{"id":84,"date":"2024-08-12T14:22:05","date_gmt":"2024-08-12T14:22:05","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=84"},"modified":"2024-08-12T14:22:05","modified_gmt":"2024-08-12T14:22:05","slug":"im-schatten-der-heimat-30-lunet-mafuristag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/08\/12\/im-schatten-der-heimat-30-lunet-mafuristag\/","title":{"rendered":"\u200bIm Schatten der Heimat 30. Lunet (Mafuristag)"},"content":{"rendered":"\n<p><img decoding=\"async\" src=\"blob:https:\/\/sandbox.cryptpad.info\/ec292f59-071f-456d-ae6b-9a109311086d\" alt=\"\">Am n\u00e4chsten Morgen wachte Kira erst auf, als es bereits hell war. Ihr Kopf f\u00fchlte sich v\u00f6llig zerschlagen an und ein wohlbekannter dumpfer Schmerz zog sich durch ihren Unterleib. Sie zog sich m\u00fchsam aus dem Bett, um sich aus dem Schrank einige Hygieneartikel zu nehmen, die sie aus Bispar noch mitgebracht hatte. Warum musste das so weh tun, eine Frau zu sein? Und warum tat es die letzten beiden Male so verdammt mehr weh? Mit matschigem Kopf kuschelte sie sich wieder in die Decken und entdeckte dabei, dass auf dem Schreibtisch ein Tablett stand. Kurz \u00fcberlegte sie, hin\u00fcberzugehen und zu schauen, was William ihr da wohl gemacht hatte, doch dann scho\u00df ein heftiger Schmerz durch ihren R\u00fccken und sie beschlo\u00df, doch lieber im Bett zu bleiben und die warme Decke auf dem Bauch zu behalten. Sie hatte ja eh frei. Eine freie Magierin&#8230; und trotz der Schmerzen im Kopf und im Unterleib l\u00e4chelte sie zufrieden. Sie versuchte, sich den Niggel vom Nachtisch zu angeln, kam aber nicht ran und lies es letztendlich sein. Eine Weile d\u00f6ste sie einfach vor sich hin und lauschte den Ger\u00e4uschen im Haus &#8211; Schritte, Stimmen&#8230; dann war sie wieder eingeschlafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag verging mit D\u00f6sen und Lesen. Irgendwann gegen Mittag stellte sie fest, dass das Essen nicht einfach nur von William oder Abby kommen konnte, denn es lag ein Warmhaltezauber auf dem Tee. Sie trank ihn vorsichtig und freute sich \u00fcber die f\u00fcrsorgliche Geste. Gegen Abend zog sie sich etwas an und ging zum gemeinsamen Abendessen nach unten, doch Mitras war nicht da, also konnte sie ihm nicht danken, und auf Herumscherzen mit William hatte sie keine Lust, also zog sie sich bald wieder ins Bett zur\u00fcck. Schade, dass man die Heizsteine sich nicht direkt auf den Bauch legen konnte. Sie las eine Weile und beschlo\u00df letztendlich, diesen Tag einfach abzuhaken und fr\u00fch schlafen zu gehen. Morgen w\u00fcrde es vermutlich schon besser sein, das war das letzte Mal ja auch so gewesen &#8211; wobei sie da angesichts der Tatsache, dass man sie wegen eines gewaltsamen Magieausbruches gerade in ihr Zimmer gesperrt hatte, auch wirklich andere Sorgen als eine ungew\u00f6hnlich stark schmerzende Regelblutung gehabt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Am Nachmittag des Mafuristags war Mitras gerade in der Bibliothek am recherchieren, als Abby hereinkam und Besuch ank\u00fcndigte. Stefania war gekommen, ohne sich gro\u00df anzuk\u00fcndigen, wie es so ihre Art war. Mitras bat Abigail William Bescheid zu geben und bat ebenfalls um eine Kanne Tee. Dann&nbsp;ging er nach unten, um seine &#8222;gro\u00dfe Ersatzschwester&#8220; zu begr\u00fc\u00dfen. Sie wartete noch im Flur, als er gerade die Treppe herunter kam. &#8222;Guten Tag Stefania, ich hatte eigentlich erst sp\u00e4ter mit dir gerechnet und war noch am arbeiten. Du erwischst mich ein bisschen unvorbereitet.&#8220; Mitras wusste, dass er bei ihr kein Blatt vor den Mund zu nehmen brauchte, sie mochte es lieber direkt und ehrlich. &#8222;Ich war eh gerade in der Gegend und es passte so ganz gut. Ich hoffe, ich st\u00f6re nicht all zu sehr?&#8220; Mitras lachte, &#8222;Nein, du st\u00f6rst nicht, aber ich habe dich hier warten lassen, obwohl ich dich hergebeten habe. Komm, lass uns im Salon platz nehmen.