{"id":71,"date":"2024-06-09T15:36:29","date_gmt":"2024-06-09T15:36:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=71"},"modified":"2024-05-21T15:37:04","modified_gmt":"2024-05-21T15:37:04","slug":"zur-forschung-geruestet-24-lunet-242-mafuristag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/06\/09\/zur-forschung-geruestet-24-lunet-242-mafuristag\/","title":{"rendered":"Zur Forschung ger\u00fcstet &#8211; 24. Lunet 242 (Mafuristag)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Kira am n\u00e4chsten Morgen aufwachte, bemerkte sie als erstes, dass sie ihre Robe noch trug und als zweites, dass ihre Schuhe ausgezogen waren. Sie schlo\u00df daraus, dass Mitras sie ohne Abbys Hilfe ins Bett gebracht hatte. Diesmal zog sie sich sorgf\u00e4ltiger an, ehe sie nach unten ins Bad ging, sich gr\u00fcndlich wusch und die Haare b\u00fcrstete. Es war schon eine Weile her, dass sie sie mit der Schale von Walnuss braun gef\u00e4rbt hatte, wie sie es \u00fcblicherweise tat. Ihre Mutter hatte darauf bestanden, um ihre Haare, diesen &#8222;Schandfleck der Familie&#8220; etwas besser \u00fcberdecken zu k\u00f6nnen. Nachdenklich ringelte sie eine Locke \u00fcber die Finger, w\u00e4hrend sie sich im Spiegel betrachtete. Die Haare waren heller geworden, doch anders als sonst konnte man keinen deutlichen Ansatz erkennen. Stattdessen hatte sie das Gef\u00fchl, sie w\u00fcrden nun nicht nur r\u00f6ter aussehen, sondern auch ihre Locken w\u00fcrden mehr werden. Es war schwieriger, sie geordnet in den Zopf zu bekommen. Das war ihr schon gestern aufgefallen, aber sie hatte es auf das fl\u00fcchtige K\u00e4mmen geschoben. Eigentlich gefielen ihr die roten Haare so gar nicht so schlecht. Dann sah sie halt aus wie eine Skir. Na und? Sie beschlo\u00df, sich keine neue Farbe zu besorgen. Ihre Mutter hatte sie eh nicht gewollt, und Mitras hatte ebenso wie die anderen im Haus deutlich gezeigt, dass ihnen die Haarfarbe egal war. Dann w\u00fcrde sie eben noch etwas mehr auffallen. Daf\u00fcr konnte sie ja ofenbar auch einen Generator mitladen. Sie sp\u00fcrte, wie ein neues Gef\u00fchl in ihr aufstieg: Stolz. Zufrieden ging sie zum Fr\u00fchst\u00fcck. Die n\u00e4chsten beiden Tage w\u00fcrde sie alles zu den ersten Verwandlungszaubern lernen. Ein wenig aufgeregt war sie schon. In zwei Tagen w\u00fcrde sie richtig zaubern. Sie w\u00fcrde ihren ersten, eigenen, geplanten, richtigen Zauber ausf\u00fchren.&nbsp;Selbst auf die Theorie in den n\u00e4chsten beiden Tagen freute sie sich schon!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mitras erwachte am Mafuristag komplett erholt und fr\u00fcher als sonst. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal zwei N\u00e4chte in Folge durchgeschlafen hatte. Kira schien auch keine negativen Folgen davon getragen zu haben. Im Gegenteil wirkte sie am Mirastag doch deutlich munterer und aufgeschlossener als sonst. Mit den Haaren hatte er sich nicht geirrt, auch im Tageslicht schienen sie nun deutlich heller zu sein. Kira schien es aber nicht bemerkt zu haben, zumindest \u00e4u\u00dferte sie sich nicht dazu.