. Und ich bin davon ausgegangen, dass sie Sie dabei \u00fcber die Wichtigkeit unseres Besuchers aufkl\u00e4ren wird. Sie neigt dazu, bei so etwas zu sehr zu dramatisieren. Tats\u00e4chlich sind Nathanael und ich alte Freunde und kennen uns schon, seit ich noch ein einfacher Sch\u00fcler und er ein einfacher Erzmagier und Bibliothekar waren.&#8220; Kira \u00fcberlegte kurz. Nach allem, was sie bisher wusste, war niemand ein &#8222;einfacher Erzmagier&#8220;. Nathanael lachte \u00fcber diese Darstellung. Die Freundschaft zwischen den beiden war also vermutlich der wahre Teil der Aussage. Sie l\u00e4chelte Nathanael nochmals an. &#8222;Ich freue mich, dass mein Magister einen so sympathischen und geduldigen Freund wie Sie hat, Herzog. Ich denke, gute Freunde brauchen alle im Leben.&#8220; Nathanael wurde ernst und nickte. &#8222;Das ist auch von Ihnen weise ausgedr\u00fcckt. Haben Sie denn auch schon Freunde hier in Uldum gefunden?&#8220; Kira schaute wieder etwas verlegen zu Mitras. &#8222;Kann man einen Mentor als Freund bezeichnen?&#8220; &#8222;In guten F\u00e4llen kann man das, ja&#8220;, nickte Nathanael. &#8222;Dann w\u00fcrde ich sagen, ich habe bereits f\u00fcnf Menschen gefunden, die ich gerne als Freunde h\u00e4tte. Aber ich bin ja noch nicht mal einen Monat hier. So schnell gedeiht Freundschaft nicht.&#8220; Schmunzelnd f\u00fcgte Mitras hinzu: &#8222;Sie hat den J\u00fcngsten der di Ferrus S\u00f6hne kennen gelernt.&#8220; Nathanael nickte, &#8222;Ah, Bastian, oder nein, Sebastian hei\u00dft er, oder? Ich muss gestehen, ich kenne ihn nicht so gut wie seine Mutter oder seine j\u00fcngere Schwester. Eine zuk\u00fcnftige Mitsch\u00fclerin von Ihnen. Aber einen&nbsp;di Ferrus als Freund zu haben ist nie verkehrt.&#8220; Kira entspannte ihre Schultern etwas. Sie hatte bef\u00fcrchtet, Mitras w\u00fcrde ihr Ansinnen, ihn als Freund zu bezeichnen, als unangemessen ablehnen, doch weder ihm noch dem Magus schien ihr Vorsto\u00df gest\u00f6rt zu haben. Dass auch der Gildenmagus den nichtmagischen Sebastian als eine gute Bekanntschaft bezeichnete, beruhigte sie weiter. Sie lies den Blick etwas durch den Raum schweifen. Rechts&nbsp;von ihr gab es ein Regal mit B\u00fcchern, die uralt aussahen. Hatte Mitras nicht gesagt, sie d\u00fcrfe hier jederzeit rein? Sie bedauerte, den Raum jetzt erst entdeckt zu haben. Nathanael war wohl ihrem Blick gefolgt, denn er fragte sie: &#8222;M\u00f6gen Sie B\u00fccher?&#8220; Kira wandte sich ihm wieder zu und \u00fcberlegte kurz, ehe sie antwortete: &#8222;B\u00fccher sind die Freunde, die einem auch dann bleiben, wenn alle anderen gehen. Und sie sind die Freunde, die uns nicht aufhalten, sondern befl\u00fcgeln. Ja, ich glaube, ich mag B\u00fccher sogar sehr. Sie sind lange schon meine Freunde geworden.&#8220; Der Magus beobachtete sie einen Augenblick ernst, dann nickte er. &#8222;Ja, das sind sie.&#8220; Er reichte ihr seine Hand. &#8222;W\u00fcrden Sie erlauben, dass ich sie einmal ber\u00fchre? Nur eine kleine magische Analyse, wenn Sie erlauben.&#8220; Kira reichte ihm ihre Hand. &#8222;Selbstverst\u00e4ndlich, Magus.