{"id":73,"date":"2024-06-16T15:37:06","date_gmt":"2024-06-16T15:37:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=73"},"modified":"2024-05-21T15:37:36","modified_gmt":"2024-05-21T15:37:36","slug":"der-geschmack-von-angst-25-lunet-242-uldumstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/06\/16\/der-geschmack-von-angst-25-lunet-242-uldumstag\/","title":{"rendered":"Der Geschmack von Angst &#8211; 25. Lunet 242 (Uldumstag)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Morgen konnte Kira beim Fr\u00fchst\u00fcck beinahe nichts essen, so aufgeregt war sie. Sie hatte gestern gemeinsam mit Mitras erneut den Generator geladen, und wieder waren sie nach etwa einer dreiviertel Stunde mit dem gesamten Prozedere durch gewesen. Auch diesmal hatte sich das Sammeln der Magie beinahe wie zeitlos angef\u00fchlt, und Kira hatte sogar das Gef\u00fchl gehabt, das leise Waldrauschen, dass sie w\u00e4hrend des Kanalisierens geh\u00f6rt hatte, h\u00e4tte noch beim Schlafen gehen in ihren Ohren geklungen. Vermutlich war das auch der einzige Grund gewesen, warum sie \u00fcberhaupt hatte einschlafen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitras sah sie schmunzelnd an, als sie nerv\u00f6s im Zirkel vor ihm stand und die H\u00e4nde knetete. &#8222;Gut, Kira, wir beginnen erstmal mit \u00dcbungen zum Kanalisieren. Nerv\u00f6s sein ist normal, aber keine Sorge, bei deinem Potential wird dir das Zaubern nicht schwer fallen.&#8220; Er schien nicht ganz von seinen Worten \u00fcberzeugt zu sein, aber Kira sp\u00fcrte dennoch wie sie sich etwas entspannte. &#8222;Hast du dir eine Form \u00fcberlegt?&#8220;, fragte ihr Mentor, w\u00e4hrend er seine Ger\u00e4te justierte und aktivierte. &#8222;\u00c4hm, ja, also, ich dachte ein Krug vielleicht? Einen einfachen, ohne Henkel? So wie das Glas an meinem Nachttisch?&#8220; Eigentlich hatte sie sich bis heute morgen \u00fcberhaupt nicht mit sich selbst einigen k\u00f6nnen und der Vorschlag war eher aus der Verzweiflung entstanden, irgendwas zu brauchen, doch zu ihrer Erleichterung nickte Mitras. &#8222;Gut. Dann setz dich. Wir wollen eine kleine Menge Magie. Zieh sie dir heran und halte sie.&#8220; Kira setze sich, konzentrierte und sammelte die Engergie. Der erste Atemzug war zu angespannt, und sie sp\u00fcrte selbst, dass die Menge wohl gereicht h\u00e4tte, einen komplett neuen Verj\u00fcngungszauber zu wirken. &#8222;Eine KLEINE Menge.&#8220;, mahnte Mitras. Kira sp\u00fcrte, wie ihre Unsicherheit stieg und ihre Wangen rot wurden. &#8222;Entschuldige.&#8220;, murmelte sie und lie\u00df die Magie aus sich flie\u00dfen. Konzentriert schaffte sie es nach zwei weiteren Versuchen, die von Mitras gew\u00fcnschte Menge in sich zu halten. Er lie\u00df sie die Magie halten und wahrnehmen, dann l\u00f6sen und wieder neu diesselbe Menge heranziehen. Die Magie flo\u00df durch sie hindurch und hinterlie\u00df einen Geschmack von Karamellbonbons auf ihrer Zunge. Nach einer halben Stunde und etlichen Wiederholungen hatte sie das Gef\u00fchl, den Waldboden ihres Lieblingsortes im Moor riechen zu k\u00f6nnen und wurde endlich auch ruhiger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Gut. Dann konzentriere dich jetzt auf den Ton vor dir.&#8220; Mitras, der seitlich neben ihr sa\u00df, deutete auf den Tonklumpen vor ihnen. &#8222;Lass die Magie in den Ton flie\u00dfen. Lenke den Flu\u00df mit deinen H\u00e4nden. Denke daran, wie es aussehen soll. Und wenn du sprichst, lass die Magie los.