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Heute hatte er wieder einmal einen Termin an der Schule, diesmal direkt bei di Camino. Er hatte den Professor bisher noch nicht direkt kennen gelernt. Das Elektrum der ersten Ladung war von einem Assistenten in Empfang genommen worden. Er hatte nun angek\u00fcndigt den Rest zu liefern, den er eigentlich auch vorher schon im Lager gehabt hatte. Allerdings wollte er weder der Schule noch der Generalit\u00e4t verraten, wie viel Elektrum er lagerte. Und diese Lieferung w\u00fcrde seine Vorr\u00e4te ja nun auch fast ganz ersch\u00f6pfen. Di Camino hatte ihn zu einem Gespr\u00e4ch eingeladen, um ihre Forschung zu synchronisieren, wie er sich ausgedr\u00fcckt hatte. Mitras war noch immer skeptisch, der Professor geno\u00df zwar einen guten Ruf, z\u00e4hlte auch nicht zu Thadeus direkten Gefolgsleuten und hatte auch sonst nichts mit den Traditionalisten am Hut, aber irgendwas musste sich Thadeus ja dabei gedacht haben, den Auftrag an ihn zu geben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Gegen Mittag kam er mit der Ladung an der Schule an. Das Geb\u00e4ude in dem sich auch die Labore der Professoren befanden, enthielt eine gr\u00f6\u00dfere Lagerhalle. Mitras beaufsichtigte gerade zwei Gehilfen, wie sie das Elektrum in ein speziell gesichertes Lager brachten, als di Camino dazutrat. &#8222;Magister di Venaris, ich gr\u00fc\u00dfe Sie. Danke, dass Sie gekommen sind.&#8220; &#8222;Guten Tag Professor.&#8220;, erwiderte Mitras die Begr\u00fc\u00dfung. Nachdem die Lieferung sicher verstaut war, lud ihn di Camino zu sich ins B\u00fcro ein. Der Professor leitete ihn dorthin und bot ihm Tee an. Der Raum verf\u00fcgte neben einem Schreibtisch mit mehreren Pl\u00e4tzen davor, auch \u00fcber eine kleine gem\u00fctliche Sitzecke, in die sie sich nun setzten. Di Camino begann erst mit ein bisschen Smalltalk \u00fcber die Schule, er schien ein recht begeisterter Lehrer zu sein, aber auch die Wissenschaft hatte es ihm sehr angetan. Mitras blieb h\u00f6flich und lie\u00df es \u00fcber sich ergehen, dass der Professor ihm diverse Eskapaden seiner Sch\u00fcler auftischte. &#8222;Aber nun gut, Sie sind ja nicht wegen meiner Studenten hier, nicht wahr, Magister?&#8220;, wechselte di Camino endlich das Thema. &#8222;Ihr Elektrum ist faszinierend. Aber sagen Sie, ist es m\u00f6glich auch eine Probe des Venariums zu erhalten? Ich habe versucht es aus der Legierung zu extrahieren, aber das scheint nicht m\u00f6glich zu sein.&#8220; Mitras lachte: &#8222;Nein, das ist es nicht, da habe ich mir bereits selbst die Z\u00e4hne dran ausgebissen, was auch in einer meiner Arbeiten ausf\u00fchrlich beschrieben steht. Das Venarium bindet in fl\u00fcssiger Form das Silber auch weit \u00fcber dessen Siedepunkt hinaus an sich und ich habe keine Ahnung, wieso. Aber wenn Sie dieses Geheimnis l\u00fcften k\u00f6nnen, nur zu. Was aber ihre Frage angeht, so muss ich Sie leider entt\u00e4uschen. Das Venarium werde ich nicht herausgeben. Es ist auch gar nicht so spannend. Mal abgesehen von seiner enormen F\u00e4higkeit Magie aufzunehmen ist es als Material zu por\u00f6s, um irgendwie sinnvoll genutzt zu werden. Nein, erst in der Legierung entfaltet es sein volles Potential. Und darum geht es in unserer Zusammenarbeit ja auch. \u00dcber die Bezirke habe ich Ihnen ja alles geschrieben, was ich bisher herausfinden konnte. Wie sieht es mit ihren Ans\u00e4tzen aus? Hat der Dekan Ihnen irgendwas spezielles aufgetragen?