{"id":88,"date":"2024-08-25T14:26:08","date_gmt":"2024-08-25T14:26:08","guid":{"rendered":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/?p=88"},"modified":"2024-08-12T14:26:52","modified_gmt":"2024-08-12T14:26:52","slug":"alte-rechnungen-7-lunar-242-uldumstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kingdom-of-albion.de\/index.php\/2024\/08\/25\/alte-rechnungen-7-lunar-242-uldumstag\/","title":{"rendered":"Alte Rechnungen 7. Lunar 242 (Uldumstag)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rest der Woche verging mit \u00dcbungen zur Telekinese, Lernen der Theorie, Mathe, Physik, Geschichte, einigen weiteren Sitzungen, um den Generator zu laden und der Tatsache, dass sie es doch schaffte, Abby im Haushalt zu helfen, wenn Mitras nicht hinsah. Kira schaffte es, nicht jedes Mal nach einer Sitzung mit Mitras mit klopfendem Herzen auf dem Bett zu sitzen und fand, dass sie sich also gar nicht so schlecht anstellte als heimlich verliebte Sch\u00fclerin. Das Laden war allerdings eine Ausnahme &#8211; auch wenn das Kanalisieren selbst sie zun\u00e4chst davon ablenkte, wenn sie ins Bett ging, sp\u00fcrte sie \u00fcberdeutlich Mitras H\u00e4nde auf ihren Armen und hatte das Gef\u00fchl, das w\u00fcrde richtig prickeln. Aber in ihrem Zimmer sah Mitras sie ja nicht, also konnte sie dort ja heimlich verliebt sein. Am n\u00e4chsten Uldumstag bestand Mitras darauf, dass sie sich einen Tag frei n\u00e4hme &#8211; als ob sie nicht schon den Silenz mit Gesellschaftspielen und Lesen statt Lernen verbracht h\u00e4tte &#8211; und so beschloss Kira, Sebastian zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie fand ihn wie erwartet in der Bibliothek, und der junge Adelige freute sich so offensichtlich, sie zu sehen, dass Kira nochmal dar\u00fcber nachdachte, ob er nicht vielleicht doch ein romantisches Interesse an ihr hatte. Allerdings war das unwahrscheinlich, schlie\u00dflich war sie nur eine Gespr\u00e4chspartnerin mit ungew\u00f6hnlichen Haaren f\u00fcr ihn. Ihr war sehr wohl bewusst, dass er sie mit auf B\u00e4lle oder \u00e4hnliche Ereignisse nehmen konnte, allein, weil durch ihre Haarfarbe alle dann auch auf ihn aufmerksam geworden w\u00e4ren. Und so wie sie es verstand, geno\u00df Sebastian Aufmerksamkeit sehr. Ob es daran lag, dass er als adeliger, aber nicht magischer Sohn sich zwar alles erlauben konnte, aber auch in der Familie irgendwie derjenige war, der am wenigsten Sinn und Aufgabe im Leben hatte? Sein \u00e4ltester Bruder war Elementarmagier, seit letztem Jahr sogar Magister, der zweit\u00e4lteste Bruder \u00fcbernahm die Gesch\u00e4fte des Vaters und seine j\u00fcngere Schwester besuchte die Schule der Verwandlungsmagie. Nur Sebastian fr\u00f6hnte au\u00dfer seiner Leidenschaft f\u00fcr die Bibliothek wohl nur der f\u00fcr sch\u00f6ne Frauen, Pferde und gutem Essen. Wobei, dass musste sie eingestehen, man ihm das letztere kaum ansah. Seine Figur war wirklich sportlich. Er beendete seine Arbeit in der Bibliothek, nachdem sie eine Weile in Geografieb\u00fcchern zu Skirgardian gelesen hatte, wie