&#8220; Kira nickte. Die Aufregung stieg wieder sprunghaft an. Sie zog die Magie in sich, hob die H\u00e4nde, sah den Klumpen Ton an&#8230; ein Krug&#8230; sie sp\u00fcrte die Magie in ihren Armen&#8230;der Geschmack auf der Zunge wurde bei\u00dfender&#8230;pl\u00f6tzlich \u00fcberrollte sie ein Gef\u00fchl von Ekel. Die Magie f\u00fchlte sich an wie H\u00e4nde. Auf ihren Armen. An ihrer Brust. H\u00e4nde, die sie nicht wollte. Scharfer Geruch von etwas Verbranntem erf\u00fcllte ihre Nase. Etwas knallte und sie drehte sich w\u00fcrgend zur Seite, hatte das Gef\u00fchl, ihr Innerstes w\u00fcrde nach au\u00dfen gekehrt werden, w\u00e4hrend sie wieder in der Scheune stand, wieder ihm ausgeliefert war&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8222;Gut. Dann konzentriere dich jetzt auf den Ton vor dir.&#8220;&nbsp;Mitras gab ihr noch eine Reihe weiterer Anweisungen, w\u00e4hrend er sich voll auf seine magischen Sinne konzentrierte. Er sah den Energiefluss. Sie hatte nun die richtige Dosierung gefunden und er sah an ihrer Aura, dass sie zwar aufgeregt war, sonst aber alles stimmte. Sie hatte die Menge gut unter Kontrolle und begann mit dem Zauber. Die Magie begann, in ihre Arme und H\u00e4nde zu flie\u00dfen. Sofort sp\u00fcrte Mitras, dass etwas nicht stimmte. Schlagartig ver\u00e4nderte sich ihre Aura, nackte Panik, die schnell von ihr Besitz ergriff. Um den Zauber noch zu unterbrechen war es schon zu sp\u00e4t, mit einem schmatzenden Knall explodierte der Tonklumpen und verteilte sich \u00fcber das Labor. Wie durch ein Wunder wurde keines der Ger\u00e4te umgeworfen, aber im Probenregal zersplitterte irgendwas. Im gleichen Moment durchfuhr ihn ein dumpfer Schmerz, ein Klumpen hatte ihn am Bauch getroffen und ihm die Luft aus den Lungen getrieben. Halb benommen lie\u00df er sich in Kiras Richtung fallen, um die Magie, die sie gerade wieder sammelte, abzulenken. Merkbar benebelt wirkte er rasch einen defensiven Zauber, einen Schild, der das gr\u00f6bste abfangen sollte. Er bekam Kiras Handgelenk zu fassen und zog recht grob die Magie aus ihr heraus, was sie mit einem schrillen Schrei und einem erneuten Sammeln weiterer Magie quittierte. Anhand ihrer Aura sah er klar, dass sie ihn angreifen w\u00fcrde, sie wirkte komplett von Sinnen. M\u00fchsam um Atem ringend rief er: &#8222;Kira, ich bin es.. Mitras!&#8220; Sie griff mit der zweiten Hand nach seinem Arm, versuchte, ihn wegzudr\u00fccken und kreischte: &#8222;Nein! Ich will das nicht!&#8220; Er lie\u00df los. &#8222;Kira! Kira! Es ist alles in Ordnung! Was willst du nicht?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Kira!&#8220; Jemand rief ihren Namen. Jemand, der ein Freund war. Sie blickte auf. Mitras sa\u00df vor ihr. Mitras. Ihr Mentor. Sie blinzelte. An seiner Wange war eine Schramme und er hielt sich die Magengrube. &#8222;Oh, Geister!&#8220; Hatte sie ihn verletzt? Schon wieder jemanden verletzt? Sie griff nach der Hand, mit der er sich neben ihr auf dem Boden aufst\u00fctzte. &#8222;Mitras. Magister. Oh&#8230;&#8220; Sie sp\u00fcrte, wie die \u00dcbelkeit nochmal wie eine Welle \u00fcber sie rollte und kr\u00fcmmte sich zusammen. Er griff nach oben und hielt sie an den Schultern fest. &#8222;Was ist passiert?