&#8220; Di Camino wirkte einen Moment entt\u00e4uscht, sammelte sich aber schnell wieder. &#8222;Nun, er w\u00fcnscht die Generalit\u00e4t zu unterst\u00fctzen. Da dort ja bereits an Waffen geforscht wird, dachte ich mir, dass sich das Material ja sicher auch f\u00fcr die Defensive eignet. Wissen Sie, meiner Familie geh\u00f6ren mehrere Gest\u00fcte und wir sind seit jeher stolz auf unsere Schlachtr\u00f6\u00dfer. Beinahe w\u00e4re das meiner Familie auch zum Verh\u00e4ngnis geworden. Wie Sie sich denken k\u00f6nnen, sind meine Familienmitglieder auch alle begnadete Reiter. Mein Gro\u00dfvater hatte vor dem letzten gro\u00dfen Krieg f\u00fcnf Br\u00fcder. Alle Sechs waren Teil eines Reiterregiments, drei von ihnen Magier. Sie wurden nicht gegen die Skir eingesetzt. Zu der Zeit hat Rhodestaria noch einmal versucht das Ergebnis der Westkriege ein bisschen zu korrigieren. Es gab eine Schlacht, nach der sie einsehen mussten, dass selbst ein abgelenktes Albion zu m\u00e4chtig ist. Der Preis daf\u00fcr war aber hoch. Von den 50 Reitern des Regimensts sind, mein Gro\u00dfvater eingeschlossen, nur sieben Mann zur\u00fcck gekehrt. Ihre Aufgabe war es einen Zirkel feindlicher Magier auszuschalten. Meinem Gro\u00dfvater zufolge wurden sie von einer Infantrieeinheit abgefangen. Sie schafften es nicht diese Linie zu durchbrechen und die Magier metzelten ohne Unterschied alle nieder. Es waren wohl so eine Art Telekinese-Magier, Sie wissen ja, deren Schulen ticken ein wenig anders. Jedenfalls haben sie einfach kleine Steinkugeln auf die K\u00e4mpfenden geworfen und diese dann beschleunigt. Es muss grauenhaft gewesen sein. Der Zirkel konnte erst sp\u00e4ter in der Schlacht durch einen Doppelangriff ausgel\u00f6scht werden. Die Magier wurden durch eine weitere Attacke abgelenkt und dann alle auf einen Streich von einem Elemtarmagier gesprengt. Bei allen Geistern, ich m\u00f6chte nie Zeuge eines solchen Gefechts werden, aber wenn es nochmal soweit kommt, dann soll unsere Kavallarie nie wieder so nieder gem\u00e4ht werden. Das Elektrum bietet M\u00f6glichkeiten, Schutzzauber darauf zu legen. Und wenn wir das Springen steuern k\u00f6nnten, dann k\u00f6nnte man noch deutlich m\u00e4chtigere punktuelle Zauber darauf legen und diese dann immer dahin lenken wo die Gefahr am gr\u00f6\u00dften ist. Au\u00dferdem ist das Material auch schon so sehr widerstandsf\u00e4hig. Sehen Sie.&#8220;, di Camino reichte Mitras eine d\u00fcnne Elektrumplatte von vielleicht einem halben Zentimeter Dicke und zehn mal zehn Zentimetern Fl\u00e4che. Erst bei n\u00e4herer Betrachtung sah Mitras eine kleine Beule auf der einen Seite. Auf der gegen\u00fcberliegenden Fl\u00e4che war davon nichts mehr zu merken. &#8222;Ein befreundeter Magier der Schule der Bewegung hat mir einen Gefallen getan und einige Proben einen Nachmittag lang auf unterschiedlichste Art bescho\u00dfen. Dieser leichte Schaden ist alles was dabei herauskam. Ich k\u00f6nnte Ihnen jetzt eine gleichgro\u00dfe Eisenplatte zeigen, die als Vergleichsziel gedient hat, wenn denn genug von ihr \u00fcbrig w\u00e4re, um noch was zu zeigen, dass \u00fcber Metallsp\u00e4ne hinausginge.