&#8220; Er \u00f6ffnete ihr die T\u00fcr und f\u00fchrte sie in den Wintergarten und bot ihr einen Platz in der Sitzgruppe dort an und setze sich dazu. &#8222;William wird sicher auch gleich kommen. Aber bis dahin m\u00f6chte ich noch einmal genau ausf\u00fchren, worum es geht. Dieser Johann scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Kira hat panische Angst davor, wieder nach Bispar zur\u00fcck zu m\u00fcssen. Ich muss wissen, was der Grund daf\u00fcr ist.&#8220; &#8222;Ja, das verstehe ich. In dieser Phase ihrer Ausbildung k\u00f6nnte ein verborgenes Trauma richtig gef\u00e4hrlich werden und ich denke, dass du solch ein Wissen auch nicht missbrauchen w\u00fcrdest. Also gut, ich brauche einen pers\u00f6nlichen Gegenstand und es wird ein paar Tage dauern, bis sie ihn wieder haben kann.&#8220; Ehe Mitras etwas erwidern konnte, kam Abby um die Ecke. &#8222;William l\u00e4sst sich entschuldigen, anscheinend musste er noch einmal schnell f\u00fcr ein paar Besorgungen los. Sieht ihm gar nicht \u00e4hnlich, etwas f\u00fcr ein geplantes Essen zu vergessen.&#8220; Sie stellte den Tee und ein Paar Tassen vor ihnen ab. &#8222;Abby, kannst du bitte noch ein K\u00e4nnchen f\u00fcr Kira fertig machen? Stell es einfach in der K\u00fcche ab, ich bringe es ihr gleich selbst hoch.&#8220; Sie zog eine Augenbraue verwundert hoch, sagte dann aber nur: &#8222;Ist gut.&#8220; Abigail lie\u00df sie wieder allein, nachdem sie beiden eine Tasse eingeschenkt hatte. Stefania blickte ihn von der Seite an. &#8222;Hast du was mit meinem Bruder angestellt?&#8220; &#8222;Ich bin unschuldig und habe keine Ahnung was mit ihm los ist. Ich finde sein Verhalten auch mehr als seltsam.&#8220; sagte er und zuckte mit den Schultern. &#8222;Aber wenn du m\u00f6chtest, frage ich ihn bei n\u00e4chster Gelegenheit einmal, warum er seine Schwester pl\u00f6tzlich meidet.&#8220;&nbsp; &#8222;Wenn er selbst mit dir noch nicht dar\u00fcber gesprochen hat, wird er irgendwas richtig dummes angestellt haben. Also lass es dabei beruhen, ich quetsche ihn schon noch selber aus. Aber nicht heute.&#8220; &#8222;Gut, wenn du entschuldigst, ich sehe kurz nach Kira und sehe ob sie mir etwas borgt. Ihr geht es heute nicht so gut, sonst h\u00e4tte ich euch auch einander vorgestellt.&#8220; &#8222;Schon gut, ich kann mir vorstellen was sie gerade durchmacht, wenigstens ist sie bei euch in guten H\u00e4nden. Ich warte hier.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras hatte den Tee aus der K\u00fcche geholt und war nach oben gegangen. Er klopfte bei Kira an, &#8222;Ja?&#8220; antwortete sie nach einem kurzen Moment. Er trat ein und ihn zu sehen, jagte ihr anscheinend einen kleinen Schrecken ein. Anscheinend hatte sie mit Abby gerechnet und zog nun rasch die Decke hoch. Es war nicht so, dass sie nackt war, aber sie trug, soweit er es so schnell sehen konnte, noch ihr Nachtzeug. &#8222;Alles in Ordnung, Kira?&#8220; Abby hatte gesagt, dass sie sich auch k\u00f6rperlich gerade nicht gut f\u00fchlte. So wie sie sich in die Kissen dr\u00fcckte, war das wohl auch die Wahrheit gewesen. Mitras wunderte sich, wie sie es bei der W\u00e4rme im Zimmer unter zwei Decken aushielt. &#8222;Ja schon, mir geht es nur nicht so gut. Aber es ist nichts ernstes und ist sicher in ein bis zwei Tagen wieder weg.&#8220; sagte sie beschwichtigend.&nbsp; Er schaute sie skeptisch an, aber die Ringe unter ihren Augen waren verschwunden und sie sah auch nicht mehr so bleich aus. Nur ihre Haare wirkten schon wieder heller. Oder t\u00e4uschte das Licht? &#8222;Ich hatte ja gesagt, du brauchst ein paar Tage Ruhe. Nimm dir also ruhig noch mehr Zeit und wenn es schlimmer wird, sag Bescheid, dann hole ich einen Arzt.&#8220; Kira sch\u00fcttelte den Kopf und lief rot an. &#8222;Nein, nein, das wird nicht n\u00f6tig sein.&#8220;<\/em> <em>Mitras nickte und stellte den Tee auf den Tisch. &#8222;In Ordnung. Ich wollte dich um einen Gefallen bitten. Kann ich mir die Muschelkette ausleihen, die du mitgebracht hast? Ich w\u00fcrde sie gern einmal untersuchen.