auch die letzten Wochen. Insgeheim hoffte sie, Informationen zu Skirhexen zu finden, aber bisher war das einzige, was wirklich passte, die Beschreibung der Moore, von denen es wohl auch n\u00f6rdlich von Burnias einige gab. Da das Wetter heute ausgesprochen gut war, schlug Sebastian vor, dass sie einen Spaziergang statt des \u00fcblichen Teetrinkens machen k\u00f6nnten, und Kira willigte ein. Sie liefen auf der alten Stadtmauer entlang und Sebastian am\u00fcsierte sie mit Klatschgeschichten zu den H\u00e4usern der Adeligen in der Altstadt, die man von dort oben sehen konnte. In den alten Wallanlagen, in denen sie schon mit Abby und Tobey Picknick gegessen hatte, fanden sie eine sch\u00f6ne Bank, und Sebastian holte von einem der B\u00e4cker Br\u00f6tchen und Kuchen, w\u00e4hrend Kira zu seiner \u00dcberraschung aus der Patisserie einige Pralinen kaufte. &#8222;Lady Silva, woher dieser pl\u00f6tzliche Reichtum?&#8220;, fragte er neckend. Kira lief rot an. Er hatte Recht, die Pralinen waren teuer, aber da er in den letzten Wochen stets bezahlt hatte, hatte sie ihm etwas zur\u00fcckgeben wollen. Sie dachte nach und sagte dann: &#8222;Naja, ich bekomme Taschengeld. Das soll ich f\u00fcr gute Dinge ausgeben. Und da immer nur die Post zu bezahlen ja nicht ganz so lecker oder spa\u00dfig ist, dachte ich, etwas Schokolade w\u00e4re richtig.&#8220; Wenn sie ehrlich war, war sie auch schrecklich neugierig. Sie kannte Schokolade &#8211; aber sie hatte bisher nie mehr als ein St\u00fcck bekommen. Nun lagen vor ihr zehn Pralinen, und sie sahen so h\u00fcbsch aus! Sebastian griff sich eine und l\u00e4chelte sie an: &#8222;Also ist Mitras gro\u00dfz\u00fcgig?&#8220; Kira sp\u00fcrte, wie sie noch r\u00f6ter wurde. &#8222;Ja, sehr.&#8220;, hauchte sie. Sebastian a\u00df die Praline, und Kira nahm sich auch eine. Sie schmeckte wirklich wundervoll. Eine Spur von Nougat erinnerte sie an den Geschmack von Zaubern, die Mitras gewirkt hatte, und sie lehnte sie nach hinten und schaute vertr\u00e4umt in den Himmel. Das Leben war so wundervoll. &#8222;Du magst ihn, eh?&#8220; Sebastians Stimme war sp\u00f6ttisch, aber nicht b\u00f6sartig. Kira schreckte zusammen und schaute verlegen zu Boden. &#8222;Ja, schon&#8230;&#8220; Sebastian pfiff leise. &#8222;So schlimm?&#8220; &#8222;Was meinst du?&#8220; Sebastian lachte und stupste sie leicht an. &#8222;H\u00f6r mal, ich habe genug M\u00e4dchen gesehen, die sich verknallt hatten. Du l\u00e4ufst rot an wie eine Tomate und dein Blick schwebt auf Wolken, wenn man ihn erw\u00e4hnt. Du magst ihn mehr als nur ein bisschen, habe ich Recht?&#8220; Kira wusste nicht, was sie sagen sollte. Er hatte Recht, aber durfte er das wissen? Wie sollte sie es leugnen? Eigentlich hatten sie sich ja gerade erst auf das &#8222;du&#8220; geeinigt, kannten sich doch kaum, aber andererseits wollte sie ja gern mit ihm befreundet sein, und zur Freundschaft geh\u00f6rt, dass man ehrlich ist. Letztendlich zuckte sie mit den Schultern und murmelte: &#8222;Kann sein. Ist ja aber egal, er interessiert sich sowieso nicht f\u00fcr mich, und selbst wenn, er ist ja viel \u00e4lter und ich bin nur eine kleine Sch\u00fclerin vom Dorf&#8230;.