&#8220;, fuhr der Proffesor fort. Mitras wog die Platte in seinen H\u00e4nden. Das Elektrum war ein recht dichtes Material, wobei sich seine Festigkeit teilweise auf eine magische Komponente zur\u00fcckf\u00fchren lie\u00df. Mitras hatte schon oft beobachtet, dass das Elektrum, wenn keine Magie zur Formung im Einsatz war, sich regelrecht weigerte verformt zu werden. Es zu schmieden war sinnlos, aber ein Zauber, der eigentlich nur f\u00fcr weichen Ton gedacht war, konnte es die Gestalt \u00e4ndern lassen, wenn man denn keine Gegenma\u00dfnahmen ergriff. Diese Platte war klein, hatte aber trotzdem schon einiges an Gewicht. Mitras wollte sich gar nicht ausmalen, wie schwer eine ganze R\u00fcstung aus solchen Platten w\u00e4re, geschweige denn eine vollst\u00e4ndige Kavallarieausf\u00fchrung. Aber das Ergebnis erschreckte ihn trotzdem, auch wenn die Platte deutlich d\u00fcnner w\u00e4re, h\u00e4tte sie wahrscheinlich eine \u00e4hnliche Schutzwirkung. Eine gebrochene Rippe, wo der Einschlag eigentlich den halben Oberk\u00f6rper wegrei\u00dfen sollte, machte einen gewaltigen Unterschied. So ger\u00fcstete Soldaten, egal ob zu Pferde oder zu Fu\u00df, w\u00e4ren kaum noch aufzuhalten. Allerdings versp\u00fcrte Mitras auch eine gewisse Erleichterung. Es war ihm v\u00f6llig unklar, warum Thadeus die Generalit\u00e4t unterst\u00fctzen wollte, da dieser sich sonst trotz aller seiner konservativen und st\u00e4ndegebundenen Absichten meist sehr gegen kriegerische Handlungen aussprach. Egal, ob die Idee, an der defensiven Verwendung zu forschen nun von di Camino oder Thadeus selbst kam, sie war auf jeden Fall die bessere Wahl, als gute Wissenschaftler eine weitere offensive Waffenidee entwickeln zu lassen. Eine bessere R\u00fcstung erfunden zu haben war vermutlich auch f\u00fcr niemanden ein Grund, einen neuen Krieg vom Zaun zu brechen, und die Geschichte der Schlacht, aus der zu wenig heimkehrten, kannte Mitras, er hatte nur nicht gewusst, dass di Caminos Familie darin so tief verstrickt war. Vielleicht war es einfach nur ein Weg, die Generalit\u00e4t zufrieden zu stellen und etwas Ruhm der Schule zukommen zu lassen? Mitras mochte es zwar nicht recht glauben, aber scheinbar tat sich hier eine echte Unterst\u00fctzung auf statt eines erneuten Schlachtfeldes.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die Tatsache, dass sich das Elektrum schon mit einfachsten Zaubern formen lie\u00df, hatte Mitras bisher verschwiegen. Der Generalit\u00e4t hatte er Zauber aus dem Steinmetzbereich empfohlen. Diese waren kompliziert und hatten nur eine beschr\u00e4nkte Detailsch\u00e4rfe. Man konnte damit problemlos Geb\u00e4ude formen, aber eine Skulptur konnte damit bestenfalls vorbereitet werden. Mittlerweile konnten sie damit Schwerter formen, die dann wiederum mit Sch\u00e4rfezaubern quasi magisch geschliffen wurden. Aber es war nicht m\u00f6glich derart leichte Platten herzustellen wie di Camino sie im Sinn hatte. Der Proffessor war allerdings keiner der St\u00fcmper, die sich bei der Generalit\u00e4t Wissenschaftler nannten. Er w\u00fcrde wahrscheinlich selbst darauf kommen, wie sich das Material so formen lie\u00df und Mitras fiel nichts ein um ihn davon abzubringen. Eigentlich k\u00f6nnte er es ihm genausogut sagen, dann konnte di Camino auch nicht den Ruhm f\u00fcr sich alleine beanspruchen, \u00fcberlegte er, wurde aber mit einer \u00fcberraschenden Frage unterbrochen: &#8222;Sagen Sie Magister, wie kommen Sie eigentlich mit ihrem Generator voran? Ich h\u00f6rte, dass es Ihnen gelungen ist schon einen ganzen Block zu versorgen. Man sollte meinen dem Dekan w\u00fcrde dies mehr zusagen, als die Projekte der Generalit\u00e4t zu unterst\u00fctzen.