&#8220; Kira blickte ihn verbl\u00fcfft an, zuckte dann aber mit den Schultern, \u00f6ffnete die Kette und gab sie ihm. &#8222;Die ist aber nichts besonderes.&#8220; Mitras nahm die Kette und linste auf die B\u00fccher, die auf ihrem Nachttisch lagen. &#8222;Niggel, aha, da hast du also deine Kenntnisse \u00fcber Etikette her.&#8220; Kira lief rot an. &#8222;\u00c4h, ja.&#8220; Mitras l\u00e4chelte sie an. Vielleicht doch ein Eichh\u00f6rnchen, dachte er bei sich am\u00fcsiert &#8211; hat rote Haare und l\u00e4sst sich gut ablenken. Er verabschiedete sich und ging nach unten, um Stefania die Kette zu geben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stefania betrachtete die Kette neugierig, als er sie brachte. Sie legte sie auf den Tisch, murmelte einige Worte auf Inuk und strich ein paar Mal mit der Hand \u00fcber sie, dann nickte sie zufrieden. &#8222;Das wird gehen. Und jetzt&#8230;&#8220;, sie wandte sich Mitras zu, der entspannt in seinem Sessel den Tee getrunken hatte: &#8222;&#8230; jetzt reden wir mal \u00fcber dich.&#8220; Mitras blickte sie erstaunt an und zog eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts. &#8222;Du siehst deutlich j\u00fcnger als, als ich dich in Erinnerung habe. Was ist geschehen?&#8220; Mitras lachte. Das war es also. In einer gezielt eitlen Bewegung strich er sich eine Haarstr\u00e4hne von der Stirn und l\u00e4chelte sie an. &#8222;Ist es dir also aufgefallen? Ja, das habe ich Kira zu verdanken. Sie tr\u00e4gt Unmengen an Magie in sich und kann zudem die Magie in einem wahrhaftig irrsinnigen Tempo kanalisieren. Sie hat mir Magie \u00fcbertragen, um mir beim Laden des Generators zu helfen. Und naja, was soll ich sagen? Ich wollte es vorher testen. Und sie hat mich pl\u00f6tzlich mit so viel Magie geflutet, und irgendwie kam mir dieser Zauber in den Sinn&#8230;&#8220; Er verstummte. Es war seltsam, sich mit ihr, die er immer als eine Art \u00e4ltere Schwester mit gro\u00dfer Reiselust gesehen hatte, \u00fcber Magie zu unterhalten. Wie funktionierte Magie bei den Inuk \u00fcberhaupt? &#8222;Dieser Zauber? Ist das etwas aus der Verwandlungsmagie?&#8220; Stefania war merkbar interessiert. Mit einem Ruck \u00fcberwand Mitras sein Z\u00f6gern. &#8222;M\u00f6chtest du ihn lernen?&#8220; Vielleicht w\u00fcrde er dabei auch einiges interessantes \u00fcber die Magie der Inuk lernen, wenn er ihr dabei zusah. Sie dachte einen Moment nach, sch\u00fcttelte dann aber den Kopf. &#8222;Wenn es Verwandlungsmagie ist, wird es vermutlich eh nicht klappen. Ich kann besser mit &#8230; nichtmateriellen Energien umgehen. Also ein L\u00fcftchen kann ich vielleicht noch bewegen, aber meine F\u00e4ltchen hier w\u00fcrden sich vermutlich nur verziehen.&#8220; &#8222;Wie hast du Magie gelernt?&#8220; Stefania schmunzelte. &#8222;Weniger mathematisch als du!&#8220; Dann wurde sie ernst. &#8222;Kleiner Bruder, ich verstehe, dass du neugierig bist. Aber ich kann dir nicht zu viel dar\u00fcber sagen. Anders als ihr halten wir unser Wissen in m\u00fcndlichen \u00dcberlieferungen fest &#8211; und das auch, um es zu sch\u00fctzen. B\u00fccher lassen sich nachlesen.&#8220; Mitras nickte. Es gab viele Gr\u00fcnde, warum die Inuk in Albion \u00f6fter&nbsp;misstrauisch be\u00e4ugt wurden &#8211; ihr Wissen im Bereich der Hellsichtmagie war defintiv einer davon. Sie betrachtete ihn nachdenklich. &#8222;Allerdings, was ich machen k\u00f6nnte&#8230; ich k\u00f6nnte dich sehen lassen, was ich sehe, wenn ich die Kette untersuche.&#8220; Interessiert blickte Mitras sie an. &#8222;Das w\u00e4re wirklich spannend. Was brauchst du daf\u00fcr?&#8220; Stefania blickte sich um. &#8222;Zuallerst ein vern\u00fcnftiges Essen. Dann Ruhe. Und ich nehme an, du hast irgendwo einen vern\u00fcnftigen Zirkel? Ihr Buchmagier habt doch alle sowas&#8230;&#8220; Mitras nickte. &#8222;Selbstverst\u00e4ndlich. Hei\u00dft das, du w\u00fcrdest zum Essen bleiben und es dann gleich heute versuchen?&#8220; Stefania dachte kurz nach und nickte dann. &#8222;Ich schicke eben eine Botschaft an Titus, dann kann ich auch bleiben. Dann ist es zumindest erledigt.