&#8220; Sebastian schaute sie an und nickte dann ernst. &#8222;Es w\u00e4re nicht ganz ungew\u00f6hnlich, aber auf jeden Fall einen kleinen Skandal wert, wenn er mit dir ins Bett gehen w\u00fcrde.&#8220; &#8222;Sebastian!&#8220;, schimpfte Kira. &#8222;Was hast du nur f\u00fcr unanst\u00e4ndige Gedanken in deinem Kopf!&#8220; Sebastian grinste, beugte sich vor und fl\u00fcsterte: &#8222;Gib zu, du hast dar\u00fcber nachgedacht.&#8220; Kira schaute ihm in die Augen. Er schaute sp\u00f6ttisch, aber da war noch etwas anderes, etwas trauriges, etwas verst\u00e4ndnisvolles. Hatte sie dar\u00fcber nachgedacht? Sie k\u00e4mpfte mit sich. Ja, sie hatte dar\u00fcber nachgedacht, aber sie hatte es auch schnell verworfen &#8211; Sex war immer noch nicht das, wor\u00fcber sie unbedingt nachdenken wollte. Wobei, Mitras&#8230; &#8222;Erde an Kira!&#8220; Sebastian schnipste mit den Fingern vor ihren Augen und sie zuckte heftig zusammen. Er grinste. &#8222;Alles klar, soweit haben wir das also gekl\u00e4rt.&#8220; Er wurde ernst. &#8222;Keine Sorge, ich sage es niemandem. Ich wei\u00df genau, wie es ist, jemanden zu begehren und zu lieben, der unerreichbar f\u00fcr einen ist.&#8220; Neugierig sah Kira ihn an. &#8222;Wieso das? Ich dachte, es sei so leicht, die sch\u00f6nen Frauen zu bezirzen&#8230;&#8220; Zumindest gem\u00e4\u00df der Erz\u00e4hlungen, die sie in den letzten Wochen von ihm geh\u00f6rt hatte.&nbsp; Sebastian lehnte sich zur\u00fcck, wiegte den Kopf, schien nachzudenken. Dann sagte er leise: &#8222;Ich verrate dir ein Geheimnis, weil ich deines erraten habe. Manchmal ist es leicht, das stimmt, aber das hat was damit zu tun, welchen Stand man hat, wei\u00dft du? Eine Tochter eines neureichen H\u00e4ndlers f\u00fchlt sich geschmeichelt, wenn ein junger Adeliger ihr Avancen macht. Eine junge Magierin mag es vielleicht als Spa\u00df sehen. Und wenn man oberhalb seines eigenen Standes fischen will&#8230; naja. Selbst wenn man erfolgreich ist, ist Liebe \u00fcber den Stand hinweg immer noch unerreichbar. Und wenn man dann auch noch nichtmagisch ist&#8230;&#8220; Kira schwieg einen Moment. Sebastian hatte Recht &#8211; insbesondere, wenn man bedachte, dass es durchaus m\u00f6glich war, dass ein Adeliger eine Nicht-adelige heiratete, aber dass eine adelige Frau sich &#8222;unter Stand vergab&#8220;, war sehr verp\u00f6nt, insbesondere, wenn es eine adelige Magierin w\u00e4re. Es dauerte einen Moment, ehe ihr in den Sinn kam, dass Sebastians Vater, wenn sie es richtig verstanden hatte, aber selbst ja gar nicht adelig und auch nicht magisch gewesen war, seine Mutter hingegen schon. Lag es daran? Spielte er auf seine Eltern an? War deren Ehe vielleicht doch nicht so gl\u00fccklich, wie Mitras es mal dargestellt hatte? Sie schaute Sebastian an. Nein. Das war etwas pers\u00f6nliches. Etwas, das ihn selbst betraf. &#8222;Deine Eltern haben doch aber \u00fcber Stand hinweg geheiratet.