&#8220; &#8222;Erzmagier di Hedera sch\u00e4tzt die Moderne nicht sonderlich. In seinen Augen ist es nichts als eine Spielerei mit Strom, Licht in ein Haus zu bringen. Das k\u00f6nne man ja mit Magie viel besser erreichen.&#8220; Di Camino lachte, &#8222;Ja das h\u00f6rt sich ganz nach ihm an. Aber das beantwortet die Frage nicht.&#8220;, sagte dieser freundlich. &#8222;Der Generator funktioniert gut, das Elektrum birgt aber ein Problem. Es saugt den Bewegungszauber regelrecht auf. Bisher wirkt er maximal zwei und einen halben Tag&nbsp;und das Aufbringen einer neuen Verzauberung ist aufw\u00e4ndig und magiehungrig und muss geschehen bevor der Zauber zu schwach wird. So habe ich im Moment eine effektive Wirkzeit von zwei Tagen. Bei meinen Versuchen, das zu beheben bin ich dann letztendlich auf die Bezirke gesto\u00dfen.&#8220; &#8222;Oh, das h\u00f6rt sich aber nicht so gut an. Wenn ich das richtig verstehe, werden Ihre Fortschritte also von der Erforschung dieser Bezirke blockiert?&#8220; &#8222;Ja, das stimmt und sollten Sie irgendwelche neuen Erkenntnisse sammeln w\u00e4re ich auch sehr dankbar, wenn Sie diese mit mir teilen. Ich verrate Ihnen im Gegenzug auch ein kleines Geheimnis.&#8220; Der Professor spitzte beinahe sichtbar die Ohren und sagte eifrig: &#8222;Nat\u00fcrlich werde ich Ihnen alles mitteilen, was ich zu diesem Thema finde.&#8220; &#8222;Gut, danke. Es ist so, dass das Elektrum deutlich einfacher zu formen ist, als die Generalit\u00e4t annimmt. Aufgrund der hohen Widerstandsf\u00e4higkeit gehen sie nur mit Zaubern zu Werke, wie sie von Edelsteinschleifern und Steinmetzen eingesetzt werden. Tats\u00e4chlich reagiert es aber auch sehr gut auf deutlich feinere Zauber. Zus\u00e4tzlich l\u00e4sst es sich auch durch einfache&nbsp;Zauber, zum Beispiel so&nbsp;einen um Sandskulpturen in Form zu halten, stabilisieren. Sie sehen also, es ist eigentlich ganz leicht, es wie Wachs zu formen und dann die Form dauerhaft zu fixieren.&#8220; Di Camino ergriff seine Hand und sch\u00fcttelte sie aufgeregt. &#8222;Hervoragend! Di Venaris, hervorragend! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen! Nat\u00fcrlich! Es nimmt ja Magie an!&#8220; &#8222;Ich habe mir \u00fcberlegt, dass auch dieses Verhalten mit den Bezirken zu tun haben k\u00f6nnte.&#8220; Mitras war sich dessen nicht mal sicher, aber wenn di Camino in diese Richtung forschte, w\u00fcrde vermutlich etwas hilfreiches f\u00fcr den Generator dabei abfallen. Der Professor nickte eifrig. &#8222;Ich werde danach schauen und es bedenken. Leider muss ich n\u00e4chste Woche auf die allj\u00e4hrliche Rundreise, Sie wissen schon, einmal Albion abgrasen, alle Sehensw\u00fcrdigkeiten und so mit den neuen Sch\u00fclern.&#8220; Mitras nickte. Diese Reise war \u00fcblich im ersten Schuljahr. &#8222;Anfang Lunar bin ich wieder da. Ich melde mich bei Ihnen, falls ich etwas entdecke.