&#8220; &#8222;Gut, dann machen wir es so.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sie auch den zweiten Tag mehr oder weniger im Bett verbrachte, hatte Kira endlich das Gef\u00fchl, sich nicht mehr bei jeder Bewegung vor Schmerz kr\u00fcmmen zu m\u00fcssen, also h\u00f6rte sie mit dem Lesen auf, zog sich an und ging nach unten. Abby sa\u00df auf der Treppe und drehte sich freundlich l\u00e4chelnd zu ihr um, als sie die Galerie entlang kam. &#8222;Na, Kindchen, besser heute?&#8220; Kira nickte. Aus dem Salon klangen Stimmen. &#8222;Haben wir Besuch?&#8220; Abby nickte: &#8222;Ja, Stefania ist da. Das ist Williams Schwester. Ich warte hier nur, ob Mitras oder sie etwas brauchen. Soll ich dich ank\u00fcndigen?&#8220; Verlegen stand Kira einen Moment auf der Treppe und sah an sich herunter. Sie trug ein blau-gr\u00fcnes Kleid, dass Abby ihr vor einigen Tagen fertig gestellt hatte. Es war schlicht, aber durch den edlen Stoff durchaus repr\u00e4sentabel. Sie fasste sich kurz an den Hals und vermisste die Muschelkette. Ganz ohne Schmuck war es seltsam, sich den G\u00e4sten des Hauses zu pr\u00e4sentieren, stellte sie fest. Im Niggel, den sie den ganzen Morgen gelesen hatte, war ausf\u00fchrlich beschrieben, dass der erste Eindruck wichtig war, und dass angemessene Kleidung und Schmuck von der Dame von Adel erwartet wurden. Auch wenn es nur Williams Schwester war, sie sollte darauf achten, wie sie sich pr\u00e4sentierte. Ihr fielen die Ohrringe ein. &#8222;Nicht jetzt. Ich werde mich ein bisschen g\u00e4stetauglicher machen und komme dann wieder.&#8220; Abby zuckte mit den Schultern, widersprach aber nicht, also ging Kira zur\u00fcck in ihr Zimmer, legte die Ohrringe an und k\u00e4mpfte dann eine ganze Weile mit ihren Haaren, um sie zu einem vern\u00fcnftigen Zopf zu flechten. Sie hatte schon immer Locken gehabt, aber in der letzten Zeit waren sie ja besonders schwierig zu b\u00e4ndigen. Irgendwie wirkten sie wirklich heller&#8230; sie gr\u00fcbelte. Nat\u00fcrlich kam der Braunton ihrer Haare auch von dem Walnussextrakt, mit dem sie sie gef\u00e4rbt hatte, um nicht so aufzufallen, und auf den sie nun verzichten wollte. Aber selbst, wenn sie einen Ansatz gehabt hatte, hatte er nicht so deutlich r\u00f6tlich gewirkt, wie die Spitzen ihrer Haare jetzt. Es sah fast aus, als w\u00fcrden sie von unten her heller und r\u00f6ter werden. Ob das an der Magie lag? Wenn das so weiter ging, w\u00fcrde sie bald wirklich ganz wie eine Skir aussehen&#8230; Eine Weile k\u00e4mpfte sie doch wieder mit dem Gedanken, dann gelang es ihr, sich damit anzufreunden. Dann war sie eben eine Skirhexe. Eine freie Magierin konnte aussehen, wie sie wollte. Sie l\u00e4chelte sich selbst im Spiegel an, atmete etwas Magie ein, sagte den Spruch auf und lie\u00df probehalber ihre B\u00fcrste ein kleines St\u00fcck schweben und sp\u00fcrte, wie der Stolz durch sie hindurch flo\u00df. Sie konnte wirklich zaubern! Vorsichtig setzte sie die B\u00fcrste wieder ab. Ein Buch fiel vom Schreibtisch und lie\u00df sie erschrocken zusammen zucken. Wie war das passiert? Sie sah sich um, doch der Rest des Raumes sah aus wie vorher. Vermutlich hatte es zu nah an der Kante gelegen. Sie beendete ihre Frisurbem\u00fchungen, hob es wieder auf und ging dann nach unten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitras sa\u00df mit einer etwas \u00e4lteren Frau im Esszimmer. Als Kira herein kam, unterbrachen sie ihr Gespr\u00e4ch und Mitras l\u00e4chelte sie so freundlich an, dass Kira das Gef\u00fchl hatte, ihr Herz w\u00fcrde kurz stolpern. &#8222;Ah, da haben wir ja unsere Retterin meiner Jugend!&#8220; Kira lief rot an. Warum hatte sie Mitras Jugend gerettet? Mitras stand auf, zog sie ganz in den Raum hinein und macht eine schwungvolle Handbewegung zwischen ihr und der Frau: &#8222;Darf ich dir vorstellen, Kira Silva, meine \u00fcberaus begabte Sch\u00fclerin, von der wir eben sprachen. Kira, das ist Stefania Brown, die \u00e4ltere Schwester von William.