&#8220;, sagte sie. &#8222;Jaaaa! Das ist eine Ausnahme, weil meine Mutter einfach die Beste ist und sich nie an irgendwas h\u00e4lt, was vorgeschrieben ist, au\u00dfer, es dient der W\u00fcrde aller Menschen.&#8220; Er hing eine Weile seinen Gedanken nach. &#8222;Hmm, auf jeden Fall bef\u00fcrchte ich, dass das nicht f\u00fcr mich gilt. Und auch nicht f\u00fcr den Rest der Gesellschaft. Aber sch\u00f6n w\u00e4re es. Naja. Sowas tr\u00e4umen Kinder. Aber ich bin ja erwachsen.&#8220; Er wandte sich ihr zu. &#8222;Dein Fall hingegen ist ja nicht v\u00f6llig hoffnungslos. Also, du siehst hinrei\u00dfend aus und bist schlau. Sofern er auf flammend rote Haare steht, wirst du ihn bestimmt um den Finger wickeln k\u00f6nnen.&#8220; Kira lachte, wenn auch etwas gezwungen. &#8222;Sag das nicht. Ich wette, er sieht mich h\u00f6chstens als kleine Schwester oder so &#8211; und daf\u00fcr kann ich schon sehr dankbar sein. Nicht alle bekommen so einen liebevollen Empfang in ihrem neuen Leben. Und au\u00dferdem&#8220; , f\u00fcgte sie leiser hinzu, &#8222;glaube ich kaum, dass ihm meine Haare besonders gefallen. Ich sehe ja aus wie eine Hexe, und die bl\u00f6den Locken werden immer schlimmer.&#8220; Sebastian l\u00e4chelte auf seine \u00fcbliche, leicht arrogante, leicht galante Art. &#8222;Lady Silva, wenn er die wundervollen Locken, die in der Tat scheinbar jede Woche etwas r\u00f6ter werden, nicht zu sch\u00e4tzen wei\u00df, wird es bestimmt einige andere geben, die das k\u00f6nnen.&#8220; Kira schubste ihn, in einer Mischung aus Verlegenheit und Necken. &#8222;Meint der Herr di Ferrus, ja? Aber selbst sch\u00e4tzt er es nicht, richtig?&#8220; Im n\u00e4chsten Moment h\u00e4tte sie sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Was ritt sie nur, eine derartige Frage zu stellen. Sebastian guckte sie verbl\u00fcfft an, l\u00e4chelte dann aber breit. Er nahm ihre Hand und sagte: &#8222;Kira, wei\u00dft du, wo ich dich das erste Mal gesehen habe?&#8220; &#8222;In der Bibliothek?&#8220; &#8222;Genau. Und wei\u00dft du, warum du dort warst?&#8220; &#8222;Weil ich ein Buch \u00fcber Etikette haben wollte?&#8220; Sebastian lachte. &#8222;Ja und nein. Weil du lernen wolltest. Und du kommst nicht nur meinetwegen zu den B\u00fcchern. Du bist schlau, neugierig, eine starke Frau. Von Anfang an wollte ich mit dir befreundet sein, wei\u00dft du, richtig befreundet. Nicht irgendwie nur rumspielen, wie mit den Frauen, die ich auf irgendwelchen B\u00e4llen vorgestellt bekomme, die mich anhimmeln, wenn sie meinen Nachnahmen h\u00f6ren, sondern wirklich befreundet. So mit ehrlichen Gespr\u00e4chen. Wie jetzt. Ich kann keine andere Frau lieben, mein Herz ist vergeben, ich kann nur spielen oder eben Freunde suchen. Ich hoffe, dass verletzt dich jetzt nicht.&#8220; Kira sa\u00df einen Moment verbl\u00fcfft und \u00fcberw\u00e4ltigt da. So viel Ehrlichkeit hatte sie nicht erwartet. Sie sammelte sich kurz und sch\u00fcttelte dann den Kopf. &#8222;Nein, das verletzt mich nicht. Danke f\u00fcr dein Vertrauen. War auch eine doofe Frage.