&#8220; Sie keuchte, rang um Luft und Worte. Dann lie\u00df sie sich gegen ihn sinken. Mitras. Sein Geruch h\u00fcllte sie ein, vertrieb den Geruch nach verbanntem Karamell, der ihre \u00dcbelkeit verst\u00e4rkt hatte. Sie war in Sicherheit. Er hatte gefragt, was passiert war. Er war der erste, der sie wirklich gefragt hatte. Ein Freund. Mit leiser Stimme begann sie zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Es war der Geburtstag von unserem B\u00fcrgermeister. Alle waren eingeladen, sogar ich. Und alle sind gekommen, auch aus den Nachbarsd\u00f6rfen und auch die Adeligen aus L\u00fchrenburg und Hagen und so, die immer kommen, wenn es Met gibt und gutes Fleisch. Wei\u00df jeder. Ich hab&#8217;s nicht gewusst. Ich hatte mein Winterkleid an, das ist mit Pelz besetzt, und unsere Festhalle ist warm. Ich hab Met getrunken, mit mir reden wollte eh niemand so richtig, Adrian war nicht da und Bruder Harras muss auf solchen Festen immer mit allen reden. Und mir war so warm&#8230;&#8220; Sie verstummte kurz und schaute auf Mitras Hand, die ihre hielt, ehe sie stockend weiter sprach: &#8222;Ich&#8230; ich bin nach drau\u00dfen gegangen, zur Scheune. Es war so warm&#8230; Ich hab&#8230; ich hab&#8230; mein Kleid aufgekn\u00f6pft. Ich wollte nur abk\u00fchlen. Ich hab nachgedacht, ob ich nach Hause gehen soll. Und als ich zur T\u00fcr gegangen bin, stand einer von den Adeligen da. Johann. Ich wusste seinen Namen, weil die anderen M\u00e4dchen \u00fcber ihn gesprochen haben. Ich hab mein Kleid zugehalten und wollte an ihm vorbei&#8230;&#8220; Sie stockte wieder. Sie h\u00e4tte sich wegdrehen sollen, sich erst wieder richtig anziehen sollen. Mitras Hand umfasste ihre fest. Sie schaute auf seine Finger, warm und besch\u00fctzend \u00fcber ihre Hand gelegt. &#8222;Er hat mich gegriffen. Mich festgehalten. Und gesagt, ich solle mal zeigen, was ich da habe. Ich wollte nicht. Aber&#8230;&#8220; Sie blickte Mitras schr\u00e4g von unten an, \u00e4ngstlich. W\u00fcrde er verstehen, warum sie sich nicht einfach losgerissen hatte?&nbsp;&#8222;Du bist in Sicherheit, dir kann hier nichts passieren.&#8220; Er l\u00f6ste den Griff um ihre Schulter etwas, wich aber nicht zur\u00fcck. &#8222;Er ist adelig. Und ich nicht. Er&#8230;&#8220; Sie schluckte und fl\u00fcsterte die n\u00e4chsten Worte. &#8222;Er hat meine Hand beiseite geschoben und meine Brust angefasst. Ich hab versucht mich zu drehen, weg, aber er war stark, und hat um mich gefasst. Es hat wehgetan. Und er&#8230; er hat gesagt, wenn ich stillhalte, wird es mir gefallen&#8230; aber es hat mir nicht gefallen. Und dann&#8230; dann&#8230; er hat&#8230; mit der Hand meinen Rock gegriffen, hier&#8230;&#8220; Sie deutete mit der Hand an, wie Johann ihr den Rock fast bis zum Schritt hochgezogen hatte. &#8222;Und ich hab so Panik bekommen. Ich wollte nicht. Ich hab noch nie mit einem Mann geschlafen. Ich wollte nicht. Und irgendwie war da pl\u00f6tzlich ein Knacken und Knistern wie Feuer und es hat irre nach verbranntem Karamell gerochen so wie jetzt und ich wollte seine Hand wegziehen und dann hat er geschrien und losgelassen und ich bin gerannt, einfach nur gerannt und er hat geschrien, bis ich beim Waldrand war konnte ich ihn h\u00f6ren. Ich hab noch nie jemanden so schreien h\u00f6ren, das war f\u00fcrchterlich.