&#8220; Kira knickste h\u00f6flich. Einen ausgelassenen und entspannten Mitras zu erleben, war immer noch verwirrend. Er wirkte viel mehr wie Frederike, stellte sie fest. Die \u00e4ltere Frau vor ihr hatte ebenso wie William etwas br\u00e4unlichere Haut als Kira oder Mitras selber und lange, schwarze Haare. Sie trug einen langen, gr\u00fcnlichen Rock, der sich der neusten Mode folgend ein wenig bauschte, und ein Oberteil mit verschiedenen bunten Stickereien. Kira bewunderte die gro\u00dfen, goldenen Ohrringe, die sie trug. In den Ringen waren kleine V\u00f6gel aus Metal. Sie l\u00e4chelte Kira freundlich an und reichte ihr \u00fcber den Tisch hinweg die Hand. &#8222;Freut mich, dich kennen zu lernen.&#8220; Kira nickte. Was sollte sie sagen? Du oder Sie? Immerhin war Stefania so alt, wahrscheinlich h\u00e4tte sie auch ihre Mutter sein k\u00f6nnen&#8230; William erl\u00f6ste sie aus der Verlegenheit. Er brachte aus der K\u00fcche einen gro\u00dfen Topf herein. &#8222;Bitte sehr, Tomatensuppe, wie mein Schwesterchen es liebt!&#8220; Stefania klaschte in die H\u00e4nde, um ihre Begeisterung zu zeigen, und gemeinsam mit Abby half sie William, allen aufzuf\u00fcllen. Stefania sa\u00df auf Tobeys Platz, der wohl heute unterwegs war, wie Abby entschuldigend anmerkte. Die Tomatensuppe war tats\u00e4chlich sehr lecker, doch Kira merkte auch, dass sie das warme Essen schon wieder m\u00fcde machte. Die Tage ohne Essen und Schlaf machten sich doch immer noch bemerkbar. Daher verabschiedete sie sich bald nach dem Essen und \u00fcberlie\u00df sich bald wieder den weichen Daunen ihres Bettes, um&nbsp;f\u00fcr die neuen Zauberherausforderungen der n\u00e4chsten Tage fit zu sein. Denselben Fehler w\u00fcrde sie nicht zweimal machen!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Beim Abendessen waren wieder alle entspannt. Auch William verhielt sich wieder normal. Mitras hatte ihn sich in einem passenden Moment zur Seite gezogen und dieser hatte ihm zu seiner Erleichterung verraten, warum er so verschlossen war &#8211; offenbar ging es um eine Liebelei mit einer Freundin seiner Schwester. Mitras hatte ihm klar gemacht, dass sein Verhalten Stefania eher aufmerksam machen w\u00fcrde. Dieser hatte Besserung gelobt und nun auch umgesetzt, wof\u00fcr Mitras versprochen hatte, sein Geheimnis zu bewahren. Kurz nachdem Kira sich verabschiedet hatte, folgte Abby, die sich in ihr Haus zur\u00fcckzog. &#8222;William, wir m\u00fcssen dich nun leider auch allein lassen. Stefania m\u00f6chte mir noch eine Kostprobe ihrer F\u00e4higkeiten geben. Falls was ist, wir sind oben im Labor.&#8220; &#8222;Und falls was ist, was nicht das Abbrennen des Hauses ist, behalt es f\u00fcr dich.&#8220;, erg\u00e4nzte Stefania. William nickte und verbeugte sich gehorsam. &#8222;Ja, ich wei\u00df schon, der nichtadelige P\u00f6bel soll das Ritual nicht st\u00f6ren.&#8220; Stefania versuchte, nach ihm zu hauen, er wich allerdings geschickt aus. Mitras l\u00e4chelte. Ja, so kannte er die Geschwister. Ebenso wie in seiner Familie neckten sich die beiden gerne.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitras ging voran, \u00f6ffnete ihr die T\u00fcr zum Labor und leitete sie in den hinteren Teil des Raumes zum Zirkel. &#8222;Entspricht er deinen Vorstellungen?&#8220; Er blickte sie fragend an, nicht wissend, was sie nun eigentlich brauchen w\u00fcrde. &#8222;Doch, der ist gut. Die Kissen k\u00f6nnen weg, die st\u00f6ren nur, aber ansonsten reicht das schon.&#8220; Mitras r\u00e4umte die Kissen, die noch immer von Kiras Zauberversuch hier lagen, zur Seite und stellte auch die Ger\u00e4te weg. &#8222;Sie hat eine sch\u00f6ne Aura, deine Kira. Und ungew\u00f6hnliche Haare. Skirvorfahren?&#8220; Mitras zuckte mit den Schultern. &#8222;Das habe ich auch gedacht, aber sie wei\u00df von keinen.&#8220; Einen Moment lang schwieg die weitgereiste Magierin, dann l\u00e4chelte sie geheimnisvoll und sagte: &#8222;Nunja, es w\u00fcrde vielleicht ihr Potential erkl\u00e4ren. Aber was die Geister noch nicht aufdecken wollen, ruht, bis es aufgedeckt werden soll.