&#8220; Sebastian sch\u00fcttelte leicht den Kopf. &#8222;Nein, alles gut. Die musste ja kommen, wenn ich immer so viel von anderen Frauen spreche. Aber ich sch\u00e4tze es wirklich sehr, wenn ich auch mal mit einer Frau wirklich reden kann. Ist einfach nicht dasselbe, wenn man mit einem Mann redet.&#8220; Er setzte sich gerade hin und reichte ihr die Hand. &#8222;Freunde?&#8220; Kira \u00fcberlegte nicht lange. Sie griff seine Hand und sch\u00fcttelte sie. &#8222;Freunde. Danke. Damit bist du offiziell der erste Freund, der nicht mindestens 10 Jahre \u00e4lter oder 10 Jahre j\u00fcnger als ich ist.&#8220; Sebastian schaute sie verbl\u00fcfft an, und Kira geno\u00df es, eine Weile \u00fcber die d\u00e4mliche Dorfjugend in Bispar zu schimpfen, ehe sie mit Einbruch der D\u00e4mmerung zur\u00fcck gingen. Sie f\u00fchlte sich entspannter danach, und gl\u00fccklich. Schokolade, einen richtigen Freund und in ein warmes Zuhause zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Was f\u00fcr ein perfekter Tag, und das ganz ohne Lernen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u200bMitras schob nun schon die ganze Woche den Besuch bei Thadeus auf. Eigentlich wollte er ja Kiras Schulden\u200b\u200b\u200b\u200b\u200b\u200b begleichen, da aber solche F\u00e4lle direkt von der Schule und nicht \u00fcber die Gildenkasse abgerechnet wurden, musste er zu ihm. Als Schulleiter hielt er die Finanzen strikt unter seiner Kontrolle. Mitras war es zuwider, ihn deswegen aufzusuchen. Au\u00dferdem wollte er nicht, dass Thadeus auch nur auf den Gedanken kommen k\u00f6nnte, dass Mitras irgendeine pers\u00f6nliche Verbindung zu seiner Sch\u00fclerin aufbaute. Daf\u00fcr war Thadeus einfach zu gef\u00e4hrlich. Er w\u00fcrde nicht davor zur\u00fcckschrecken, Kira irgendwie zu schaden, nur um ihn zu treffen. Im schlimmsten Fall w\u00fcrde er diese Information an die di Porrums durchstechen und sie die Drecksarbeit machen lassen. Und sollten sie dann auch noch dabei erwischt werden, w\u00fcrde er eben zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dass er sich offiziell von den di Porrums distanziert hatte, \u00fcberzeugte Mitras nur teilweise &#8211; daf\u00fcr war Thadeus einfach zu sehr an der Stabilit\u00e4t der alten Adelslinien interessiert, dass er jemanden wie Secus di Porrum v\u00f6llig fallen lie\u00df. Er \u00fcberlegte schon die ganze Zeit, wie er das angehen sollte, es kam ihm aber keine Idee. Auch das Kira pl\u00f6tzlich zu Geld gekommen sei, w\u00e4re f\u00fcr Thadeus zu verr\u00e4terisch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u200b\u200b\u200b\u200b\u200b\u200b\u200b<em>Er sa\u00df nun im Labor und wollte eigentlich noch ein paar Notizen \u00fcbertragen, <\/em><em>fand aber einfach keine Ruhe. Sein Blick schweifte \u00fcber das Lagerregal und blieb an einer zerbrochenen Flasche h\u00e4ngen. Ein Spritzer Ton an der Schrankfl\u00e4che dahinter verriet, was der Flasche zugesto\u00dfen war. Kiras erster Versuch einen Verwandlungszauber zu wirken hatte deutlich mehr Spuren hinterlassen, als er zuerst wahrgenommen