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitras verlie\u00df das Haus am Mafuristag schon bald nach dem Fr\u00fchst\u00fcck mit einer gro\u00dfen Kiste. Kira wusste, dass er einem Professor der Schule Elektrum bringen wollte. Sie vergrub sich gerade weiter in eines der B\u00fccher aus Mitras Bibliothek \u00fcber Heilmagie, eines der gr\u00f6\u00dften und \u00e4ltesten Anwendungsgebiete der Verwandlungsmagie, und a\u00df etwas von den Broten, die Abby ihr hingestellt hatte. Die Grundkapitel zur Verwandlungsmagie und zum Zauberwirken im Allgemeinen hatte sie bereits gestern abgeschlossen. Vielleicht war sie dadurch etwas sp\u00e4t ins Bett gekommen, aber so hatte sie nun Zeit, endlich einmal die Bibliothek zu genie\u00dfen und sich in einige Teilgebiete, die sie interessierten, weiter einzulesen. Morgen sollte sie einen einfachen Zauber wirken, der einen Tonklumpen verformen konnte. Sie war nerv\u00f6s und \u00fcberlegte schon seit gestern Mittag, welche Form sie sich denn w\u00e4hlen sollte. Man solle die Form gut kennen, hatte im Buch gestanden. Vielleicht eine Muschel wie ihre Kette? Die hatte sie oft in der Hand. Oder einen Ball? War das nicht zu einfach?<br>Unten an der&nbsp; Haust\u00fcr klingelte es. Kira ignorierte es, Abby w\u00fcrde \u00f6ffnen, vermutlich war das nur eine Lieferung. Gerade, als sie die Seite umbl\u00e4tterte, klopfte es allerdings an die T\u00fcr der Bibliothek und Abby steckte den Kopf herein. &#8222;Kindchen? Ah, da bist du ja. Du hast Besuch.&#8220; &#8222;Besuch?&#8220; Kira blickte sie fragend an. Sie kannte doch niemanden in Uldum, wer w\u00fcrde sie besuchen? Sebastian vielleicht? Sie blickte an sich herunter. Sie trug das burgunderfarbene Kleid, ihr Hauskleid von fr\u00fcher war gerade in der W\u00e4sche und das war mit das bequemste, was ihre Gaderobe noch gerade bot, aber es war durchaus repr\u00e4sentabel, das war gut. &#8222;Dea Venaris. Sie ist Mitras Mutter.&#8220; &#8222;Seine Mutter?&#8220; Kira fiel fast das Buch aus der Hand. &#8222;Warum m\u00f6chte sie zu mir? Will sie nicht eher zu Mitras?&#8220; Abby sch\u00fcttelte den Kopf und zuckte mit den Schultern. &#8222;Sie hat gleich nach dir gefragt. Ich habe sie in den Salon gesetzt. Soll ich etwas bringen?&#8220; Kira \u00fcberlegte fieberhaft. Was w\u00e4re in so einem Fall angemessen? Wie sollte sie sich diesem Besuch gegen\u00fcber verhalten? &#8222;Etwas Tee vielleicht?&#8220; Abby nickte und ging voraus. Kira folgte ihr. Z\u00f6gerlich \u00f6ffnete sie die T\u00fcr zum Salon und sp\u00e4hte hinein. Vor dem Gem\u00e4lde der Berglandschaft stand eine \u00e4ltere Frau mit silbrigen Haaren in einem geschmackvollen Kleid der neusten Mode in Braun- und Rott\u00f6nen. Sie drehte sich um, als Kira zur T\u00fcr hineintrat, und auf den ersten Blick war klar, dass sie wirklich die Mutter von Frederieke und Mitras sein musste. Die \u00c4hnlichkeiten waren einfach nicht zu \u00fcbersehen, das gleiche freundliche L\u00e4cheln und die gleiche Lebendigkeit strahlten von ihr aus. Auch die blauen Augen schien Mitras von ihr geerbt zu haben. Sie kam einige eilige Schritte auf Kira zu, schien sich dann selbst zu bremsen und knickste kurz h\u00f6flich, wie es f\u00fcr eine nicht adelige Person vor jemandem aus dem Adel \u00fcblich gewesen w\u00e4re. &#8222;Kira, nehme ich an? Ich bin Dea Venaris, Mitras Mutter. Entschuldigen Sie, dass ich Sie so \u00fcberfalle ganz ohne Ank\u00fcndigung, aber ich muss mich unbedingt bei ihnen bedanken.&#8220; &#8222;Bedanken?&#8220; Kira blickte sie verwirrt an. Dea Venaris l\u00e4chelte, ergriff ihre H\u00e4nde und zog sie zu ihrer Brust. &#8222;Sie haben meiner Familie einen so unglaublichen Gefallen getan, als sie Mitras geholfen haben. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, welche Sorgen ich mir um ihn gemacht habe. Und stellen Sie sich vor, wie sich mein Mutterherz gefreut hat, als Frederieke heute zu uns kam und berichtete, dass er dank Ihrer Hilfe ganz verj\u00fcngt aussehe!&#8220; Kira sp\u00fcrte, wie sie rot anlief. Verlegen drehte sie den Kopf weg. &#8222;Frau Venaris, ich bin nur eine Discipula. Ich habe nichts getan, au\u00dfer meinem Magister zur Hand zu gehen. Den Zauber zur Verj\u00fcngung hat er ganz alleine ausgef\u00fchrt.&#8220; Dea grinste breit und machte eine ausladene Handbewegung, als w\u00fcrde sie ihre Einw\u00e4nde beiseite wischen. &#8222;Ah, nein nein, Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr! Frederieke hat gesagt, dass selbst Mitras Ihre Hilfe lobend erw\u00e4hnt hat, und glauben Sie mir, er lobt sonst nicht so gro\u00dfz\u00fcgig.&#8220; Sie seufzte. &#8222;An der Stelle ist meine Erziehung leider v\u00f6llig in die Binsen gegangen, dieser arrogante Kerl vergisst manchmal sogar, sich angemessen zu bedanken. Ts, das hat dieser Mistkerl Thadeus ihm beigebracht. Egal. Auf jeden Fall brauchen Sie gar nicht zu leugnen, dass Sie ihm geholfen haben &#8211; ohne Sie h\u00e4tte er sicher noch diesselben Ringe unter den Augen.&#8220; Kira l\u00e4chelte verlegen. Abby, die gerade mit dem Tee hereinkam, rettete sie vor der Notwendigkeit, eine Antwort geben zu m\u00fcssen, und sie setzten sich an einen der Tische, die zum Wintergarten hin standen. Dea musterte sie pr\u00fcfend. &#8222;Frederieke hat auch sonst nicht \u00fcbertrieben. Ich bin froh, dass mein Sohn eine so h\u00fcbsche und h\u00f6fliche Gehilfin bekommen hat. Ich hoffe, es geht Ihnen gut hier?&#8220; Kira nickte. &#8222;Es ist wundervoll.&#8220; Sie hielt inne. &#8222;Und, \u00e4hm, danke f\u00fcr das Kompliment.&#8220; Dea lachte freundlich. &#8222;Gerne. Sie kommen aus dem Norden, oder? Haben Sie schon Freunde hier? Gibt Mitras Ihnen genug Taschengeld? Die Stadt kann ja recht teuer sein.&#8220; Kira nickte wieder. &#8222;Ich f\u00fchle mich wohl hier, danke, und alle sind sehr nett. Und Mitras zahlt mir Taschengeld, ja.&#8220; Dea schmunzelte. &#8222;Lassen Sie mich raten, 6 Silber pro Monat?&#8220; &#8222;Sieben.&#8220; &#8222;Ts.&#8220; Lebhaft sch\u00fcttelte Dea den Kopf. &#8222;Das ist nicht viel, wenn man neu in der Stadt ist. Erlauben Sie mir, ihnen eine kleine Summe zu schenken, als Willkommensgeschenk und als Dankesch\u00f6n f\u00fcr das wundervolle Geschenk, dass Sie mir gemacht haben?&#8220; Kira hatte das Gef\u00fchl, dass sie eigentlich kein Geschenk verdient hatte &#8211; insbesondere angesichts der Tatsache, wie gro\u00dfz\u00fcgig Mitras sie schon mit Kleidern \u00fcberh\u00e4uft hatte &#8211; aber so, wie seine Mutter es darstellte, w\u00e4re es vermutlich sehr unh\u00f6flich gewesen, abzulehnen. &#8222;Ich habe doch schon die Ohrringe bekommen&#8220;, versuchte sie einen kleinen Protest. &#8222;Ach, die waren doch nur Anschauungsst\u00fccke, und davon kann man sich keinen Kuchen und keinen Kutschausflug kaufen. Nein, schauen Sie&#8230;&#8220; Dea griff in eine Seitentasche ihres Kleides und zog eine kleine B\u00f6rse hervor, aus der sie ein Goldst\u00fcck nahm. &#8222;Damit k\u00f6nnen Sie sich ein paar nette Nachmittage mit ihren Freunden machen. Oder in die Therme gehen. Auf jeden Fall k\u00f6nnen Sie sich damit etwas Entspannung g\u00f6nnen, und das sollten Sie.