&#8220; Mitras blickte sie fragend an, doch Stefania setzte sich im Schneidersitz in die Mitte des Kreises und ignorierte seinen Blick. &#8222;F\u00fcr den ersten Teil brauche ich Ruhe, am besten du gehst ein paar Schritte weg. Dann, wenn ich mit der Sondierung fertig bin, werde ich dich heranwinken. Wenn ich in der Phase spreche, kann ich den Kontakt zu den entfernten Bildern verlieren. Der Zauber orientiert sich am Gegenstand, an den Bindungen, die er hat oder hatte. Er ist sehr instabil, denn, was wir sehen und h\u00f6ren, stammt nicht nur von einem anderen Ort, sondern h\u00f6chstwahrscheinlich auch von einer anderen Zeit. H\u00f6r mir jetzt also genau zu. Du wirst dich dort, mir gegen\u00fcber aber au\u00dferhalb des Kreises hinsetzen. Wenn ich dir meine H\u00e4nde entgegenstrecke wirst du meine Unterarme greifen und dich auf mich konzentrieren. Danach kannst du alles mir \u00fcberlassen, du darfst dich nur nicht gegen meinen Einfluss wehren, sonst komme ich nicht durch. Das \u00fcbermitteln funktioniert nur, wenn dein Geist daf\u00fcr offen ist. Hast du alles verstanden?&#8220; &#8222;Ja. Abstand halten, ruhig bleiben. Bei Aufforderung herankommen, ohne den Kreis zu betreten. Auf Aufforderung deine Arme greifen, nicht die H\u00e4nde und f\u00fcr alles offen sein.&#8220; &#8222;Gut. Letzteres gilt nicht nur f\u00fcr die Kontaktaufnahme, sondern f\u00fcr den gesamten Prozess. Egal was ich dir zeige, du musst offen bleiben. Sobald du dich davon abwendest, verliere ich alles, was wir dann noch nicht zusammen gesehen haben. Das ist das Risiko bei diesem Zauber. Ich werde mich nun in eine Trance versetzen und bin erst wieder ansprechbar, wenn wir fertig sind.&#8220; &#8222;Ist gut. Sollte ich doch zur\u00fcckschrecken..?&#8220; &#8222;Keine Sorge mir geschieht dabei nichts, nur das erlangte Wissen ist dann weg.&nbsp;Es ist schwer in Worte zu fassen. Es ist Magie, die sich nicht in eure Formeln f\u00fcgen will, die sich nicht mit euren Mitteln beschreiben l\u00e4sst.&#8220; &#8222;Gut, ich glaube, ich habe verstanden.&#8220; Mitras entfernte sich vom Kreis und setzte sich an seinen Schreibtisch, abwartend und neugierig was nun kommen w\u00fcrde. Die Magie der Inuk war komplett unbekannt und au\u00dfer ihm gab es in den letzten Jahrhunderten, wahrscheinlich sogar seit der Gr\u00fcndung der Schulen, nur eine Handvoll Magier, die ihr beigewohnt hatten. Er verstand im vollen Ma\u00dfe das Vertrauen, dass Stefania ihm hier gerade entgegenbrachte und er hoffte, dass er sich dessen als w\u00fcrdig erweisen w\u00fcrde.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zuerst begann sie in einem unverst\u00e4ndlichen Singsang vor sich hin zu murmeln, die Kette dabei fest in beiden H\u00e4nden haltend. Dann kamen immer schwungvollerere Gesten hinzu, bei denen sie abwechselnd immer eine Hand von der Kette nahm und in immer komplizierteren Bewegungen durch die Luft fuhr. Bei der Beobachtung verlor er jegliches Zeitgef\u00fchl, aber er bemerkte, dass sich die Magie im&nbsp; Raum um ihn langsam leerte. Als sie wieder ruhig wurde und ihm mit einer knappen Bewegung heranwinkte, konnte er nicht sagen ob zehn Minuten, eine Stunde oder die halbe Nacht vergangen war. Er setzte sich im Schneidersitz vor sie, streng darauf achtend, den Kreis nicht zu ber\u00fchren und streckte die Arme aus. Er ergriff ihre Unterarme, woraufhin sie die seinen schon fast krampfend umschlo\u00df. F\u00fcr einen kurzen Moment lag eine ungeheure Kraft in ihren Fingern, dann wurde ihr Griff sanfter. Er entspannte sich und richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf sie und versuchte alles andere auszublenden. Er \u00f6ffnete seinen Geist und sp\u00fcrte wie sie ihre F\u00fchler nach ihm ausstreckte. Ihr Verstand ber\u00fchrte den seinen und er tauchte in eine Flut von Bildern ein, die erst v\u00f6llig zusammenhangslos auf ihn einst\u00fcrzten. Dann schwamm er pl\u00f6tzlich in einem Meer aus Nebel. Zuerst schemenhaft, dann immer detaillierter sah er eine Person vor sich. Ein junger Mann, etwas j\u00fcnger als er. Kurze, hellbraune Haare, ein Schimmer von rot im Bart. Gr\u00fcne Augen. Kiras Augen. Das musste Adrian sein, ihr Bruder, von dem sie erz\u00e4hlt hatte. Der Nebel lichtete sich weiter. Adrian stand in einem Flur und umarmte eine Frau, hochgewachsen, etwa Stefanias Alter, mit tiefschwarzen Haaren. &#8222;Hallo Mutter!