hatte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mit einem Mal hatte er eine Idee. Warum sollte er nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Eilig zog er sich um und verlie\u00df das Haus in Richtung Schule. Es war nun kurz nach Mittag, er w\u00fcrde Thadeus also sicher in seinem B\u00fcro antreffen. Er wollte schnell sein, nahm also eine Kutsche und war binnen Minuten am Schulgel\u00e4nde angekommen. Vor der T\u00fcr der Leitungssekr\u00e4terin blieb er stehen und sammelte sich. F\u00fcr das was er vorhatte, musste er erbost genug aussehen. Der Gedanke, gleich vor Thadeus zu stehen, half ihm aber dabei, in die richtige Stimmung zu kommen. Er preschte also ins B\u00fcro hinein und rief in einem nur halb gespielten zornigen Tonfall: &#8222;Mitras di Venaris w\u00fcnscht den Schulleiter zu sprechen. So bald wie m\u00f6glich!&#8220; &#8222;Bitte beruhigen Sie sich, ich werde Sie umgehend ank\u00fcndigen.&#8220; Die arme Frau wirkte recht verschreckt und huschte schnell in das B\u00fcro des Rektors hinein. Nach einem kurzen Gespr\u00e4ch kam sie wieder heraus: &#8222;Der Herr di Hedera empf\u00e4ngt Sie nun.&#8220; sagte sie und setzte sich wieder, streng bem\u00fcht ihn nicht weiter anzusehen. &#8222;Gut!&#8220; herrschte Mitras, so dass es im Nebenraum auch geh\u00f6rt werden konnte. Im Vorbeigehen jedoch lie\u00df er unauff\u00e4llig eine silberne M\u00fcnze in der Tasche der Frau verschwinden. Mit Thadeus hatte sie es schon schwer genug, da musste sie nun nicht auch noch unter einem erbosten Magister leiden. Er schwang die T\u00fcr auf, st\u00fcrmte theatralisch in den Raum hinein und warf sie hinter sich wieder zu. &#8222;Du wusstest, dass das M\u00e4dchen eine Katastrophe werden w\u00fcrde, oder?&#8220; &#8222;Guten Tag, Mitras, was verschafft mir die Ehre?&#8220; Thadeus Minenspiel war eine Mischung aus offener Belustigung, leichter Verbl\u00fcffung und einer Spur \u00c4rger ob der Anrede. &#8222;Das wei\u00dft du ganz genau, die Skir, die du mir untergeschoben hast, ist explodiert, hat mir das halbe Labor verw\u00fcstet!&#8220; Nun fiel es Thadeus sichtlich schwer ein Lachen zu unterdr\u00fccken. &#8222;Nun Mitras, was meinst du, warum ich dich erst so sp\u00e4t habe zaubern lassen. Ohne famili\u00e4res Vorbild ist das nun einmal alles sehr viel schwerer. Aber ich hoffe mal, dass deine &#8218;wichtigen&#8216; Forschungen nicht all zu sehr darunter gelitten haben.&#8220; Sp\u00e4testens beim letzten Satz troff Thadeus Stimme geradezu vor Hohn, was hie\u00df, dass Mitras ihn genau da hatte, wo er ihn haben wollte. M\u00f6glichst zornig klingend presste er hervor: &#8222;Keine Sorge, ich lasse mir von einer St\u00fcmperin nicht meine Arbeit ruinieren.&#8220; Ruhiger fuhr er fort: &#8222;Wie viel schuldet sie der Schule f\u00fcr den Vorfall in Bispar? Die Heilung dieses Jungen war ja sicher nicht billig, oder?&#8220; Resignierend f\u00fcgte er hinzu: &#8222;Ich glaube nicht, dass sie allein jemals daf\u00fcr aufkommen wird. Wer war es \u00fcberhaupt? Ich hoffe, niemand wichtiges, oder?