&#8220; Die Tr\u00e4nen liefen ihr in Str\u00f6men \u00fcber die Wangen. Sie hatte nicht geweint seit der Nacht, in der sie sich an ihre Eiche gelehnt hatte, verkrochen in ihre Wurzelh\u00f6hle, und geweint hatte, bis sie keine Tr\u00e4nen mehr in sich f\u00fchlte. Jetzt schien es, als sei der Damm erneut gebrochen und sie schluchzte und schniefte und krallte sich dabei an Mitras Robe und Oberk\u00f6rper fest. Seine Hand strich \u00fcber ihren R\u00fccken. Sie hatte das Gef\u00fchl, er w\u00e4re w\u00fctend, aber als sie nach einem kleinen Moment nach oben sah, war sein Gesicht so unbewegt wie immer. &#8222;Als ich sp\u00e4ter nach Hause gekommen bin, war niemand da. Ich bin in mein Zimmer gegangen. Am n\u00e4chsten Morgen war es von au\u00dfen abgeschlossen, und Bruder Harras war da, er hat vor der T\u00fcr gewartet, dass ich aufwache. Er hat mir gesagt, dass ich starke Magie gewirkt habe, b\u00f6se, doch eine Hexe, aber ich bin keine Hexe und dass ich jetzt zur Gilde gehen werde. Ich hab Johann den Arm verdreht, die Kochen und die Muskeln, und niemand wei\u00df, ob die Gildenmagier das wieder hinbekommen, aber sie versuchen es. Und er hat sich entschuldigt, dass er nicht aufgepasst hat, aber es war ja gar nicht seine Schuld&#8230;Meine Mutter war dagegen, dass ich weggeschickt werde, ich glaube, sie wollte mich lieber verbrennen oder so&#8230; auf jeden Fall hat sie das zu ihm gesagt. Gebr\u00fcllt. Und er hat ihr zugesprochen. Naja. Nachher hat sie ja Gold von dem Magier bekommen, der mich abgeholt hat, und dann war es ihr egal oder so. Und der Magier hat auch gesagt, die Heilung sei gegl\u00fcckt, aber das ich ziemlich gef\u00e4hrlich sei, zu unkontrolliert&#8230;&#8220; Mitras hielt sie fest, und obwohl seine Umarmung etwas sch\u00fctzendes, tr\u00f6stendes hatte, sp\u00fcrte sie auch deutlich, dass er w\u00fctend war. Kira sackte noch ein St\u00fcck mehr in sich zusammen.&nbsp; &#8222;Es tut mir leid. Ich hab den Zauber nicht hinbekommen. Ich hab es wieder nicht kontrolliert.&#8220; Bestimmt w\u00fcrde er sie zur\u00fcckschicken. Sie wollte nicht zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sie w\u00e4re beinahe vergewaltigt worden und ihre Mutter dachte allen Ernstes nur daran, sie als Hexe verbrennen zu lassen! Innerlich tobte es in Mitras. W\u00e4re auch nur eine der beiden Personen, Johann oder ihre Mutter hier, er w\u00fcsste nicht, was er ihnen ant\u00e4te. F\u00fcr die beiden war es sehr gut, au\u00dfer Reichweite zu sein. Er versuchte sich zu beruhigen, das war jetzt nicht wichtig und konnte warten. Er musste sich wieder unter Kontrolle bekommen und sich um Kira k\u00fcmmern. Sie hatte Schreckliches erlebt und der Zauber hatte sie komplett auf diese Ereignisse zur\u00fcck geworfen. Kein Wunder, dass er so aus dem Ruder gelaufen war. &#8222;Kira, alles ist gut. Hier bei uns bist du sicher. Keiner wird dir etwas zu leide tun, solange ich es zu verhindern wei\u00df. Mach dir \u00fcber den Zauber keine Gedanken. Es ist nicht deine Schuld, dass er schief gelaufen ist. Magie wird stark von Emotionen beeinflusst und nach den Erlebnissen konnte das nichts werden. Du hast dem Mistkerl nichts angetan, jedenfalls nichts was er nicht auch absolut verdient h\u00e4tte. Du hast ihn nicht angegriffen, du hast dich verteidigt. Und das mit Recht. Dieser Bastard sollte nun eigentlich in einem Kerker schmoren, ohne, dass ihn jemand wieder heilt.