&#8220; Kira blickte ungl\u00e4ubig auf das Goldst\u00fcck. Dann hob sie abwehrend die H\u00e4nde. &#8222;Das ist viel zu viel!&#8220; Dea l\u00e4chelte. &#8222;Das kann ja in der Provinz viel sein, aber sie werden feststellen, hier ist es gar nicht so viel.&#8220; Sie legte das Geld auf den Tisch. &#8222;Sie k\u00f6nnen es hier liegen lassen oder annehmen, ich werde es nicht wieder einstecken. Und wenn Sie jemals Hilfe brauchen, ob im Umgang mit meinem Sohn oder bei etwas anderem, kommen sie jederzeit zu uns.&#8220; Etwas erschlagen nickte Kira. Es war auf jeden Fall klar, woher Frederieke all ihre Energie und Fr\u00f6hlichkeit hatte, die hatte sie offenbar von der Mutter geerbt. Z\u00f6gerlich nahm sie das Goldst\u00fcck. &#8222;Vielen Dank! Es w\u00e4re aber wirklich nicht&#8230;&#8220; &#8222;Shh!&#8220;, unterbrach die \u00e4ltere Frau sie. &#8222;Doch, das war n\u00f6tig, f\u00fcr mein Gewissen. Und nun werde ich Sie wieder in Ruhe lassen. Kommen Sie jederzeit zu uns, wenn Sie m\u00f6gen.&#8220; Sie reichte ihr eine Karte mit dem Namen der Familie und einer Adresse, und Kira, die immer noch ungl\u00e4ubig auf das Gold in ihrer Hand starrte, nahm sie geistenabwesend entgegen und verabschiedete Dea Venaris mehr schlecht als recht. Danach sa\u00df sie einen langen Moment im Salon und drehte das Goldst\u00fcck in der Hand. Als der Magister sie aus Bispar abgeholt hatte, hatte sie ihn gefragt, ob Johann geheilt werden konnte. Er hatte ihr k\u00fchl und abweisend zu verstehen gegeben, dass das durchaus der Fall sei, man aber den Heilungsmagier aus der Gildenkasse bezahlt habe. Sobald es ihr m\u00f6glich sei, h\u00e4tte sie dieses Geld zur\u00fcckzuzahlen, 5 Gold. Kira hatte gedacht, dass das eine unglaubliche Summe Geld sei, aber da Bruder Harras ihr im Gespr\u00e4ch vorher gesagt hatte, dass sie nun eine reiche Magierin werden k\u00f6nnte, hatte sie sich nicht allzuviele Gedanken dar\u00fcber gemacht. Sie war einfach nur erleichtert gewesen, keinen langfristigen, irreparablen Schaden angerichtet zu haben. Und nun hielt sie bereits ein f\u00fcnftel dieser Summe in der Hand. Bruder Harras hatte nicht \u00fcbertrieben. Oder lag es einfach an der Familie Venaris? Sie dachte an den Abend mit Mitras vor dem Generator. Das Gef\u00fchl der Magie war berauschend sch\u00f6n gewesen. Seine H\u00e4nde auf ihren Armen waren sch\u00f6n gewesen. War nicht allein das eine Belohnung genug? Still schickte sie in Gedanken ein kleines Gebet an die Geister von Wald, Wasser, Erde und Luft, um sich f\u00fcr all das Gl\u00fcck, das ihr hier wiederfuhr, zu bedanken. Die Pflanzen um sie herum schienen ihr wohlwollend zuzumurmeln, und etwas klarer und ruhiger stand sie schlie\u00dflich auf, nahm das Gold und ging zur\u00fcck nach oben, um das Geld zu verstauen und weiter zu lernen. Nur noch einen Tag&#8230; es dauerte nicht lange, und sie war wieder so nerv\u00f6s und aufgeregt wie zuvor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Kira am n\u00e4chsten Morgen aufwachte, bemerkte sie als erstes, dass sie ihre Robe noch trug und als zweites, dass ihre Schuhe ausgezogen waren. Sie schlo\u00df daraus, dass Mitras sie ohne Abbys Hilfe ins Bett gebracht hatte. 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