&#8220; &#8222;Sch\u00f6n, dass du wieder da bist!&#8220; Sie zog ihn durch eine T\u00fcr am Ende des Flures, und Mitras sp\u00fcrte, wie er mitgezogen wurde, gebunden wohl an Adrian. Sein Blick auf den Raum war beschr\u00e4nkt, als sei er ein St\u00fcckchen oberhalb von Adrians Kopf festgebunden. Er konnte stets nur dorthin blicken, wo auch der junge Mann hinsah. Dieser blickte sich nun allerdings suchend im Raum um, in dem ein \u00e4lterer Mann mit wei\u00dfen Haaren und \u00e4hnlich gr\u00fcnen Augen und ein etwa 19 oder 20 Jahre alter Bursche mit mittellangem, schwarzen Haar und tiefschwarzen Augen standen. Vater und zweiter Bruder, dachte Mitras sich, und wurde durch die ausgetauschten Begr\u00fc\u00dfungen best\u00e4tigt. &#8222;Wo ist Kira?&#8220; Die Mutter verzog das Gesicht. Der j\u00fcngere Bruder lachte, ein gemeines Lachen. &#8222;Hast du es noch nicht geh\u00f6rt? Sie hat <\/em><em>Johann di Lohnas<\/em><em> einen Arm verdreht, deine Lieblingsschwester ist n\u00e4mlich doch eine richtige Hexe!&#8220; Adrian machte eine \u00fcberraschte Bewegung. &#8222;Was?&#8220; &#8222;Sie hat magisches Talent.&#8220; Der Vater versuchte offenbar, die Beschreibung zu beschwichtigen. &#8222;Talent?&#8220; Die Stimme der Mutter gellte in Mitras Kopf nach. &#8222;Das nennst du Talent? Ich hab ein Hexenbiest gef\u00fcttert all die Jahre! Das hat sie alles nur von deiner Mutter! Wenn du mir fr\u00fcher gesagt h\u00e4ttest, was du da f\u00fcr Blut in dir tr\u00e4gst, h\u00e4tte ich sie gleich t\u00f6ten k\u00f6nnen, ehe ihre Haare auch nur ein St\u00fcck an Schande \u00fcber unsere Familie gebracht haben! Ein M\u00e4dchen wollte ich sowieso nie!&#8220; Mitras sp\u00fcrte, wie die Wut in ihm aufstieg. Nur mit M\u00fche konnte er sich beherrschen, um den Zauber nicht zu brechen. Der j\u00fcngere Bruder setzte der Triade der Mutter noch eine Spitze auf, als er h\u00f6hnisch erg\u00e4nzte: &#8222;Deine Lieblingsschwester ist auch gar nicht so Liebling, wie du immer dachtest! Sie hat wohl einen zuviel getrunken und ist dann rasend auf Johann losgegangen, als er ihr aufhelfen wollte. Wenn nicht ein Magier aus Uldum gekommen w\u00e4re, h\u00e4tte er jetzt wahrscheinlich gar keinen Arm mehr.&#8220; &#8222;Richtig!&#8220;, fiel die Mutter wieder ein, immer noch gegen den Vater gerichtet. &#8222;Das hast du davon, dass du ihr diese ganzen Extravaganzen hast durch gehen lassen. Das ganze Dorf redet \u00fcber uns &#8211; nein, ganz Burnias!&#8220; Adrian hob eine Hand. &#8222;Mutter, stopp. Nicht ganz Burnias, sonst h\u00e4tte ich auf dem Weg hierher schon davon geh\u00f6rt. Was habt ihr mit ihr gemacht? Geht es ihr gut?&#8220; Die Mutter schnaubte. Der Vater, der bisher Adrian nicht angeblickt hatte, sondern zur Seite gedreht gestanden hatte, schaute ihn nun an und nickte: &#8222;Jaja, es geht ihr bestimmt gut. Bruder Harras hat die Magierschule informiert, und sie ist jetzt in Uldum, geht zur Schule. Hatte sie doch immer gewollt.&#8220; Der j\u00fcngere Bruder zischte. &#8222;Tsss. Ist schon unfair, warum sie auch noch daf\u00fcr belohnt wird. Ich sag doch immer, Gewalt ist eben doch eine L\u00f6sung.&#8220; Adrian wandte sich zu ihm um und herrschte ihn an: &#8222;Torge, h\u00f6r auf damit. Sie ist allein in einer riesigen Stadt, bei fremden Leuten, wer wei\u00df, wie es ihr geht. Ich glaube kaum, dass man das Belohnung nennen kann. Schlag dir deine f\u00fcrchterlichen Gedanken aus dem Kopf von Gewalt als L\u00f6sung.<\/em><em> Gewalt erzeugt immer Gegengewalt.&#8220; Immerhin waren anscheinend nicht alle in dieser Familie v\u00f6llig daneben, dachte Mitras. &#8222;Wo ist Bruder Harras jetzt?