&#8220; Einen Moment lang sa\u00df er still, die Augen geschlossen. Sie sp\u00fcrte, wie ein Kribbeln ihren Arm herauf wanderte. Schlie\u00dflich wandte er sich an Mitras. &#8222;Du hattest Recht. Wie ein ungeschliffener Diamant. Sei bitte vorsichtig beim \u00dcben. Ich muss jetzt leider wirklich los.&#8220; Er wandte sich wieder zu Kira. &#8222;Lady Silva, es war mir eine Ehre. Ich freue mich, Ihnen sp\u00e4ter wieder zu begegnen.&#8220; Kira stand auf und knickste zur Verabschiedung. Die Aussage, dass Mitras beim \u00dcben vorsichtig sein solle, verwirrte sie. Beim \u00dcben der Zauber? Hielt auch der Magus sie f\u00fcr gef\u00e4hrlich? Aber er war so nett gewesen&#8230; Ein wenig verloren stand sie neben dem Sessel und schaute Mitras und Nathanael nach, die zur T\u00fcr gingen. Vielleicht hatte der Magus geh\u00f6rt, was in Bispar passiert war. Hatte sie den Test bestanden? Oder w\u00fcrde sie gehen m\u00fcssen?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras verabschiedete Nathanael und kehrte in die Bibliothek zur\u00fcck. Ihm ging nicht aus dem Kopf was Kira gesagt hatte. Er sei ihr Freund. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie sehr ihn das freute. Er hatte ihr ein guter Mentor sein wollen, besser auf jeden Fall als Thadeus es f\u00fcr ihn gewesen war. Aber das, das \u00fcbertraf seine Erwartung dann doch bei weitem. Ihr ein Freund sein zu d\u00fcrfen, erf\u00fcllte ihn mit Freude und Stolz, etwas, was er die letzten Wochen zu selten gesp\u00fcrt hatte. Er w\u00fcrde sich bem\u00fchen, diesem Vertrauensbeweis w\u00fcrdig zu sein. Kira stand noch immer gedankenverloren da, wo er sie zur\u00fcck gelassen hatte, was ihm sofort einen Stich versetzte. Was hatte sie so bedr\u00fcckt zur\u00fcck gelassen? Nathanael war sichtlich von ihr angetan. Hatte sie etwas falsch verstanden, oder h\u00e4tte er sie nicht so stehen lassen d\u00fcrfen? Waren die F\u00f6rmlichkeiten zu viel f\u00fcr sie gewesen? Ihm fiel auf, dass sein Umgang mit ihr immer noch so f\u00f6rmlich war, wo er doch gerade selbst mit seinem Magus vor ihr wild rumgescherzt&nbsp;und jegliche F\u00f6rmlichkeit vergessen hatte. Es war h\u00f6chste Zeit die F\u00f6rmlichkeit \u00fcber Bord zu werfen. Schlie\u00dflich war die unter Freunden doch nun wirklich nicht angebracht. Und so wandte er sich ihr zu und sprach sie an, &#8222;Soso, Sie h\u00e4tten Ihren Mentor gern als Freund?&#8220; Sie zuckte ein wenig zusammen und lief feuerrot an. Mitras fuhr fort, &#8222;Dann sollten wir in Zukunft vielleicht auf diese F\u00f6rmlichkeit verzichten. Ich finde ja, dass so etwas nur unn\u00f6tig zwischen Freunden, egal welchen Stand sie auch haben m\u00f6gen, steht. Also, Kira, ich m\u00f6chte dir hiermit das &#8218;du&#8216; anbieten, nenn mich gerne in Zukunft, wenn wir unter Freunden sind, Mitras. Die F\u00f6rmlichkeit k\u00f6nnen wir uns f\u00fcr die Momente aufbewahren in denen die Gesellschaft sie uns aufn\u00f6tigt.&#8220; Kira starrte ihn einen Moment an. &#8222;Wirklich?&#8220; Mitras schmunzelte. &#8222;Wirklich. Wenn du willst.