&#8220; Mitras war au\u00dfer sich. Einen Moment lang \u00fcberlegte er, ob es nicht v\u00f6llig unpassend war, dass er &#8211; ein ja doch eigentlich auch fremder Mann &#8211; sie anfasste. Auf der anderen Seite schien sie sich geradezu an ihm festzuhalten. Er lie\u00df dennoch die Hand sinken, mit der er eben noch ohne dar\u00fcber nachzudenken ihren R\u00fccken gestreichelt hatte. Sie schniefte erneut. &#8222;Aber wenn ich nicht zaubern kann, kann ich doch auch nicht bleiben&#8230;&#8220; &#8222;Da mach dir mal keine Sorgen drum. Du hast so ein gro\u00dfes Potential. Und jede Magieform f\u00fchlt sich anders an. Verwandlungsmagie ist jetzt negativ f\u00fcr dich behaftet. Das nennt man ein Trauma, daran m\u00fcssen wir arbeiten, aber wenn du es \u00fcberwinden kannst, dann kannst du auch Verwandlungsmagie anwenden. Erst einmal machst du jetzt ein paar Tage Pause. Du bist ja komplett fertig, und das ist ja auch verst\u00e4ndlich. Danach werden wir es erst einmal mit Telekinese versuchen. Aber bis Miras wirst du dir erstmal frei nehmen und dann liest du dich ein bisschen in die Schule der Bewegung ein und wir besprechen am Abend, wie wir in&nbsp;der Woche weiter vorgehen.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er schickte sie nicht weg. Sie sp\u00fcrte unglaubliche Erleichterung. Sie bekam eine zweite Chance. Telekinese. Diesmal w\u00fcrde sie sich besser kontrollieren, nicht die Erinnerungen \u00fcberhand nehmen lassen. Sie versuchte, ihn zaghaft anzul\u00e4cheln. Die Schramme an seiner Wange war gar keine Schramme, sondern eine Spur vom Ton. Er hatte Ton auf der Robe und sie hatte sie nass geheult. Verlegen schaute sie sich um. Der Ton war \u00fcberall im Raum. Aus dem Reagienzenregal rieselte feiner Staub aus einem zerbrochenen Glas zu Boden. &#8222;Oh, bei den Geistern.&#8220; Verzweifelt blickte sie das Chaos an. Die \u00dcbelkeit lie\u00df langsam nach. &#8222;Keine Sorge, das bekomme ich schnell wieder sauber.&#8220; Mitras war ihrem Blick gefolgt. &#8222;Aber, sollte ich das nicht machen?&#8220; Sie wischte mit der Hand \u00fcber eine Tonspur auf dem Boden vor ihr, doch das vergr\u00f6\u00dferte den Fleck nur. Mitras griff ihre Hand. &#8222;Du ruhst dich jetzt aus und machst gar nichts mehr.&#8220; Kira sp\u00fcrte deutlich seine Wut, auch wenn er sich bem\u00fchte, sie nicht zu offen zu zeigen. Betroffen lie\u00df sie die Schultern sinken. Was nutzt alles Potential, wenn man es nicht nutzen kann. Was f\u00fcr eine schreckliche Sch\u00fclerin sie nur war &#8211; ein f\u00fcrchterliches Chaos hatte sie da angerichtet. Kein Wunder, dass er w\u00fctend auf sie war. Und trotz alledem bem\u00fchte er sich noch, freundlich zu bleiben und sie zu schonen. Es tat ihr fast k\u00f6rperlich weh, nicht selbst ihre Verfehlungen wieder wegzuputzen, aber sie stand gehorsam auf, verabschiedete sich leise und ging in ihr Zimmer. Dort zog sie die Robe aus, ihren Schlafanzug an und lie\u00df sich aufs Bett sinken. Die Tr\u00e4nen waren wieder versiegt, doch sie f\u00fchlte sich v\u00f6llig leer und verzweifelt. Nach einer Weile sammelte sie sich, holte sich das Buch zur Einf\u00fchrung in die Magie und begann, das Kapitel zur Telekinese zu lesen. Am Mirastag durfte es nicht noch einmal schief gehen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am n\u00e4chsten Morgen konnte Kira beim Fr\u00fchst\u00fcck beinahe nichts essen, so aufgeregt war sie. Sie hatte gestern gemeinsam mit Mitras erneut den Generator geladen, und wieder waren sie nach etwa einer dreiviertel Stunde mit dem gesamten Prozedere durch gewesen. 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