&#8220; &#8222;Warte einen Moment, ich habe den Bericht hier.&#8220; Sichtlich am\u00fcsiert suchte Thadeus in einer Mappe nach dem Dokument und holte es schnell hervor. &#8222;Sie hat einen jungen Adligen angegriffen. Keine Magier in der Familie, was dann auch erkl\u00e4rt, warum sie einen derartig schlammigen Flecken Erde als Lehen erhalten haben. Der Knabe hei\u00dft Johann di Lohnas. Seine Behandlung hat di Ajutas mit f\u00fcnf Gold berechnet. Und ich nehme mal an, dass du diese Summe nun begleichen wirst?&#8220; &#8222;Da sie es wahrscheinlich nie zum Magier bringen wird, will ich nicht auch noch das auf mir sitzen lassen.&#8220; Knirschte er, kramte in seinen Taschen und knallte die f\u00fcnf M\u00fcnzen auf den Tisch. &#8222;Ich will der Familie schreiben und ihr meine pers\u00f6nliche Entschuldigung zukommen lassen, haben wir irgendwelche Kontaktdaten?&#8220; &#8222;Nun, eigentlich darf ich die nicht einfach so herausgeben, insbesondere da deine Sch\u00fclerin es war, die ihn gesch\u00e4digt hat.&#8220; antwortete Thadeus s\u00fcffisant, z\u00f6gerte dann aber einen Moment, &#8222;Aber ich denke ich kann hier eine Ausnahme machen.&#8220; Er notierte alles n\u00f6tige und reichte Mitras den Zettel. &#8222;Dir ist aber sicher bewusst, dass sie auch weiterhin deine Sch\u00fclerin bleibt und das du auch weiterhin verpflichtet bist, dein Bestes zu geben, um sie f\u00fcr die Pr\u00fcfung vorzubereiten, oder? Wir wollen doch nicht, dass unser Mustermagister gleich seine erste Sch\u00fclerin verdirbt.&#8220; Kalter Hohn lag in seinem Blick und Mitras knirschte so \u00fcberzeugend wie m\u00f6glich: &#8222;Ja, Schulleiter. Ich werde daf\u00fcr sorgen, dass sie bei der Pr\u00fcfung keine wichtigen Beteiligten verletzt.&#8220; Mitras stockte kurz und f\u00fcgte dann spitz hinzu: &#8222;Jedenfalls keine, dir mir wichtig sind. Die Schulden des M\u00e4dchens sind damit jedenfalls beglichen und alle von ihr Gesch\u00e4digten ausgezahlt. Guten Tag.&#8220; Mitras wandte sich um und schritt zur T\u00fcr. Thadeus jedoch rief ihm noch hinter her: &#8222;Ja, alle, alle au\u00dfer dir.&#8220; und konnte sich sein h\u00f6hnisches Lachen nun nicht mehr verkneifen. Mitras war \u00e4u\u00dferst zufrieden mit sich und achtete tunlichst darauf, dass weder Thadeus noch seine Sekr\u00e4terin sein Grinsen sahen. Er verlie\u00df die Schule und steuerte ein Caf\u00e9 ein paar Blocks weiter an. Dort hatten sie einen ausgezeichneten Tee und wahrhaft g\u00f6ttliches Geb\u00e4ck. Ihm war zum feiern zumute, warum also sollte er sich nicht etwas g\u00f6nnen. Er nahm sich vor auf dem Nachhauseweg noch einen Zwischenstop bei Titus und Stefania einzulegen. Die genauen Daten von Johann w\u00fcrden ihnen sicher auch helfen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rest der Woche verging mit \u00dcbungen zur Telekinese, Lernen der Theorie, Mathe, Physik, Geschichte, einigen weiteren Sitzungen, um den Generator zu laden und der Tatsache, dass sie es doch schaffte, Abby im Haushalt zu helfen, wenn Mitras nicht hinsah. 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