&#8220; &#8222;Vermutlich zuhause, aber Adrian, du kannst ihn doch jetzt nicht st\u00f6ren. Es ist schon sp\u00e4t! Iss mit uns. Wir haben dich so lange nicht gesehen. Wie war die Reise? Warst du erfolgreich? Hast du viel verdient?&#8220; Die Stimme der Mutter war pl\u00f6tzlich sanfter, w\u00e4hrend sie ihren Sohn zum Esstisch bugstierte. Der Nebel nahm wieder zu, und pl\u00f6tzlich fand Mitras sich wieder auf dem Boden seines Labors wieder, mit einer Mischung aus Wut und \u00dcbelkeit im Magen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stefania hatte ihn losgelassen, er konnte nicht sagen, ob das schon vor Ende der Vision war oder erst danach. Ihre H\u00e4nde lagen ruhig auf der Kette und sie schien noch in Trance zu sein. Pl\u00f6tzlich ging ein Beben durch sie und sie begann, heftig zu schluchzen. Sie sackte nach vorne und er konnte sie gerade noch auffangen. &#8222;Diese Monster, das eigene Kind, die Schwester so zu versto\u00dfen!&#8220; &#8222;Ja, Stefania, ich wei\u00df.&#8220; Er wartete, bis sie sich wieder gefangen hatte, und versuchte das Erlebte zu verarbeiten. Sich zur Ruhe zwingend ging er alles noch einmal durch, streng darauf bedacht nichts zu \u00fcbersehen. Das erste, was ihm in den Sinn kam, war ein Name, di Lohnas. Damit konnte man arbeiten. Dann fiel ihm noch etwas anderes ein: &#8222;Das hat sie alles nur von deiner Mutter!&#8220;<\/em><em> Die gr\u00fcnen Augen stammten vom Vater. Ob das magische Talent und die roten Haare von seiner Mutter kamen? Kira kannte ihre Gro\u00dfmutter nicht. Er hatte es vermutet, aber nun war es Gewissheit. Ihre Gro\u00dfmutter musste von den Skir abstammen. Und wenn die gro\u00dfen Skirhexen nur halb so m\u00e4chtig waren, wie die Geschichten aus dem letzten Krieg andeuteten, dann erkl\u00e4rte das sehr gut Kiras Kr\u00e4fte. Stefania stand auf und sch\u00fcttelte sich. &#8222;Br\u00fcderchen, lass dir eins sagen: Ich werde dir auf keinen Fall etwas berechnen f\u00fcr diesen Zauber. Und wann immer du wieder meine Hilfe brauchst, um ihr zu helfen, du kannst auf mich z\u00e4hlen. Du bist Familie, also ist sie jetzt auch Familie.&#8220; Mitras neigte dankbar den Kopf. &#8222;Danke, gro\u00dfe Schwester. Und danke f\u00fcr dein Vertrauen, mich das hier sehen zu lassen. Es war eine interessante Erfahrung, auch wenn der Inhalt der Vision alles andere als sch\u00f6n war.&#8220; Er schwieg einen Moment. Mitras kannte Kira nun gerade mal f\u00fcnf Wochen, doch sah er sie schon als Freundin. Als Familie. Ja, das f\u00fchlte sich richtig an. Er w\u00fcrde sie ausbilden, sch\u00fctzen &#8211; und auch f\u00fcr Gerechtigkeit sorgen, sobald es ging und mit Johann w\u00fcrde er beginnen. Er w\u00fcrde alles tun, was er konnte, um ihr ein besseres Leben zu bieten. Das hatte sein kleines, \u00fcberaus m\u00e4chtiges Eichh\u00f6rnchen &#8211; oder doch Skirhexe? &#8211; auf jeden Fall verdient.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Er verschiedete Stefania, nachdem sie noch eine Weile \u00fcber William und insgesamt die Familie gesprochen hatten. Nachdenklich ging Mitras danach den Flur entlang. In seinem Zimmer schaute er einen Moment lang den Spiegel an, dann aktivierte er die Runen und betrachtete Kira, die halb von der Decke bedeckt friedlich schlief. Eine lange Weile sa\u00df er einfach nur da und beobachtete sie, ihren friedlichen Atem, wie sich ihre Brust hob und senkte, und er sp\u00fcrte, wie es ihn beruhigte zu wissen, dass sie jetzt in Sicherheit war und dass es ihr gut ging.<\/em> \u200b<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am n\u00e4chsten Morgen wachte Kira erst auf, als es bereits hell war. Ihr Kopf f\u00fchlte sich v\u00f6llig zerschlagen an und ein wohlbekannter dumpfer Schmerz zog sich durch ihren Unterleib. Sie zog sich m\u00fchsam aus dem Bett, um sich aus dem Schrank einige Hygieneartikel zu nehmen, die sie aus Bispar noch mitgebracht hatte. 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