&#8220; Nach einem weiteren Moment, in&nbsp; dem sie sich merkbar&nbsp;sammelte, nickte sie pl\u00f6tzlich und heftig. &#8222;\u00c4h, ja, ja, nat\u00fcrlich. Ich w\u00e4re gerne Ihr&#8230; \u00e4h, deine Freundin. \u00c4h&#8230;&#8220; Sie lief schon wieder rot an und er beobachtete fasziniert, dass sich auch die Ohrenspitzen diesmal wieder mit verf\u00e4rbten. Sie seufzte. &#8222;Und ich hatte schon bef\u00fcrchtet, Sie.. \u00e4h, du w\u00fcrdest mich jetzt gleich hinauswerfen oder so, weil ich den Magus vielleicht entt\u00e4uscht habe.&#8220; Mitras lachte und erwiderte &#8222;Entt\u00e4uscht? Wohl eher das Gegenteil. Er ist sehr angetan von dir und wird dir sicherlich jede Unterst\u00fctzung zukommen lassen, die du brauchst.&#8220; Kira blickte ihn einen Moment lang ungl\u00e4ubig an. &#8222;Aber&#8230; warum sollen&#8230; sollst du dann vorsichtig sein?&#8220; Mitras blickte sie an. Das hatte sie also verletzt.&nbsp;F\u00fcr einen Moment lang erinnerte sie ihn an ein kleines, rotes Eichh\u00f6rnchen, so leicht verletzlich und dennoch so wild.&nbsp;&#8222;Kira, dein magisches Potential ist ungew\u00f6hnlich gro\u00df. In etwa so gro\u00df wie mein jetziges, das ich durch jahrelanges Training aufgebaut habe, und damit wahscheinlich auch gr\u00f6\u00dfer als das der meisten in der Gilde. Und du bist jetzt noch komplett untrainiert, es besteht also die gro\u00dfe M\u00f6glichkeit, dass es noch deutlich gr\u00f6\u00dfer wird. Ich soll vorsichtig sein, weil die Magie, die du sammeln kannst, nicht gerade leicht zu h\u00e4ndeln ist. Aber da k\u00fcmmern wir uns ab kommenden Uldumstag drum. Erst einmal m\u00f6chte ich, dass du dir die letzten beiden B\u00fccher ansiehst. Im Handbuch gibt es ein ganzes Kapitel nur zum Thema Kanalisation der Magie. Wir werden dann damit beginnen, dass du lernst den Magieflu\u00df zu lenken und wie du Magie sammelst und h\u00e4ltst. Wenn du das beherrschst, fangen wir mit den eigendlichen Zaubern an.<\/em>&#8220; <em>Kira lie\u00df sich auf den Sessel fallen. &#8222;Ich&#8230; ich bin also gef\u00e4hrlich, weil ich zu stark bin?&#8220; Mitras seufzte. H\u00f6rte sie immer nur die negativen Dinge \u00fcber sich aus einer Aussage heraus? &#8222;Du bist stark. Nicht zu stark. Ich freue mich darauf, mit dir zu arbeiten. Und jetzt sollten wir essen gehen, was denkst du?&#8220; Kira nickte, stand aber nicht auf. Er reichte ihr die Hand, und sie lie\u00df sich von ihm hochziehen und folgte ihm letztendlich aus der Bibliothek. Erst unten im Flur hatte sie sich wieder gesammelt. &#8222;Ich hab das Buch zum Kanalisieren schon gelesen. Also, angefangen. Magister, kann es sein, dass ich auch unbewusst schon Magie kanalisiert habe?&#8220; Mitras blieb stehen und drehte sich zu ihr um. &#8222;Das kann sein. Ich w\u00e4re Ihnen &#8211; dir aber sehr dankbar, wenn du es nicht ohne mich in den n\u00e4chsten Tagen ausprobierst.&#8220; Kira nickte. &#8222;In Ordnung. Nur Theorie.&#8220; Mitras l\u00e4chelte und \u00f6ffnete ihr die T\u00fcr zum Esszimmer. &#8222;Dass&nbsp;du die gefahrlos und schnell lernen kannst, wissen wir ja bereits.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tats\u00e4chlich wachte sie am n\u00e4chsten Morgen fr\u00fch genug auf, um eine kleine Runde durch das Viertel zu gehen, das gerade in der D\u00e4mmerung erwachte. Es war kalt, und laufen konnte sie hier nicht, das w\u00e4re undamenhaft gewesen. 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